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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-05-18 · 20 (18.5.1870) · p. Seite 171

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
20 (18.5.1870)
Date
1870-05-18
Page
Seite 171 (sequence 7)
Language
German
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171 Jeder sieht, wie hier die Gacbe al- Bagatelle! dargestellt fPfrfrfn fdi SUxu flfinr yrftflfffi | |mU f#Jn Jlraeltt genommen; fragt sich, wa« «an darunter versteht. Mit „Messern, Knütteln und Revolvern" pflegt sonst Schaden zu geschehen. Wer wird nicht unfern Bericht glaubwürdiger finden? Und wer entschädigt die Jvdm wenigsten» für die Dermögen«- verluste, die auch in dem Berichte de» Regieimng»blatte» zugestanden «erden, wer für die Zerstörung de» Gotteihause»» „Fremde Eisenbahnarbeiter", dt« Juden mögen sich an diese halten. Und wenn sie querulirea — „werft sie in die Donau!" Da« große Schauspiel de» Sonnabend« vor Ostern ist die jährliche Laufe von Jude« in der Laufkhpelle zu St. Johann vom Lateran. Diese» Jahr tauft« ein lkardtnal, asststtrt von dreißig Bischöfen und in Gegenwart von 300 Ehristen drei Juden, einen alten Mann, einen jungen und et» Frauenzimmer. Der Correfpoadent der „Time»" sagt: „Diese Eonverttten sahen ehrlich und gut ««»", und er fügt hinzu: „wenn sie die» waren, so ist e» zu bedauern, daß so viel gethan ist, um sie zu verderben." Literaturbericht. Fchrifte», herauözegeben vom Institut zur Förderung der i»rael. Literatur 1889—70. (Schluß.) Geschichte de» Mokte« A»r»et von der Zerstörung de» erste« Tempel» bi» zur Einsetzung de« Makkabäer» Schimon zum Hohenpriester und Fürsten, au» seinem dreibändigen Werke de« gleichen Titel» kürzer dargestellt und überarbeitet von vr. L. Herzfeld. vr. Herzfeld genieß« deu »kuf ei«« ernste» fleißige» Forscher«, uud e» iß de»h«lb daukenlwerth, daß er de» versuch gemach« Hai, die Ergebuiss« sriur« größer«» historische» IMrke» eiue« weitere» Leferkreff« zugänglich zu «achm. E» ist die duukelfte tmto zugleich die wichtigste Periad« de« jßdische» volklleden«, «elch« vr. H. zu» Vorwurf seiuer Darstellung genranne» hat. Jener merkwürdig« Umschwuug, »er die rutartete», «vig Mische» Sette«- »ad Götzendienst schwankende» Bewohner de» Reiche« Juda tu der Fremde »ad io der Knechtschaft zn eifrige» »pferfteudige» vekermero der mosaisthe» Reltgie» gestaltet«, ist et»e« der erhabenste» Rüthsel der Geschichte, ist — die Herrn» de» der Linke» milfie» »u» scheu da» wert gestatte» — «i» göttliche« Wunder, wie dieser außerordentlich« Wechsel der Sesiunuug »er sich gegauge» ist, darüber fehlt »»« genaue q«llenmlßige Kunde uud wir weste» dem Historiker da« Recht »ich« raube» d»rch deseaueae Hypothese» die Lücken z» füllni. Der Verfasser macht »ou diese«. Recht eine» ziemlich au«gedehat«u Gebrauch; e« kann nicht dir Ausgabe einer populäre» Zeitschrift sei», diese mehr oder weniger plausibel» Behauptungen cintt wissenschaftlichen Prüfung zu nuterwerse». Rur daraus welle» wir aufmerksam mache«, daß wir in der Herzseld'sche» »nftassmtg der Dogmatik uud ihrer Entwickeluug leider hünstg Spureu jene« Freisinn« antreffen, welcher gegen Alle« tolerant ist, nur nicht gegen den jüdische» Lehrbegriff, jener falsihen wiffenschaftlichkeit, welch« überall dt« Ursprünge de« Judeuthum« wittert, in Persien, in vabylonien, in Egypten» in Hella«, s» daß zuletzt der Gett, der sich aus de« drei find, s» sei noch ein »ritte« Beispiel beigebracht. Die Unsterblichkeit der Seel« ließe sich scheu, au« de« Peataleuch lagern., mettu der versaster Seite 326 u. 327, .aber »ou einem Eingehen der gestorbene» Frommen zu Gott wußtr man wirNich bi» zmn Exil nicht». Man sah vielmehr de» Schml al« oen uuerftenlichen »nseathalr »er Fromm.» wie »er Schlechte» au." wie widerlegen wir diese Sätze, welche de» Werth diese« Glaubenlsatze« für die Förderung der fittliche« Tüchtigkeit aus Erde» säst anshebt? Nicht« leichter, wen« Herr vr. Herzseld nufer Gegner ist; denn einige Zeile» »erher lesr» wir; „Ehanech ward« in de« Himmel ausgenemmea» später euch Elijah". Da Ehanech einige Zeit der de« Exil gelebt hat, und der vericht über seine .Himmelfahrt" anch etwa« weiter htaauftetcht, s, wußte man »ach de« ver«. eigene» Sätzen „wirklich sche» »er de« Exil etwa» vem Eingehen der ver. stotßenen zu Seit." Schiele Auffassungen dieser Akt sind ßesestder» ist eineüt Volksbuch«, dessen Publikum dm Amor nicht htareicheod coatrostire» kann, doppelt gefährlich, vitlleicht würde e» de» Werke mich z» Statten gekommen sein, wenn e» der Verfasser ein wenig gekürzt hätte, und wen» der Styl etwa» leichter und gefälliger »Ire. Auch sündig«, wir wohl nicht mm Mt tonservative Tendenz dieser Blätter, wenn wir die Schreib»»- der jüdischen Eigennamen, welch« der Verfasser beliebt hat, al« Jeru lchalai«, Jirmeja, gehoschna, Schl»«» u. tu einem populüreu Buch« nicht angemeffeu stade». Beiträge zur jüdisch.-n Atter1ß»«»t«»ß«. I. Band. Boa Leopold Löw. Löw liefen in dem 240 Seite» starken Bande eine Füll« antiquarischer Notizen «der jüdisch« «chreibftoff» »nd Schreibwerstenga; groß« velesenheU im Talmud, so wie in seinen Kommentatoren zeichne«, so arte W* frühere, so anch dies» Arbeit de» bekannten ungarische» Rabbiner« vortheilbast an»; daß der Verfasser jede Gelegeuheit beim Schopf« erfaßt, um «ch ihr -egen da« traditioaeste Iudenthu« Kapital pl schlage», brancheu wir denjeuigen unserer Leser, »elch« mit der jüdisch» Literatur unser»» Zeft vertra« fi»d, nicht erst zu sage», «» geschieht jedoch in diesem Buche in besonder« abstoßender höh. nischer weise. Herr Löw sagt: „Die vergangeuhett der christlichen Schristau»legu»g ruft wohl den christlichen Theologen laut genug zu, sich tu ihrem Unheil über die vergangeuhett der jüdischen Schristawöieznag eiuer weise», gerechten, wissenschaftliche» Mäßigung zu befleißige»?' aber warum hat er selbst diese Worte nicht beherzig«? Schade, daß er zu denen gehört, „dia polemisch« Ittwstste in die >lterthum»kunde zu verwebe» geneigt stad" Daß der Vers, vom Hundertsten in« Tausendste kommt, und z. 8. « «ine» Artikel über da» Papier nebenher die, fremde» Völker» entlehnten, jüdische« Hochzeitögebräuche behandelt, ist vttlleicht in einer Arbeit, di« au« lauter Einzelheiten ptsammengesetzt ist, weniger störend. Genauer auf Einzeln«« eiuzngehen widerspricht der Tendenz dieser Blätter. Rur zu de« Kapitel Der „Schem hameforafch" erlaube» wir un» di« Bemerkung, daß der Vorwurf Löw'», Herr Vr. Lppenbeim habe sei»« Erklärung durch Herrn weiß in Wien erfahre» und sodann in dir Grütz'sch« Monatsschrift eingerückt, von Hern» weiß öffemltch widerlegt worde« ist. Außer diesen Werken hat da» Institut »och in diesem Jahre edirt: Bibliothek der griechischen «nd römischen Schriftsteller über Judenthum und Juden in neuen Uebertragungen und Sammlungen. 3. Band. Hstßtt», de« Slexandriuer'», gesammelte Schriften. Thell II. Z. » Griltz, Monatsschrift 1870, Heft 5, enthält: Beleuchtung einiger Stellen in Epodu« 3,1—15,22. von Dr. Dünner. (Schluß.) — Etymologische Studie» zur Kunde der r-bbinische« Sprache und Altnthümer. von vr. Perlt». — Ein« Kleinigkeit ptr palästinensisch«» Geographie. (Herodium.) — Zwei Eonjefturen, da» biblisch« BW* und da» talmndische 07p, — Recenstonrn. — Aualekten. Sinai geoffenbart hat, zu einem Aller»elt»ko«pilator herabgedrückt wird. Ja de« Worte», daß die Sünde vor »er Thür« lagere und uach uu« verlange, ist der Sünde „offenbar ein« Art ahrimautscher Eziste», uud Wesenheit ,uerkannt". Ist der versasser so ganz pedantischer Gelehiler, s, aller poetischen Auffassung haar, daß er diese» gr»ßartige Bild nicht sollte fasse« können, ohne sogleich de» Ahriman ,» Hülfe zu rufen? — Jeche»ke! lehrt im Widerspruch mtt der mosaischen Fehre: „die Seele, welch« sünlrigt, stirbt". Scho» Mackot 24» ist die« anerkannt, heißt «» i» einer gelehtten Aumerkuug. Aber «tt? liegt denn wirklich «in Widerspruch vor? wenn Mose lehrt: Sott ahndet di« Schuld der Väter «u de» Kindern, im dritten uud vierte» Glied«, an denen, die mich hasse», stirbt da nicht auch imr dir Seele, welch« sündigt? Jeu« Talmudkelle, welche de» Interpreten eben de«wegen große Schwierigkeit«» mach«, scheint allerding« Ml» Gegeutheil p, lehren, aber derartig« »gada'», welch« ihrer gmqen Fassung »ach unr der Homilie augehöre», beweisen nicht», und in eiuer ander» Agadu (Tr. vrrachoth. 7a) wird ausdrücklich da» Drohwort der Zehngebote aus diejenigen bezogeu, dir 4u dem sündhaften wese» der Bäter festhalteu. — Da aller guten Dinge Briefkasten der Redartion. „Wir Rechnung, wen e» angeßk." In den «inderlesebüchrr» stehe» Fabeln und Geschichten, welche beweisen sollen, daß, «er sich voreilig und uunöchig wrtheidigt, sich anklagt. Senn wir als», an« unzweiselhaft sicherer Quelle, einen Passu« au« eiuem Schreiben mttgethettt haben, welche« eine Meldung enthttlt, aber ohne Namen oder Buchstaben, und nun Jemand stch darüber ereifert, daß man von ihm so etwa» glauben könne, sa —. Zu qn. Stelle haben fich über hundert gemeldet, auch Redafteur« jüdischer Zeitschriften gibt e» gar viele. — „Die Lüg«, die Heuchelei, di« Loquetterie, die imm Unwahrheit, die Jncousequeu," u. s. «., dies« »«»drücke sind im ,Z»ra«l." in einem Aussatze gebraucht, der fich allnding« mtt unserem Blatt« beschäftigt — trotzdem der Schuh paßt un« nicht, wir ziehe» ihn utchr au. Auch übersetze» wir „suche de» Frieden und jage ihm nach", aber nicht „jage ihn ftrt". — Herr» vr. M. Die Nachricht kam von einem Manne, der da« Seminar nie gesehen hat!

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