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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-01-05 · 1 (5.1.1870) · p. Seite 2

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
1 (5.1.1870)
Date
1870-01-05
Page
Seite 2 (sequence 6)
Language
German
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2" kenne». Unwissenheit bringt eS zu Wege, daß Phrase» und Stichwörter, dis «uf da- Judenthum gar nicht paff«! oder mir eine sehr modificirte Anwendung find« können, verwirrend, gleichsam berauschend wirken, daß di« Lehre imr oberflächlich gekannt, daö Gesetz de- Judenthumaber al» embehrlicheantiquirtes Beiwerk rngeschen wi^d, von dem höchst«- estügx» al- Form, alni-rhwendige- Uebel, beibehalte» werden könne. Au> Unwiffenhejt geht man darauf ctß, fremden Taitd, f« Unze, die anderswo bereital« schädlich und hemmend erkannt sind, in da- Helligthum K«el-.«iWufÄsriG^fl«A>:H«it^m »okHlndem abgelegt« Kleidern na anfzuputzen. Die Umoiffmheit fft wiederum Schuld h-ravh. d-ß man übereiftlg -vch GfwrbMjj^hattrn, Tobte-, welche» nie eine eigmchbmlich« Berechtigung im J^enthume hatte, nicht an-mepzm »Dl, dq^ Hußtz WefeiRiche-' Mffvesentlichem, Bleibende» von Vergänglichem, unverbrüchliches Gesetz von Reformirbarem nicht zu unterscheid« weiß; sie bewirkt mdlich, daß viele da- Zudenthum für ihre Perlon und in ihrer» Hause heg« und halt«, es aber so wenig begriffe» rmp daß Beobachten de-.Udb-r» ltefert« so w«ig durchgeist gt haben, daß sie e« weder gegen Spott und Unglimpf -» berl^tdigkn, noch' deft eigenen Kiützvt« ehrwürdig zu machen Lastehen. Die »Israelitische Wochmschrift' wird sich bemüh«, da-,jüdische Publikum, welcheim Allgemein« so empfänglich für Belehrung auf ander« Gelietm de- Wissens, so bildung-beflissen ist, auch, wieder für jüdisch«- Wissen, für Kenntnis des Inhalts seiner Thor«,;« erwärme» urd ihm in geeigneter Weise d« Zutritt zu den Schätz« hellbringender Wahrhctt zr» er. schließ«. Gerechte Würdig! mg der so viel verkannten, geschmähet«, auch von dm eigenen Bekennen» so oft mit falschem Maßstabr gemeffmm, durch entstellend: Gläser betracht,»er Religion, Darlegung ihregöttlichen unvergänglich« Gehalte-, Abwehr aller und neuer Angriffe, Begründung und Befestigung der dem Zweifel und der Verneinung am meisten au-gesetzt« Partim der Lehre und de- Gebote-, diewird dawesentlichste Ziel de- Blattesei«. * Wir weuden uv S, nach Inhalt und Form.dezu bietend«» Lesestoffe»,- an die gebi!dete"südtslche Familie. Findet auch de, Fachmann hier und da bcachtenSiverthe Gedanken, so soll e» uns freu«; die Rücksicht auf Gemeinverständlichkeit dürfen wir diesem Wunsche nicht opfern. Die »israelitische ÜSocheuschrift' wird bringen: ' 1. Populäre Aufsätze über Lehre und Ges>-tz des Judenthum» in der vorhin bezeichnet« Weise; 2. Besprechung von Tagesfragen, die du» religiöse Interesse de» Judmthum» betreff« oder nahe berühr«; 3. TageSnachrichten über Juden und Judenthum «erd« wir, tnscfem sie in dm allgemein verbreitete^ Zeitung« mstzetheilt werd«, nur in auszüglicher Kürze bring«. Nur wenn wir durch Origiualberichte über einzelne Vorgänge Genauer«» ober Richtigere» zu g,bm im Stande sind als die Tagesblätter, wrrdm solche unsem Lese« Willkomm« sein; 4. Berichte audem jüdischen Gemeiudeleben; nammttich hoff« wir au« dm größer«, weite Kreise berinfluffend« Gemeind« Schilderwig« und Mittheilung« ged« zu könnm, die in andem Blättern meist vergeben» gesucht werd«; 5. Literarische Berichte über solche Schrift«, welche da» größere Publikum interesflrm (wiffmschaftliche Rezension bleibt au»geschloffm). 6. Ein Feuilleton unt Jouraalrevu« wird sich dies« Rubrik« anschließm. 7. Außerdem wird jede Nummer ein Derzetchntß der ast» vaeaut au»geschriebenen Stellen für jüdffche Lehrer Eantor« u. s. w. in einer übersichtlicher, alle» Aiesentliche enthattendm Tabelle bring«, worauf «ft die dafür sich Jnterefsi» rradm besonder» auftnerksam mach«. Die Redaktion ist sich vollkommm bewußt, b<i§ da« Blatt mannigfach« Angriff« von Sett« der beidm Extreme, vielleicht auch Gehäsfigkett« und Verdächtigungen ausgesetzt sein wird. Wir werd« Polemik nicht such«, auf pikant« Skandal gänzlich Verzicht«, auf persönliche Angriffe, so lange es angehm mats nicht antworim; wft such« dm Fried« und nicht dm Kampf, aber wir werom auch dies« nicht scheu«, »am die gerech te Sache oder unsre Gegner ihn un» aufzwingm. Wir glaub«, mit unserm Untemehmm einem lange gefühlt« Betürfniffe entgegenzukommm; in wiefern da- Blatt diesem gmügm wird, damag die Zell lehr« und da- Publikum bmrtheilen. _/.«. Stettin, im December 1869. VtiUKfiU. FeuMeton. Mohammed und die Juden.*) Bca -iebdinrr ve. Perle». Ich habe in einem ftüherm Vorftage die Entstchnng-ge» schichte der erst« Tochterrelkgion des JudenthnmS, nämlich de» ChristmthumS, besprochen, ich will heute von da anderen jünger« Tochterreligion, dem J»lam, reden. Mein Hauptaugenmerk wird darauf gerichtet fein, in möglichster Kürze den Nachweis zu liefern. daß wie daS Christenthum auch der J-lam, deffm Bekenner eine große Rolle in der Geschichte gespielt und zu dem sich auch heute noch mehr als 100 Million« Menschen bekenn«, daß auch der Islam auf jüdischem Grund und Boden ruht, von jüdisch« Einflüssm grnährt, mit jüdischai Elemmtm durchzog« ist. Sehm wft uns zunächst dm Bode», au, auf dem der Islam mtstandm ist. Sein GeburtSlaul) ist Arabien. Biel,; Jahrhundert« vor dem Austrrtm Mohammeds lebt« schon in Arabim zahlreiche Judm und zwar nicht wie m ander« Reichen geknechtet und verachtet, sondn» zu ftei«, unrbhängigm Stäm- *) »s» einem tat vereine Mir er Nauflemr zu Posri, gehalten« vortrage.! mm vereinigt und in vielfachen Wechselbeziehung« zu dm sie umgebend« heidnisch« Araberstämmm stehend. E» bestand ' zwischen Judm und Arabem eine Verwandtschaft der Rare und Sprache und die jüdisch« Araber unterschied« sich von ihr« heidnisch« Mitbewohnem durch weiter Nicht», al» durch die aukeinandergehenden religiösen Anschauung«. Im U-brigen warm die Judm gleich dm Arabem tapfere Krieger und warme Frmnde der Dichtkunst und zeichnet« sich durch Betriebsamkeit in Handel und Windel au«. Die alt« arabisch« Schriftsteller bericht« unvon einem noch vor Mohammed lebend« jüdisch« Fürst« Samuel b. Adijja, der auf seinem Schlöffe Ablah refidftte und deffm Tapferkeit und Bi^erkeit vielfach, und ganz be», sonder» von seinem Freunde, dem berühmt« arabisch« Dichter Amrul-Kai», in schön« arabisch« Vers« besunc,« wurde. Sanmel b. Adijja'S Anseh« war so groß, daß sich ganze ara«. bische Etäuune unter sein« Schutz stellt«. Vor seinem Tode sang er sich selbst sein Schwanmlied in folgend« Vers«: »Köpnte ich doch wiffm, wa» die Klageftaum nach meinem Tode sag« werd«! Werd« sie sag«: Wohl sei ihm! Ich habe manch« Traurig« mit guter Kunde und «ohlwollmdm Wort« erfreut? —~ Was ich von meinem Lermögm «tbehrm konnte, habe ich'ge-' spendet, «m Andem die Härte de- Wetter--und da» Wehm der. i. •- '

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