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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-06-29 · 26 (29.6.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
26 (29.6.1870)
Date
1870-06-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1. Jahrgang. N! 26.-1870. Isrnrltttsrke Wochen-Zchrifl für die religiöse« und soeialeg Interessen des Judenthvms. Lrschrütt Jebcn Mmooch. fctif vierteljährlich 20 tSilbergrejche«. A»sertt«»»4«Ithr ftt Hl dreispaltig« Petitzeil« »der der» Raum 1»/, Sgr. Berautwvrtllcher Reialt«» mrd Herawlgeher Rabbiner vr. A. Ireüenfet» in Stettin. Breslau. 29. Juni 1870. Zu beziehe« durch alle vuchhaudluuge» «ad Poftauftalteu. Auserate« - A»mrh»e » »er Schletter'schea vuchhaudluug (H. Skutsch) i» Btedlau. Inhalt. Leite«»« Artikel: Dar«i»i»mu« u»d «eligi»,. U. — Zur Besch»etd««-esrage. SeuUleto«: lleber «»rue uud Hei»e. llSoch«»brricht. Berichte ««» Lvrrrlpvutevze«: Deutschla«»: Llroua. Dürkheim, «mdea. Meiuiage«.!Iu» der Provinz Pose«. Oesterreich: Saaz. «u» Ungar«. »ie«. Belgien. Fraatreich: hlari«. Türkei: RustfchuL «otiz. Ltterat»rbertcht. «eueche «ach. richte». Baeauzeu^Siste. Inserate. WM" An unsere Aöouueule«! -MG Mit Nr. 27 beginnt das dritte Quartal der Israelitischen Wochenschrift. Um Störungen in der Expedition zu vermeiden, bitten um schnellste Erneuerung der Abonnements bei den betreffenden Postanstalten und Buchhandlungen. Achtetter'sche Kuchtz«»dtu«g (H. -Kutsch) in BreSla«. Darwinismus und Religion, n. Dr. Dohr« fährt fort die Schwierigkeiten und Fragen aufzuzählm, welche sich bei der wissenschaftlichen Untersuchung, ja schon bei jedem einigermaßen eingehenden Nachdenken über die Urgeschichte der organischen Wesen aufdrängen. „Fraßen die Thier« einander auf, wie könntm denn die wehrlosen noch heute exifttr«? Fraßen sie alle Pflanzen, wie könntm dmn die Pflanzm noch heute existirm? Entstanden die Thiere alle in Centralasim, wie könntm die EiSbärm unter der Tropmfonue lebm, unter der sie heute sofort sterbm? u. s. w. Lauter Verlegenheiten, auS dmm nur der ronfequmte bergeverfetzende Glaube fich herauSfindet." Ebmso unzulänglich und „längst beseitigt" sei die Cuvier'sche Doctrin von den Erdumwälzunzen. Wir brauch« zur Erklärung ungeheure Zeiträume, nicht nur 10—30 Millionen Jahre, wie mau sonst angenommen, sondem daS Zwanzigfache davon; „nur der bergeversetzende Glaube ist berechtigt, an dm 6000 Jahrm der Tradition festzuhaltm". ES wird daun versucht, einige Einwürfe gegm dm Darwinismus zu beseitigm und endlich alle bisherig« Theorim dadurch ad absurdum zu führen, daß di« Gegner an die Grmze ihrer Erklärungm geführt werdm. „Wen: daS, waS die bisherigen Theorim und Traditioum sagen, erkläre: heißt, so hört die Wissenschaft auf. Wenn mich Einer fragte: Warum find die Löwm gelb? und ich antworte: weil die Erd«! fich dreht; wenn er weiter ftägt: warum kann der Strauß »ich: fliegm? weil die Erde sich dreht; warum gibt e» Schildkröten auf dem Lande und im Waffer? weil di« Erde fich dreht; — wenn ich daS als eine Erklärung antwortete, so würde ich ungefähr dieselbe Biffmschaftlichkeit beweisen» wie Jene, die Alles auS der Znfamnimfügung der Urstoffe erkläre». — „Wenn Darwin dagegm die Farbe der Löwm auS dem Princip der ratürlichm Züchtung erklärt, welches die Farbe vieler Thiere auS tum Lortheil herleitet, den sie durch Uebereinstimmung mit der Umgebung, in der sie lebm, hat« (so sind fast alle Wüstmthiere gelb,, fast alle EiS» und Schneeihiere weiß, die meiste» auf Blättern lebend« Thiere grün» die meistm im Meere fchwimmendm wirbellosm Thiere durchsichtig, u. s. w.), wen» er ferner auk dm» Princip der natürlichen Züchtung be» Mist, daß die Strauße durch ihr rasche» Laufm die Ausbildung all' der MuSkela und Knochen, welche zum Fliegm behülflich warm, beeüiträchtigten, so leistet er in der Thal jme Vereinfachung, welche zugleich eine Vertiefung unseres Wissens ist, und welche nnS auf eine große Reihe von neum Problem« auf» merksam macht, die wir bisher übersahen." Unter der Ueberschrift „die Forschung" gibt nun Dr. Dohm kurze Andeutungen über die Darwin'sche Theorie;! wir gebm dcirauS nur einige Sätze, auf welche sich unsere nach» I folgend« Gezeubemerkungm bezieh«. „Zu einem gewissen, sehr, sehr weit zurückliegmdm Zeitpunkte gab «S nur einige wmize verschiedene OrganiSmm. Woher diese entstanden, soll vorläufig unerörtert bleibm-. An einem Waldrande lebm, sagm wir einmal. 100 Jnsectmartm." Wie diese sich emährm, einander verfolg«, fteffm, wie die Stärke« übrig bleibm und fich nach ihrer Lebensweise, Emährung u. s. w. zu Springern, Fliege«, Läufern mtwickeln, wird erläutert, und daS Resurrä in Folgendem zusammmgefaßt: „Alle, auch die complicirtest« Organe und Organismen laffm fich auf einfachere Zustände zurückführen. Man kann schon in vielm Fällen mit Sicherheit Nachweisen, me eS im Laufe der ungeheuren Zeiträume zu dm CompUcation« kam, steht also nicht mehr erstaunt vor dm scheinbar unfaßbaren, zweckmäßig« Einrichtungen der Organismen. Dia« kann nun alle OrganiSmm zurückführen auf ein einfaches sogenanntes PlaSmaklämpchm, und vivo versa alle OrganiSmm au» einem solchen Plasmaklümpchen ableitm. Dadurch ist da» scheinbar so unauflösbare Wunder der OrganiSmen-Schöpftmg zurückgedrängt auf da» Problem: wie war e» möglich, daß aas unorganisch« Stoff« organische wurdm, wie konnte auS Leb» losem BelebbS heroorgehm? Diese Frage, fährt Dr. Dohm fort, hängt gleich mit der nach dem Wesen deSjmigm Elements, welches wir „Seele" nenn«, zusammen. „Wie konnte da» Psychische fich auS lebloser, unorganischer Materie entrvickel»? An dieser Stelle begegnm

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