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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-04-13 · 15/16 (13.4.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
15/16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ni 15-16* -1870. ' \7 i.N M die religiöse« Erscheint jeden Mittmoch Preis viateljshrtich 2l) Albergrosch«. fte Mt »«ispaltigr Petitzeile oktt bertr. Kaum IV» «gr. l.Achrgans. nn> ««d socialen Interesse« Bes IndenthmiS. verantwortlich« Nedakteir und Herausgeber Rabbiner vr. A. Jrermrfets in Stettin. Breslau, 18. April' 1870. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und PostanstoUeir. K»chro1«.A»»oßM« « der SchlMer'sche» Buchhandlung (H. Autsch) iu Breslau. Inhalt. Leitender Artikel: Israel wird lebe». — An die »rrihrllcheu vorftilndt und Vertreter der deutschen israelitischen Aemeindrn. — Urber das modern« Rischns. Feutlleta»: lieber vsrae und Hein«. Die jüngste vlutbeschnldigung gegen dl« Jude». Lefrsrücht«. Echt jüdisch. Sachenhertcht. Berichte »nt Tarrespondenzen; Deutschland: Berlin. Berlin. Berlin. Breslau. Breslau. Danzig. Märtisch-Friedlaud. Memel. München. Aus d« Provinz Posen. >n» d« Siheiu-Proviuz. Achnl-Programme. Literoturdericht. Briefkoste», voran ze»-Liste. Inserate. Des Pesochfeßr» »egr» gehe» mir h»te eine DoppekuuMM«. Eie »ochste N»»«er erschein »» 27. e. ^WU -srarl wird lebe«. Iu augenfälliger, fast auffalleuder und seltsamer iöeise ist iu diese« Jahre der jüdische Kalender zu seinem Recht gekommen, „von oben" hat feine complicirt« Berechnung Zustimmung gs» fuud«, es stoch uns sieben vollgezählte Wtntermonate grw-Mch «st der Monat Risan hat in unseren Gegend» de» FyWWPsblauen Himmel und der frische/ wonnig uns durchstsW»s^o WD hauch, daß die Frühlingszeit wirklich gekommen ist. Lö>nch«alg der Festgefühle, Pesachzedanken strahlen im Gonnmgkauze' auf «nS ni^er; wir können sie nicht abweise», wir wollen auch mit unseren Lesern von nichts Anderem reden. DaS Geburtsfest Israels nahet, Israel lebt und bestiht wie seit Jahrtausend« und spricht: „ich sterbe nicht, ich werde leben und die Thatm GotteS erzählen." (Pf. 118, 17) I» dieser freudigen Zuversicht seiem wir daS Pesachfest. Und doch — waS soll'-? wozu noch einmal und immer wieder die Erinnerung uralter Begebmheitm auffrisch«, immer wieder die alt« Fest» satzuugm und Bräuche beobachten? Israel will erzähl»; weiter nichtals erzähl«? Ist Israel eiu Greis, der alte Geschichten immer wieder erzählt, breit und weitschweifig erzählt, weil er selbst nicht weiß, wie oft er sie schon wiederholt hat? Nein, die» Erzähl« heißt: auS dm Thatm GotteS die Lehre zieh«, die iu ihn« verkörpert« ewig« Wahrheit« verkünd« und wieder durch die That zur Darstellung bring«. So will Israel erzählen, wie Gott einst die Väter frei gemacht und mit ihn« der Enkel späteste Geschlechter, so daß diese Spätest« noch die Freihett im Dimste GotteS und daS GotteSdimm in Freiheit zur That werden lasten. So erzählt Israel, wie feine Vorfahr« „auf dem Trockmm ging« mittm durch da- Meer, und da» Waffer war ihn« wie eine Mauer zur Recht« und zur Link«". Auch da» ist mehr als alte Begebmheit: e» ist die ganze Geschichte und die ganze Bestimmung Israel» iu ihr ausgeprägt. Die rechte Mitte halte-rd, unbeirrt von dm Fluth« deS nach recht» wtd links hin wogend« ZettgeisteS die fest vorgezeichnete Bahn wandeln, ein Ziel, einen Leitstern im Auge, da» ist Israel» Wes«, Beruf und Aufgabe von je biü heut. Alrael ist daS Zünglein an der Wage, mrs der die Ansicht« der Menschen und der Zettm auf und nieder schwank«, oder da» auSschlaggebende, wen» «ich an sich unbedeutende Gewicht, und darum fvc e», muß es leb» und darf nicht sterb« und soll erzähl«, d. h. lebendige- Zeugnih geben von der ewig« Wahrheit. 8läßt sich die» auf allen Gebiet« des Lotterleben» in staatlicher, gesellschaftlicher und religiöser Beziehung darthun. . Wir sehen von Anbeginn bi» heute die Völker schwank« MWvMs« zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen frei« DWWRWckst.'vMHmch ONWWDE«Ogt»»tz»WWOt»,p»i. sth». dem Preis« und Verherrlichen der rein« Idem de- Rechts ' und der Anerkennung vollmdeter, wie auch immer vollendet ge» - «ordmer Lhatfachen. Bald soll nur da» natürliche, mit d« Mmschen geborme, bald da» geschichtliche Recht gelten. Heut werden Befreier, ja solche, die nur von Freihett hochtönend red«, zu. dm Stemm gehobm; morgm sieht man Völker demüthiz kriech« und die Hand tüffm, die mü eisemem Stabe Ruhe hält und Ordnung stiftet. Einmal soll der Staat dem Baume gleich«, an dem jede» Blättchm und Blüthchm sich nach eigmem Trieb entfaltet, und dann wieder einer Maschine, in der jede Feder und jede» Rad in gleichem Taste arbeitet. Bald hören wtt von einem Weltbürgerthum red«, iu dem Alle eine Famttie bildm soll«, bald verhöhnt man diese Idee und anerkmnt die berechtigte Selbstsucht und dm Dünkel dn Nattonm. Heut sehm wir die Völker dm Frieden suchm, als höchstes Gut preifm, und morgm, nettl zu gleicher Zett, Krieg ruft« und nach KriegSruhm und Erweiterung ihrer Machtsphäre dürft«. Mau forderte gestem freie Selbstbestimmung der Nation«, und tritt hmte für da» Recht der Schwerteroberung ein; man forderte gestem die furchtbarste, mtmmschteste Sttmge gegen Feinde, vielleicht angebliche Feinde de» Vaterlandes, der bürgerlichm Freihett und Gleichheit, flocht RuhmeSstänze noch um die todtm Schädel derjmigm, die für ihre Idem von Tugend und Recht da» Blut von Zehntaufmdm hattm fließm last« — heute verlangt man Schonung für einen fiebmfachm Morde», findet dm Gedanken schreistich, daß unsanft mit ihm verfahren werdm könnte, und weift mit Unwillen dmjenigm ab, der eium Tropfm seine» edlm Blute» sühnend vergießen möchte. E» ist nicht möglich hier darzuthun, oder nur anzudmtm, wie Israel» Lehre und fein ihm offenbarte» Gebot dm recht« Weg zeigt, der mitten hindurch führt durch da» Wozm und Wechseln aller der Meinungen, die Gegensätze der Ansicht«. Ab«

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