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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-09-21 · 38 (21.9.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
38 (21.9.1870)
Date
1870-09-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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NI 88.-1870. 1. Jahrgang.!>, er. für die religiösen «nd soeialeu Interesse« des Jndenthnms. Erscheiut jede» Mitvoich. Preis »ierleljlhrlich 20 «Lilbergroicheu. &n(rrtl» *»%tt ifr f*i tot dreispaltig» Peiitzeile »der de« Raum I-/, Sgr. veruutwortlicher diedaktrur uud Heraudgeder Rabbiner vr. Z. UrrKtNfeks in Stettin. Breslau, 21. September 1870. Zu beziel« durch alle Buchhaudluugen und Postanstalten. Auterateu. Auuast»« i» xt Vchletter'schen vuchhntdlung (H. Skutsch) tu vr-slau. " Auhalt. Setteud« Artikel: Ursachen nutz «irknugeu. Kriegt - Rachrichte». Fmtlletvn: Juanita. Berichte uud Eorrespoudeuze» Leutschlaud: Gtetti». Breslau. Hauueder. Heidelberg. Oesterreich: vieu. Lemberg. Pest. Asien: lkalcutta. Benutschte uud »«»este Rachrtchtru: Ist»«!»». Galaq. vutarest. Liueiuuati. Et. Araacilc». Sydney. Literaturbericht. Briefkasten. va«a»!>r»»Liste. Inserate. WM- A« ««ser,.' JM#«iu«fot! ^WW Mit Nr. 40 beginnt das vierte Onartal der Jsrrelitische« Wochenschrift. Um Störungen in der Expedition zu vermeiden, bitten um schnellste Erneuerrmg der Abonnements bei den betreffenden Postanstaltea und Buchhandlungen. Zugleich ersuchen diejenigen unserer Herren Abo» Ursachen und Wirkungen. I. Ernst und furchtbar ist die Zeit, in der wir leben, ernst und furchtbar aber (DXOU Ov') heißen auch die- Tage, die jetzt zu unS kommen. Sie werdm so genannt, und sie sollen eS fein. Wenn wir sie im rechten Geiste begehen wollen, so müssen wir unS von dem Hinblick auf die Tagesereignisse loSreißen, von den einander drängenden Gerüchten und Berichten wegwenden, müssen unS sammeln zum Einblicke in «nS selbst und in den engerm KretS unseres Wirkens, und wenn wir dabei Umschau halten über die Ereignisse der Zeit, so müssen wir in ihnen den Geist und die Bedeutung für daS religiöse Leben zu erkennen suchen. Berette« wir uvt so zm Feier der heiligen Fest« vor, suchm wir de» Uebergang von den KriegSereignissea und ihre« Folg« auf die Lehren und Mahnungen der Religion. In alle« Gotteshäusern ist ohne Zweifel früher oft auf religiöse Sammlung, Einkehr, Buße hingewiesen wordm. Die« ist hier uud da in etwas lärmender, zelotischer Weise geschehen; r< haben katholische, protestcmtische, vielleicht auch jüdische Prediger aus die Uebertretung oder Geringschätzung von Lehren uud Satzungen der betteffendm Religion hingewiesen uud haben jene als Ursache» deS äkrtegeS, oder umgekrhrt dm Krieg als göttliche! Sttafgericht für jene vergehen bezeichnet. Die liberale, oder vielmehr die relrgiondfeinSliche Presse hat ihrerseits darüber großm Lärm erhoben und einige f. g. jüdische Preß» Organe haben kleinen ChoruS dazu gemacht. Lassen wir unS von dem Geschrei nicht irre machen. WaS .Kladderadatsch' «ad Pastor Schulz« mit einander abzumachm haben, geht uns nichts an; in unser« religiös« Angelegenheiten, für unsere religiösen Frag« ist weder dieser noch jener unS maßgebend. Daß Leid«, welche über dm Einzeln« oder über eine Ge» fammtheit komm«, als göttliche Mahnung« und Prüfungen »ocheirfchrtft TOT mti Selbst! chau und zur Buße und mit dm Abonnements-Zahlungen für die ersten drei " " ' ~ * * * " Ouattale noch im Rückstände find, um gefällige sofortige Einsendung der qu. Betrüge. Die Expedition. Schketter'sche Auchßaudkuug (K. Skutsch) in Brestla«. auffordern sollen» daS ist ein Fundamentalgesetz deS ZudmthvmS und aller Religionen. Dir haben dies« Satz hier weder zu beweis«, noch die Gründe, die etwa dazezer angeführt werdm, zu mtkräften, oder dm Spott, welchen Unglauben und Frivolität darüber auSgießm, zurückzuweisrn. Der Satz hängt mü dem Glaub« an eine Vorsehung, welche alle Geschicke in Weisheit und Güte lenkt, aufs mgste zusammen. Es erziebt sich hieraus femer, daß e» uns heilige Pflicht ist, dm Zusammenhang zwischm Ursache und Wirkung, zwiichm unserm Wandel und unserm Schicksal, nach der uns verliehenen Einsicht ernsthaft und fern von Selbsttäuschung und Beschönigung zu erforschen. DaS Alles ist klare Bibellehre. Darf und kann aber ein bestimmtes Unglück als Sttafe für ein bestimmtes Vergehen, sei dieses allgemein moralischer oder speziell religiöser Art. angesehen und bezeichnet werden? ES kann nicht geläugnet werdm, daß auch Lehrer deS Judenthums oft dergleichm ausgesprochen habm; A ist aber vorzugsweise erst in dm letztverganzmm Jahrhunderten gescheh«, in der ZeÜ also, alS ma.> sich von der philosophischen, d. h. klar« und verständigm, Auffassung der jüdischen Religion abgewendet hatte. Da lesm wir recht häufig, wie bestimmte Unfälle als Sttafe für bestimmte Sündm, oft nur vermeintliche Eündm, z. B. Abweichung von bestehend« Gebräuchen, bezeichnet werdm. Aber diese! Verfahr« liegt nicht im Geiste de! Judenthum»; dieseverlangt, wie gesagt, nur, daß Unfälle von unS nicht alS ZufäHe bettachtet werdm, fondem zur Umkehr naiBTi auffor» dern soll«. Die klar dmkmdm Lehrer de! IudmthumS sag«: ein Prophet kann ein bestimmte» Sttafgericht warnmd verkündm, ein eingettetm»! Unheil als Sttafe für bestimmte Dergehen bezeichn«, und die besondere Leitung, welche Israel in der Vorzeit, in dm Tag« der Prophetie, zu Thetl wurde und zu seiner Erziehung »öthig war, hat solche Vorverkündigung

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