Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 3. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 3.— 1901. Jüdisch0S Jahrg. XXY. Litteratur-Blatt. Zur Beleuchtung aller Judenthum und Juden betreffenden litter&rtachen Erscheiiiungen auf dem (Gebiete der Philoaophle, GeKchlchte, Ethnographie, Theologie, Orientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Verantwortlicher Redacteur: Rabbiner Dr. M. Rahmer in Magdeburg. Verlag und Expedition: Siegfried Cronbaeh in Berlin W. 57. Bücher der einschlägigeil Utteratur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind an die Red&ctlon Inserate u. Beilagen an dieExpedition franco einzusenden. Rahmer's ״Jfitfisohes Llttsratsr-Biatt“ erscheint monatlioli im Umfange eines ganzen Bogens u. kostet bei allen Buchhandlungen (oder bet direktem Bezüge durch Siegfried ('ronbach in Berlin W. 67) vierteljährlich •Ins Mark. — Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden ״Israelltisob•■ Wochsasokrlft4* * (Redacteur M. A. Klausner), welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3.-*- ■. kostet, erhalten das ,,Jüdische Litteratur-Blatt" alt Oratls-Beilftge. — lassrate werden mit 30 Pfjp. die viergespaltene Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu senden. Abdruck einzelner Artikel nur mH der Angabe! •»Aus Rahmer's Jüd. Utterstur-Blstt*' gestattet. Arbeit und Gewerbe im jüdischen Alterthum. Von Dr. S. Nascher. (Schloss.) Den Berufszweigen nach führt das talmudische Schriftthum folgende Handwerker vor: Schuhmacher91). Die Vertreter dieses Gewerbes füllten eine ganze Strasse, die nach ihnen benannt war. Man nannte auch die Strasse Gelehrtenstrasse, offenbar weil viele Schriftgelehrte Vertreter des Schuhmaclier-Handwerks waren99). — Schneider9". Schlächter94). Gegen Vertreter dieses Gewerbes waltete gleichfalls eine ungünstige Meinung96), die aber den Meistern dieses Faches gegenüber sich in ein günstiges Urtheil verwandelte. Berühmt waren die Schlächter von Seppkoris99). — Schiffer97). Schiffbauer und Marinehandwerker wurdep den kontinentalen Handwerkern vorgezogen98). Schmied (Eisenschmied99). Rabbi Jochanan7") und Rabbi Jizeliak71) waren Söhne von Schmieden. Schriftsetzer72). — Sticker78). Bäcker74). Das Gewerbe war viel verbreitet.. Buchbinder76). Bauhandwerker76). Die Vertreter dieses Gewerks hatten im Heiligthume nach grossem Massstabe gearbeitet und in bescheidenem Masse verdient. — Strassenbannnternehmer77) und Pflasterer78). Barbier (Chirurg79). Ein Gelehrter durfte nicht in einer Stadt wohnen, in welcher kein Arzt, kein Chirurg (Barbier) und kein Notar wohnt89). Bademeister81). Decorateur89). Brunnenmeister88). Nchunja hatte dieVeran lagung von Graben und Gruben, Wasserleitungen im Heiligthume. —Conditor84). Heil der Welt, in der dieses süsse Gewerbe ist. 91) Pesachim 42b und 55a. ״') Chulin 41a, Baba mezia 24b. *5) Pesachim 55a. M) Gruben der Schlächter Kelim 6,2, Schlachthäuser Pesachim 20a, Schlächter von Profession Bezuh 28». ") Soferim 15,10. "״) Bah» kaina 99h. *י) Schehiith 8,8. י") Jebamoth 63h (Ezechiel 17,29). יי) Joma 70». ,0) Synhedrin 96a (ltaschi z. St.) 71)Chulin77a. ״) Joma 88b. ״)Berachoth88a.,4)Joma88b. 76)Pesachim 42b. ,")Pesachim 86». ") Schekalim 1,8. ,י)Oholoth 18,4. ,•)Kelim 24,6. (Kästchen der Chirurgen). "״) Synhedrin 70h. "*) Suhhath 49b. **) Ahodah sarali 12b. יי) Schehiith 8,8. Scliekulim 4,4. *4) Pesachim 66b. Ciseleur86). — Drechsler (Holzdrechsler89). Färber87). Friseur88). Hain an war von Hanse aus Dorfbarbier und musste nach eingetretener Wendung der Verhältnisse Mordechai frisiren. Gärtner89) für Wein (Winzerer und Kälterer90), für Oliven91), Obstgärtner99). Glaser98) Wer verarmen will, errichte sich ein Glasergeschäft94). — Goldschmied96). — Juwelenarbeiter99). — Lederarbeiter97). — Maler (Zimmermaler98). — Metalldrechsler99). — Kupferschmied100). — Steinmetz101) (Steinschleifer109). — Maschinenbauer108). — Waffenschmied104). Wer gegen Andere Waffen schmiedet, kehrt die Waffen zuletzt gegen sich selbst. Maurer106). — Zimmermeister109). Die Tochter des Kaisers fragte den Rabbi Josna ben Chananjah107): Euer Gott ist doch wohl ein Zimmermeister? Steht doch von ihm geschrieben (Ps. 104,3): ,,Er wölbt seine Söller mit Wasser“. Könnte Euer Gott mir wohl einen Pfahl108) errichten? Tischler109). Das Tischler-Handwerk war mit allen Apparaten vorzüglich ausgebildet. — Weber110) Hierher gehören Spinner, Leinwandweber111) und Flachsarbeiter119). — Töpfer118). In Modiim gab es viele Töpfer114). Auch über diesen Handwerkszweig waren zu einer Zeit die Urtheile sehr ungünstig116). — Koch119). Im Pentateuch ist das Gewerbe des Kochs als das des Stammes Ascher sehr geschätzt117). Wäscher118). Wäscher hatten einen besonderen Teich119). **) Bah» bathra 39a. m) Ibiil. יי) Weissfärber (Baba kam» 89a), Färber in allerlei Farben (Bahu Mezia 101a und 117b). ") Megii- Iah 16a. "•) Baba kama 119h. *״) Taharoth 10,1. *■) Kelim 8,8. •*) Ibid. 24,15. •>) Ibid. 8,9 und 24,8. 4י) Chulin 84b. 96) Ahodah 8arah 53b. •*) Baba mezia 12b. ״) Sabbatli 49b. •") Baba bathra 60b. “•) Erachin 16b. Iu0) Chagigah 4a. •91) Baba kama 119b. '״') Baba kama 39a. 108) Moec katan 13b (Dreschmaschinenbauer). 104) Pesachim 28b. ‘6״) Mikwaoth 2,8. ,"י) Baba kama 31b. ,י״) Chulin 60a. >מסחוריתא(•״ oraupö;. (Pfahl). — Ich ▼ermuthe unter dieser Kaiserstochter die Tochter des Kaisers Vespasian, der bekanntlich Gelehrte an seinen Hof zog. Der Bruder der Kaiserstochter ist Titus, der Kaiser, welcher ein Liebesverhältnis# mit Berenice, der8chwost«r des Agrippa II, unterhielt. *9׳י) Baba kama 119b. ״*) Joma 72b, Berachoth 29a. ’“) Pesachim 28a. ״•) Baba mezia 96b. ,,8)Taharoth 1,1. 1״) Chagigah 25b. 6״) Soferim 15,10. ,,י) Baba mezia 97a n. Baba bathra 21b. >״) Genes. 49,20. 118) Pesachim 55b. ״*) Baba bathra 17b.