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Das jüdische Literaturblatt · 1894-11-30 · No. 48. (30.11.1894) · p. Seite 190

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 48. (30.11.1894)
Date
1894-11-30
Page
Seite 190 (sequence 4)
Language
German
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190 verborgen, oder durch den Moliel in die Familie Jakobs gebracht wurde. Interessant, ist es auch, wie er die heuchlerischen Schreier abführt, welche gegen das jüdische Kapital, dessen Ueberschätzung er statistisch nachweist, ins Gefecht führen, dass in Frankreich jährlich!10,000 Menschen Hungers sterben. Wie, ruft er aus, 90,000 Menschen sterben jährlieh in dem schönen und reichen Frankreich Hungers? Dann verdiente ja die ganze Regierung und mit ihr die Aristokratie und die Geistlichkeit, welche allein über eine jährliche Einnahme von mehreren Milliarden verfügen, an den ersten besten Laternenpfahl aufgehängt zu werden! Wie die Herzoge von Aumale, de la Rochefoucauld, der Prinz von Arenberg, der Marquis von Gallifet, der Graf von Chambrun, der Baron lteille und die andern 2000 Mitglieder der katholischen Vornehmen von Frankreish geben in ihren herrlichen Landschlössern und in den wundervollen Hotels zu Paris Feste auf Feste, arrangiren glänzende Jagden und lassen ihre kostbaren Pferde auf allen Rennen mitlaufen und dulden es, dass 90,000 Franzosen und brave Katholiken kein trockenes Brod zum Leben haben? Wie? der französische Klerus, der jährlich über 500 Millionen verfügt, hat nicht das Herz, einen kleinen Theil dieser Schätze jenen armen Teufeln jetzt zukonunen zu lassen, welche früher, als sie reich waren, durch ihre Opfergaben geholfen haben, diese riesigen Schätze anzusammeln? Kr lässt sich die verlockende Gelegenheit nicht entgehen, an diese Tlmtsachen durch bekannte Hinweise dm Maassstab jüdischer Woldthätigkeit anzulegen und er thut dies mit viel Glück und grosser Geschicklichkeit. Nachdem er hierauf noch den Männern im Faubourg St. Gormain und in den Oluimps-Elysees sein videant consules zugerufen hat, deutet er ihnen an, dass er, wollte er Drumont und seinem Anhänge die Waffen schärfen, an Hunderten von authentischen Fällen nachweisen könnte, welche Erfolge der Director der »Lihre parolo gegen den Capitalismus überhaupt bereits erzielt hat und dass viele Bürger bereits die Schwelle überschritten hätten, welche die theoretischen Gedanken von der That trennen . . . . Der Verfasser legt vielleicht Mr. Drumont zu viel Gewicht bei und der Appell speciell an Rothschild liest 8ich etwas gezwungen, alter abgesehen von dem französieben Colorit mit dem die ganze Schrift überzogen ist, bietet sie für den Deutschen Leser euch viel des Interessanten, für die Deutschen reichen Juden viel des Krmunternden, für die so Vornehmen in unserer Mitte viel des Beherzigenswerthen, dass sie mit ihrer Thatkraft nicht warten, bis es - zu spät ist. l>!-. Singer-Coblenz. Lederer, Ph., ראשי תיבות, Hebräische und (Jhaldäische Abbreviaturen. 48 S. Frankfurt a. M.!894. Durch Herausgabe dieser Schrift hat der gelehrte Verfasser einer Anregung des unvergesslichen Professors Dr. Franz Delitzsch Folge geleistet. Dem Verfasser liegt die Förderung des Talmudstudiums am Herzen. Aus dieser Gesinnung hat er früher schon ein »Lehrbuch zum Talmud« תלמודה של בבל veröffentlicht. In der vorliegenden Schrift hat er gegen 1500 Abbreviaturen zusammengestellt, die meist richtig und sinngemäss aufgelöst werden. Unstreitig kann diese Arbeit Anfängern zum Nutzen gereichen. 1500 Abkürzungen löst der Verfasser dem Leser oder richtiger dem Schüler auf und doch erläutert er ihm gewisse häufig vorkommende Abbreviaturen gar nicht. Für ת״ב findet er z. B. nur die Auflösung תורת כהנים. während diese Abbreviatur oft auch die Auflösung von תנאי רפול erfordert. Desgleichen vermissen wir Abreviaturen, wie: אה״נ- אין הכי נסי, ק״ל בדר״ט קים ליה בדרבה מניה, רבע "צ רבונו של צולם u. a. Der Umstand, dass manche Abbreviaturen mehrere Deutungen zulassen, ertheilt den Auflösungen der Abkürzungen nur bedingten Werth. Der Anfänger hat noch genug Sclnvierigkeiten zu überwinden, wenn ihm z. B. die Abbreviatur ד״א begegnet, welche nicht weniger als 8 verschiedene Deutungen zulässt: 1. די אמות.3 ,דבר אחר .2 .דבר אחד, 4.'די אלפים.8 ,ח־ןדארץ.7,דרך אמת.6 ,דרןדאחר .5 ,דף א• Für diese Schwierigkeiten ist der Verf. allerdings nicht verantwortlich zu machen. Es erhellt aber daraus, dass man die durchaus auerkennenswerthe Leistung des Verfassers nicht überschätzen darf, wenn man ihre praktische Brauchbarkeit feststellen will. — Die geographischen, historischen, biographischen Notizen erhöhen beträchtlich den Werth seiner Arbeit. Manche derselben sind jedoch mit. Vorsicht aufzunehmen und bedürfen der Richtigstellung. Dahin rechnen wir 11. A. schon seine erste biographische Angabe auf S. 0. wenn er schreibt: »Unter dem Worte אחרים wird in der Gemara R. Meir verstanden, weil er der Schüler des Elischa ben Abuja war, welch letzterer in Folge seiner Apostasie den Beinamen אחר erhielt.« Innerhalb der von uns angedeuteten Grenzen wollen wir gern die Nützlichkeit und Brauchbarkeit dieser Schrift anerkennen. Sohrau O. S._Rabl). Dr. ■I.!)entgeh■ Inhalt. Moses Mendelssohn und sein Zeitalter. XV. — Hellen am Sabbatli Von Rabb. l)r. Cara-U'mber״. Recensionen: Singer, .1., Anarchie et Antisomitisnie. Von Dr. Singer-Coblonz. — Lederer, Ph.. Hebräische mol Clialdisohe Abbreviaturen. Von Raab. Dr. .1. Dout sc h-Solirau. Literarische Anzeigen. Literarischer Anzeiger. In meinem Verla״ erschien 80■ eben: [780 Sifre Suta, ספרי זוטא (d. i. ei״. SKW A'uinert iu 2. Rcccnsion) /.um crNlcn Male nach dem handschriftlichen!Midraucli lia-gadol, Julkut- Nimeoni 11. a. gesammelt und in. Amnerk. vors., nebst einer ausfiilirl. Einleitung. Heriuisgogeben von Dr. B. KllniKsberger. I. I.ieleruiiK. Frei«!יי■ I.— Der in iiüerarisehen Kreisen auf das Vortheilhafteste bekannte Verfasser veröffentlicht hiermit eines der llltexten Werke der jüdischen Littoratur, das or, zumal es jetzt zum ersten Male erscheint, mit eingehenden crlnutornden Noten 11. einleitenden Homerklingen versieht. Das langersehnte Werk verbreitet sowohl iihor die einschlägigen tahnudischen (legenstände, wie besonders Uber den Inhalt des maimonidischen Haupt- Werkes ״Jad ha-chasalta“ Klarheit. Dieses Work bildet eine wichtige Ergänzung jeder rabbiiiischcn Bibliothek. Krnukturta.M. J.Kautl'manii. Im Verlage von J. Kauffmann in Frankfurt a. M. erschienen soeben: R. Me’ir ben Barueh aus Rothenburg (ledenkschrift zur (500. Jahreswende seinos Todes. 1778 Von Dr. Samuel Back Rabbiner zu l'rag-öniiehow. I.lhl: Leben, Wirkeau.Schicksale. Materialien zur Ethik des Talmud. Von Dr. Salo Stein. 1. Die Pflichtenlehre d. Talmud. Im Vorlage der Handelsdruckerei in Bamberg erschien: Hundert Jahre uiteh!,esaing'a ״Nathan“. Von Carl Scholl. Preis M. 2,40. להוטים מספר הנפש 1המיוחם לאריסטו auch 11. d. T.: Pseudo-Aristoteles lieber die Seele enthält ein bisher unbekanntes psychologisches Werk des Salomo ibn Gabirol statt M. 3.— für M. 1.50 gegen Erankozusendung des Betrages zu beziehen vom Verf. Rabb. Dr.!,oewenthal. 777] Tarnowitz O.-S■ Verantwortl. Kedacteur Dr. M. Kulimer, Druck Leist ner k^Dreivl's, Verlag der »Expedition«, sämmtlieh in Magdeburg.

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