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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-03-30 · 13 (30.3.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
13 (30.3.1870)
Date
1870-03-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N* 13. 1. Jahrgang. ,*w. fürtzie reUßiöfen »ad nodalen Zuteressen des Jadeathums. »irschei at ietat Mittrroch. Beraavvortücher Redakteur «ad Herausgeber Z« beziehe» dmrch P«t. .«.Äiähttich 20 Giürergroscheu. <$taWÄfefr in Stettin. »»**“““«9*» «* (4t Me tat M brnlpaltige P-tiqeile ob« kereu Rau« Schletter'sch« vuchhandlung lH. Autsch) Breslau, 30. NLärz 1870. *“*“«“• m Jahal». Bcttmlec Artikel: ®te Parteien t» heutige» J»d«»th»m V. Peuillet»»: Di« süa-st» Blutbeschuldigung geze» die Jaden. Die Purimfeier ia Das» Ueber rodesstease Wocheelkeeicht. vertäte »nd T»rresp»»de»,e»: Deutschland; Be^i». verlia. Breslau. Breslau. Dolberg. Stuttgart. Oesterreich: Pest, von der aittra Donau. Rußland: Warschau. Ltteratnrbertcht. Kara».«»- Liste. I»s«l»te. Avffordcrunfl )ur Erneuerung de» Abonnement» aus die „Israelitische Wochenschrift" für die nligliif» »st ssiiale» Intrrrße» de» Iu»r«th>t«». H, rausgegeben vo» vr. T. Lre»e»f«l« in Stettin. Wöchentlich eine Rnuuuer von I bis U/, Bogen tm Format der Gartenlaube. At»»»e«e»t»-?strd«: - Werteljiihrltch; Durch den Buchhandel und all« Postanstalten: Ilaru Rr. SV» dal. gmeite» Raiderage« zm» Preußische» ZtiUlugsPieitllourant für 1.870).. . 20 Sgr. (In Oest.rreich nach Tours.) Direct von der Berlagshandlunz mir wöchentlicher frantirter Zusendung unter Streifband: Nur -an,jährlich: Nach dem Norddeulschen und den demselben vereinigten Post-Bezirken.3 Dhlr. 1« Sgr. Rach Oesterreich.6 FI. Rach Belgien, Italen, Rußland und der Schweiz. . . 3 Dhlr. I!> Sgr. Rach Däuemark, den Donau-Fürsienthümeru, Frankreich und den Niederlanden.4 . — . Nach den Bereinigten Starten Amerika'» und Schweden 4 — . Rach England.. . . 5 . — . Um Störungen in der Zusendung der „Wochenschrift" zu vermeiden, ersuchen um bildmöglichste Aboanemenls.Erneueruug. Pie Verketßsßuudtuug: Schletter'fche Buchhandlung, H. Skutsch. Die Parteien im heutigen Zudenthum. (Schluß.) Woher (st das Dogma von der unverbrüchlichen Geltung des Schulchan Aruch gekommen? So wenig wir sonst Vergleichung und Zusammenstellung von Jüdischem und Christlichem lieben, oder für nützlich haltm, so können wir doch hier nicht umhin eine Parallele zu ziehen. Der Katholizismus behauptet bekanntlich, daß der heilige Geist in der Kirche fortwalte und über die Reinheit der Lehre wache; was daher die Kirche durch ihre berechtigten Organe lehrt, ist von dem heiligen Geiste emgegeben, oder wenigsten» approbirt, ist mit höchiter Autorität bekleidet. (Die Ausdehnung diese» Prinzip» auf die Person de» Papste» kommt hier nicht weiter in Betracht.) Eine ähnliche Ansicht ist in de« letzte« Jahr» Hunderten im Jndrnthum zu einer gewissen Geltung gekomn en, )»eim auch nicht al» wirkliches Dogma formulirt worden. Die Reinheit der Gefetzes-Ueberliefrrunz und Auslegung ist als urter ^spezieller götkttcher Fürsorge stehend betrachtet worden. Wie alle ^gläubigen Israeliten von je di» heut' auS vollstem Herzen der Lhora da» Prädikat „heilig" betgelegl haben, so hat n:an d»Sselbe der Mischna, dem Talmud und so fort bi» zum Tur und noch jüngere« Werken beigelegt. Und dicS ist nicht bloß eine f«1»«ll« Ehrenbezeugung. Der Wortlaut der Mischna z. B. ''oll üsttcht nur mit tiefe« Vorbedacht feftgestellr sei«, -also..daß »»ir ihn genau zu erwägen und zu iaterpretiren haben, sondern r» soll dieser Wortlaut mancher Mischnajot von MoseS her überliefert sein"). Es »pird eine Art von Inspiration angenommen, wtlche den Lehrern zu Theil geworden und sie über daS Marß gewöhnlicher Menschen hinausgehoben habe, sie jollm alle» gewußt, alle Entwickelungen der Menschen und der Zeiten vorauSgeiehen, allen Einwendungen vocgebeugt haben. Und damit ist mim nicht bei der Mischna steilen geblieben. Bei schwierizm streitigen Punkten berufen sich spätere Autcren auf eine durch heberen Einfluß gegebene Entscheidung, und während der Talmud selbst auf das Bestimmteste dergleichen abweist, der . immelsftiinme" (Sip 03) z. B. jede Geltung abspricht, ber.ien sich Spätere auf im Traume gegebene Antworten i Si^n obste; u. dgl. Daß dies zumeist unrrr dem verwirrenden Einfluß du Kabbala geschehen, daß die Belegung jenes Prädikats „heilig' von den Sohar-Bergöiterern aus- und dann weiter gegangen, if: einleuchtend; aber auch die Lgada hat dazu Handhaben zezebea, und wir haben schon gesagt, daß die Einmißhunz von Azadaelementen überhaupt die letzten Jahrhunderte lbarakteriiire. Ta gibt es nun einen Agadaiatz: „Gott hat dem MoseS gezeigt die Auslegungen und Forschungen der späteren Lehrer, auch die Einrichtunge», die sie treffen werten; auch was ein weiser Schütir noch auft>ellen werde." Der §nm ist nicht schwer zu enträtbselu. In der Thora, will er sagen, ist die ganze Entwickelung dis JudenthurnS vorgezeichnet: was auf dem Boden des Judcntbuws *) Wenn wir hier von der D rsch»a rev», so geschieht dies, MN »tll Lnsgangspunlr der zu besprechende» Aujicht zu zeige»; sonst hurdeU ,» sich mhaUlich nutzt um die Mifchiur, deren Lutorüät und Authemiziuit weder hier noch überhaupt in Frege kommt. Daß die Mischaa selbst keine Handhabe zu dieser chrer tsloriftcirung durch die Späteren gchl, ist klar.

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