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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-04-20 · 17 (20.4.1870) · p. Seite 147

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
17 (20.4.1870)
Date
1870-04-20
Page
Seite 147 (sequence 7)
Language
German
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radwn ist, sollen die Diftricts-Archttectm — womöglich, eh« noch die officielle Rothwmdigkeit den Genuß von UnKefätterletü und Üngefalzeaem un» zur strengsten' Psttchf' machk ' fich"kaP«fi' zu einer Bercikhong versammeln, „und diese solle« verfestigen jeden Riß und jede» Schadhafte de» Hanse», ivo immer ein solcher Riß gefunden werden sollte." — Bekanntlich hatten nach 23 Jahrm di: Wunden und Schäden de» Haus«» noch immer dieselbe Gestalt, die sie hatte« am Anfänge der Regierungsepoche de» ziemlich energischen Herrscher» in Jerusalem, de» König» Jehoa'ch. Und Priester waren ei obendrein, die gerufen und berufen warm zur Rehabilttirung de» GotteSbaurs. Verarg« Sie mir e» nun, «mn ich die Prognose dieser Reparaturberaühuazm etwa» zweifelhaft finde? Rein! Rn»! dm Mann, der die Ausbesserer einberuft, trifft kein Vorwurf: „that er doch, was Recht ist in dm Augm de» Ewig« all sei«Leben-lang» wie «»-ihn gelehriger — Minister de« Eullu»^ aber dft.steift»Höhen, Djs^e^glüubigm Spitzen der Glaubmss yramiden, die da wähnen, fie ragten direct hinein in dm siebmim Himmel des allein rechtm Glaubens — die hatte man nicht beseittgt; die Volksmassm opfert« auch fürder und strmtm l Weihrauch jmm Höhm und auf jmm Höhm" — und da haben wir schwarz auf weiß dm «ahrm und alleinigm Gimnd deS NichtzustandekommmS der Bemarbung oder der Heilung jmer Wundm! Und doch muß der Versuch der „Ausbesserung" ehemöglichst gemacht werden, soll der ganze Bau de» Cougresses nicht kläglich ist fich selber zusammmstürzm. Es muß 6ar und offen darge- 1hm werdm, daß die Majorität deS vernünftigen Fortschritte» in Ungam und Sirbenbürgm auch majormn gewordm und der Bevormundung und Curatel vergilbter» moderanrüchiger Glaubens» tutorm schon mttathm könne; daß die Partei de» vernunstgerechtm Fortschritte» nicht majorisirm wollt«, well ebm die Vernunft nm Tine sein und der Unvernunft keine wetteren Eoacesfionm machm könne und machm dürfe, ohne selber aller Attribute de» Vemunstgemäßm fich zu mtkleidm und zu mtäußem; daß wir eine tatsächlich «eit überwiegende Mehrzahl bildm, und nilht eine bei dm Haarm herbeigezogene, aus Caffee» häusem und Winkelkueipm zusammmgestoppelte Majorüät, die in de» Schrei bmS und Lefm» gleichmäßig unkundigm Schaz- Tlaz'» ihrm ^jmtth und in Schamosim und Schulklopfem ihrm Radir ' i\ und mdlich daß wtt im Sinne dieser Majorität mit vollem unbestreitbarem Rechte dm vollm Anspruch erhebm und gewahrt wiffeu wollm für un» und unsere Stachkommm an alle dermalig beftehendm Gemeindeinstftutr ststd Gemeindellegenschaftm, und folgerichttg an dem oaräo rei — dem Lande»- schulfond». Ja! da» ist de» Pudel» Kem: kein Landesschulfond» — kein Seminar! denn beide stehm im innigstm Causalnexu» — und um die Ausliefemug jmer Kapital!« in fortschrittlich gesinnte Verwaltung hintanzuhaltm und zu Hintertreiben, muß der Deckmantel deS Schulchan Aruch herhaltm und die Zwei- I fvaltung de» ungarisch« Judmthume» zur vollmdetm THatsache gemacht werdm, und — um diesem feit accompli die gesetzliche äSeihe zu geben, muß e» im GefetzgebungSsaale beS Reiches laut rerkündet werdm, eS gebe Judm und Judm, und folglich: ,^ineS schickt fich nicht für Alle" wie Vater Goethe sagt. N»» dem,: e» ist gesorgt dafür, daß die Bäume nicht in dm Himmel wachsm, und wir glaubm zuverfichAtch, es werdm fich noch Männer in Ungam find«, die daS Wesen, oder richttger da» Unwef« tiefer Umtriebe einfichtüvoller zu würdig« «issm, als die Hebvwphtlm Iokay-und Eonsortm. Und da man an competenter Stelle ganz »vohl erkannt hat, daß es in Ungam imr Ein Judcuthum gibt — genügsame Naturen können fich' mit dem Ein«, dmk ich, zufriedmgebm — so wird auch nur dem Emm Judenthum da» Geld überantwortet werdm könnm. Heißt e» nicht ausdrücklich und »nzweidmttg in dem mehrfach derühttm Eap. 12 de» 2. Buche» der Könige: CTinan srb TTp f"OC DKS tP’K* „Geld mögm sich die Priester pai' ereellonee nehmen, ein Jeglicher Ktt dein, der tkstl kamt?- Wie wollen fie nun dm Fond» herausbekommm von der Regiemng, die sie nicht kennt und noch viel weniger anerkennt? :ll«m, meine Herrm von der GlaubmSwache! Wir Fortfchrtttler haltm gläubig strmge und fttmggläubiz am unverfälschten Worte der Gottesurkunde: „dmm, die da» schöne Werk der Gemein dr-Eioizuoz, der Unterrichts-Klärung und Erwetterung und festen Begründung angebahnt und zu Stande gebracht, dmm soll m«a, die Geldmittel ausliesem, daß sie mit denselben festigm dm Bau de» Gotteshauses." Amm! kostest, IO. April. (Orig-Corresp.) Rasch ist dem Triumph der Schomre haddath ein Dämpfer aufgesetzt. Eötvö» hat eine Verfügung erlasim de» Inhalt», daß zwar alle Zwangsmaßregela zur Durchführung, der.Coagrebfiatutm.zu, sistirm sei«, >daß diese aber vollständig in integip besteh« bleiben. Dm Wortlaut deS Rescript» habe ich in diesem Augtriblicke nicht. Sie erhalt« es aber in der dieswvchizm Nr. des .^JSr.' Közl." (Das scheint allerdings der Fall zu sein, aber im ungarische» Theile', von dem wir leider außer dem nom. pittpr. nichts entziffem können. Redaktion.) Bei dieser Gelegenheit theile ich Ihn« noch mit, daß aus der immmsm Zahl der Bewerbe um die hiesige Predizerstelle nach doppelter Sichtung mdlich drei erkorm sind, welche zn Probmorttägm bemfm »>ordm soüm, nämlich vr. Stein (Prag), vr. Baeck (Lissa) und I>r. Kayserling (Schweiz). Sollte keiner von dies« vollmds zusagm, so gedenkt die Zehner-Commission Sendbotm nach aller Gegmden d-r Windrose zu emittirm, um den Rechtm zu sucher:. Rabbiner vr. Kohn ist mit von der Commission, und ist ihn die Concessioa gewordm, daß keiner bemfm werdm soll, den er absolut ahlehnt. Eine der eingeganzmm Meldung« leittt fich mtt folgendem Passus ein: „Nachdem in allm jüdischm Fachblättern mü alleiniger Ausnahme des von mir gegrüudetm ter Conmr» a«Sgeschriei,en ist, reflectire auch ich" u. s. w. Mie», 21. April. (Orig.-Corresp.) Das jüdisch-thwlogische Seminar zu Breslau ist mtt Bezug auf die Vergünstigungen deS j?5 des WehrgesetzeS durch ein« Erlaß de« Ministerium de» Amßem anerkannt worden. Ausführliche» nächster»! ' Schul-Programme. , Femer eingegangm: 1) Bon Danzig mtt Vorwort des Rabb. vr. Wallerstet«. 2) Bon Königsberg mit Bericht deS Rabb. vr. Bamberaer über dm LekleidungSverein für arme Zöglinge der Religionsschule. 3) Von Magdeburg mü Abhandlung de» Rab> vr. Rahmer über die confeifionSlose Schule und den obligatorisch« Religionsunterricht. 4) Von Rerrin: Religionsschule deS Adas-Ji»>iel mit Abhandlung über Zweck und Wesm der Schule von Rabb. vr. HiltteSheimer. Literalurbericht. Ei» Herr Formiggtai hat die virin» Lommoöi» Dante'» in» Hebräisch« «bersetzt (?»rte I. Triest 1868. Dase.) Di« «endliche Schimerigieit de» Unternehmen«, wie dir große Sewandeheü de» vebersetzer« fistd «hm so «ubisteeitbar, wie der Ruhm gering, der Leserkrri« mauspadbar. Aach der Verfasser erklärt, er gebe nur «in „Spiel de« Seist!»". Gerade die» «eia «er» aber zeigt, da» er ganz da» Zrag zn ernster »ssenschaftlicher Thätigkell hat. Und anr weit da» Sebier ist, «f dem er wahrhaft nützlich sei» kann, da» brauchen wir ihm nicht »n sag«. lvertchttgnngm. Die varige Doppelnummer trägt n« ihrer Lorrektur Spuren ter Pesach- «oche. Sir berichtig« folgend« ftärkereFchler: S. 126, Sp. I, Z. 6 v. u. st. StrLn L kehren. — Da'. Sp. 2, Abs. 3 ft. Schranken l «Schwanken. — S. 132, Sp. 2. »nm. st. Leid« l. Sied». — S. 138, «p. '.!, A 21 v. u. st. Hermann'» l. Hermou'». — Im Briefkasten st. Berlin l. Berlab.

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