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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 2. (1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 2. (1902)
Date
1902-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 2. — 1902. JüdiSChGS Jahrg» XXVI. Litteratur-Blatt. Zur lk?U‘1u*htm1K «Iler Jutl«>mhnm ״ml Juden lietrettemlpu litterflrischeu Kr* soheimingon auf dom (iolmdo der Philo* Sophie, (ieschlohle. Kthtm^raphle, TheolORie, Orient«!!«, KxeKese, Homiletik. Liturgik mal PiidaKogik. Verantwortlicher Redacteur: Rabbiner I>1\ M. Rahnter in Magdeburg. Verlag und Expeditiou: Arthur Scholen!, Berlin C., Rossstr. 3. Biiohor der einsohlHRi^eu Lilteratur, deren Beapreeliung in dieaem Blatte ^ewü1t.H<>ht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind an die K e d a c 11011, Inserate u. Beilagen an dieKxpe• <1 i 11 o n f r a 11 e o ei ״*״senden. Rthmar*1 ״Jtidlaohes UUer«tur-BI«tt“ erseheint nftnatlioh im l infunpe eines ganr.en Bogens 11. kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei direktem Bezüge durch Arthur Seholem, Berlin, Rossstr. 31 vierteljährlich eine M»1Tk. — IMe Abonnenten der in demselben Vertage erscheinende״ ״ItraelitUohen Wocbflntobrlft“ welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljhhrlieh 3.— *. kostet, erhalten das ,,Jüdische I.itterntiir-BlnU" als Bretle-Beilage. — Inserate werden mit 20 Pfg. die viergespaltene Zeile!«;rechnet und sind an die Kxpedition ln Berlin zu senden.__ Abdruck einzelner Artikel nur mit der Angabe 1!!Aus Rahner1• JOd. Litteratur-Blatt•‘ gestattet. Die Bezeichnungen der pentateuchischen Gesetze. ICiii Beitrag zur Charakteristik der verschiedenen Gcsetzcskhissen dos Mosaismus. Von Kahb. I)r. A. Gordou1;. Die verschiedenen Wörter, mit denen der Pentateucli die göttlichen Gesetze bezeichnet, gehören zu den Synonymen der hebräischen Sprache. Synonyma sind nicht verschiedene Ausdrücke für ein und denselben Hegriff, sondern für solche, die in gewisser Beziehung einander ähnlich sind, im Uebrigen aber sich durch gewisse Merkmale von einander unterscheiden. Die Aehnlichkeit solcher Begriffe beruht theils auf der Gleichartigkeit ihres Wesens, theils auf anderen ihnen, gemeinsamen allgemeinen oder speziellen Kennzeichen. Ebenso aber wie es nicht vollständig identische Begriffe giebt. giebt es auch nicht Wörter, die ihrem Ursprünge nach in jeder Beziehung gleichbedeutend sind, obgleich sie im Sprachgebratich zuweilen auf denselben Gegenstand angewendet werden. Dies zeigt die Synonymik der verschiedenen Sprüchen, deren Aufgabe es ist, durch scharfe Begriffsbestimmungen die Bedeutungsverschieden beiten der scheinbar dasselbe besagenden Wörter klarzulegen und auf die darin hervorgelmbenen besonderen Merkmale hinzuweisen. Hierbei werden gewohnlich die verschiedenen Abstufungen, die allgemeinen und speziellen Charakterzüge, die äusseren und inneren Eigenschaften der gleichartigen Dinge in Betracht gezogen, die die verschiedenen Ansdrucksweisen insbesondere andeuten. Bei der Definition der verwandten abstrakten Begriffe werden auch der höhere und niedrige Grad, die Verschiedenheit der Verhältnisse und Beziehungen und noch andere Momente berücksichtigt, durch die sie sich von einander unterscheiden. Je entwickelter und zivilisierter ein Volk ist, je schärfer und tiefer sein Denken, seine Anschauungsweise und je feiner es sein Gefühlsleben beobachtet, desto reicher ist seine Sprache an sinnverwandten Ausdrücken, die auch die feinsten Schattirungen der Begriffe andeuten. >) Wir geben im Obigen — mit freundlicher Erlaubnis• des Autors — die ״Einleitung“ zu dessen im Drucke befindlichen intcrcssantcn Werke. (Ked.) Durch den Reichthuin an Synonymen zeichnet sich bekanntlich auch die hebräische Sprache aus, worauf schon die ältesten Bibelforscher hingewiesen haben1). Audi abgesehen von den poetischen biblischen Ausdrücken, die der hohe Geistesscbwung und die Begeisterung der Propheten, Psalmisten und Spruchdichter geschaffen, bietet uns die biblische Sprache auch sonst eine grosse Fülle von sinnverwandten Wörfern, die auf die subtilen Unterschiede der gleichartigen und ähnlichen intellektuellen Begriffe hindeuten. Dieser Reiclithum an Synonymen tritt ganz besonders iu den in der Bibel so häufig gebrauchten Parallelismnsformen zum Vorschein, die denselben Gedanken durch Worte von ähnlicher Bedeutung wiederholen8). Der besondere Siun der hebräischen Synonyma, besonders der bezüglichen Substantiva, lässt sich im Grossen und Ganzen leicht feststellen, da diese im Hebräischen meist Derivata der Verba sind, deren Grundbedeutung mehr oder weniger auch für den Inhalt des mit dem Hauptwort verbundenen Begriffs massgebend ist. Der Sprachgebrauch entfernt sich zwar vielfach auch hier von der ursprünglichen Bedentung des Stammes, wie die Entwickelung der Begriffe und die Fortbildung der Sprache es meist mit sich' bringt. Diese Entwibkelung vollzieht sich jedoch gewohnlich in der vom Stamme vorgezeichneten Riehtung, ohne gewisse Grenzen zu überschreiten und aus den Wörtern Begriffe herauszubilden, die mit dem Stamme nichts Gemeinschaftliches haben. Das Substantiv wird daher ancli in solchen Fällen Etwas bezeichnen, das, wenn es auch mit der vom Verbum ausgedrückten Thätigkeit nicht direkt zusammenhängt, so doch dazu in einer gewissen Beziehung steht. Für die Bedeutung und den Umfang der fraglichen Begriffe ist daher nicht allein der schwankende Sprachgebrauch *) Ueber die Gesetiiehte der hebräischen Synonymik siehe die Abhandlung von l'rof. F. Midi lau in der Zeitschrift der dentsehen niorgenliiudisclien Gesellschaft 1866 S. 316 ff. •) 1111 foriiiulen l’tmtllelismus sind jedoch zuweilen mit den verschiedenen Ausdrücken nicht besondere Begriffe verbunden, du der l’urallelismus in diesem Falle die Begriffe in ihrer allgemeinen Bedeutung hervorhebt. Nur 80 ist u. E. der Sutz Deut. 83, 10 .יןו״ן משפטיך ליעקב ותורתך לישראל aufzufassen, m dem משפט und תירה ein und denselben Gesetzesbegriff darstcllen. S. iibrigens hierüber w. u.

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