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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 5. (1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 5. (1901)
Date
1901-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 5. —1901. Jüdisches Jahrg. XXV. Litteratur-Blatt. Zur Beleuchtung «Iler Judentbnm und Juden betreffenden lltterarischen Er• •chelnungen auf dem Gebiete der Philo• sophte, Geschichte, Ethnographie, Theo• logie, Orientalla, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Verantwortlicher Redacteur: Rabbiner Dr. M. Rahm er in Magdeburg. Verlag und Expedition: Siegfried Cronbach in Berlin W. 57. BOcher der eluuhl&gigen Llttentur, denn Besprechung iu diesem Blstte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind an die R e d a e 110 n Inserate u. Beilagen an dieExpe• dltlon franco elntusenden. Rahatr's ״JISItokM Litteratur-Blatt“ erscheint ■osatlleh Im Umfange eines ganzen Bogens u. kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei direktem Bezüge durch Siegfried Cronbach 111 Berlin W. 57) vierteljährlich slas Mark. — Die Abonnenten der 111 demselben Verlage erscheinenden ״IsrasllUtokea Weefeeasekrlfr* (Redacteur M. A. Klausner), welche bei allen Poslanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3.— kostet, erhalten das ,,Jüdische Litteratur-Blatt“ als Brktls-Bellsge. — lasarat« werden mit 30 Pf|. die viergespaltene Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin sn senden. Abdruck einzelner Artikel nur mH der Angabe 1 ״Aue Rahm•!•’■ JOd. Litteratur-Blatt“ gestattet. Israels Religion und ihre dauernde Bedeutung für Gegenwart und Zukunft. Von Dr. K. Israel ist berufen, Träger der jüdischen Religion nnd mit dieser der monotheistischen Gotteserkenntniss und der biblischen Sittenlehre zu sein. Auf diesen Beruf ist Israel durch seine Lehre, sein Leben und seine Geschichte hingewiesen. Israel hat diesen Beruf von Gott überkommen und übernommen. Sein Gottesbuch und seine Gotteslehre weisen ihm von Anfang an die Aufgabe zu, wahre Gotteserkenntniss und reine Sittlichkeit unter sich zu bewahren und unter den Völkern zu verbreiten. ״Durch Dich sollen alle Völker der Erde gesegnet werden“, sagt Gott zu Abraham (Gen. 12,3) und ״Du bist mein erstgeborener Sohn“, der zuerst mich erkannt hat und mir dient, spricht Gott zu Israel (Exod. 4.22). Dies sind nur wenige Aussprüche von den vielen der Bibel, welche von dieser Berufung und Aufgabe Israels zeugen. Aber auch die Geschichte Israels weist darauf hin. Die biblische wie nachbiblische Geschichte bis auf die Gegenwart lassen deutlich die göttliche Hand der Vorsehung erkennen, welche Israel bei dieser Arbeit im Weinberge des Herrn leitet und im eigenen wie im Interesse der Menschheit diesem hehren und erhabenen Ziele entgegenführt, Gott zu erkennen und in seinem Dienste zu leben. Die wahre Kultur der Völker fängt mit Israels Religion und Beeinflussung an. und die Religionen und Staaten aller civilisirten Völker sind auf die Religion und Gesetzgebung Israels gegründet. Die Stellung Israels in den Dienst Gottes hat ihm auch Opfer, Kämpfe und Duldungen auferlegt, wie sie zu allen Zeiten mit der Verfolgung und Verwirklichung idealer Bestrebungen verbunden waren. Dass Israel sich diesen stets willig unterzogen hat, ist ein Beweis für die idealen Zwecke, welche es erstrebt. Und dass Gottes providentielle Waltung von jeher im Bunde mit Israel gewesen und bis beute geblieben ist, erhärtet diesen Beweis. Denn Gott unterstützt nur das Wahre und Gute, und nur wer dieses schützt und fördert, wird dauernd von Gott geschützt und gefördert. Die Erhaltung des kleinen und wehrlosen Israel allen grossen und mächtigen Völkern in der Vor- und Jetztzeit gegenüber, die es bekämpfen und zu vernichten trachten, ist nur dadurch denk- und erklärbar, dass Gott es erhalten hat und erhalten will. — Die Weissagungen der Propheten auf den endlichen Sieg Israels nnd die Anerkennung seines Strebens, die Hoffnung auf die Erfüllung dieser Weissagung von der gemeinsamen Annahme seines Gottes und seiner Lehre seitens der ganzen Menschheii, dies Alles wurzelt nur in dem Bewusstsein, dass die Sache Israels Gottes Sache ist, dem allein der Geist und die Macht inwohnt für alle Zeiten. ״Nicht durch Gewalt und Macht wirst Du es vollbringen, sondern nur durch meinen Geist, spricht Gott“ (Zachar. 4,6). ״In jener Zeit wird Gott einzig sein und sein Name einzig“ (das. 14,6). ״In jener Zeit wird der Berg des Herrn (Tempel Gottes in Jerusalem) erhaben sein über alle Berge (Tempel); die Völker werden sprechen: lasset uns hinaufziehen zu dem Berge des Herrn, zu dem Tempel des Gottes Jacobs, und sie werden wandeln in seinen Wegen, denn von Zion wird die Lehre ausgehen, und das Wort Gottes von Jerusalem. Haus Jacobs, darum kommet und lasset uns doch wandeln im Lichte unseres Gottes“. (Jes. 2, 1—5). Solche Aussprüche könnten wir viele anführen. Traurig aber wäre es, die Religion Juda’s trotz ihres innem Werthes nnd trotz ihrer Wichtigkeit für die Zukunft, von den eigenen Söhnen und Bekennern vernachlässigt, vergessen und verleugnet zu wissen, ungeaehtet des grossen und langen Martyriums, welches Israel, wie kein Volk und keine Religionsgenossenschaft, in langen und schweren Kämpfen, harten und drückenden Leiden, mit Hingebung und Opferung seines Guts und Bluts über sich ergehen liess und lässt. Traurig wäre es, Israel von. der Wichtigkeit seiner Religion erst überzeugen und für deren Erhaltung interessiren zu müssen. Sie ist das geistige Gut seiner Väter, die es von Gott und Moses mit Bewusstsein seines Werthes übernommen haben, die freiwillig in den heiligen Bund mit Gott eingetreten sind, der ihnen aufgab, das Volk Gottes zu werden und sich seinem Dienste zu weihen, der ihnen aber auch verhiess, dafür in Gottes Schutz zu stehen. Die Aufgabe wie der

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