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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-05-04 · 18 (4.5.1870) · p. Seite 155

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
18 (4.5.1870)
Date
1870-05-04
Page
Seite 155 (sequence 7)
Language
German
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156 in XniMItab am s» (rttnri Auffehm, all kitftttc ira UauBUMftMftat Tt„ «G «u laMlnaft Jaa. ßdfc&Jdfc- &tmi* bo» «eg ffüßchft-hadrn zvr Ad. er mir sei«» Studio »ad für seiae Studmtm, die Im» leutselig«, in»»1 «ollen mit Ehrfurcht zu «nfern Weisen aufschauen, die mehr al« schasfung der Todesstrafe! W. gleich ßr»»-e» Prvseffot mir «er kt«»« auhftP«. - B»u »er hämischen Lausbahu hielt er sich taaw, aa» aa* ia mm#« 8«it fmi, »bueehl ihm »Mw halt et» Laudtagßmauda« für Prag »ad «adere Städte liöhmm« dringend augetragm «urde. Er »ar Mitglied vietrr gelehrte» Gtsellschaftm ta Deutschlaad, verfafier verschied«»» Schriften recht«philosophischm »ad thmlogffch» philasophffcheu Inhalt«, dar»ater nach einer Broschüre über Mischehe», di« er aa« Gtaadpaaft der'dsiermtchtsch« Staat«, aa» der Misch» «eligiou«- gesetze ftlr erlaadt erklärte. Al« irdischer Selehrtrr genoß er «in» Ans, der ihn mit eirim bedevtrnden Orimtaliftm de« Eoutiumt» and England« ia geistige Serb»»daag dnashte. Er hiatnSß« «ia» Ihm», mit welcher er »arch mehr a» ti Zähre ia glücklichster Harmaate lichte. — rr. Mir«, 14. April. (Örig.-<iorresp.) Am letzten Gabbach haggadol war die Synagoge in der Schönlaterngaff« besonder« zahlreich besucht. Diese Synagoge hält «och strenge am orthodoxen Ritu» fest und sie «ar es, welche der sel. Rabbiner Horwitz besuchte und wo er zweimal im Jahre die übliche Derascha abhielt. Die Synagoge zählt übrigen« eine nicht unbedeutende Reihe von namhaften Steuerzahlern zu thrm Mitgliedern. Jetzt wurde nun Herr Vr. Güdemano, al« derzeitiger Rabbiner, von dm Vorstehern der Synagoge eingeladen, daselbst di« üblich« Derascha abzuhalten. Da» würde aa sich nicht Wetter erwähnenswerth sein; aber interessant war e«, daß Herr vr. Südeman» in dem Predigerornat erschien und die Derascha ülle» Ansprüchen de» gut« Geschmack« und der Aestethtk gemäß abhtelt. Sie müssm nämlich wissen, daß e« früher für kaum möglich gehalten wurde, daß ein Predigerornat oder ein zu» fammmgelegter Talli» Einlaß in jene Synagoge erhalt« könne. Da« Neue dieser Erscheinung hatte denn auch eine Mmze Zuhörer herbeigezogen. So ist denn Herrn vr. Güdemann ein Sieg gelungm, dm man ehrlicher Weise nur al» eiam bedeu» teudm Fortschritt bezeichn« kan». Lassen Sie Solche» und Aehnliche» sich wiederholm, und allmälig werdm die Schranken von selber falle«, welche heute noch dm orthodoxen von dem Tempelcuitu» trennen. Die Schroffheiten früherer Zeit find schon jetzt längst abgeschltsfen. Rur auf diese Weise ist eine Annäherung und endlich: Vereinigung zum Heile de» Judmthum» denkbar. Durch Terrori»mu» und Gewatt wird fie nicht erreicht, und wenn man etwa auf einm Bruch spekulirt, so hat fich gerade hier die orthodoxe Partei bi» jetzt zu «ächttg erwiesen, al» daß, fie dabei nicht da» Meiste gewinnen sollte. Notiz. Herr Wagener und die „radbi«ischen -evteleien". Bekanntlich hat da» Reich«tag»müglied Herr Wagener auf die «uchttge, meisterhafte Rede La-ker'« gegm die Tode»strafe deffm Hinweis auf da» talmudifche Recht mtt dem Ehrmwort „rabbinifche Deuteleim" zu bmamfm und zu mtkräftm fich be» wogm gefühlt. Run geht durch die Zeitungm die Mtttheilung au« England über einen zum Tode verurtheilte» Mörder, Namen» Rutterford, dem seine abnorme Halsbildung da» Lebm gerettet hat. Nachdem ein erste» medicinifche» Gutachtm einigermaßm zweifelhaft auSgefallm war, äußertm fich zwei andere von der Regierung mit Untersuchung de» Berurtheiltm beauftragte Aerzte dahin, derselbe werde in der That nicht ohne große Schwierigkeit in der bi-her grbräuchlichm Weise mü dem Strange vom Lebm zum Tode zu bringm sein, und da» TodeSurtheil ist in Folge deffm nmgewandelt worden. Vielleicht wird Herr Wagener die englischm Juristen auch der rabbinischen Buchstabengläubigkett und Kleinmeisterei be» schuldigm. da fie fich so viel Mühe geben, einm dem Tode Berfallmm durch Anklammem an dm Buchstabm de» Gesetze» am Leben zu erhalten. Mag Herr Wagener fich gehabm! Wir Literaturbericht. Kchrtste«, herau«gegebm vom Institut zur Förderung der Israel. Literatur 1869-70. Da« Institut |ar Förderung der israelitisch» kinratar har m dm letzt» Jahren lebhafte Angriffe erfahren; diese Tharsach, ii in hohem Grad« »e»aa«ra«»»eth, and müßt» um so schmerzlicher berühren, wenn wirklich dt« Lttter de« Institut« »a« Ansehen and die Wirkung desselben durch große Mißgriffe gefährdet hätten. Wir sagen: durch große Mißgriffe; denn Htiat Fehler sind kaum zu vermeiden und verdienen höchsten» ein« leichte «lüge. Die Ziele de« Institut«: die E«anctpation der besseren jüdischen Literatur von der Dunst oder Ungunst de« Verleger«, und die Erziehung der gct.tvere» Inden für eine gesunde jüdisch.populär> «iffeuschastlichr Kost, wer wilnschte ihaea nicht de, besten, reichsten Ersolgk Ja, sagen die *>gner, dies« Ziel« «ollen wir mit Freuden fördern; aber da» Institut hat fich von seiner Aus. gab« bedmstich wett entfernt; t* ist ein Lagerplatz geworl««, wo allerhand schlecht, waure, die sonst keinen Abnehmer stader, an dm Markt gebracht und zu guten Preisen lotgeschlagen wird. Sir müssen ron vornherein «r. klären, »aß wir die Heftigkeit der Angriff«, die scharf» Persönlichkeiten, die ia den Streit getragen worden find, unmöglich billigen können, besonder» die Jtctrtt hat ihre Wirkung dadurch wesentlich beeinträchtigt, oje persönliche An< seindung gestatte« de« Schluß aus persönliche Motive; uron wurde In vielen lkreisea an der Redlichkeit der Absichten irres wer sckireit, bat Uurecht, so schließt höustg auch da» Publikum. Abev wenn wir diwoa abfthm und auch uaser eigene« Urtheil eine« Augenblick bei Seite setzm, so können wir nicht leugnen, daß unsere Erfahrungen bei den Abonnenten de« Institut» nicht dazu angethan waren die Gegner zurückzuweism und zur Ruhe za bringen, wie oft waren wir nicht Zeugen jene« Sorrir;uschöfte», wo au» dem Ballen vom Jastitnt versandter Bücher die Serke gifchicht»wi>>nschastlichen Ja halt» au «gesondert wurden, während die übriger: zumeist den Weg ja di« »iaderstabe oder in dm Papirrtorb nahmen. Oder wir traten ia die Bibliothek eine« jüdischm Gelehrten*) uad unser Blick sie, aus die vom Jnstttut edirrm Arbeiten, and sofort überzog ein entschuldige»de« Lächeln die Rieam de« Sirihe«, welch«» so viel hieß al«: nimm mir diese Bücher aicht Übel; aicht au« freien Stücken habe ich sie in «eine Büchersaunalung ausgenommen; sie stad arir oetroyin worden. Wir erlebm dt sehr häufig, daß Werke jüdischer Gelehrten, di« jüdischm Kreis» nicht« Reue« bieten, ia der christlich« Welt große« Auffchm erregm; auch diese« Glück» ist dm werkm de« Institut« wenig zu Theil gewordm; wärm z. B. l ie wettbewegmden Fragm wirklich wa« fie sein wollm, eine tiefere Beurtheilung der Prob.eme der Geschichte, der Religion, de« modemm Leben« vou jüdischem Standpunkte aa«, so hättm sie von Christ» die Anerkmnung frappanter Originalität gewiuum müffen, da die Weltanschaumig de« Judmthum« in Deutschland fast noch ganz unbekanotel Lano ist. Statt deffm habm die xrasmftm Kritiker, z. B. Karl Freuzel, ia der Rntionalzeiwng sich höchst adschätzig über »im Vach geäußert, und andere böse Menschen ftagtm wol gar, wa« au« dm Literatur werdm solle, wenn alle Zeitung«schreiber Hintecher ihre Leitartikel gesammelt heraulgedm wollten. Diesm Thatsachm strhr allerdings die Phalanx begeistertm LobM und überschwenglicher Zustimmung entgegm, deren Amßerung m in der „Allgem. Zig. dM Jndmthum«" so häufig veröffmtlicht werdm; alein «er wollte M uu« verargm, daß wir jenem Tadel mehr Gewicht beilegei al« diesem Lobe? Ob fich Jemand in« Angesicht lobm laffm will, da« ist iieschmacksache; und wer daran Geschmack findet, dem werden die Lober nicht sehlm; aber dem scharfm Tadler öffnet wohl Keiner gem die Thürm feiuM Haufe», Und trotz alledem hat da« Institut die schärft« Geißelhiebe ui,hl verdient, welche j eine oft würdelose Kritik ihm versetz« hat; hätte daffelbe kein auderM Brr» dienst al» da« Grätz'sch« Geschichttwerk in Kreise gettagen zu habm, i» dft M ohne diesm Mittler nicht gedrungm wäre, M wäre r.ichr vergeben« ge. gründet wordm. Und noch ein«: gesetzt M gelänge do« Jrftitut zu erdrücken, wa« wäre damit gewonnen? Kurz, M ist ersprießlicher die Leiter zu größerem Eifer zu ermahnen, al« mit Keulmschlägen dreinzusahren, und so wollm wir nu» zur Besprechung der in diesem Jahre veröffentlichten 'Ljerke übergehen. Z. _ (Fortsetzung folg«.) *) Für dm freilich die Schriften de« Institut« keine,lweg« oorzugswrne bestimmt find. <R«d.) Briefkasten. Nr. 18. Zusendung wird mir erwünscht ftin. ■ Hamburg bn:e um Forrsetzung k

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