Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 38 (21.9.1870)
- Date
- 1870-09-21
- Page
- Seite 315 (sequence 7)
- Language
- German
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815 wandert« polnischen Juden, Liennett Gcop, welcher angellagt ist, ein« polnisch-jüdischen Harsirer, Jac. Goodman», beraubt und erschlagen zu Hab«. Di« Einzelheiten über die Personen, di« Thal, den Prozeh und die Hinrichtung bieten msern Lesern kein Interesse, bemerkea-werth aber ist die hierbei in mehreren Blättern constattrte Notiz, daß besagter Gcop der erste Jude fei, der in de» Vereinigten Staaten hingerichtet worden ist. Er hat feine Thal nicht eingestandm, die Jndiciea sollen allerdings überführend gewesen sein, aber üt haben doch auch manche Per« sonen von Namen und Bedeutung ih» für «»schuldig gehalten und sich vergeblich für die Begnadigung verwendet. St. -raucttc». Bens. Peixotto ist zur Uebemahme del Eonsulat» in Bukarest nur in dem Falle bereit, wenn er mit bedeutendere» Geldmitteln unlr-ftüpt werde. Er bettachtet da» Posten nicht albloße- Eonsulat, sondern alS Dattetung da Humanität eina» und da amaikanischen Jndenheit andererseits, er bedarf, um diese« Posten autfüllen zu können, bedeutenda Mittel zur Repräsentation, zur autgiebigen Förderung Humana Werke, Baeine u. s. w. DalZensulatgehalt und sein Privat« vermögen reichen dazu nicht aui>. Er schreibt dah>.. an ein« Herrn Geeltgmann in Neiv-Aork und fordert ihn untn llara eingehender Darlegung der Verhältnisse auf, einen Fonds zu diesem Behofe unta de» reiche» Jud« zu sammeln. Seelig» rbaan antwortet zunächst für seine Paso» und feine nächsten Freunde zustimmend und zusagend. Die Coaespondenz ist ausführlich in »Je«. Tim.* nbgedruckt. DaS ist vielleicht nicht nach unferm Geschmack, e» ist echt amerikanisch, eS ist prakttsch, gerade» auS, ohne falsche Scham und Hintathüren. Möge Hea Peixotto zum Ziele gelangen, eS ist hohe Znt, daß den rumänischen Juden Hilfe wade. Spduey. DaS jüdische Herz zeigt sich übaall in derselben Weise, in denselben etgenthümlichea Schöpfungen. Eine Eorrespondenz da »Jew. Rec.* berichtet üba die Gründung eine» Hachnaßat-Kallah-Vereinin Sydney, welcha nicht unter 50 Pfd. Sterling den einzolnen bedürftig« Mädchen geben will. Als eigenthümlich heben wir einige Wotte aus da Rede deS Rev. DaviS, durch welch: a zur Gründung deü BacinS aufforderte, hervor. »ES giebt gegenwärtig mehrere Juogftauen, welche in unser« approbirten hebräischen Schule «zogen worden, Schülerinnen unfaa Sabbatschule und dann Klassenlehrerinnen warm, die so zu sagm unta unsam Augen aufgewachsm und im Allzemeium als würdige Jungfraum l'ekannt sind, von dmm zu erwattm ist, daß sie tüchttge und ausgezeichnete Eheftauen fein wadm. Aba dies« Damm find, obwohl sie zu Zettm im Stande sein dürft«, einem jüdisch« Manne wöchentlich einen schöiim Badimst zu gewinn«, doch nicht in da Lage, so viel zu erübrig«, um davon ein« bescheidenen Hausstand zu bestreit«, in welchem sie bet ökonomisch« Wirtschaft bequem und tugmdhaft leb« könnten. Diese Damm verdienen gewiß eine hilfteich« Ermuthigung, ihn« beizustehen soll da Zweck dies« unfaa Gesell, fchaft feim* Literaturbericht. Hl^j5 HebräisifeL Gebetbächlein für die tSr. Jugmd, zum Selbstunterricht im Uehersetzm methodisch eingerichtet und mit Vokabularium und grammatischen Vorbemerkung« versehm von vr. M. Rahmer. I. u. II. Eurs. Magdeburg 1870. Besprach« von Rabb. JaraczewSky in Erfurt. Zu dm reich« Gab«, welch« di« nmt Literatur uni gebracht, gehört auch di« Bearbeitung uod Utbersetzuug der Gebetbücher sür Erwachsen« teiderlei Geschlecht»; hiermit ist ab« uur d« Gegenwart Nrchuung getrageu. nicht auch der Zukunft, dem» fall auch dies« genüg« «erde», s» müsse» wir bei Zeiten schau an aus«« Klein« deute»; wir müffeu ihue» Büchlei» i» die Hand gebe», nach deue» sie bete» lwueu, »ud geschieht diese« Sicht, da»» werde« auch künftig die Erwachsen« nicht bei« tSuueu, bau» werde« die Gebetbücher sür sie bald üterffüssig werden,;f» d« Siegel wenden Lehr« »nd Erzieh« diesem «iihti-eu Paukte nicht die uöthige Auftnerksamkei: za, uud s» giebt mau dem Sibulkiud« gleich »ach d« Fibel den Siddur »d« gar da« Ehummesch in die Hau», welch ein Sprung! Wal würde I«. maad, der irgend Anspruch aus pädagogisch« Bildung macht, dazu sagen, wen» mau mit eine« Kinde, da» lau« di« deutsch« Fibel beendigt hat, sofort dir Klassik« lese» würde? Die jüdische «eligio»«schule kauft ab« daran, dae« ihr au paffende», methodisch geordneten Lehrvüchera fehlt. Dam» iß e« kein geringe« Verdienst, da» sich d« H«r Berfaff« «ft d« Herausgade dies« Schulbüch« «worbe», daß « e» nicht sür zu kleinlich uud nur« sein« Würde hi«U, ein Schnlbüchlei» zu schreib«; de»u »für Kind« ist da» Beste kaum gut genug.« Er hat mft d« Herautgab« dies« Schulbüch« einem wirNiche» vedürsulst d« jüdisch« Schule abgeholf« und ist die Anordnung, Ausstattung uud d« ganz« Inhalt dies« deidm Büchlein so glücklich gewählt, daß wir ihn« eine Zukunft prophezeih« Wunen. Aus jed« Seite werd« nur angenehm berührt durch streng orrthodische Anordnung, durch planmäßig« Uebngaug von rem Leichter« zu dem Schwer«« uud nirgend» steht etwa», da« die Faffuegskrafi der Schüler überstiege. Di« Au», wähl der Gebetftück« ist ihr«, Zwecke entsprechend. mW harmonisch entspreche» da» Geist- und Gemüthvolle dem «uschauuug »kreise de« Kiudesalter» von 7—10 Jahr«, für welch«« die vüchlei» geschrieb« sind. Besonder» hervorheb« müff« wir ab« die schöne Aulstattung uud die Lorrectheft de» Texte», sowie d« am Schluß gegeben« Vokabeln. Zu Dank hat uu« auch d« v«- faff« durch dm Anhang verpflichtet, welch« « dem zweit« Lorsu» beigesügt hat. Durch dies« wird da» Kind, gleichsam unbewußt, in dm Geist de« biblisch« uud nachbiblisch« Zeitalt«» durch Bibelkuude, Kenutuiß d« Festuud Fasttage, d» religiös« Gebräuche uud besoud«» d« wichtigst« Benedictioum ec. eiagesührt. Auch di« grammatischen Beigab« stnd gut, und hättm wir ihn« auch eine groß«« Su»0ehnimg gewünscht, so wtff« wir doch auderseft« zugleich g«ade die Beschränkung« zu würdig«, dir sich d« Berfaff« aaserlegt: in knapp« Form, di« da» kerständnjß nicht beeinträchtigt. wird dem Schül« da« Wiffewlwertheste mitgetheift, genug, um sich selbst im Uebersetz« forthelf« zu könne». Lei» Schulmann wird diese Schulbüch« »hu« Befriedigung au» d« Hand leg«, Uebrigea» bürgt sür den Werth derselbm schon d« Umstand, daß d« vor 2 Monat« erschienene erste Lursu» in so tag« Zeft die zweite »»wmehrte Auflage erlebt hat. Möge d« Berfaff« sei» in der Borrede gegebene» lsterfprechm halt« uud dm drftt« Lursu» bald erschein« lass«. D« billige Preis d« Büchlein (i Sgr uud 7>/, Sgr.) kommt d« weitesten, wohlverdient« Berbreituug derselben sehr «tgegea. (vor etwa 15 Jahr« ist eia Büchlein ähnlich« Art i» Breslau (von?) erschienen. In d« grammatisch« Borbemerkrugm de» erst« Lursu» vermiffm wir die uu» unentbehrlich scheinende Anführung de» Etat, coustr. d« Nomina im Sing, und Plur. Statt de» Worte« 07» wäre best« ein Wort gewählt «ord«, welche« euch im Hebräische» gen. kemüi. ist. Ued.) Kekegellßeit» -predigte» jüdischer A«»zekred»er. Vierter Band: 1NV3 "27. Predigt«, bei besonderen, die Gemeinde berührenden Veranlassung« von vr. M. Silberstetn, Rabbiner in Buttenhausen. BreSlau (Schletter'fche Buchhandlung) 1870. 8°. von dm 16 in diese« Baud« enthalt«« Predigt« sind uur 4 uud zwar di« 9. und 10. (Loustrmatiou»red«), sowie dir 13. (Einweihung eine» Friedhöfe») und 14. (Stiftungsfest ein« Lhebr» Ladischa) so angelegt, daß sie ohne wesmtlich« Umgestaltung von Lehre« i» klemm Gemeind« bei ähu» lich« Auläff« vorzelesm »d« vorzetrag« werd» ISnuten. Die Urbrig« sind theil» schon ihres Gesammtiuhaltes (wie Probe», Antrittsuud Abschieds» red«), iheil« ihr« local« Färbung weg« da,» ungeeignet, so daß sie viel- «ehr al» Dmkblätt« an erhebend«, selten« Feierlichkeit« denjenigen, di« a» diese» theilgeuommru, empsohlcn werd« stuueu. Doch auch d« Fernstehende wird d« Einwirkung der wahr« religiös« Gesinnung, und Begeisterung, die auf jed« Seite de« vorliegend« Bache», i» edle, einfach« Dictim, gekleidet, ihm eutgegeutritt, sich nicht entzieh« köuunr. Da» Fehl« sogenannt« Lraftpellm, wodurch de» Neftrmt« da« Hervorheb« eiuzelu« Sätze fast uumöalich gemacht wird, bezeichne« al» höchst« Vorzug dies« stieb» di« gleichmäßig« verrheiluug d« Gedaukm und di« «ffprechende Anordnung, wodurch ihr Eindruck zwar momentan schwäch«, jedoch nachhaltig« uud dau«nd« wird. ». vriesketstt-u der Medaetio» p. 0. Ich bitte um Berichte. — st. Dank«, üb« Inhalt früher« Schreiben» nächsten» mehr.