Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 10. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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80 il. Das איש in dem Verse 1,-4) קניתי איש את הי) erklären alle Exegeten auf Kajin; aueh Luzatto übersetzt; Ho acipiistato סוווסוו וווו col (l'aiuto fiel) Signore. ״leh habe einen Menschen erworben (mit Hilfe des) Herrn“. Ehrlich, wendet dagegen n. A. ein, dass wenn auch der 3 Monate alte Moses (2. B. M.2,t>) נע־ genannt würde, unmöglich doch ein neiigebonies Kind איש genannt werden könne. (Es hätte dann wohl אדט («der;כ heissen müssen.) Darum meint er, dass Eva darunter ihren Mann verstanden habe (soviel wie ״ .׳אישיIch habe, nachdem ich (durch den Sündcnfall im Paradiese' mir die Gunst Adams und Gottes verscherzt habe, durch (las freudige Kreigniss der Geburt des Erst• geborenen, das Herz des Mannes (summt Gott; wieder erworben“. Dass sie nicht אישי sagte, habe seinen Grund darin, dass unter איש doch kein anderer Mann verstanden sein konnte, als Adam, der damals einzige Mann. 10 C. V. 2tt. ״Dieser wird uns trösten d. h. Kühe verschaffen von unserer schweren Arbeit und den Mühen unserer Hände“, roter Hinweis auf Prov. 31,7 (״dass er trinke und seiner Mühsal nicht mehr gedenke“) erklärt Ehrlich diese Stelle dahin, dass Noah durch den von ihm zuerst betriebenen Weinbau is. 0,20) für die mühsam ar beitenton Menschen ein Mittel erfunden habe, ihnen zeitweilig Kühe zu verschaffen von ihren schweren Arbeiten, sie in einen Zustand zu versetzen, der sie ihres Mühsal» vergessen lässt. Eine sehr plausible Erklärung. Wird fortgesetzt.׳ Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit׳. Mit zahlreichen Porträts und sonstigen Illustrationen. Von Dr. A, Kohut. Druck und Verlag von A. H. Puyne in Leipzig-Reudnitz. Erster Band. 1‘dOO. Preis 10 Mk. Zweiter Band. 1!H)1. Preis 10 Mk. Wohl noch nie ist eine grosse, schöne und dankenswerthe Aufgabe so mangelhaft und schlecht gelöst worden, als in diesem Werke. Schon längst war die Schaffung eines Buches als ein Bedürfnis» empfunden, in welchem die grosse Zahl von Männern t'und Frauen), die anf den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft und Kunst, der Litteratnr und Kultur, der Industrie und des Gewerbes, der Politik und Philanthropie, durch Reisen, Entdeckungen und (Sammlungen als Juden sich einen Namen, und dem Judenthum Ehre gemacht haben, in schön geschriebenen Biographien, wohlgeordnet nach den Geschichtsepochen von der nachtalmudischen Zeit an — denn für die biblisehe und talmudische Zeit ist dies bereits mehrfach ge• schehen bis auf die Gegenwart vorgeführt würde. Ein solches schön ausgcstut.tctcs Buch, womöglich mit entsprechenden Illustrationen versehen, wurde schon auf einem der ersten Gemeindetage von Emil Lehmann als ein dringendes Bedürfnis» für das jüdische Haus erklärt, zur Hebung des Selbstbewusstseins, zur Belehrung für Jung und Alt, ja ganz besonders zur begeisternden Anregung für unsere Jünglinge und Jungfrauen, als (*in Familienbuch im besten und schönsten Sinne des Wortes und in billigerer Ausgabe als jüdisches Volksbuch. Mit Begeisterung wurde damals — ich glaube es war im Jahre 1872 von der grossen Versammlung in der Leipziger ■Synagoge, der auch Lazarus, Ludwig Philippson und Schreiber dieses beiwohnten, dem Antrag(• zugestimint. Drei Jahrzehnte sind seitdem verflossen, und wir freuten uns, als uns im vorigen Jahre der Prospcctus des berühmten Buch- und Kunstverlag» von A. H. Payne zu Gesichte kam, worin der Plan zu dem oben angezeigten Werke — in 18 Lieferungen zu ft Bogen — dargelegt war. Aber es stiegen gleich Bedenken in uns auf, ob der als Verfasser angezeigte Dr. A. Kohut der richtige Manu sei, der dieser Aufgabe nach allen Seiten hin gewachsen sein würde. Wir beschwichtigten unsere Bedenken damit, dass es bei der Fülle von Vorarbeiten in jüdischen Zeitschriften, Ge- Schicht•»- und Litteraturwerken, biographischen Sammlungen und Gallerten nur der geschickten Benutzung, Abrundung lind Zusammenstellung bedürfe, um etwas Gutes zu schaffen, und so wie demselben Verfasser diese conrpilatorische Arbeit in seiner ״Geschichte der Juden in Deutschland“ gelungen, so würde dies auch bei dom neuen Unternehmen der Fall sein und jedenfalls etwas Nützliches herauskommen. Jetzt wo das Werk abgeschlossen vor uns liegt, müssen wirleider sagen, dass 1111 sere Er war tu ngen vollständig getäuscht sind. Wenn man schon hei dem ersten Tlieile stutzig wurde, so viele Konvertiten, ja auch manche bereits als Christen Geborene, als ״berühmte Juden“ aufgel'ührt und in effigie vorgeführt zn sehen, und mit jedem neuen Hefte die doppelte Besorgnis» wuchs, einmal; wird man dieses Buch unserer Jugend als Sporn und zur Nachahmung in die Hand geben dürfen? und sodann: wird man von gegnerischer Seite nicht mit berechtigtem Hohn auf dieses Buch hinweisen und sagen, ״Wenn die Juden berühmte Männer aufweisen wollen, dann müssen sie sich dieselben aus den christlichen Kreisen zusammenholen und Fremdes, auf christlichen Boden Emporgewachsenes und vom christlichen Geiste Durchwehtes als ihr Eigenthum usurpiren.“ — Welche Schmach für das Judenthum, das soviel des Grossen und Herrlichen als eigenstes Eigenthum besitzt, dass es der Anleihen bei Anderen nicht benöthigt! — so offenbart der zweite Band vollends die ganze Unfähigkeit des Verfassers, seine Unkenntnis», seinen Mangel an richtiger Beurtheilung der Personen und ihrer Bedeutung, sein schwülstiges fast reklamenhaftes Hervorheben von Minderwerthigem und Ignoriren oder Unterschätzen von'wirklich Bedeutendem und Gediegenem. Welche Confusion herrscht in diesem Buche! Welche Herabwürdigung liegt oft schon in der falschen Einreihung bedeutender treuer Juden und ihre Zusammen- Stellung mit Täuflingen! Von den unzähligen Beispielen seien nur ganz wenige hier angeführt. Da wird Ludwig Philippson nicht, wie's ihm gebührt, unter den Theologen und Kanzelrednern aufgeführt, sondern unter den ״Jourualisten und Redakteuren“ in Gesellschaft der getauften Maximilian Harden und Arthur Levysohn (vom ״Berl. Tagebl.“). Auch G üd ema 1111 suchen wir vergeblich unter den Rabbinern und Predigern, unter denen er doch eine der hervorragendsten Stellen eiuuiiumt, sondern, weil er auch über das jüdische Unterrichtswesen geschrieben, nur unter den — Litteraten. Rabbiner G uttmann-Breslau, unstreitig der eingeweihteste unter den lebenden jüdischen Rcligionsphilosophen, findet sich weder linter diesen noch unter den Kabhinern; er theilt dieses Loos mit mehreren andern durch ihre Werke berühmten jüdischen Theologen (z B. IIorovitz-Frankfurt a. M.) Biographisch (mit Porträts) behandelt Kohut überhaupt nur sieben von den gegenwärtigen Rabbinern Deutschlands und Oesterreichs. Die vielen andern hatten es wahrscheinlich unter ihrer Würde gehalten, ihm ihre Photographien liehst biographischen Notizen einzusenden. (Schluss in nächster No.) lulinlt der No. 10. Wissenschaftliche Aufsätze; L'clier (teil Einfluss der Bibel auf hervorragende Repräsentanten der englischen Litteratnr. Von Kcv. Dr. J. l'hot/.ner. — Aus llierunvmiis' (.'onimentur zu Micfia. Von Dr. M. lialinier. Zur Erklärung der Mischlin ('!uigiga 11,2. Von Rabbiner Dr. Seligkowitz. — Kundbenierkiingen zur lVntatouch-l'ohersctzung des Onkelos. Von Rabbiuer Dr. .1. Deutsch. Lltteraturbericht. KeeenNionen: A. Ehrlich’» מקרא כפשוטו, Scholien und kritische Bemerkungen zur lu-üigen Schrift. (Proben uus diesem Werke. Von M. ft.) — Berühmte israelitische Männer und Krauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Von Dr. A. Kohut. Verantwort lieber Kcducieur: Rahhiner Dr. M. Kahnier, Magdeburg. Druck von Leistner & Drewfs, Magdeburg.