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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-03-02 · 9 (2.3.1870) · p. Seite 83

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
9 (2.3.1870)
Date
1870-03-02
Page
Seite 83 (sequence 7)
Language
German
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83 Geistlicher seine Gemeinde mit solcher Würde vertreten, wie er. Daß er der Regierung trotzdem oder vielleicht eben »«gen seine» Ansehen» keine bequeme Persönlichkeit war, zeigt schon der Umstand, daß die Censur den hiesigen Zeitungen nicht erlaubte ihm einen Nachruf zu widmen; sie muhten sich darauf beschränken, durch einige wenige Worte seinen Hintritt anzuzeigen. Selbst die Mittheilung, daß die Leiche de« Verstorbenen von einer zahlreichen Menschenmenge, die mäßig auf 50,000 veranschlagt wird, nach dem GokteSacker begleitet war, dursten die Zeitungen nicht erwähnen. (Oftd. Z.) -u dem Vorschläge dev Herrn Kabb. Dr. Schmer in Betreff de» Au-tausches jüdischer Schulprogramme erhalten wir ein Schreiben de» Herrn l)r. Cohn, Rabbiner» und Schul» Dtrektor» fr: Bielitz (Oesterr.» Schlesien), dem wir nachstehende, gewiß sehr richtige Sätze «nmehmen: „Der in Nr. ö Ihre» Blatte» enthaltene „Vorschlag" verdient, nach meiner Ansicht, Billigung und Lob, umsomehr, al» er zu einer Thätrgkeit auf dem Gebiete anregt, auf welchem die methodisch und didaktisch richttgen und darum berichtigten Gesetze eine» geordneten Lehrsystemnoch keine allgemeine Gülttgkeit «rlangt haben. Da» weite Auseinandergehen einzelner ReligtonSschulen unter einander in Maß, Zi-l'und Umfang der hebräischen DiSciplinen wird durch jenen Vorschlag, resp. durch seine sicherlich guten Erfolge leicht behoben werden; andererseits wird, jüngeren Lehrkräfte zumal, eine Zusammenstellung der in Aussicht gestellten „Jahresberichte" recht willkommen sein". Notiz. Wir eitnehmea der deutsche» Revue der Gegenwart „Unsere Zett" (3. Heft, 6. Jahrgang) folgend« Nottz über die Juden Jaffy'S: Di fit Bukarest ziemlich ausgebüdete Mittelstand ist hier nur von ungefähr 4000 Ausländern, Polen, Deutschen, Franzosen und Armeniern, aber von mehr al» 30,000 polnischen und russischen Juoe.r vertreten, welche letztere hier Handel, Gewerbe, Handwerk größtentheil» in ihren Händen und in ihrm Schuldbüchern die Bojaren uns ihre Geheimuiffe haben*). Sie verstehen eS, sich ihren Lande»herren durch prcoipte Befriedigung ihrer Launen und Leidenschaften unentbehrlich zu machm, sie vermitteln Geschäfte jeder Art, sie find ein unentbehrlich« J Element, ein nothwendiger Beftandtheil von Jasiy geworden und bllden zugleich die große Heerstraße, auf der allerhand europäische UnauSsprechlichkeiten (??) in » Land und in'» Innere der Familie ziehen. An, Gabbath und den jüdischen Feiertagen ist e» oft gar nicht mitglich Geld einzuwechseln, und gewisse currente Arttkel find nicht zu bekommen, weil sie nur von Juden verkauft werde». Sie betreiben auch den Haufirhandel, und wie ihnm auf diese Art clle Häuser zugänglich find, so find sie auch Unterhändler un) Vermittler für alle möglicheu Dinge, dabei eine lebendige S tadtchrontk, wa» in viel« Beziehungen besonder» für de» Fremd«» von großem Nutzen ist. Sie bilde« ein gute» Drittheil von der Gesammtbevölkerung von Jaffy. Ueber!>en geistige» Zustand derselbe» wird nach einer Schilderung de» entsetzlich kraffea im Lande herrsihenden Aberglauben» Folgende» (S. 108) hinzugefügt: Die hiesigen Inden mit ihrem verrosteten Aberglauben und ihre, wundertbättgen Rabbinern*), zu denen selbst die christliche Welt in ihre» Nöthen wallfahrtet, wagen zu der allgemeinen Verfinsterung da» Ihrige gettrultch bei. Literaturbericht. Heißer, Ludwig. Da» Studium der hebräiscbe» Sprache in Deutschland, vom Ende de» XV. bi» zur Mickte de» XVI. Jahrhundert». Schletter'sche Buchhandlung. 8. Breilau. 1870. Lin Buch, da» einen bedeutsamen Abschnitt au» der beschichte der Wissenschaft behandelt, da» die »st interessantesten Kleinigkei en au» dem Staube der Archive «ad Biblwthele» hervorzieh«, da« ttber kie hebräischen Studie» eine« Agrikvla, Reuchlin, Münster, Faiiu« und Anderer ivi-rth. »»Ile, zum The» ganz neue Lchalsachen milthrilt, wird ü»m,r auf Misere Theilnahm« rechne» können. »Schade nnr, daß e« eben nur äußere Facta stad, dt« berichtet werden, daß wir Über die Fortschritte de» Sprachstudium« selbst, fiter »viffcnschastliche Anschauungen und Kenntnisse, wie über J»rthümer und Mißverständnisse jener Männer fast Nicht« hören. Wen» irgendwo, so war eben hier die äußere von der inneren Geschuhte nicht za trennen. Der Styl der Schrift ahmt die Kleinmalerei Ranke'« »N nicht unglücklich nach — wen» Ranke überhaupt nachgeahmt werden ko in. Einzelne sachliche und sprachliche Schnitzer verunzieren jednh da« Büchlein, da» de» Schönen imd Brauchbaren sor.st nicht wenig embält. — k. — „Revue ImieL“ berichtet über ein von einem jungen jüdischen Dichter, Lugen Manuel, verfaßte« and am 17. Januar zum ersten Mal auf dem Th&tre franfais gegebene» Drama: „Lea ontrier»". Die Fabel de« Stücke« ist in dem besagten Journal au»sllbrlich mitgetheilt. L« ist ein Famili,,- Drama» die Tendenz durchau» moralisch, ohne — soviel sich nach der Expo, silion ur«heilen läßt — eine weinerliche Moral zu bezwecken. Lin frittiere« Stück desselben Verfasser«, „La Robe“, wird al» Pendant zu jenem bezeichnet. L« ist auch der Inhalt deflelben angegeben, der allerdig« etwa« zu einfach erscheint, so daß ein Fortschritt unverkennbar. Der Lrsolg der -rsten Aussthrung wird al» ein großer bezeichnet. — Dem „Journal oklleiel" wird au» Jerusalem von dem Fund, eine» Säuleustücke» am lobten Meere berichtet, welcheeine Inschrift ttägt, die mit: ,^)ch Mesa, Sohn de» Sa,nasch", beginnt und mit 2. Söo. 3—1 in Zusammenhang steht. Sie erzählt von dem Sampfe Mescha' gegen den König von J»rnel. Ahatja, welcher etwa 897—896 regierte und unter welchem Moab von J«rael abfiel; gegen welche« sodann rin resuü atloser Zug der drei Könige von J»rael, Juda und Ldom unternommen wur»:. Kapitain Warren im Berein mit dem lenntnißreiche» Herrn Gannea», dem Kanzler de« ftanMscheu Lonsulat« in Jerusalem gelang e«, de Trümmer de« Steine« zu erwerben und dem letzteren sie glücklich wieder zusammen zu setzen. Herr Deutsch vom Britisch-Museum hat in der „Lüne«" die obigen Angaben über den Ursprung de« Steine« bestätigt. Die Schritt ist deutlich und die Sprache dem reinen Hebräisch ähnlich, säst gleich •*). (Rct. i»r. Cfr. Schles. Ztg.) Neueste Nachrichtcu. Bresk«». Sicherem Vernehmen nach ist Herr Afseffor Lunge Hierselbst zum Stadtrichter ernannt worden. Hftstß, 24. Februar, (bestem Abend fand ein von den orthodoxen Juden angeregter Fackelzug für Jokai und die andern Abgeordneten statt, welche gegen dm iSraelittschm Kongreß gesprochm haben. Wahrmann, der für dmselbm gesprochen, sollte eine Katzenmusik erhalten. <Schles. Ztg.) Briefkasten der Redaettv« As. in 0. Heut noch kein Platz . Fernere« willkommen. — v. in B<if. Sir irren sich, der Manu har gewiß nicht an Verspottung gedacht; mit de» dadurch uwttvirte» Ao«laffuugeu werde baldigst abdrnckeir. — Dt. 8. in L. Vitt« sehr tun Nachrichten. Einige« Wettere brieflich. — «. gÄrd gern acreptirt; bitte zu erinnern, wen» allenfafi« zum April »er. -essen sollte. Erwarte Ihr» Sendung. *) Da» find dmh nur die Ehassibi». Wie steht» mit de» «tderu, raddiui. scheu Jude»? —) Bil grnanrrr Untersuchungen da« h^e Alter feft^stellt habe» »erde», «rlanbe» wir nn« an der Authentintät zu zweifeln. sRed.) *) Hirn illae UotbmI

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