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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-03-16 · 11 (16.3.1870) · p. Seite 99

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
11 (16.3.1870)
Date
1870-03-16
Page
Seite 99 (sequence 7)
Language
German
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90 Rumänien eine erhöhte, allgemeinere Lheilnahme und eine energischere,Verwend«NL Seiten! der Schutzmächtc zuzuwenden. Denn e» wird!)urch sie erklärt, wethrlb die Juden von den Partei- ' gängern der rumänischen Regierung mit einem Male al» Ausländer erNärt wordm sind — weil man nämlich eö am ehesten noch an ihnen zeigen zu dürfen glaubt, wie man eö mit allen Ausländem — Fürsten uird Gesandten, Hofräthen und Lakaien machen möchte. „Dir jetzige Judenverfolgung, die überraschend auf die frühere Toleranz gefolgt ist, kann dieser deutschm Regierung den Maßstab geben, wiS fie hier zu erwarte» hat. Man nimmt da» national« Element angeblich gegen die Juden in Schutz, d. h. man zeigt an den Juden, wie man eö mit den eingewanderten Aulländern überhaupt hält. Wie jene nach gethaner Arbeit fortgefchickt werden, so bedient man iich der Letztem und läßt fie gewähren, weil man fie »och braucht, und weil man gegen diese nicht so, wie gezm jene, freie Hand hat; aber man stellt daS nationale Klemmt ihnm feindlich gegmüber, und dagegm wird die dmtsche j Regierurig, wie in Griechenland, nichts vermögm —". | So appelliren wir denn zugleich an die Humanität, He i an die Jaterefsmpolitik. Wahret mrm politischm, eurm commer- ' ziellen 8 in stütz, sichert Lebm und Vermögen der in Rumänim seßhaften AuSländertvor der Wuth und Habgier einer halbcivilifirtm fanatischen Menge — indem ihr unsere GlaubmSzmossm daselbst durch mere Jntecvmtion rettet! Literaturbericht. Hubel«« »«d Hkeschittho. Studim über da« Alter de« Onkelo«1 chm TargumS. Eine Habilstationsschrift von 0r. I. M. Schoenfelder» Ehowirar bei St. Eajetan. München., I. I. Lentner 1869. 8. 56 S. Liese Schrift ei«« katholischen D»een len versucht, anknüpsend an Perl«»' Meletemata P«schinh»niana und denselben ans Schritt nnd Tritt folgend, d<n Rachwrt« zu filhren» daß dem syrische« Uebersetzrr de» Peatatench«da» Targnm Onkel»« schriftlich Vorgelege« Hab». Ewe wiffenschastlich« Seleitchttmg der beachten»wtrthen Arbeit gehört in die Fachjournale »ad ist deelelben ». >. von Theodor Nöldeke im „Literarischen Lenttalblatt" zu Theil geworden. Hier soll blo« an »er Schrift de« Herr» Sch. di« allgemeine interessant, Thatsache cou statt« «erde», baß di« christliche» Theologen von der vornehme» Jguarirnug jüdischer Leistungen, di« sich vtelsach sehr empfindlich -erlicht hm, immer mehr zurlicklommen und die Unentbehrlichkeit derselben sür da« genauere «erstüaduist der alt. und »eutestameattichea Literatur ei», sehe». ®it Ewald» und Hitzig« mi» dem Stichmort vom „rabbiaischen Abermitz" »erd«« imuwr lleiulauter. In Her»»-'» Rea»e»«ycl»pädi« sür protefta»«ische Theologie tntterscheide» sich di« Artikel, welch« jüdische Leiftimgen berücksichtige», sehr Vorth ei lhaft von denen, welch« sich von der alte» Eng. herziglrit »och nicht lo»g,sagt habe». Herr Sch. nimmt säst aus jeder Seite > seiner Arbit veraniaffm«, die «amen jüdischer Autoren, neben denen di«! protestantisheu und katholische» sehr znrücktrete», jn nennen und die Resultate! ihrer Forsömuge» »» verwerchen. Er thm die» durchgehend« mit »orurtheil«. lose« Simm und in einer der «iffenschasttiche» Würde entsprechende» weis». Eine Rachchmnng de» von Herrn Sch. gegebenen Bespiel» wird hoffentlich nicht an«bl.ibr» und »er «amemlich in Bezug a»s biblisch« Forschungen zurückgebliebenen katholisch» Wissenschaft sehr förderlich sei». J. P. lieheneu Gleichberechtigung. Kenner und Freund« der hedr. Poesie werden sie mit Vergnügen lesen. Da der Versager aus Lob zu verzichten eeklä tt, s» ivollen wir seiner Sescheidenheit nicht zu nah« tteten. » O G Gewarnt durch manche Täuschungen, welche bei Entdeckung von Allerlhümern vorgekommen find, haben wir in Rr. » unfern Zweisel wegen der! im alten Moabiterland« aufgefundenen Säule de» König» Mescha »»«gedrückt.! Die Sache scheint jedoch richtig zu sein. Bereit« habt» namhafte Gelehrte, : sjuden und Lhnsten (Derenburg, Harkavy, Deutsch, Renan) sich darüber au«, gesprochen und sür die nächste Zeit find aulführlich« Abhandlungen im „Journal aftarique u. Fr." angekllndigt. Wir werden diese abwarten und Im>m unfern Lesern sowohl über die fast romantisch klingenden Umstände bei j der Entdeckung, Abnahme, ZettrUm,nerunz und Wieder-Zusammenstücktlung ■ I>er Säule, al« auch über die wiffenschastlichen Resultate de» Funde«, soweit i sie für unser Blatt geeignet sind, berichten. Die Inschrift würde allerding«! unter allen vorhandenen eine der ältesten sein. — Der „Maggid" bringt einen sehr schön stylifirten hebräiscyeu Brief von einer jungen Dame, Bertha Kreidman» in Jassy. — Fra» Dr. Joh. Beit beabsichtigt die Gedichte ihre« verstorbenen Gemahle« zunächst für ihre Freunde zu sammeln und drucken zu lagen. Alle imsere Leser werden mit »nk wünschen, daß dieser Plan erweitert und dem größeren Publikum ein Werl nicht vorenthalten werde, da» dem klangvollen sstamer, Moritz Britein neue« Denkmal dankbarer Erinnerung gründen wird. — Der Schristsieller H. Zirndorf, Vers, der Tragödie .Laffandra", der seil neun Jahren in England lebt, hat seine Biographie de« Historiker« . I. M. Jost, von welcher Bruchstücke in Zeitschriften erschienen, jetzt vollendet, j Bon ihm find auch in neuerer Zeit umsaffende Arbeiten über Kunst, Literatur! und Alterthmn-kunde in englischen Zeitschriften erschienen. (Jll. Z.) — Mosenthal'« JsabellaOrfini, welche in dieserSaffon ihren Weg > über die bedeutrndercn Bühnen Deutschland« macht, kam am 12. Februar auch in Leipzig zur Aufführung. Die Aufnahme war eine ziemlich lebhafte.. (Jll. Z.) — I. Benzian in Berlin veröffentlicht ei» „Berzeichniß von merthvollen Werken ur.d Handschriften au« der hebräischen, jüdischen und orientalischen Literatur", welche von ihm zu beziehen sind. Dieser Eatalog enthält unter den Drucksachen Seltenheiten ersten Range«, Jncunabcln, Originalaulgaben ,c„ z. v. die Bener. Auiigade de« Babylonischen Talmud» in einem freilich nicht ganz vollständigen Epemplare; Neblim riwhonüa et aciironim (Bre«cia 1494), ei» Werk, von dem nur drei vollständige Ezeutplar« bekannt sind. Abr. Porta Leone, Schifte haäiöiborim (Manr. 16121, Sefer Abudraham (kiffabon 1489) und viele» Andere von gleichem Wenhe. Bon geringerem Werthe find die verzeichneren Handschriften. Bezuguehweud auf de« Aufruf i« Rr. 6 -er „Vvcheuschrtft" fordern wir die Leser «useres Blatte« »«d Alle, deue» die eutsetzlicbe Lage »userer Blaudeutgruoffe« tu veß-Rußland da« Herz bewegt, zu Beiträgen auf. Die Erpeditio» d. Ztg. (Bchletter'sche vuühaudluug. H. Skutsch tu Vre«la») ist gern bereit, diefrlbr» eutgegeu zu »ehmeu. Stettin, deu 12. Februar 1870. Pie Fte». d. irr. Wochenschrift. Bis jetzt haben beigefieuert: M. 8. in BrcSlau 5 Lhlr. vr. D. R. daselbst 2 Thlr. Dr. I. F. daselbst 1 Thlr. Frau Th. F. 1 Thlr. Louis Lewy in Stettin 5 Thlr. Grätz, ll?onat»schrtst 19. Jahrg., Heft 3, enthält: Belenchttmg ewiger Stelle» in Exodus 8, 1—15, 22. — Da« Gott-. vertrauen xr Anawim in den Stürme» unserer Zeit. — Eine Notiz zur Geschichte lxr Jude» im byzantiuischen Reiche. — Aaalekten zur Geschichte der Inden in Hildvtheim. — Einige« P,r Erklärung der Mischna Megilla 4, 9. — Tract. Megilla, Absch. w, Mschna 9. — Da« Wort OTTOTI in der talamdischeu Literatur. — Receufiouen. Geiger, Zeitschrift rc. 8. Jahrg. Heft I, enthätt: Di« lSersauunlong z» Leipzig und di« p» Philadelphia. — Sech»ler, Die Aofgade der Synode. — Menachem, der Meffia«, der Paraklet, der heilige Geist. — Grüuebanin» die Fremde» jivrrim) nach rabbinifchen Gesetze». — Alfred Stern» di« Inden im großen deutschen Bauernkriege. — Rosenberg nnd Köhler, da« Targmn zur Ehronik. — - n6m*l 'W von Aron Dornzweig in Lemberg. (Lemberg, Selbst. Verlag.) liefe« Heftchen hebe. Gedichte fingt da» wohlverdiente Lob der Alliance J4r. Univ., Rontefiore« und der den Juden in Oesterreich vervriefkaße» der Redaktion. Hra. Ander. Wie sollt« ich Ihr schöne« Werk nicht längst besitzen! Dank für Ihr frronbl. Anerbieten. Hrn. A. 8. in Lemb. Brief, Geld, Buch erhalten Berseiidnug ist Sach« per verlag«handl., doch besorgt. A. in L. ki>ar nicht so kategorisch gemeint, sür jetzt nun freilich zo spät, also »Iternm piomutnr (et imprimatur) in annara. — Dr. an der untern Donau, j Rur Brief erhalten. Bitte um Berichte. Da« Andere hat Zeit, da noch I viel Stoff vorhanden. — P. in k. Entziffern Sie vor. Briefkasten und erkennen Sie, wie kühl ich drrgfticheu ausnehme; Erwiderung? Nein! verichtignng: Zn der Recenfion in Nr. 10 ist zu lesen Zeile 7 von unten „lade!" statt Taft; ferner Zeile 3 von unten „Epoche machende» Einleitung" stall Epoche machende Einleitungen.

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