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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-02-16 · 7 (16.2.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
7 (16.2.1870)
Date
1870-02-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N 7. —1870. 1. Jahrgang. '>>!o Vietivr : ■n'hi’JL' - . ' .i ri-3 1 b.!r. für die religiösen und ssrinlen Interessen des Jndenthnms. Erftftiat jepen Piittmsch. Preis »irveljLhrlich 20 Silbergrosche». ffc * ^dreispaltige Petitzeil« oder dere» Raum verautworUicher RedaNerr und -erausgeber Rabbiner vr. A. Pre«e»fets in Stettin. Breslau, 16. Februar 1870. Zu bezieheu durch alle Buchhandlung« und P^ianstalteu. Auldratm-Annaß»« t« »er Gchletter'scheu Buchhandlung (H. Tkntsch) in Bresliu. l>. ftHntw HM: Wisseuschaf» uud Parteiiuteaefs» U. -milet»»: Die jllu-st, «lutbeschuldtguug gegen die Jude», ltr tltdtsch« Lsjer. »i« Juwel va» «tue» Lautor.. sSocheuirricht. verichtr uud Lorrrspoudeuzeu: Deutschland: ldöche». Hauuover. Frankreich: Part«. Rußland: Warschau, »merla: Rew-Yort. Palllftiua: Jerusalem. Notiz. Literatur- »M-Aste. Iuserute. -»ißenschaft «nd -arteiintereffe. . n. tt» ist gcnnfj nicht uns allein sehr auffallend gewesen, daß bei den öffertlich« Verhandlungen über die Gründung der Berliner Hochschule, soweit sie un» durch vielfach« gedruckt«, schriftlich« nut> mündliche Bericht« bekannt geworden find» des jüdisch-cheologische» Seminars in BreSlau gar keine Erwähnung geschehen ist. Man hat nicht gesagt, daß eine Hochschule jüdischer KWeüichast, fc. Z^tckchlaud juat längst existire, daß aber eine einzig« derart ge Anstatt, eine einzige Hochschule nicht genüge. Hätte man dies betont, hätte man gesagt: „Warum sollte nicht in Berlin eine Hochschule neben der in BreSlau bestehen?" Wir würden mit!>eidea Händen Beifall klatsch«. Oder hätte man gesagt: „Die religiöse Richtung, welche die Lehrer deS BreS» lauer Gemin>lrS verfolgen, ist nicht die unsrige, und darum wollen wir euch unserer Richtung eine Stätte bereit«;" hätte man dann näher angegeben, oder auch nur angedeutet, »a» mau an der erwähnt« Anstalt auSzusetzm habe, so wür» d« wir vielleicht über diese Meinungsverschiedenheit auch unsere Ansicht hier auösprechm und begründ«; die Sache selbst aber wäre ganz in der Ordnung. Oder hätte man endlich gesagt: ,L)ie Breslauer Anstalt mtfpricht nicht unser« Anspruch« an Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit" und hätte man (wie dann natürlich Pflicht gewesen wäre) diese schwere Anklage gehörig zu mottviren versucht, so würdm wir auch hlergegm von vornherein nicht» einzuwendm Hab«, am wmigstm aber unS für trgmdwie berrfeu halt«, für da» Lehrer-Collegium de» Seminar» in die Schrank« zu tteten. Aber e» ist von allem diesem nicht» gethau und nicht» gesagt, man hat die ftazliche Anstalt einfach ignornt. Ist fie denn eire solche Winkelschule, daß da» zulässig wäre? Der Herausgeber dieses Blattes hat keine Veranlassung und nicht die Absicht, al» Anwalt deS BreSlauer Seminars aufzutreten. Eine Anstalt bedarf keiner Bertheidiguug und keiner Empfehlung, »ie als echte »Hochschule" vom ganz« Deutschland , längst anerkavnt ist; der« Lehrer-Collegium in seiner früher« »nd gegenwärtigen Zusammensetzung au» Männern besteht, über der« wiff«fchastliche Tüchtigkeit und Befähigung kein Zweifel besteht; an« der« Mitte die bedeutendst« wissenschaftlich« Leistung« hervorgegangm find, welche die jüdische Ltteratur der zwei letzt« Deeenni« aufzuwetseu hat. Nur auf einige notorische Thcrtsach» soll hier verwies« werdm. Diese Thatsachm sind, daß das Seminar mtt 15 Höre« eröffnet ward» uatct denen nur 6 Studenten waren, daß diese Zahl stetig ge- Wachs« ist und jetzt, laut ebm auSgezebmem Jahresbericht hie Höhe von 54 erreicht hat, daß unter dies« 54 Höre« 86 bereit» Promovirte Mid 24 bei der BreSlauer Universität Jramatriculirte sich befind,«. Thatsache ist fmrer, daß die mtt dein Z«gniß der Reise Mlv>) «tlaffenm Candidat« in den (Gemeinden Deutschland» und Oesterreichs ehrmvolle An« ^lluug« gesund« Hab«, uud manche von ihn« in dm bedenken dften Gemeind« in anerkannter Wirksamkeit stel«. Notorisch ist femer, daß der Zudrang zum Studium jüdisch--: Wissenschaft kein s o großer ist, baß die eine Anstalt nicht vorerst «och genüg« könnte, daß also ein so zu sag« materielle» Bedürsniß nicht vorliegt, besonder» da das BreSlauer Seminar noch für mehr Studirende gmügmden Raum hat. Nein, iznoriren läßt sich die Anstalt nicht, und so müffm wir wohl vorauSsetz«, daß man stillschweigend fie hat tadeln wollen. Nun ist et> richtig, daß da» Breölauer Seminar viel de» Tadels und hefsige Angriffe erfahren hat, und zwar — auch dies ist notopisch — von dm beiden extremen Richtungen und nur von diesen. Was folgt darau»? Woll« die Begründer der Berliner Hochschule nur für die äußerste Rechte oder Linke Lehrstühle errichten? Aber sie Hab« ja Partei- Jntereffm zurückgewiesm, woll« auch in der amendirtm Fassung nur „reine Wissenschaft" finde« — da» kann doch vernünftigerweise nur bedeuten, daß sie extreme Richtung« nicht fördern woll«, und so läge da ein Widerspruch vor, in d« nicht zu verfall« man doch nur >nne gewöhnliche Dost» Menschenverstände» haben muß. Wir müssm unS also wohl an einige gelezmttiche und mehr beiläufige Aeußerungea halt«. Man hat betont, die BreSlauer Anstalt sei von einem Maare gegründet, eS fei Zett, daß jetzt auch da» jüdische Volk etwa» für feine Wissenschaft thue. Da» Letztere ist vollkommm wahr und rtchttg. Wir sind auch ganz damtt ettiverstandm, daß der Gedanke: „nicht durch da» Bermögm und dm gut« Willen eine» Reich«, Lebend« oder Verstorben«, sondem durch die klein« «cd größer« Opfergabm Vieler," recht schön ist, und daß man i>azu recht passend über den Tempel Salomo'» uud Herode»' und die Hütte Mose»' uud da» Hau» der Exulanten red« kann; aber wie de« sei, so liegt doch darin nicht der leiseste Grund, gegm die auf dem Legate eine» edlm Tobt« beruhende Sttftunz aufzutretm. Und will man da»

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