Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 30 (27.7.1870)
- Date
- 1870-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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n: so. -1870. KspRelMseke 1. Aahrg für die religiöse» u«d Juteresjen des Judenth»ms. Iischrmt jrdal Mittwich. Preis vierteljährlich 20 Silbergrvscheu. A»ler1t»»»««»chhr it dreispaltige Petitzeit« »der de.«, l^«gr. verantwamicher Nidakterrr uvd Herausgeber Rabbiner vr. A. Ureueufeks in Stettin. Breslau. 2% Juli 1870. ifi Z» beziehen durch alle Buchhaudlullge» aad Poftaaftalteu. A»«lera1e»-A»»ah»« i» der Schletter'schea vuchhaadlairg (H. Wutsch) iu Breslau. Inhalt. Leit«»de sei»« »,Niger. — SenttziWv:,! Oesterreich: Vau dar mtteren;D»»r ] Ztpa*. LUeraturtertcht. Bticfnf». Dawwu«. Der Breslauer Schulstreit. Da« »iaigsberger Haupt-Sreuzcomitä und v«richte «u» Tvrrrspondevze«: Deutschland: Hamburg. Hamburg, «u» Ostpreußen, chtr u»d ueurst« Much richte»: Berlin. München. Prag. Holland, »uglaad. Frankreich. Newport. »«-Liste. Inserate. r Der 17. fiattmi». Der ,17. Tammu» d. I wird alt ein Tag de» schwersteri Berhßngnisie» den Tafel» der Geschichte einverzetchnet werde« ' der alte Trauertag Israel» Hai. h» Krieg zwischen zwei wichtigere ■ Ratio«« «tfeffelt, die übrigen Werde» a« dem Weh« ihre« Brüder Theil nehme» uud Thell« haben. Die „drei Woche»'' »erden zu einer Trauerzett «erd« für die, welche sie kenne», und die, «elche sonst oichtt von ihnen wissen, ja für Christen und Jude», di« „Stimme der Freud« und der Wonne" per. stununt; «ftd der „Trostsabbath" die Trauer«! 1«dtgs»f , s.. , Unser Denke«, Fühl» und Wolle» gehöfthetn v stmland e,, tu Lieb« und Zorn find wir mit all« seine» Kinder» vollkommen EküT wir haben al» Jude», wir Hab» In einer «straelttifcheu Wochenschrift nicht» Besondere» über den ausgebrochcaen Krieg zu aber einigen Betrachtung» im Geiste Her Religion wollen »»druck verleihen und richtm un» mit ihn» auch an diejenigm Leser, welche dem Schauplatz, den Leid», den Folg» de» Kriege» ganz fern stehen. Der Krieg von 1866 hat den gegenwärtigen erzeugt» jene« ist durch den. dänischen von 1864 hervorgerufen worden. Wir sprechen hier nur einfache Thatsacheu au» und ziehen aut ihnen einfache Folgerungen. Wir haben iu der am allgemeinen Bettage, am 27. Juni 1866 im Beginn« de» Kriege» gehaltenen Predigt folgende Sätze ausgesprochen: „Sie ist zu Schanden geworden die Aberweilheii der Ueberklugen, die, der Religion Stimme überhörend, der Lehr,' Israel» uralte Mahnungen al» überlebt erachtend, un» bered» wollten, dah Frieden nicht der Meofchhett beste» Gut, daß bei' Krieg für sie nothweudig fei, ein Uebel, aber unabwendbar. Alt« vor zwei Jahren die Söhne unsere» Lande» und die de» nachbarlich» Kaiserreichs zum Kampf vereint auSzog», wie hat man da geredet von der Einhetr und der Kraft und dem höheren Segm, die dem Gesammtvaterlande au» diesem Krieg»- guge erblüh» würh«, vou dem unzerbrechlich« Kitt, d» da» auf d» Schlachtfeld«» und SiegeShöhen gemeinsam vergoss»; Blut zwischen die Glieder de» deutsch« BolkSkörper» fügen «erde. — „Der Einsichtige, sagt Amo» (ü, IS), muh schweigen in solcher Zeit." — Wer damal» geweissagt hätte, daß au» Blut - saat Blut ausgeh» werde, wer gemahnt bätte nach dm Worten unserer Lehrer: ubvn »6k nra fnroto f* ,,e» giebt nur et» Gefäß, welche» Segen enthält: der Friede", de» hätte man gespottet. Die Hoffnung der Mensch« ist zu nicht« geworden und da» Gebäude der Klug» liegt zertrümmert zu ihr» Fuß» — da» Dort Gotte» aber ist die Wahrheit ewig." Da» Wort fand in jmer Stunde Apklang. e» mtsprach der öffentlich» Meinung, aber kaum war e» gedruckt, al» vor den Siegesbotschaft» diele Meinung verstummte, sich umwandelte. Die Steg» jubelt», die Besiegt» erklärt», daß der harte Schlag ihn» Heilung alter Schädm gebracht habe, wieder schim e», al» hätten die Verherrlicher dt» Kriege» recht; Wiedergeburt, Neugestalttyrz, geistiger Fortschritt, materielle Entwickelung, Einigung, alle» de» Kttege» Preis und Frucht, Uad wiederum hat der Krieg' Krieg eneugt, >»b alle j»e Snmngmschaftm find wieder t» Wgk gestellt^ Wir politifirm nicht, wir rück» nur Thatsach« in» Licht religiöser Bettachtung. Da» Von de» Heidmthum» spricht: „Willst du den Frieden, so rüste Dich zum Kriege", al» unumstößliche» Axiom ist e» millionenmal wiederholt worden. Die Lehre Sötte» spricht: „suche d» Fried»"; „ich bin für Frieden — jme für Krieg"; darum muß ein von lauernd» Feind» umzebme» Volk gerüstet sein, um nicht zertreten zu werden — aber durch Rüstung den Frieden fördern?! Noch einmal ist jme» Wort zu Schaadm gewordm, möge e» für ewig verstummen, möge der „bewaffnete Frieden" endlich al» heidnischer Wahn erkannt werdm! Der jetzige Krieg ist auf Seit» Deutschland» ein reiner Der» theidizungSkrieg, die gewisienhafteste religiöse Erwägung hat kein» Einwand und kein Bedenken; möchten dmn auch seine Folgen nicht wieder neue» Unheil bereiten. — Wie wttd er fich wmd», wie »d»? „Ich bin kein Prophet und keine» Prophet» Sohn", aber der Geist der Religion ruft un» entgegen au» tausend Aussprüchen der wahrhaftig» Prophet»: Da» Recht wird fiegm, wird am Ende sieg», Lüge,Frevel, Meineid müssen unter» geh»! Wir find un» bewußt, ^n dieser aus religiösem Grunde beruhend» Ueberzmzung nicht Wankend gewordm zu sein. Am Wochmfeste 5613 (1858) Hab» wir von unserer Reffestätte au» gesagt: „Man hat laut verkündet, daß die Rückficht auf da» Wohl de» Staate» geschworene Eide durchbrechm dürfe, daß die Leüer der Staat», von höher» Erwägung» geleüet, an die Lehrsätze der gemein» Moral, an die Forderung» bürgerlich» Rechte» fich nicht gebund» eracht» könnten, man hat al» Rettung der Gesellschaft gepries», wa» unser ewige» heilige» dritte» Siaakvort mtt de« Fluche belegt npj> »6 ’O „Gott wird nicht unzestrast lass»—