Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 1 (5.1.1870)
- Date
- 1870-01-05
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
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7 A««1»a. Biele öffentliche Blätter haben unlängst die Nachricht gebracht, daß ein großer Theil unserer Stoidt ein Raub der Flammen geworden ist. Sie Hab« ab« nicht berichtet, daß der Sultan 750,000 Piast« zur Linderung der Noth gespendet hat. Da» hervorzuheben wird auch au diesem Orte angemessen sein, da der bei weitem größte Theil der Abgebrannten aus Juden besteht. Mag. Nord-Amerika. Aewyark, im November. (Orig.-Corresp.) Ja Philadelphia hat dieser Tage eine Rabbiner-Versammlung getagt. Sie war von de« DDr. S. Adler und Einhorn berufen und bestand auS elf Person«; außer dm genannten werden auch die vvr. Hirsch, Felfenthal, Köhler; Mielziner namhaft gemacht. Berschiedme unS zugeschickte amerikanische Blätter mthaltm über dieselbe vorläufig »och weaig« Berichte, all heftig« Tadel. Die nachstehmden.AuSz«ge werdm «geben, daß dieser Tadel nicht etwa von d« conservative» Sekte auögeht. Zuerst «gießt fich gewaltig« Zom üb« die Heimlichkeit d« L«handlungm, darüb«, »daß die höchst« und heiligst« Jnt«effm ein« religiös« Genossenschaft gewiffermaßm im Schlaftock und Pantoffel abgemacht werdm'. Die »theologisch gebildet« Eolleg«, welche dem entschied«« religiös« Fortschritt huldig«', warm zu ein« Rabbin«-Conf«mz eingeladm Word«; als Zweck war angegeb«: »Berständignng üb« die Principim des n«en CultuS und die Lösung verschied«« praktisch, religiös«, namentlich ehegesetzlich« Frag«, die scharf in'S Leb« einfchneidm'. Ab« außer dies« erst« Einladung war nicht» laut gewordm, nicht einmal d« Termin der Bersammlung war bekannt gemacht. Jndeß die Berichterstatt« d« Philadelphia« Blätt« hattm doch Wind bekomm« und fordert« Einlaß. »Die Repott« d« ' Presse Philadelphia'» pocht« an die Thore d« Confnmz und wurden zurückgewies«.' Dies« Satz ist in einem Blatte gesperrt gedruckt; ab« hat eia dmtsch« Les« ein« Begriff 'von dem, wa» zwischm dies« Buchstab« und Zeit« liegt? Er hat eine Ahnung von Majestätsbeleidigung, von StaatSgerichtShöfm, einigen Jahr« Zuchthaus, Untersagung d« bürgttlichm Ehrenrechte und Stellung »nt« Polizeiaufsicht, auf re. Kinderei! Amerikanische Repott« zurückgewies«! Und noch nicht genug; da gesellt sich zum Scyadm d« Spott, od« umgekehtt. Am nächst« Morg«, ohne Zweifel »ft d« Morzm finst« gewesm, erschien ei» Bettcht üb« die B«handlungm im ,N.-B-H«rald.'*), natürlich »nach Gutdünken zugefchnittme, von einem Handlang« zugeworfme Brocken.' Die ZomeSngießungm füll« viele Spalt«! Einem Artikel d« »Illinois Stans-Ztg.' vom 5. November wtt« d« Ueberfchttft: »Gttäufchte Ermattung« ron dn Bersammlung jüdisch« Reform-Rabbin« in Philadelphia' entnehmm wir noch folgende Sätze: »In d« Aufforderung zur Betheiligung an d« Philadelphia« Confererz wurd« al» Hauptgegenstand d« Besprechung eh«echtliche Frag« bezeichntt. Nun Hab« ab« die H«ren Reform-Rabbin« in dmjmigm Kreis«, in welch« da» jüdische Eherecht (Chaliziib & Get) eine Rolle spielt, also untn dm Orthodoxen, keine Bedeutung. Innerhalb d« jüdisch« Reform Amettka'S htngegm find die juttstifchm Normen de» jüdisch« EH«echteS alte» Gerünipel und um diese» in die Rumpelkamm« zu werf«, bedarf e» kein« Conf«mz. Diese» Gerumpel zu polir«, zu lackire», e» hübsch aufzuputzm und für mod«ne Waare auSzugeben, geht auch nicht. D« Geschmack daran ist ganz und gar v«lor«, die Religion ist darau» verflog«. Für dm Reform-Juden ist in Ehesachm da» Lande»- gesetz und nur diese» maßgrbmd. Praktische« wird somtt Gettm» *) Diese Zeitung hat uns« geehrt« Freund mitzuschicken unterlassen, wadrscheinNch'Krgessen. Wir «erde« kmrach nächsten« nach Einige« üb« di« Verhandlungen selbst mittheilen, «ran e« dnwühr verlohnen sollte. D.Rrd. d« Confnmz in Frag« dies« Att Nicht» «zielt ««den; dagegen könnm jedoch Debattm von riesmb'st«, wahrhaft abschieck«.d,r Gelehrsamkett fich daran» entspinnm und dann — gute Nach, Conf««;!' .Endlich noch folgende, al» echt importitt bücht erkennbare, Kraftstellüb« die, vermuthlich von der Crnfererz nicht beachtete, Schulftcge: »Nach dm landeSläufigm republikanisch« Ansicht« üb« Gleichheit könnm wir uns lncht eia Reform-Kaffnnthuin *"ick«n, das ein« Seifmfied« von Pnfeffion, eitt braves Schult reisterlein und ein« philosophisch gobildttm Reformator für gleich befähigt und gleich b«echtigt hält, in all« religiös« und ethisch« Frag« ein Wöttlein mitgi:« sprechen und ein endgiltiges Utthell zu Hab«. Solchem bahren sollte Seitms d« Conf«enz d« Standpunkt klar zemacit w«den'. Literaturbericht.*) Cassel, vr. David. Sabbath-Stunden zur Belehrung und K>- bauunz d« iSraelittschen Jugend. B«lin 1868. L. Gerschel. (388 S. 1» , Thlr.) Daß »vir aus die« schon vor mehr al» Jahre«srist «rschiemne Li« k heute verweisen, bedarf keiner Rechtfertigung; wenn wir »kr noch jetzt di » für zweckmäßig en, so wollen wir damit nicht zu verstehen ged,». et n da» Buch wohl noch ich» bekannt und gewürdigt worden, sondern nii' mM|t, n noch mehr und weiter unsere Leser auf die werrhvolle Bereicherung »nser r jüdisch-religiösen Jugend-Rterawr aufmerksam machen. Die Sabbethstmid n enthalten Borträge über alle Wochrnabschnitte de« Pentateuch, welche s>e r Vr. Lasse! früh« bei dem JngendgotteSdienste in der Berlin« jüdisch,« Bemeinde-stnabenschule gehalten har. Ans einzelne, nack, unserer Aasichr d sonder« gelungene Betrachtungen hinzuweiseu, liegt nicht in kr Absicht dies r kurzen Anzeige. S» ist fast an«nahm»l»« eine jek zweckaiäzig, trefflich. D r wollen ttnr die Leser kitten, sich da« Wett zu merken» ui» davon sowohl ft r ihre eigenen Kinder Gebrauch zn machen, al» auch ksouki«, um e» zu B> schenken für LoufirmanKn u. dgl. zu benutzen. Bücher bilden einer heroorragenden veftandrheil >»«r »ade», welch« verwandte «ad greimk aus de« Tisch eine» Bar-Mitzwa Knaben, eine« Honfirmirien, zu legen pflegen, und dc» ist ja recht schön und gut. Da« jugendlich« Bemürh soll ich mit kn geistig, n Baben freuen und da«, wa« ihm Bildung zuträgt, hlchec schätzen lernen al» Tand und Eitelkeit, al« materiell wetthvolle«. SLan schinkr al» Bücher, klassisch« und nichtclassischr, sie erscheinen oft doppelt rnd treifach die Religion aber, der der Tag doch eigentlich seine BrdeiMmz, Seche und Feierlichkeit verdankt, geht ziemlich leer, »st ganz leer «,». Hi-r und da lieg: mit« den Beschenken ei» Lbummesch »kr Sitter, eine Biv - mutt« od« Tante liefen kn gelticklea Tephill ri-Beutel, kr bald-. Da« ist Alle«. Da« ist bei kn Christen ankr»! Nachfrage und AngchN stehen akr üb erall in gleichem verhältniß; die Zahl kr religiösen Ingen schristen für Juden ist winzig, vettchwinknd Nun, und man könnte an« gaitz wohl entgegen halten; wir kennen keine geeignNen jüdisch.religiisen Blühe:, sonst würden wir gern ein solche« wählen. Bo sei dmn zunächst aus K« eine hiermit »«wiese». Au«drücklich wollen nur noch h«vorkben, daß d e Vadbach^wnkn nicht«, gar n-cht«, von km süßlichen, widciwärlig sak» Ton und Inhalt haben, kr manche nichtjüdilche Sch.iften verwandt« A -t auf kn ersten Einblick kennzeichnet. E« wird gesunde Kost, braut; bar ft r jek« Hau«, geboicn. Druck und Papi« find sehr schöm — Bon km verstorbenen Baron Jame« von Rothschild sollen nachgelassene Memoiren vorhanden und bereit« d« Preffe üb«geben sein. — Ana Rußland bericht« man von km Erscheinen eine» itdilchen Be«tbuche» mit ruffisch« Uebersetzung vor, Rabb. I. Horwitz in Brolm», während «ine andne von Wohl i» Wilna km Drucke ükrgeben wir!,. 0» scheint bi» jetzt wrch eine solch« Uebrttetznng gänzlich gekehlt }u haben. *) verkäster »nd Verleger solcher Gchttsten, Kre« «»zeige »n>> Besprechung sich für «n» eignet, rrsuchrn wir n»8«sendn«g ei,et Neeenstangerewplatt. Di« Skttakttori. Atz« Einsendungen für di« Nednetto» sind nur an dies«, ns«. an ItalMacr vr. Treuensel» in Etetttn, dagegen Larwstz»,. denzen »»«»glich der Abonnement» und Inserat« allein »n den ft«;- le^e „Echletter'sche Buchhandlung <H. Ekutsch)' in Breslau zi Die Herren Bkitartzeiter und L»rrrsp»ndent»n wetten tzri> - grubst um deutliche» und nur aus einer Beite de» Papier« deschtt - bene» Mannsettpt ersucht.