Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 34 (24.8.1870)
- Date
- 1870-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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NI 54. —1870. ♦ir feie religiöse» «»d soeiale» Iiteressen des J»denthums. r Erschei»1 jede» NiN»»ch. ' OM M-Vljlhklich aoeiOcrgnf^en. . jifdUmiiHfr fit Ml «4> WdtettftC fftitlftff »Mt Wm IV. 9trastM(ta4« RMU^ mb Hrr«»1tze-«r Rabbiner Dr. A. Hre»i»fet» in Stettin. i Breslau, 24.Ällgust 1870. Z» b«titheu t »rch all« vuchhandlaag»» und Poftaastaltea, SatbeateU.Zaaa»«« EchlMer^chm v»chha»Iü»g (H. SbNsch) t» tdreBla». Anhalt. 8«ttr»d« Artikel: L,r c.»f«sf>„»l»s« Sr«li,t»»»-U,«errtchr. •railetea: Iuaaita. Der GtOer. (GchUch.) Bericht« «a» CMtc1feMl*a|(a: Dentfchland: vw»U». M(. (amon. Encka». Iil CBfatuaitttg. Dttmischtr aal aeaeste Nachricht«r Aepittz. Lchchitz. Elberfeld. Fra-krrich. «umLrie». Ua^r». vtrmkqha«. Itai'Prt «gier. Ltteraturtericht. Briefkasten. Bu«a}M»8itc. Safmtt. Der confesstoublose Religio»«-Unterricht. Entgegnung von Dr Bachholz. ' Ja Nr. 27 d. Bl. ereifert sich ein Herr H. aut der Rhein- Provinz Iber meinen Aufsatz: „Der confeffiontlose Religion-» Unterricht" in dem Osterprogram« der hiesig« Religion-schal«. Sie sag«, Herr Redact«r, in Ihrer Einleitung zu d« Bemer» Taaya da« Her« H., dich Sie -aox «oa Staat -emthren zn einer Widerlegung oder Rechtfertigung. Go dankbar ich Ihr Anerbieten auch aufnehme, so liegt doch in Wahrheit weder ^u der ein« noch zu der andern die geringste Veranlassung vor. Höchstenwäre eine Abfertigung am Platze weg« deketzer» riecherisch« Tone-, der mir in Ihrer Wochenschrift ganz tuu und mich in dem H. au» der Rheinprovinz ein« Hoogstratm redirini* vermuthen ließ. — Doch auch dafür ist Herr H. vielleicht nicht einmal stricte verantwortlich zu mach«. Den» e» ist eine häufige Erscheinung, daß Leute, welche gewohnt sind, in «r-getretmm Geleisen oft wider ihr bessere» Wiffm und Erkenn« sich zu beweg«, bei jeder neu« Erscheinung auf dem betreffend« Gedankmgebiete außer sich gerath«, dm Kopf verlier« und, ohne dm nm auftauchmdm Gedankm einer nüchter» «m, unbefangmm Prüfung zu unterwerfm, geg« Windmühlm kämpf«, die einfachst« Dmkgesetze übertretend und verletzmd. — So ist e» denn auch Her« H. ergangen. Nach all« sein« Au-lassuag« scheint er fteilich auf dem Gebiete der Pädagogik im Allgemein« und de» Religion»»Unterrichtim Besonder« w«ig Erfahrung zu Hab«, allein er war doch gewohnt, daß die jüdische Jugmd beileibe Nichtvon dm nichtjüdtschm Religion« erfuhr und in der krassest« llnwissmheit über Inhalt und Form derselb« aufwuch». Ja, unser Herr H. hält sogar diese Unwissenheit für durchaus nothwendig, jedm Versuch aber zur Beseitigung derselb« erklärt er al» ein Attentat auf die Unschuld, die Religiosität, die ewige Seligkeit der jüdisch« Kinder. — Nun kommt Einer und wagt d« Vorschlag zu mach«: E» solle an dm öffentlich« Schulen ein confesston-loser Religion»- Unterricht ertheilt, d. h. die jüdische und nichtjüdische Jugmd soll .mst all« im Staate vorhandenen, resp. an der Schule vertreten« Religionen bekannt gemacht werden. Welche» Unterfanget:! Da» kann'man doch nicht ruhig so hinzehea lass«! Zwar ist j, vorläufig Gott Lob keine Gefahr Vorhand«, daß der Vorschlag | Wirklichkeit werde, allein e» muß doch wmigsten» ecknstattrt! »erd«, daß die so gefährdete Religio« denn auch ihr« Beschützer hat. — Und hurtig gürtet Herr H. sein Ritterschwect um, besteigt di« Rofiaaute feu«eifriger Kritik und reklet unbekümmert u» Logik, Pädagogik rc. hinaul in d« muthig« Kampf. — »Trotz der Klarheit uud Durchsichtigkeit der Form und sonstiger Vorzüge seine» Aufsätze» scheint Herr Dr B. sich doch di« Eoasequenzen seine» Vorschläge» nicht Nar gemacht zu haben/ so beginnt Herr H. seine Recmflon und geg« da» Ende derftO« sagt er: Mir find d« fest« Neberzeaguag, 4aß» »mm^- der Vers, beim Worte gehaltm werdm sollte, er sich selber mit aller Kraft seine» relrgiösm Gefühlegeg« die Ausführung seine» Plane» sträub« würde.' — Besten Dank, mein lieber Herr H.! Sie ttaum mir also trotz meine» religionSfetndlichm Vorschläge» noch immer religiöse» Gefühl zuk Aber wa» Hab« Sie für eine Anschauung von Mann»-, von Schriftstellerwürde? Sehen Sie e» meinem Aufsätze, dessm Klarheit Sie rühm«, denn nicht an, daß e» mir heiligster Emst mit meinem Vorschläge ist? Hab« Sie schon einmal ein« Gedanken in klar durchdachter und, wie Sie sagen, durchsichtiger Ferm dargestellt, ohne sich der Consequmzm de», selb« bewußt geworden zu sein? Hab« Sie je einen Vorschlag mit Aufgebot Ihrer ganz« geistig« Kraft vertheidizt, und al» der glückliche Augmblick der Verwirklichung kam, dageg« sich gesträubt? Wenn Sie aber mein« Aussatz mit Ruhr und wiff«schaftlicher Unbefangenheit gelesm hätt«, so würd« Sie gefunden haben, daß ich mir nicht blo» die Folg« meine» Vorschläge» klar gemacht, sondem, wie ich zu glaub« wage, dieselb« auch "klar und bestimmt (S. 14 f.) aukgedrückt Hab«. Da» priua warm gerade die Folgen, die mir al» wünschm»- werthe» Ziel de» Religions-Unterrichte» stet» vorfchwebtm und zu dessm Erreichung mir der gemachte Vorschlag al» da» geeignetste Mittel erscheint. — Ja, auch die Folge habe ich mit Bestimmt» hett vorau»gesehen, daß sich heftiger Widersprach von gewisser Sette geg« denselben erheb« werde, und Sie sehen, ich habe mich nicht getäuscht. — Weil mir aber gerade weit mehr um die Sache al» um die Entgegnung auf Ihre Ginwände zu thun ist, so müssm Sie e» schon «tfchuldigen, wenn ich mich jetzt ein« Augmblick von Ihn« ab» und d« unparteiisch« Lese« diese» Blatte» zuwmde, nm--d«selb«, da mein Aussatz durch dm Buchhandel /litt zugÄGich ist, in w«ig« Wort« zu sagen, nm"w»»M sich eigentlich handelt. — Na«mu der Aussatz in einleitend« Wort« von dem nn*