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Das jüdische Literaturblatt · 1894-08-31 · No. 35. (31.8.1894) · p. Seite 140

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 35. (31.8.1894)
Date
1894-08-31
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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140 I. Tlifil. Diu Tiiiiaitisdu• Inturpivtittioii von llilul bis C'liija. J. Kiiuffimuin. Frankfurt a. M. 18D3. Der Hen׳ Verfasser bat unter Benutzung <ler Vorarbeiten von (Jriitz. Jost. Z. Frankel, J. K. Weiss, J. Brüll und Bacher alle die agadischen Stellen zusunnnengestellt, welche auf das Buch Hiob Bezug haben und von Tanaiten stammen. Die Bibliotheken des Herrn Dr. Merzbacher (München) und der Universität Giessen■ kamen dem Verfasser zu statten. Die Zusaminenstellung ist bei sorgfältiger textueller Kritik erfolgt und verdient im Hinblick auf die nach Schulen geordnete Tanaiten sowohl, als auch auf die so lehrreichen agadistischen Aussprüche derselben Anerkennung und Lob. — Die Sentenzen, welche dem Reiche der Agadah augehören, sind unter drei Gesichtspunkten zu betrachten. Erstens sind diejenigen Stellen von besonderer Wichtigkeit, welche auf die Person und die Abfassung des Werkes Hiob Bezug haben. Hinsichtlich der Person Hiob s ist Josua ben Hyrkanos der Ansicht, dass Hiob nicht aus Furcht, sondern aus Liebe der' erhabene Dulder gewesen ist, dessen religiöse Gesinnung auch in leidvollster Zeit nicht• erschüttert werden konnte (S. :">). R. Jose ben R. Jendah folgert aus Hiob 27,12. dass Hiob in den Tagen der Richter lebte, aus welcher das Buch stammt (S.;54). Rabbi Nathan schliesst aus Hiob 1,1 i> auf die Zeit der Königin von Saba, in welche die Abfassung des Buches Hiob fällt. Zweitens ist die Auslegung der Texte des Buches Hiob von Seiten der Tanaiten von Bedeutung. So wird (S. 4) von der Schule Hilel's der Vers Hiob 10,10 mit einem Gleichniss erklärt, wobei auf die Futurform der Verbe Gewicht gelegt wird. S. 20 wird in Hiob lf),34 גלמודה von R. Eleasar als zusammengesetzt, von גמולה מבעלה ve rlussen von ihrem Manne erklärt. S. 28 wird in Hiob 20,21 das Wort und der Begriff שיייד auf einen י Gottesgelehrten nach der Analogie von Joel3,f> von R. Eleasar angewandt. S. 42 wird für כלח (Hiob f>,20) von R. Jizchak לח gelesen, im Sinne von »frisch . S. 33 wird von demselben Tanaiten רשף (Hiob ö,7) mit Dämon* übersetzt nach der Parallele in Deut. 42,24. Drittens sind zweierlei agadistisclu* Reflexionen zu unterscheiden: solch(“ die den Text erklären und solche, die um denselben sich gruppieren, um parallele Anschauungen und Aussprüche, oder in das Gewand der Gleichnissrede gehüllte Betrachtungen zum Ausdruck zu bringen. Von ersterer Gattung sind solche Stellen von Wichtigkeit, welche naturwissenschaftlichen Gehaltes sind. So führt Rabbi Eliesar ben Hyrkanos zur Erklärung von lliob 40,48 an, dass die Erde (0עול) im Mittelpunkt(־ des Universums als Himmelskörper sieh befindet, geschaffen ward (S. (i). Derselbe Weise führt zur Erklärung des Verses 41,27 den Prozess der Verdunstung des Regens und der Dämpfe zu Regentropfen ganz anschaulich vor (S. 0). Von letzterer Gattung wiederum verdienen die Stellen Berücksichtigung. welche historische Reflexe enthelten. So nimmt Rabbi Meir im Anschluss an Hiob 28,17 in Form eines Gleicluiisses von der Wiedergewinnung von- Goldgefassen einen Bekehruugsversuch bei seinem Lehrer Elischa ben Abujah (Acher) vor (S. 17). Rabbi Jehudah. der Patriarch, knüpft an Hiob 18,10 die Zuriickweisung der Tochter Acher's an. die auf die Gelehrsamkeit ihres Vaters sich berufend, um Unter- Stützung nachsucht (S. 40). Zwei Gleichnisse endlich, von denen das eine zur Erörterung von Hiob 10,12 das Leben der Seele und das andere im Anschluss von Hiob 0,24 die Verurtheilung der Gefährdung des eigenen Lebens für Geld enthält (S. 30 u. 38) sind einem Zwiegespräch des Antoninus mit Rabbi Jehudah entlehnt. Diese Gleichnisse paösen, meiner Meinung nach, ganz besonders auf den ־Philosophen auf dem Throne, den edlen Menschenfreund Kaiser Marc Aurelius Antoninus, der die Gladiatorenkämpfe abgeschafft, die Rechtspflege verbessert hatte und er. ist unter dem Freunde und Gönner R. Jeliuda’s zu verstehen.’ (Vgl. S. 38, Note 1.) Unter diesen von mir angedeuteten d re i Gesichtspunkten ist das Buch von grossem Werth und Inter-' esse für weitere Kreise, denen es hiermit empfohlen sei I)r. S. Nascher. Literarische Notizen. 1. Au.•( London wird berichtet: Das Britische Museum bat unlängst eine in seiner Weise einzig dastehende Reliquie erhalten, die zur Zeit im Assyrischen Departement ausgestellt ist. Ks ist ein altassyrim’ies (imvicht. Dasselbe ist ans grünem Diorit hergestellt, ist vier Zoll Imcli, an der Spitze ahgcmndct, nuten Hach. Das (iewicht wurde zur Zeit Nalmradnezar’s 11,, (100 v. Chr., verfertigt. Die 10 Linien lange babylonische Inschrift besagt, dass dies eine genaue Nachbildung des staatlich anerkannten (icwirhtcs sei. Ks scheint zweierlei Arten Oewichte in Babylon gegeben zu haben. Die eine war die »Mann des Königs«, die andere Art dsw.cht wurde besonders zum Wägen von Silber verwandt. In dieser Beziehung ist die Stelle des Alten Testa» mentes interessant, wo es heisst,!lass Abraham dem iletiter Kphron den Breis der Höhle von Maehpelah, 400 Sockel!Silber, abwog. ((Jenesis Will, 10.) 2. Mit Bezug auf den Artikel des Herrn Dr. Loewousohn- Riga in No. Hl—33 d. Bl. bemerke ich, dass über den Zusammenhang der Neuinen mit dun Negiuoth bereits Fctis und Krnst David (Baris) ausführlich geschnoben haben._K. B, Inhalt. MosesMendelssohn.lv. — Bubers neueste Midrasch-Edition und der Lekach-Tob des R. Tobla. Von Rabbiner Dr. (!oldfalln. — Recenslonen: Kaufmann, Dr. Ezechiel Hcrrmunn. Die An- Wendung des Buches Hiob in der rabbiu. Agada. 1. Th. Literarische Notizen: London. ^)nbefugte^jachdrucl^u^iesemBlaH^stuntorsagb Literarischer Anzeiger. 1. :1. Bestens empfohlene Kalender: Jiblisclicr Volks- und Il:111sk11l(1)־«ler für das Jahr תרנה (Ijvlifq. — Mit einem Jahrbuch zur Belehrung und l'ntchaltung. llcruusgcgchen v״n Dr. M. Brann. 12. Jalirg. Breis M. 1,25. Verlag von Th. Schatzky, Breslau, Neue (iraupenstr. ö-li. lllustrirler isrucUtiscEier Volkskulciider für das Jahr der Well 5M55. Mil vielen nützlichen und 01 heiternden Zugaben. Ilerausgegiben von Jakob W. Pascheies in Prag (Altstädiseher King Nn.!130). 4S Juhrg. Breis 70 Bf. Dur gut«־ H11111«‘rn«l. Kalender für das Jahr 1*05. Herausgegeben von L. Jordan. 7. Jahrgang. Breis :15 Bf. Verlag von A. W. Kal'eimimi in Danzig Im Verlage der Handelsdruckerei in Bamberg erschien: 1. H11u«!<‘rl Julir«‘ uucli I.es- Nlug'H ״Nathan“. Von Carl Scholl. Den Judeuliassern zur Beschämung, (־rüsten Juden zur Selbstprüfung.׳ Breis M. 2,40. 2. Der AntiNemitiHiuun vom sittlichen Standpunkt aus betrachtet. Von Carl Scholl. (Mit besondererem Hinweis auf den Meincidproeess gegen Rohling. Breis 50 IT. Wrlag von Friedr. Vieweg & Sohn hi Braunnchweig. (Zu Ix'/jchi‘!! tlurt'h Jinit» HuiiilmDiUiing.) So!• hon t*rs<*h l 11 •ז: Rathgeber f. Eltern u. Lehrer In praktischen Crzlehunuslraoen von H. Kleimenhagen, i'liiHmil. ln8jM־t־lor <)<>r Jat'ohHonsrlmlt• I. Sooson, npiitor Vorstand oigtMien Kr/.{(‘l1m1Rs Insliuu8 zu Schwort» i. M. mul Humlmrg. (üG1> Zweitu vermehrte Auagabe. jsr. 8. geh. l’reia 2 Mark 40 Pf. nJLftJ Verantwortl. Kedacteur Dr. M. Kalimer, Druck Leistner & Drewfs, Verlag der »Expedition«, sämuitlioh in Magdeburg.

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