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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-08-31 · 35 (31.8.1870) · p. Seite 291

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
35 (31.8.1870)
Date
1870-08-31
Page
Seite 291 (sequence 7)
Language
German
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291 der Sabot gab am 15. d. Lerailassung zu etuer förmlich« Schlacht z bi« prügelet bauerte tu-« 10 bii 1 ü$t vormittag», wobei maffmhafte verwuubuuge» vorkameu. Uuler de» verwundeten befinden sich zwei sehr achtbare Kaufieute, di« Herren 9L Schüssel und M. Herz. Der Anführer de» Pöbel» war ein gewisser I. Wilezynskt, welcher übrigen» bet dieser Gelegenheit tödtlich verletzt wurde. Vermischte und neueste Nachrichtm. Berlt«. In der „Voss. Ztg." ist et» „offener vrtef an den Präsidenten de» Ceatral-Eomttt» zur pflege verwundeter und erkrankter Krieger, Herrn v. Sydow" veröffentlicht worden, worin gegen die in den öffentlichen Ausrufe» de» Eomttö», sowie in dessen Antwortschreiben an da» pariser Comttö zu Lage tretende Betonung der „christlichen Mlldtlzättgkett" protestirt wird. Der Schluß de» Briefe» lautet: „Wir fragen nicht, welch« Eoufesfion»- genossen mehr oder minder zur Linderung allgemeiner Calamitäte« betr.ageo, da» aber dürfen wir, ohne Widerspruch zu fürchten, offen «»»sprechen, wir Juden stehen mit Tut und Bl« für da» Vaterland nicht minder ein, wie unsere christliche» Mitbürger: Niemand wird tut» die» Zeuguiß verweigern. Wir müsse» also entschieden Protest dagegen einlegen, al» wäre Mildthätigkeit und Menschlichkeit der Vorzug «faux bestimmten Confessio», und hoffen, daß diese Einsettigkett endlich schwinde." Unterzeichnet ist diese» Schreiben von: I. Ruhemann )r., Kaufmann. Loui» Herbst, Kaufmann. 0r. Bramm. Hermann Joachim, Kauft». Leo Moral, Kaufm. Adolph Meyrr, Kauf«. M. Llumenfeld, Kanfm. I. Ci»ner, Kauft». Im Aufträge vieler!" Daß diese» Männern von tut» Ehre gebührt, brauchen wir unfern Lesern nicht zu sage«; fie werden aber auch bemerken, daß kein Stadt-, kein CommerztenrMh, auch kein Gemeindevorsteher unterfchrtebeu hat! Trotzdem wird e» wirken; l&ftt man dergleichm schweigend passtre», so bleibt'» beim Alten, wird'» jedesmal energisch, derb abgeferttgt, so hat «fl bald ein Ende. Die „Iüd. Presse" ist diese Woche nicht mehr erschienen. Vkttklenbnrg - Schwrrt«. Herr Moritz Wigger» zu Rostock hat von dem ihm von dm israelitisch« Gemeind« de» Lande», znr b^irr de» Lundr»grsetze» wegen Gleichberechtigung der Confesstonm, z« Verfügung gestellt« Fond» 400 Thlr. dem Arbeiter- Btldtmgö-Veretu zu Rostock mit der Bestimmung für Unterricht»- zwecke überwiese». Einer unter Führung de» vr. Brunnengräber vom Verein an ihn gesandt« Dep«atio», welch« dm Dank für diese Gab« au»sprach, erwiderte er, daß er von dm gesammelt« Gckderu kein« besser« Gebrauch mach« zu kömmt glaube, al» wen» er fie z« Förderung der Bildung verwmde, da gerade in dem Mängel au Bildung di« politisch« Unterdrückung der einen Religtonüpartei durch di« ander« ihre Wurzel habe. (Hamb.«.) In Ebttz« ist eine von vr. SR. D«ffaucr daselbst gehaltene veUagsprwigt llber Ps. 27, I im Druck erschient», «ab di« »Badische L-Ztg.« in Mannhei» hat aber die von vr. Fried!aamt daselbst gehaltene Predigt ei» ztmi Spalte» flilleode» Referat, melche» dm Inhalt »ad zum Dhril di« »nssührnng wlstiindig «rtenne» laßt, «ach diesem stehe» wir nicht cm, -hu« di« Treffllchkeft thut «der der auderu bisher vv» n»s erwähnten Predigte» bemängeln Pt w«»en, der Fri^mann'scheu i» Hinsicht aas Originalität und geistreich« Teztdentnng (Irrem. I, II—13) besonder« Anerkennung aulzn- Knscha». Ein« sehr erfreuliche Raäsricht ist »er Beschluß der hiesige» vber.Hteeäschnl«, wmtach der wöchentlich« Feriaktng v», Donnerstag «nf Sannabend »erlegt wnri«, m» de» zahlreiche» jüdische» Sindenteu gerecht z» werde». Di« Aufgat« de» betreffend!» Religionslehrer« wäre es mm, dahin z» wird», daß dieselben regelmäßig tum Gattesdienst« beiwohne». (Isr.) Aßße». »Hamagid» ntachi die Freu»« der hebr. Literat«, insbesondere d«r Poeftt, «nf de» bevorstehende» 70. Gchnrtstng des rühmlichst bekannte» BL Letteris (geb. am 23. tbt) ans»erst»» Da der gelehrte, begitbtr nu» thLtige Greis nach in Stift eines Ilusall«, kt» ihm »nrch «in Fuhrwerk zngeswßea ist, leidet, in seiner Thätigkeft behindert nnd überhaupt nicht mit Glücksgütern gesegnet ist, so «rkffuet die Red. t S genannte» Blattes ein« Snbscriptimt Pt einer Pt iWmkfcak«» Anerknnamg. Daß wir dieselbe gen and freudig empfehle», »ersteht sich »ob selbst. K. Pr«i, Anfang August. (Vrlg.-Corr«sp.1 Die higfige Sudmschast war schon vorige Woche durch die Nachricht allarmirt, daß die ül jährige Frau de» jüdisch« Haupsschullehrer» Humpoletz vermißt werde. St« könn« sich die Aufregung deuk«, al» man gestern in den Schanzgräbm de» Retchtthore» ein« weiblich« Leichnam, in ein« Sack eingenäht, fand, in welche« man trotz der schrecklich st« Verstümmelung doch die vermißte erkannte. Dm Recherchm der Polizei gelang e» bald, eine auf der Kletnsette wohnende Mittwe und der« Tochter, bet welch« die unglückliche H. im Aufträge Anderer eia« klein« Schuld eia» zieh« sollte, al» die verbrechertnn« zu ermitteln. Man fand bet ihn« dt« Habseligketren, sowie die fehlend« Gliedmaß« der H.; die Wittwe hat bereit» eia umfassende» Geständniß abgelegt. — Die an dieser Stelle jüngst gemeldete Angelegmheit der iöraelitsscheti volk»schule scheint nun doch eine für un» ungünstige Wendung nehmen za wollm. I» Galaez ist ein de» Fachmämteru wohlbelanater Gelehrter und Schriftsteller, Z. BL Pinckes, am Sabbath ». »b, »4 Jahr alt, gestorben. Italien. Der Blonatsüberficht de» -Educ. isr.« entnehmru wir Fügend««: Ritter Art««, Israelit, der bekannt» Frennd «nd Gehülft de» »erst. ist als Sesandter M König» von Italien naä) Sie» gegangen. wie wichtig dieser Posten augenblicklich ist, ist jede« Zeftnngslrser bekannt. — Das Bla« berichtet sodann, wie gewöhnlich, über Aoszeich. «mge», welche Jude» in Italien erlangt habe», klagt aber über die Vernachlässigung des jüdischen Lullu», der oom Staate keine Snbvemion genieß«, während alle Lol« im Budget bedacht sind, z. v. di« Waldenser mit 400,000 Lire. Schließlich blickt -Educ. isr.» mit sehnsüchtigem Harre» aus den Gang der Ding« in Rom and hofft für di« dortige» Ghettobewohner auf baldige Erlösung. — LmenI Japan. Yokohama. I» der lfiefigen europäischen Kolonie befinde» sich viele Israeliten. Herr L Strang, Konsul ton Belgien, wurde in die Kommission gewähü» welcher di« Directioa de« europäischen Kirchhofe» anvertrant ist. »l» in der Sitzung ei» Priester de» «»wand erhob, di« Israeliten sollten in der Lommisstou nicht vertrcte» sei», da sie keine» Rabbiner hätten, antwortete ihm Herr Strauß: -wer sagt Ihnen denn, daß sie nicht «Lchstrus eine» habe» «erden?» (Echo du Japan.) Literaturbericht. vuiuIoPtw 6» I» blbliotböquv de Mr. M. 9. Oirondi, Cnutd Ribbln t PftdOIM. Rächst de» een uns jüngst angezeigten Katalog hebräischer Werk« der Buchhandlung H. Skntsch hier, ist uns jetzt das unter de« in der Ueberschrist angegebenen Titel erschienen« hebräische vücherrrtPichuiß ,«gegangen. E« enthüll 252 hebr. Blannscripte, von denen der bei weitem größere Theil llnedirt ist» und 1507 hebräisch« Druckwerke. Es befinden sich darunter 155 Response» und andere sehr selten« Ausgabe». Die Bibliothek wird im Ganze« »der kheilweis« verkauft und kau» mau di« Preise bei Herr» Samuel Schindln« in Lemberg erfahre», wir empfehlen diese schön« Sammlung den Freunden der hebr. Literatur. C. H»»ze«ß«kser, Sams., „Kurz und gut!" Zwanzig Predigten. 8. Vm. 149 S. Der B-rf. hat wohl «ft der Ueberschrist, di« er seine» Predigte» gegebe», Mcht zugleich eine Selbstreeenfio» üben wollen. Eine solche wäre, abgesehen davon, daß sie unbescheiden klänge, muh nicht ganz zutreffend, wir hcche» in der uns vorliegend«» Sammlung mauche längere Predigte» gelesen, die uns bester als di« kürzeren gefiele». Dmntt wolle» wir jedoch keineswegs gesagt habe», daß di« kurze» Predigte» schlecht find; st« entspreche» »ickmehr dem Zweck«, zu welchem sie de« Drucke übergtbe» find, vollkommen, nutz wrrde» trotz »der vielmehr «ege» ihrer Einfach Heft von Lehrer» »nd Borbewr» in kleine» Gemeinde» mft Ratzen verwendet werde» Rune», nur müsten znvor di« zahlreiche», zuweilen siunentstellende» Druckfehler verbessert webdckl. ' “ *.

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