Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 23 (8.6.1870)
- Date
- 1870-06-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ni 23* —1870. 1. Jahrgang. Wochenschrift fSr die religiöse« «ud socialer Interessen des Jndenthnms Erscheint jeden Mtttw»ch Prei« vierteljährlich 20 Silbrrgrosche» 9»?tti»»*fi«itr f*t Mt fecriftMltigt Petitgeil« »der deren Ram» OwwMaartvcher vr.A.P fr- Breslau. 8. Inhalt. Leitender Artikel: I» Bache» der westrnssische» — Die Berliner Gesellschaft in de» Jahren 178t—1815, fal der Pvneinz Hinter. Leipzig. Mannhei«. Oesterrei Inserat«. »nd Heraesgeber fets in Stettin. i 1870. n-rv. Z» beziehen durch alle vnchhaudlnnge» and Postaastalte«, Inseraten-Annahar« t» kl Schletter'schen vnchhandlnag (H. Gkatsch) in vre«lan. — Zar Schnlftage. Feaillet»»: Ueder Birne und Heia«. Blicht» «nd Tarrrspandenzen: Deutschland: Hamdurg. Eroßdritanaiea: dendon. Liter» tarbertchr. vaeanzen» - -» Bache« der Mstrusßsche« -«de« find nni dieser Lag» znxt neue Aufrufe zugrgauge«, der eine »an Berit», der andere m« Dt. Rülf. Ltr können sie nicht «ach ihre« Wortlaute abdruckeu, wir ziehen ei vor, ihre» Inhalt anzngede» «nd zu besprechen. Velde schildern zunächst die Größe des noch vorhaudene» Elend«, welche« kräftige, nachhaltige, »ohtdnrchdacht« »ud gelettete Abhülfe fordert, sprechen von der an« leibliche« und geistigem Elend befreiten Theile de« jüdisch«, Etaaouei gebieterisch herautreten, sie appellireu au da« Herz «nd an da« Gewissen und sie oerlaugen: gebt Geld und nehmt .die Waisen bet euch auf! Wenn da« hundertmal gesagt wird, so ist damit noch nicht zuviel gethan; aber „mit Worten wird der Knecht nicht gebessert", sagt Salomo, und da» gilt auch von dem, der «in Knecht seine« Geldbeatel« oder seiner Engherzigkeit ist. Beispiele aber, sagt mau wieder, lehren besser als Worte, Dirken, so thnt, wa« öftguitz und Köln gethan haben: wendet tvlch an die Provinz und werbet dir in den kleineren Gemeinden Zerstreuten »n, denen Berlin näher liegt al« Pari«, und die von eurer Aufforderung eher Notiz nehmen, al« von einer au« Part« erschallende« und verhallenden. Für die deutschjüdischen Angelegenheiten aber ist durch den Gemeindetaz ein «och schwacher Erystallisatiouöpuukt gegeben; hier ist allerding« mit Selbstständigkeit etnzufteten und niemand wirb da von JRotluröa 40; Thal,erwarten. Der Gemeindetaz ist natürlich auch nicht an Leipzig gebunden, aber vor der Hand müßt« doch die Erystallisation ungestört bleibe», sonst wird da« Anschteßen and Anschließe» gehindert; da« ist Naturgesetz. Betrräze verlangt der Berliner Auftuf zum Behufe der Auswanderung russischer Jude« und zur Au«bildung anderer in Deutsch«»nd. Aber wenn die Leute, um auözuwandern oder Bildung zu suchen, nach Berlin kommen sollten, so wäre da« so verkehrt wie möglich. Suchen sollen sie nirgend«, »nd so hoffen wir, wie seither und wieder heut, recht oft «ad i sondern finden! Alle« wäre verloren, unsere Wchlthat würde in steigende« Maaße berichte» zu können, daß die Zahl der Mitglieder der Alliaare wächst, und daß große und kleine Gemeinden und Private russische Waisen aufnehmea. Da« muß Nachahmung wecken! Wa« aber der Berliner Auftuf sonst noch eigentlich bezweckt, ist int« nicht recht klar. Er sagt: gebt Geld und schließt euch der Alliance al« Mitglieder an — da« ist klar; aber da lese» wft auch: . »Hier teft «in« Snfgafc »»i, ftr welche c* der Berliner» i» aller de »Ische» Jndengemeinde» hächstr L^rnseche sein »nch, nachhaltig and »it derjenige» Selbstständigkeit «inzntrete», welche bei ansern «rtllche» Berhälmiffen auch in Interesse der gemeiuschastlicheu Sache gell»««» ist." Wa« bedeuten die von un» hervorgehobenen Worte? Ist da« wieder da« Streben nach einem Eeatralpunfte tu Berlin, so sagm auch wir dagegen noch einmal: wft wolle» eine Alliance JSraöttte Universelle, nicht eine deutsche, norddeutsche oder wa« für eine immer l *) Wollt ihr für diese allgemeine Alliance *) ist» siillt un* mwermeidiich dabei etwa» eia, was gestern hier »«handelt wmd«. S* tagte hier „die deutsch« Gesellschaft z»r Rettung Schiffbeächiger", dabei wurde geklagt» dag sich tu Berlin ein vaterländischer Benin z»r Rettung Schiffbrüchiger" gebildet habe, a» deffe» Spitz« ei» Hasnarschall »Nd «uderr Herr«», »ad dedieselbe» Zweite versalge. S* wurde g^agt (»Wh Referat hiesiger Blllttrr): Unsere Gesellschaft hat ihr« Statimw» au »« ff «ist» M» *»rtn» bi» «emel, ste hat nllhsan eine »iah.it Ucbelthat gogm sie und un«, wenn sie in Deutschland herumirren und Hülfe oder Unterkommen suchen; fie müssen von einem Trerz-ikentralpuokte aus fest instradirt werden, die zur Auswanderung, die zu Schule oder Handwerk, die zur Waisenpflege, r»it ganz bestimmter Reiserichtuug und festem Ziel, sei e« nach Berlin, sei e« nach dem kleinsten Dorfe. Eenftalisation und Ordnung! oder wir schaffen eine Plage, daß uns noch die Erft! darob anklagen. Der erste Transport von Auswanderern inußttj de« Winter« wegen, über Berlin nach Hamburg geleitet werden, hinfort aber direkt von Königsberg au» über See, wozu man ja dft Hand wiederholt geboten hat. Aber schon haben wir wftder das sinnlose, deawr^lifirerde Treiben vom vorigen Jahre. Damals war e« unvermeidlich, Huiger treibt auch da» scheue Reh au» dem Walde auf da» Saatfeld — afeet soll eS so bleiben? Seit Anfang d. M. bringt wieder jeder von Königsberg hier einlanfend« Dampfer (2—3 wöchentlich) 10—30 russische Juden, dft auf unser Wohin? entweder die Antwort haben „vH wissen i» »er Leitung »ab Verwaltung errungen; diese will mau jetzt ohne irgend welche ersichtlich« Grtnde wieder in Frag« stellen, Jutereffe, Kräfte und Wittel gersplitrrn. Warum begnügen sich die Berliner nicht, Vezirktverein neben andern >» sei», reichlich« Beiträge zn sammeln and mit ihnen di« bestehende Gesellschaft zn unterstützen, warum beabsichtigen sie selbstständig »n a^m»>" <«ed.j