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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-01-12 · 2 (12.1.1870) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
2 (12.1.1870)
Date
1870-01-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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«?. Ki 2. -1870. 1. Jehrgaug. für die religiöse« und sociale« J«teresse« des 3ude«th«ms. Erscheint te«en IRittmi». Drei» vierlMhrtich 20 Otlbergrosehen. -nserttonotzesüßr i«, u« vretspettt,« Pettweilr rt« bmn fUum l 'l> Verantwortlicher RtbafWnt unb Heranszeber Rabbiner Dr. A. Lreuerrfels in Stettin. Breslau, 12. Januar 1870. Zu besteben durch ake vuchhaadl« -ea uud Poftan-alten. Anferat m. £.«««$«« t» der <S»>ietter'Ich« vechhanblung (H.Gkatsch) tu vreolau. ■,mmmBsassmmmmBma^aa^aBmammmKK^BamBas!mssaa^maammgm Intakt. At»nl«em«r»Anzel-e. Üettender Artikel: Unser« «ufgnbe (Schluj). rei«»fra>« Drr iüblfAe Reli,t,n«nntri rtch« in tzen Gtuatlschulru. •cnUUtMt «ehe««»» und di« Inben von vr. Perle». iFortsetznn,.) Dt« Inben tu vesnten r«u krau» «,u»«r. Jesefrächt« für jsbtsch« seser. Wochentertcht. Bericht« uud Cerrefpenbenzen: Deuts«,land: Berlin. Berlin^ D»:qt^ ktf'". Pefen. Frenkfnrr«. n. SteMobtn. vefierretchr Sita, ««minien: vukorest. Nett», lltteretnri rrtcht. B«ean»ru-8tst«. Briefsist«« Degen zu spät erfolgter >mu«ldung bei der König' Preuß. Postamts-Zeitmigs-Erpedinon konnte unser« Wochenschrift in den Lude December austgegebenrn Zeitv'igst» Preis-Lourant nicht mehr ausgenommen »erden, soll jedoch tu vem Lütt« Januar «rfchttnenden Nachtrag« enthalten sein. Um den geehrten Abonnenten di« Zeitung auch sofort bei Lrscheinen »ustellen zu können, übernimmt di« Verlagshandluna für 'das l. Quartal auch di« direkte frankirte Versendung nnler Streifband, »ofar vierteljährlich je 6 Sgr. melir zu «utrtchten sind. Di« Abauneumnt«Preise stellen sich demnach: Durch dio Pust oder den vuchhaudet viert, ljthriich *0 Ggr. (in Oesterreich nach Laurs); Bei divoelem Bezug« durch die Verlagshandlung mit fraukirter Zuseudung unter Streifband: Für den Norddeutschen Post-Bezirk vierteljährlich 2b Sgr. Rach den k. k. österr. Staaten vierteljährlich I Fl. 50 Sr., halbjährlich 8 Fl., ganzjährlich 6 Fl. &on$jtyrli4: Rach Belgien, Italien» Rußland und der Schweiz 3'/, Thlr. Nach Dänemark, den Donaufürsteuthümern, Frankreich uud den Niederlanden 4 Thlr. Rach den Verein. Staaten Amerikas und Schweden •»*/• Thlr. Nach England b ^hlr. Bchletier'sch« Vnchhaudluug (H. Bdntsch) in Vrrolan. Nufere Aufgabe. (Echlug.) Sind wir nun am Zieles Hat das Judenthum seine Mission erfülltk Kan« es, wenn allenfalls noch die« und jene« erreicht, im Ressort des einen oder des anderen Ministerium» noch diese und jene lloncesfion errungen ist, zur Ruhe gehen k Da haben freilich nicht wenig« in unsrer Mitte geglaubt, gefagt, gepredigt: die Emanzipation ist der Messias; wem» der »Schutzjude' oder ,Famtliant' Bürger geworden, wenn Löbchen und Völfch«, modo Louis und Wilhelm fortan wohnen, handeln und hetrathe« kann, wo, - womit und wann er will, wenn fite Sohn studiren und »etwas werd«' kann, dann ist alles gut, alles «füllt, und wir werde» fortan am 'ktoob'adoad fröhlich uud gut« Dinge sei», Zion ist «standen! — Man, schämt sich setzt wohl, dergleichen Stumpfsinn geäußert und dm Kampf um di« höchst« religiös« Bitter in ein Streb« nach materiell« vorthellm verwandelt zu haben. Ab« andrerseits erinnem wir daran, wie christlich« Birlhetdtge» der Judmemanzipatton dt« Fabel von Sonne, Sturm und Sander« a»gewendet Hab«. »Macht die Judm frei,' hat es geheißm. »so werd« sie ihr« Mantel ablegen, werd« aufltöreu Juden zu sein,' und wie »erum hat manch« unter uns leise oder laut ebenso gedacht. <u>h dr» ist zur Lüge geworden, wie >ks schon dcunals in England, H »llaird und Amerika hinlänglich zu erkenn« gewesen war. Also was ist unsre Aufgabe jetzt? Nach umr« besten Ueberzeugung beginnt jetzt di« zweit« Epoche uitserü Dirken« und Kämpfen«! in der Neuzeit, lstalt es htslier da» Skeltgiöse vom Staatlich n zu trennen, so gilt es fest dciS Religiös«.auch im mode nen Staate zu erhalte», zu retten. gilt jetzt Kan ps gegen diejenigen, Welche vor dem Grundsätze ansgehen, daß der Aufbau des Staates mid bcr Gesellschast auf dem Bod« tw Freiheit, der Rechtsgleichheit, Co Humanität nur zu erreichen sei, wemr die Wurzeln der Rrltgi.'r auSgerödet werd«. Wir ' oben den verderblichen Einfluß w-tt: zu mach«, mit dem dt« kayolisch« und protestanttsche Ortlwdo.i,: dt« Religion gefährdet! Denn diese Orthodoxie ist eS, welch« sich all« Bestrebungen fei rdlich entgegen stemmt, die auf di: Herstellung des Rechtsstaat s, auf freie Entwickelung d« lIissenschaft, auf Erlösung der Schule au» d« Knechtschaft confissioneil beschränkter und fanatische Geistlich«, auf gründliche Hwilun, sozialer Schädm gerichtet u>d, diese Orthodoxie ist die Bund.»- genosstn all« feudal«, r> aktiontreu. Parteien. Daker ttr Parole: Vernichtungskampf ^egen diese Rechtgläubigketl I Dat> ist ab« für zahllos« Zeitgenossen gleichbedeutend mtt: Kamp' gegen di« Religion; denn sie kerirea Religion nur in der Hüll«, in de die Priester sie gesteckt haden. So ist es au uns dasBegrrthrtl zu zeigen. Dir Ihun die« zunächst durch murr steispiei, uns« Bestehen. Jed« jedn einzelne namenlos« Jude, d« durch sein Beispiel ze!>,t, daß man Religion haben md üben und doch allen wahr« «w> löblich« Bestrebungen drr Zeit hü» dig« und dien« kann, daß man kein Titelchen des Relt« gtousgesetzes zu lassen braucht und doch für Fortschritt, Wahrheil, Freihott, Recht, Hnmanttät, Licht und Bildung «tu» steh« kann — der dient Hott und der Mmschhrit, Der 3»>< aber, welcher jetzt dem go rze», voll« Jndenthume dm Rück« wmdet, der begeht rtn:» verrath, weniger am Juden» thum, als an der religiösen Idee selbst» also an der Menschheit! Da« also ist unser« Aufgabe» da» unser Äami»'1. Die Weis, desselben bleib: dt» alte: wir bestehe« und harre« au»! Wie im cklterthum, Mittelalter uud Nonzrit jeder namirilose Jude et« lebendiger Protest geg» dt« Jrrthüiner und irie Gewaltthaten seiner Zeit gewesen ist, jeder jüdische Pickt.!,;«:

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