Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 7 (16.2.1870)
- Date
- 1870-02-16
- Page
- Seite 63 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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«8 So weit die Corvespondmz. Wir aber thttl« biffe Steile »tcht all ein ilstzr» Esttosum mti« Ipobmt mn im Namen alle» gesunden Meuschenverstande», jeder letzt« leisest« Spur von sittlichem und Schamgefühl, die Philadelphia-Eonfermzler zu fra« g«, was sie sich bei ihrem B-schluff« über di« Ehescheidung« gedacht Hab«, da sie doch die Verhältnisse kenn« müssen. Ihre sechste Resolution lautet: . „6. Die Ehescheidung ist auf mosaischem und rabbinischrm Standpunkte eine bloß civtlrechtliche Handlung, die niemals eine religiöse Wethe erhalt«; dieselbe ist daher einzig und allein all ein von der richterlich« Staatsbehörde aulzehmder Akt auzu» erkenn«. Der sogmauute rituelle A dagegm ist in all« Fäll« für wirkungslos zu erklär«." Wir verlier« kein Wort über den letzten rein unstnntzm Satz, nach welchem also alle Vitttn, die in dm grade von d« meisten Juden hewohnlen Lände« gegebe» «erd«, wirkungslos, und alle darauf erfolgt» Wiederverheirathungm Ehebruch und Bigamie wären. Bleib« wir bet dem erst« Theile steh«: „Die Ehefchttlnmg ist lediglich von dem Richter zu erkennen und gülttg zu vollziehen." Sehen wir von allem jüdischen Religion-gesetz ad, so kann man, wie di« Berhältnisie in d« eivilifinm «rrpäischm Staaten lieg«, darin wenigst«- nicht- Unsittliche-, oder in Beziehung auf die Heiligkeit der Ehe Bedenk, lichefind«. ES kann zwar auch bet unwohl vorkommm, datz ein lebender Glitte für tobt oder verscholl« erklärt wird, aber im Uebrig« wird niemand bezweifeln, daß die einschlägig« Gesetze «ad die Praxit derselb« vom religiös-sittlich« Geiste durchweht find. Die Scheidung ist nichts wmtger al» zu leicht gemacht, e» wird Kam t kein frevelhafte- Spiel getrieben. Aber in Amerika! Ewird auch dott gewttz bald ander- und bester «erd«, denn t a» Nebel scheint erkannt zu sein; aber augmblick» ltch ist e« noch zum Entsetz« bestellt — und da treten Jud« zusammm und resolvirm, daheiligste Bollwerk de- Judm» thum», nein dcr Menschheit und M«schltchkeit, im Wahnsinn der Refor«su<kt niederzureiß«! Eine Methode der Eheauflösung wie die ob« geschildette, erklär« die Leute für legal „einzig und allein anzuerkmnen". Freilich sie schein« eine Idee davon gkhabt zu Hab«, daß doch nicht allein der Ordnung, daß etwa» faul sei, daher ist in der 7. Resolution*) vom .Geiste der jüdisch« Religion" die Rede, nach welchem der Rabbiner prüfen und entscheiden soll, ob der gettchtttche Scheidegrnnd au»re1chmd fei. Der Rabbiners Et, et! Wonach den«? Nach dem Talmud? den Po-klm? dem Schulchan Aruch? Wafrag« die Herr« nach den Schartekml Nach d« Eivtlgesetz« also? Die Herr« stell« sich ja über dieseibm, um zu prüf« und zu entscheid«. Nach dem Geiste der jüdisch« Religtm, wie sie ihn auffassen: „der Herr« ttgener Geist". Unfehlbar find sie, noch vor . Pius IX., sie fad viel schneller damit fettig geworden. Wawollt ihr von dem Eoncil in Rom?! Da» Eoncil zu Pbiiadelphta zeigt euch Staunen-wetthere-; Philadelphia locata est — der Rest patzt f^tlich nicht, nein der Reit ist Schweig«. „Bcrsnnkm und verzeffm," da» ist der — Lächerlichkeit — Segen. Wir wenigstenwürd« dir ganze Geschichte schon vergestm Hab«, wenn unnicht der obige Privatbttef daran erinnett hätte. *) Sir loffm dieselbe hin «örtlich folgen: „7. Li« «na Livllgericht aa«gespr»chnir Scheidung einer Ehe hat »all« Gültigbeit a»h i» den Auge» de» JnLeuthmn«, wen» au« den gericht» liche» Dokumeuteu sich rrgiebt, daß Heid« Lheile der She in die Scheidung »tagraUIigt; «o hingegen da» Lünlgericht eine Zwanglscherdimg gegen einen »her de» andern Lheil der LH« deeretirt, so «ilenut da« Jubemhum seinerfeit» »i« Gcheiduug nur dann für gültig 0», wen» der gerichtliche Scheidegruub »ach dem i Seifte »er jüdische» Religion »»«reichend «rscheiur. Zur Entschetduug darüber jedoch mied empföhle», daß der Rabdiuer die Znftimmuug »ou Fachtulltuer» einholt." -laläftiua. t Arrusalo», 21. Januar, ü» ist uu» von diesem Datum ein ausführliche: Bettcht über die Smpfang-ftterlichkeitm, welche die Judm sdem Kaiser von Oesterreich btt sttner Snwesenhttt borttttt haben, wie auch über die Grundsteinlegung de- Franz Joseph.Thore« (k. Nr. 5 d. Bl.) zugegangm. Wenn wir d«. selb« nicht abdruckm, so geschieht «S thttl» weg« de» Umfange-, thttlweg« der unserm Geschmacke nicht zusagend« überschw'ngltchm Fassung. Dagegen b.-greif« wir vollkommm und Iheil« nit Freude mit, wie d>e jüdisch« Bewohner der httlizm Stadt nicht ob der Ehre, i)ie ihn« widerfahr« ist, zu jubeln alle Ursache Hab«, sondern weil die kaiserliche Huld sie, die so Berschtet«, in dm Augen der muselmännisch« und griechisch« Bevölkerung heb« muß. Gewiß ist <& eine wohlthuende Ersöjeinung. daß der Kaiser bevorzugend die jüdischen gotte»- dimstltchm und WohlthättgkeitSanstaltm besucht hat, und daß er d«n Oberrabbi Meyer Auerbach «ich niedersetzm hieß, ist für wlS — wenig, für die Stellung unfcrtr dortigen GlaubmSbr ider tti Erttgniß. Da» kaiserliche Geschmk von 1000 Fr. für die Arm«, und Pilgerhäuser ist schon ron un» erwähnt, die gleiche Summe spmdtte Se. Majestät zur Vollendung der Ehassitim» Synagoge. Wer wollte da lächeln, wmn die Schulkinder J?rusaiemhebräische Psalm« nach der Melodie de» „Gott erhälte Franz" gesungm Hab«? Nttn ony wa ^ra! Notiz. Der Religion nach zerfällt die Bevölkerung Europa'» in 144 Million« oder 49 pEt. röm. Katholik«, 68*., Mill. oder 23'/, pCt. Protestant«, 68 Mill. oder 23 pEt. grirch. Kai ho» likm, 4,410,000 oder 1,'/„ pCt. J-raelitm, 6,641;JUO .'der 2,'/,a pSt. Mohamedaner und ca. Mill. oder '/» pEt. An- Hänger anderer Gectm. (Sr.-tlnz.) Literaturbericht. Wakf, vr. G., Israelitische Religion», und Sittenlehrc für Schüler der Volk»fchulklass.'N. Wien 1870. (30 S., Ueber den pratrifchen Werth eine« solchen Buche« lügt ftch erfl dein. Gebrauche ln der Schule ein rtchiize« Unheil -üllen. Da« »orliegende e>- hült aus wenige« Seiten viel, gilbt die Sprüche auch hebräisch, die Er. klärungen und kehrsätze sind bündig. Da» s. g. lleremonialgesetz ist den Gelamnitumsange entprechend mit zet heil«. Die Borrede giedt anodrüitlich an, daß da» Buch bestimmt sei, „den Schülern der obersten Bolkeschulklasse die kehre» und Borschristen, welche sie bi» dahin au» »er Bidet, rcsv. der! Pentateuch in der Ursprache »der ou« biblischen kedrstüilen in Uedersetznng, sowie au» dem Gebetbuch« und d r jüdischen Geschichte vereinzelt erlernt haben, im organischen Zusammen!,ange systematisch darzuftelleu." Da« ist ohre Zweifel der rechte Weg Im „I«r. Xozlonv" wiü Jemen» beweisen, »ah da» kinne'sche Sepuallystem der Pflanzen schon dem S ea r bekannt geivesen sei, indem derselbe von männlichen nn» weiblichen Pflanzen rede —* nrs a«sjrt: m psne ircn). Indessen ist damit .rar nich « bewitsen, denn den Unterschied zwischen männlichim und weiblichen Pflanzen, nament ich Bäumen «Feigen und Palmen) kannte de« ganze Ällenhum; ja Plia. Xll>, 7 giebi a»odrl,ckl>ch an, daß die genuinen Rawrsorsiter an allen Wanzen, auch Kräutern, zwei «fleschleedter untiwschieden. Diesen Unterschied wollte auch weder rinne euldeeti, noch Tonrnesorl bestritten haben. Vrieskasten der ftteduetiou Unsere geehrten Herren lkkrrespvudeuteu bitten wir «m einfichtlbolle Rachflchi, wenn wir so »«auch« ihrer gütigen Einsendr ngen und Beriü,le gar nicht, andere stark gekt rzt oder in den Wochenbericht Verw >ven in zwei Zeilen bnngen. E« stecht »,« der Raum nicht genügend zu Geoore, und manch« Eorrespondenz findet m.,ncher keser immer noch zu emdsllhrlich oder entbehrlich. Ermüden Sie darum doch nicht! Sie haben i:"--1- «7y ~ijg und wir nptr 8o. Bam.Zew in B. Die Sache ist dach sowohl an sich, al« n Hinsicht auf bi« Anfübrnng einer kürzlich erst eiflchienenen Recenfiion zu ur bedeutend, um eine Berichtigung zu geben. — Rabb. H. in A. S. Noch nicht« erhallen. — Red. Jew. Tla. Griefen und «nach« wegen de» raschen Urtdeil» mein Evmpiimnrt. — Rail). Taober in B. Serbe e» besorgen. ze-Zinchen weiß nicht warum a»»g«sallen. Danke, aber warum s» weil schwemm, lieg« denn nicht avch in der Rühe berictlenawrnhe« V* — t. w 8. Bitte um möglichst Dbe«sächliche« an» beiden Ortm de« Peres war Dipc.