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Das jüdische Literaturblatt · 1894-08-03 · No. 31. (3.8.1894) · p. Seite 124

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 31. (3.8.1894)
Date
1894-08-03
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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124 4<1וי(> schulpflichtig(» Kinder. Nun wird zwar an allen städtischen und wold den meisten staatlichen Anstalten jüdischer Religionsunterricht ertheilt, aber für den Unterrieht in den hebräischen Fächern bestehen mir zwei Gonieindeschulen mit Hl 10 Kindern. Für einen völlig hefriedigenden Zustand würden erst zehn Keligionsschulen mit je :{50 Kindern ausreichen ('״ von lOOO abgerechnet, wenn der Besuch in d i esc n Schulen erst mit dem siebenteil .lahr beginnen soll). Dies«: Schulen könnten also allein 10—50 Lehrer mit je 10 Stunden beschäftigen, denn die Gleichzeitigkeit des Unterrichts Hesse eine volle Ausnutzung der Lehrkräfte nicht zu. Wohl aber könnten dieselben Lehrer zugleich den Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen ertheilen. A11 der Spitze des in dieser Weise organisierten Religionsunterrichtswesens müsse ein!zur Hälfte von der Gemeinde, zur Hälfte von der Stadt angestellter) Sohulinspector stellen, welcher für die einheitliche Leitung und Ueherwachung zu sorgen hat. In den Hörern des jüdisch-theologischen Seminars besässe er ein vortreffliches Lehrmaterial; 11. a, hätte er darauf zu achten, dass alle sich-bereit erklärende Kandidaten nach einem bestimmten und gerechten Turnus (nicht aber durch Vererbung und Vottersehaftein in die Verwaltung von Religionslohrerstellon kämen. Ja, dies müsste für einen Rabbinatskandidaten geradezu obligatorisch werden, bevor er fähig sein soll, ein Rnbbinat zu übernehmen. Denn der Rabbiner ist heute in den allermeisten Gemeinden grösstenteils Religionslehrer. Welch eine segensreiche Thiitigkeit ein solcher Religionsschulinspektor in der innereu Ausgestaltung des Religionsunterrichts entfalten könnte, liegt auf der Hand. (Fortsetzung folgt.) Peritz, Rabbiner, I)1\ Moritz. Ein hebräischer Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster nach der von letzterem im Jahre Ift.'ll besorgten Ausgabe aufs Neue lierausgegeben und mit einer deutschen lieber- Setzung und Anmerkungen versehen. Breslau 1HD4. Scliles. Buchdruckerei, Kunst- und Verlags-Anstalt von S. Schottländer. Das Zeitalter der Reformation, welches das Streben wachgerufen hatte, die Autorität der reinen Vernunft mit Gottes heiligem Wort zu stützen und zn begründen, musste die Erforschung der Bibel begünstigen und der heiligen Sprach(‘, in welcher das Buch der Bücher abgefasst ist. Diesem Umstande ist es zu verdanken, dass christliche Gelehrte sich an jüdische Lehrer wandten, um von diesen Unterricht in hebräischer Sprache zu erlangen. Der Professor von Heidelberg (später in Basel) Sebastian Münster ist ein Schüler des hebräischen Sprachgelehrten Elijah Levita. So ist dieser Brief entstanden, den der letztere aus Venedig an Erstereren nach Basel geschrieben hatte. Der Brief ist einem Commentar David Kimchi’s zum Prophet311 Arnos beigedruekt, welcher sich im Besitze der Bibliothek der Synagogen ■Gemeinde Liegnitz befindet. Der Brief ist insbesondere von bibliographischem Interesse. Wir erfahren aus dem Briefe von Levita’s Commentar zur Grammatik des R. Moses Kimclii מהלך שבילי הדלת (S.7 Note ii), von dessen Buche »Massoseth hammsoreth« (S. H, Note H), von Levita's Wurzelbuche über das Targum מתודנמן (S. 15, Note 2), und von dessen Werke über schwierige Wörter in Pentateuch und den 5 Megilloth (S. 15, Note 3). Endlich gelangen wir auch zur Nachricht, dass bei der Plünderung Roms Levita’s Buch über die Accente verloren gegangen ist (S. 7, Note 1\ — In ethischer Hinsicht interessant ist der demuthsvolle Ton des jüd. Lehrers, welcher mit der Hochmuth des Schülers stark konstrastirt. — (S. 14, Note 5). — Edition, Uebersetzung und lehrreiche Anmerkungen des Briefes sind recht anerkennenswerth. Dr. S. Nascher. Litterarische Notizen. Historisches. Nach dein Litteraturblatt (S. 102, eol. 2, unten soll Poppäa, Gemahlin des Kaisers Nero, als Jüdin bestattet worden sein. Als Beweis hierfür führt Herr Landrabb. I)r. J. Hamburger Tacit. Anna!. XVI 0 an. Hier heisst es aber; »Tiuniikxpic Jul iornm infectur.- (Im Grabgewölbe des Julier wurde sie beigesetzt.) Sollto Herr Dr. H. vielleicht Judaoorum statt Julioruin gelesen haben? Oder haben iiltore Ausgaben vielleicht die erstcre Lesart? L. Cohen-Rees a. Rh. I n 11 a 11. Zur Entstehungsgeschichte des Christenthums. — Zur Wissenschaftliehen Bedeutung der ״Neginoth“. Recenslonen: Schulborichto II. (Fortsetzung.) — Forlitz. Rabbiner, Dr. Moritz. Ein hebräischer Brief Elijah Levita's an Sebastian Münster. Litterarische Notizen. Historisches von L. Cohen. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte Ist untersagt. Litterarischer Anzeiger. 3« inrtiiciii töcrlngr ift cvjd)icncn: קול שרה־. Stimmen bev £rcu6c, XiiriirrDru, lunjtc imb L'irbrr bei frrubigrn Wrlrgeiihritni, 0011 fßrebiger Vielt thloltf. Xieje־> neue Jöcvf bce befnumeu Slutors enthält eine reidte?1119» 10n()l 0011 Crigi11al-־Trnm׳cbcn, Xonften 1111b Ibciiten fiir '■BcjdmcibungSfeiet,!Kerlobimgcu 1111b •fjod),{eiten; ferner 1'latctialicn für .jjod)jeite Mlabbernbatjdie 1111b nnbere Tvcftjcitiuuieii, foioie eine ()ödift originelle .'ODditciiebdflnbn(), bic geioif! 'Bcijnll finbeu 1111b '.1(nfieljeit erregen loirb. Tue umfnugreidie SÖerf ift 1001)1 ,)uuädift fiir Vrltvrr 1111b 51111(119° beiimtr befiimim, bie Inngft bei! IVaugel eines foldien äöertcä einpfiiiibeu, ober and) jeher tpriUfltmmtn, ber gelegeullid) bei freubigeii tSeraiilajfaugeii einen lonft misbriiigen, ober eine TVeftidirift oerjnjjcn loill, finbet Ijicr ein reidihflliiges Material, ba9 fiir alle ftäUe iliatl) erlheilt. [570 |>rci• S Jllarf. _A. 1. Holiiimiu. Verlege »Buriihnubinng. ilranffiivt n. W. Suchen ersebieu und ist vom Verfasser, sowie durch alle Huchhaudluugcu zu bc/ii-hcu; Aeltere Jahrgänge vom ״Jiid. Litteraturblatt-“, darunter auch •lahrganglSDO, der die Artikel-Serie: ״Das Leben und die Werke des Dr. Leop. Zunz, von I)r. Chotzner enthält, sind — so weit der Vorratli reicht — ä ■1 Mark (franco haar) direct zu beziehen von der Expedition dieses Blattes. [Gl9 Soeben erschienen: (Sin I)('br.*littcrarijd)c9 3Öetf: Mi-Ginzö-Israel be-Paris Die israelitische Bevölkerung der deutschen Städte. Ein Beitrag zur deutschen Städtegeschichte. von .»»ritz Stern. lieft III: Nürnberg im Mittelalter. I'rst•• llalftc. I’reis: 3 Mark. H. Fienke, Kiel. 60 TflädtP Du ((Ile Icstlichcn lUuoltj Kroignissc des isr. ' Familien 11. Vci-cinsb bcns von B. Hause,!*reis Mk. 2.SO Verlag von J.Kautmann, Frankfurta.M. Leistner & Drewfs, Magdeburg Lithographie, Ruchu. Steindruckerei Anfertigung allor hrookiirlioilon von ciofio-lisu-r l>!s eloauiilosior Ao.folinui((■ Specialität: Massen-Auflagen. Herstellung ganzer hebräischer Werke. enthält öcridtiebeue Xocumente ,{111־ Äcfdjidjtc berauben. (Sopirt 0119 boit ijrbr. tjaiibjdjrlftcii 0011 ber Bil)liotl1p<1ue nationale ,{11 ',■Bari*. [ütil Preis 2 Mark. 311 bejichou beim .,vierauogcbcr: Mr. Isidore Goldblum Wien, II., Grosse Schiffsgasse 30. Soeben erschienen und durch den Verfasser S. Schweinburg-Eibenschitz, Wien II, Brigittagasso (i, zu beziehen; [5!)2 Das Judenbuch und das Christenbuch der österreichischen Herzoginnen. Paris. I״eop. Cerf. Preis 1 Mark. 3111 Verlage 0011 3s)<t (flirr Slir* mann, *Bitdjbnublmig in Wngbr> bürg. rrjd)ci11t?(njaugo Viliguft: Wnbmrr'ö |fsraflitifdjcs XL }abrgang. 3nl)«ü: ,Vcjtprrbigtrii (1 311 ר ה, :{ ,{11 נ v, H ,{1t 4 ,סוכות וש ע ju 3 ,פסח 511 שבועות, bummer jur lioiifinuatiou 11. 31.) [5H8 XII. )ahrgang. 3«h«l': 3'ritbtrbifltrit (3 311 ר ה 3 ,{11 311 4 ,סוכות ושיע 11} 3 ,יו כ 1 ,שבועות 11}, 3 ,פסח ju 31 .11 (חנוכה. '•Breie jebee 3nbrflmtg9 4 Warf. 3iir '•)Ibomienteu ber 3״är. 2t)od)cn* _ fdirift“ mir 3 Warf. HP־ ‘Bejtcllimgeuiucrbcu frf)011 jet{t eiitgegeugeitonimru 0011 ber ISrpeb. b. J9r. thlodirnfdirift. Vcrantwortl. Redactcur I•r. M. Kalimer, Druck Leistner A׳ Drewfs, Vorlag Walther Xiemann, sämnitlich in Magdeburg.

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