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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-01-26 · 4 (26.1.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
4 (26.1.1870)
Date
1870-01-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wochen-Zchrifl für nie religiöse« n»b sociale« Jateressen des J«deal-«ms. INchtial jkbea Mittwoch. Preis netteHcheNch N Gilbetgttsch». »Mt breispalii-e Petit) ritt »der beten Aanni Iah »It. «titeltet Vtflfd: Die AllUaee Itratfite üiurerselle «ab bet Semeinbetag. 9«ai(let»a: M»ha»eb uab bit 3abea atr! Dr. f «tief. (Schttch.) Die gaben » Basaiea von Kran, Mauter. (Fottfetzarg.) Li^fftagea. »achtatericht. verübte undLatrespfabeaz«: Deatschlaab: Etttüa. «chaeibeattihl. Haaacart. Oesterreich: Llt-Vfra. Italien: Rom. Ritevatarbrricht. Neaeste Nachrichten, Briefkasten. Waeaaz«-Riste. Inserate. Veraanvonlicher Siebakttur aab Hetaufgebet Rabbiner vr. A. Arenensets in Stettin. Breslau, 26. Januar 1870. Za beziehea bavtz alle vachl«ab>aagra aab Pestaastatteir. Aattratea-Aaaalttar i» wr •» lü^tettttfina Bachhaablaag (H. Skatsch) ra vrrslaa. Wr Isrn^Ut« Universelle und der - Gemei«deing. L Sam etwa ein Leser daS ,llnb* der Überschrift all 35e» zeichmmg eines Gegensatzes anffaffen sollte, so Wäre das nicht nnsere Schuld, dem et ist nicht Unsere Absicht. Rur da- Ber» hältniß de!: beiden Institute »ollen wir besprechen. Als im »orig« Frühjahr dos Programm des »Gemeinde» der vor» wollch hieß, es da, sich an den Bestrebungen der XILnnoe Isndito UnhreraeÜB beiheiligen unter selbstständiger Leitung und Berwaltnug durch einen deutschen Borart. Das wurde, glaubten wir, der Alliance schaden und könne nichts nützen. Bei dm Verhandlung» bei Gemeindetages. selbst siegte die Partei der deutsch» Selbstständigkeit. Der Antrag: »Der Gemeindetag empfiehlt seülm Mitgliedern die Alliance zu unterstütz»' fiel gezm dm ander», welcher lautet: , Zu Erwägung, daß die Zwecke der aik»ju*>!»näite üniTenielle im künftig» Gemeindeverbande Deutschlands ihre Behandlung find» werden, erklärt der Gemeindetag, daß er der Alliance dankbare Anerkennung zollt'. Bei der bckannt» in Berlin im Oktober gehaltmm Versammlung der lllliance traf» die entgezmgesetztm Ansicht» in scharfer Ausprägung auf einander; der Schreiber diese» glaubt das Verhältuiß damals richtig bezeichnet zu Hab», indem er es Her» Erömienx mit dm Wort» erklärte: ,Wir »ollm uns euch affiliir», jene Herrm wollm sich mch nur alliirm" Was da» mal» i» Keinen Kreise in erregter Debatte verhandelt wurde, bring« ttir hier an die Oeffmtlichkeit, die ein erhebliche» Interesse daran hat, obgleich inzwischen unsere Ansicht in der Hauptsache berat« durchgedrungen ist. Daß uuü mnerlei Tendenz, keinerlei Opposition gegen die Bestrebung» des GemeindetageS, sondern nur objektive Auffassung der gegebenen, durch unsere Kräfte nicht zn ändernd» Verhältnisse testet und geleitet hat, wird der Leser klar erkenn«. Wir dürfen das, «aS die Alliance will, und wa» sie bereit» bewirft hrt, als bekannt voraussetzm. Der Zom des Petersburger „Golos", welcher nach der erwähnt« Berliner Versammlung ausrief: „ganz wie da« Haupt einer Regierung fetzt er (Crsmie ax) sich mit dm Regierung« in Verbindung und, wa» noch merkwürdiger ist, erhält von einig« derselbm wirklich Antwort«",. und die Wuth der Rumänen. welche bei: Alliance den Einfluß einer „Großmacht"' zuschrcibm (ftellich andichtm), find ihre best» Lobredner. Di e Alliance bedarf aber um zu wirk« nicht nur Geist, Will», sondern zunächst auch Geld, viel Geld und, um die» zu erlang», vieler Astglieder. Sie kam» oon der Handooll^französischer Juden nicht getragm werden, wir Deuvchen vor all« muss« sie fördem; die Franzos« vermögen «tchss ohne uns, auch wir nicht» ohne siel Warum die« nicht? Wozu brauch« wir die ftanzösischm Jud«? Als die 1860 gegründete Alliance zum erst« Mal 1863 Atemeriolgnug in MuomM-'WkMteisWn, lest glänzend entfaltete» als der greise Montefiore sei« nmmde Resse nach Afrika antrat, als die ftanzösische IRegixnnp auf Vitt» der Alliance ihr» mächtig« Einfluß zu Gunst« der zum Tode Geschleppt« giftend machte, als die amerckauisch« Jud« sich erfolgreich an ihre Gouvernement» werteten, da Hab» wir mrt bitter schmerzlich« Gefühl« Ms geftagt: ma nab » warum thnn wir nicht» f find wir deutsch« Jud« weniger intelligent, Hab« wir weniger Herz, find wir nicht viel zahlreicher als mglische und französische zusammen?" — Man hat zwar mit einer — (wir wissen kein« parlamentacischm Ausdruck) darauf hingeviesm, daß der Erfolg der Berwmdungm und der Reise Montefiore'» problematisch sei, man hat me LRrksamkest der ^Unulo« lsrnölit« vnirsrsoUs insbesondere stets alS recht unbedeutend hinzustellm, ihre Berichte fast als Faufaronnad« zu behandeln versucht (es gibt Leute, die nur die Trompeten ih.e» eigen« Ruhmes Horm); doch red« wir nicht weüer darüber. Wir Hab« uns beschwichtig» müssen, die Schuld lag Iieml doch nicht in nnserem Will«, sondern in unserer Ohnmacht, und' diese war wieder nicht unsere Schuld. Hinter Montefiore stand« die «glifchm und ftanzösischm Münster deS Auswärtig«, die Consuln und dir damals noch ganz nagelneu« Panzerschiffe inst ihrer eb«so elegant« als eindringlich« Beredsamkett. Was sollt« wtt dmtsch« Jud» mach»? Wen um Hülfe anrufm? Anse« Bundestag? Unsere Kleinstaaten? Die Besieger der Riffpirat«? Und wenn die Macht Vorhand« gewesm wäre, hättm wir bereitwilliges Gehör gesund«, damals ii der Blüthejjeü de» Conflift»? Daß seitdem viele» ander» und besser geworden, brauchen wir nicht zu sag«; ob die Aeudernng und Besserung aber schon genügt» ob in Marocco, Tunis, Persi« n. s.«, denn von solch« Lände» allein ist doch die Rede, die Stimme des NordbundeS schon ebensoviel Geltung hat, wie die Englands

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