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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 7. (1902) · p. Seite 56

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 7. (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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selbständig, sondern er beruft sich auf den bekannten von den Kabbalisten verehrten R. Nechunja b. hakana.) Schliesslich sagt er auch hier, dass sein langes Verweilen bei diesem scheinbar unwichtigen Midrasch zu dem Ende geschehen sei. um denen, die mit ihren Erklärungen prahlend, die Ansicht der Weisen verspotten, den Mund zu scliliessen3).“ — Diese Beispiele mögen genügen. VI. Die einfache Erklärungsweise (פשט). Der Cominentar Nachinani's bildet eine Kette kleinerer und grösserer, an das Bibelwort sich anschliessender wissenschaftlicher Abhandlungen; Aufsätze, die er einzeln als besondere Theile ausgearbeitet, und dann zu einen! Ganzen zusammengestellt zu haben scheint4). Daraus erklären sich die vielen Vorreden und Einleitungen, denn jeder Tlieil war ein Ganzes für sich. So wie er zum ganzen Commentar eine Vorrede schrieb, worin er seinen Standpunkt zur Bibel ansein־ andersetzte, wie er ferner zu jeden einzelnen der fünf Bücher eine kleine Einleitung machte, um es in grossen Zügen zu cbarakterisiren und den Gesammtinhalt in kurzen Worten anzugeben, so timt er dies auch fast bei jedem Wochenabschnitte und Capitel. auch bei wichtigen Geboten. Solche Abhandlungen sind, — wir wollen einige grössere nennen — die Schöpfungstheorie, Abraliam’s Geburtsort, der Bund mit Abraham. Prophetismus (p. 17b). Isaak war nicht arm; eine Polemik gegen Ibn Esra. Nähere Bestimmung des Grabes der Rahel (p. 31b). — Ueber Schwagerehe (34 (סוד היבוםb. — Ueber die Anthropomorphismen im Onkelos, Polemik gegen Maimonides (p. 40) — Berechnung der 70 Personen, die nach Aegypten zogen. — Die Bedeutung der judäisehen Könige. Die Hasmonäer. (p. 43). — Ueber das Tetragranunaton (p. 47). — Die Monatsnamen (p. 5(i). — Was heisst בין הערכים? — eine Polemik gegen Ibn Esra. — Wie lange wareu die Israeliten in Aegypten? (p. 53 und 54). — Ueber die Ankunft Jethro’s; vor oder nach der Gesetzgebung? - Einleitung zum Dekalog. — Die Arten des Götzendienstes. — Ueber die Bedeutung des Sabbath; eine Polemik gegen Maimonides.—Was war David s Sünde? (zu Anfang בי תשא) — Ueber di(־ Bedeutung der Opfer; eine Polemik gegen Maimonides. — Ueber Asasel. — Bedeutung des Blut- Verbotes. -- Ueber den Molochdienst. — Ueber בריתות. Unsterbliehkeitstheorie. — Einleitung zu den Festtagen (שבות). — Wann ist das Woehenfest V Polemik gegen die Saddueiier. — Einleitung zu den Geboten des Acker-Sabbaths und des Jobeijahres (Abschn. בהר). — Einleitung zur תובחה (Absehn. ברקתי). Die beiden Strafandrohungen und ihre Erfüllung in den beiden Zerstörungen; eine Parallele. — Was war die Sünde M ose’s? - Ueber den Vertilgungskrieg der 7 Völkerschäften. — Wie ging die Vertheilung des Landes vor sieh? — Bedeutung des yctt'-Gebecs. - Falscher Prophetismus: seine Kennzeichen. — Erstreckt sich das Gebot der Richtereinsetzung auch auf unsere Tage? (Einleitung zum Abschn. שופטים) — Die Arten der der Zauberei. — Die Mitleidsgebote. — - :.״־כ; כתבת' זה *סכו' שי הדובים עי הצדיקים עתק וי Mehrere Andeutungen «eisen darauf 11111. Kr lierull sieh im Anfall!')׳ auf Conmcntarstellen in den spateren Hüchern, so (ien. zu זאת השעם auf «eine Krklärung zu וזאת הב־כה u. dgl. m. liei den grossen! Abhandlungen kann man eine besondere Kinleilun!! und einen Schluss beobachten. Dieses wären ungefähr die grossem Abhandlungen; sie besprechen, wie wir sehen, Hauptpunkte des mosaischen Gesetzes. Nachinani’s Exegese musste zu solchen Abhandlungen anwachsen, weil er zugleich auf die bereits vorhandenen Erklärungen Rücksicht nahm, gegen diese sich belobigend oder tadelnd aussprach, und meistentheis sie widerlegte; und andererseits, weil er mit viel mehr Wissenschaftlichkeit an die Comnientirung ging, als die früheren Conunentatoren. Er geht sehr systematisch zu W’erke, sucht stets einen leitenden Faden auf. und bemüht sich in den kleinern wie in den grossem Abschnitten eine Einheit herzustellen, einen innern Zusammenhang der losesten Verse, die Aufeinanderfolge der einzelnen Kapitel, die Reihenfolge der Wochenabschuitte, und die Verbindung der 5 Bücher. Sein systematisirender Kopf zeigt sich im Kleinen wie im Grossen. Sobald die Bibel •ein Gottesbuch ist, so konnte er mit Recht voraussetzen, dass ein innerer Faden stets sich auffinden lassen müsse, es dürfen die Abschnitte nicht willkürlich aneinander gefügt sein, dies würde ein schlechtes Licht auf die Redaktion werfen und die Autorität der Bibel schwächen. Da aber stiess er auf einen Grundsatz im Talmud, der diesem Streben schnurstracks entgegen war. Im Talmud wird nämlich der Kanon aufgestellt: אי| מוקדם ומאוחר בתורה. ..In der Thora ist die Reihenfolge nicht beobachtet; da giebt es kein Früher und kein Später“. Das war freilich ein Strich durch sein System, ein arger Streich, den die rabbinische Exegese ihm spielte. Hierzu kam. dass alle bisherigen Exegeten diesen Satz adoptirt hatten. Raschi hatte ihn angenommen, denn wie konnte es ihm einfallen, einem talmudischen Grundsatz zu widersprechen! — Dem Ibn Esra war dieser Kanon gerade sehr willkommen und er benutzte ilm recht üeissig. Demungeachtet stand Nachmani doch keinen Augenblick an, diesen Satz mit allen ihm zu Gebote stehenden rhetorischen und exegetischen Kräften zu bekämpfen. Es gelang ihm auch; seiner strengen Logik und Systematisirnng musste diese regellose Regel siel! unterwerfen; und hiermit war viel gewonnen für die Exegese und für den Glauben, dass die Bibel aus einer Meisterhand hervorgegangen und aus einem Gusse sei. ..Keine Versetzung oder Verschiebung der Parschioth ist anzunehmen, es giebt da, kein •joxepov trpwtepov! Alles ist in der Ordnung zu erklären, wie es vor uns liegt1׳)." (Forts. folgt.) •’■) Die liedeiitemlsten .Stellen, :111 denen er sieh darüber ausspricht sind folgende: Kevit 8.2 gegen Kasehi, der einen Ana chronismtiH unnimmt:?היים c'pSa וימה נהפכו דברי• Numeri lö, וזה מדעת ר אברהם שהוא אוסר במקומה יבי אי; מוקדם ומאוחר בתורה ירצונו וכבר כתבתי דעתי כי התורה בסדרה זויתי כמקים שיפרש הכתוב ההקדמה והאיחור, Sy כי ונם שם 'צויך עני; ויטעם נבון: Ferner (lenes. 24, (M. Kx״d. 4, lö; 20, 21: :12, 12; :1:1,'7; :14, 18; 10, 10. l.ev. 10,1. Zu (ien. :16, 37 saat liasehi; אין מוקדם ובו מכירי! יוסף קודם 'מיתת יצחק. N. vertheidigt diese Stille mit dem lichtigeu (irundsatz, dass die llihel hei Celegenheit der Charakteristik eines .Mannes, diese vollstiiiidig giebt. sollte sie auch genüthigt sein, zur Abrundung des ganzen Hildes manches Spätere vorweg zu nehmen. Inhaiti Die Verbindung des Fniveranlismus lim! I’artieiilarismus im ,)udenthum. Von Kabb. Dr. Kulimcr. — Felier ilie Tenden/ des Cebetes ובא *4ציון. Von Kabb. l)r. I. Deutsch. — Der IVntateuchcommeutar des Naehmanides, V. 11. VI. Von M. U. Verantwortlicher Kedaetetir: Rabbiner Dr. .M. Rabiner, Magdeburg. Druck von l.eistner A Drewfs, Magdeburg.

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