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Das jüdische Literaturblatt · 1894-06-01 · No. 22. (1.6.1894) · p. Seite 88

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
No. 22. (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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— 88 — der Erde von unten durchforscht werden können, so wenig habe er, Gott, Israel verworfen, trotz seiner, Israels, Vergehen, mit der Deutung des Ttincliuma,58) dass Gott Himmel und Erde nur Israel halber, seines Erstlings wegen, geschaffen habe: denn so sage der Prophet Jeremia (2,3): Heilig ist Israel dem Ewigen, der Erstling seiner Frucht. Mit dieser Deutung, welche das Selbstvertrauen der Israeliten stärken soll, indem sie den lsraeliten zum Bewusstsein bringe, dass Israel als der Träger der Gotteslehre, oder wie «1er Verfasser des M. A. sagt. Israel als Fundament des Himmels könne dum gänzlichen Verderben nicht preisgegeben norden sein, zeigt des Verlasser, was die Deutung: die Welt, Himmel und Erde, sei Israels wegen, des heiligen Erstlinges der Gottesfrucht wegen sagen wollte. Es war eine Zurückweisung der Behauptung, das die Gläubigen Jesu die First- 1 i n g e der G o 11 e s s c h ö p f u 11 g seien, das u n g 1 ii u - bige und darum sündhafte Isracl aber von Gott• verworfen sei;•™) vgl. den Briet des Jacobus, Capitel 1, besonders Vers 18. Die darauffolgende Deutung, die Welt sei durch oder wegen der Gottesfurcht erschaffen worden, denn so heisst es:'10) »Der Anfang, das Firste der Weisheit ist Gottesfurcht,* findet sich meines Wissens in dieser Form in den vorliegenden Midraschsammlungen nicht; sie muss aber auch Abraham Ihn Ezra Vorgelegen haben, da er ihrer in der Einleitung zu seinem Pen tuteuchcommentare a. a. (). gedenkt. (Fiirtsrtzilllg felgt.) Recensionen. Wi<>Ki»K<>r I»r. Albert. Ei ttera rische Bi lder gal er ie. Ein Christen wort, zur .ludenfrage. Münster 1H!G. Adolph Ifiissel's Verlag. Das vorliegende Schriftchen will die »Judenfrage« im lit tcrar historischen Sinne lösen. Aber wie? Es sammelt aus allen )Schriftdenkmälern grosser und kleiner Dichter und Denker Hausteine von (.'ituten, um eine Ruine der Humanität und (Zivilisation zu errichten, auf welche die Inschrift passte; Die Schmach unseres Jahrhunderts!« — Wenn Pharao, der, um die Vermehrung der Israeliten zu verhindern - der bihlisehen Erzählung nach alle neugeborenen Knaben ins Wasser werfen liess, dem Verfasser (S. 5) als das Ideal für die Lösung der »Judenfrage« vorseh webt: wer lacht da nicht, wenn es nicht tief zu beklagen wäre? Auf S. ü führt der Vorf. die Propheten, welche die F'ehler des Volkes beseitigt sehen wollten, weil diese das Ziel verhindern, Israels Religion zur Menschheits■ religion, die ganze Menschheit zu einer Familie zu erbeben, deren Vater der Herr des Himmels und der Erde ist, als Vorbilder des Antisemitismus an. — Schiller und Götbe, das Dioskurenpaar am Himmel der Dichtung, Leasing, der Hohepriester der Menschenliebe, Herd er, der Apostel der Humanität, der Dichter der Jüdin von Toledo ׳ (Grill• parzer׳, alle leuchten für den Herrn Verfasser mit den Fackeln ihres Geistes in den Abgrund des Antisemitismus hinein, der ihm als (Quelle des Heils erscheint. Auch •דיי Zn 1. M 1,1 )• I. IIiiIht S; 3 nebst Puiall. ׳׳”) Z» :!. •M. 21.1 (II. Seit« '111. wo 1l׳ r M. A. Tuurliiiiiia a. 1. 111 liiilii'i4 ׳; H; 11|. Sttin 55 ׳ל, exrrrpirt. I'olgt!Irr M. A. 11er l.rsoai't (!)•s viitiiaiiisrln 11 Mu1111srri|>trs des Taiirliimia (vgl Itnhrr, Taiirliniilit a. I. Amu. 7 . ״arli welelirr in der bet reitenden Deutung von Jesaja H. 1II. 20 eine Zi.rui'kweismig der sieb aiilihaugendeu IlekohrungHKiirht übereifriger Missionare enthalten ist. (iilegeutlieb bemerke ieb 11״rh, dass in!1111 zahlreichen E.veerpten aus dem Tanebuma der M. A. zumeist mit <h׳u!.esearten des vatieaniseheii Codex iibepdnstimmt. 0״. l’s. I 11,10, dass (iottesfureht dor Zwee.k der Schöpfung gewesen sei. deutet der Talmud, Sebabbatb, Folio 31b und liabbn zu Knhclcth aus Kohoictli;!,1t. Veranlwortl. Romtcteur Dr. M. Rah ■nur Heine und Börne, Laube und Freitag werden mit antisemitischer Brille betrachtet׳. Selbst Saphir wird zum antisemitischen Bundesgenossen (S. H) gemacht, weil er Baden bei Wien die Synagoge der Natur« nannte. — Wer vom Antisemitismus, der Krankheit unserer Zeit, gründlich geheilt sein will, der lose diese .Bildergalerie«. Dr. S. Nascher. Litterarische Notizen. Eine zu berichtigende Raschha mstellc. Zu Lev. 2.'i, 12: :.!(‘der Einheimische (אזרח) in Israel soll in Laubhütten wohnen bemerkt Raschbam: אפייו אותן שיש ,1הם בתים ישבו בסכות Selbst diejenigen, die Häuser (Wohnungen) haben, sollen in Hütten wohnen.« Diese Erklärung ist ganz unverständlich, da doch von Hausbewohnern die Rede •kt. Wessely in seinem Bittr zur Stelle bemerkt נדת בס זה 'S ואין. »Diese Erklärung befriedigt mich nicht«. Raschbam, der vorzüglich nach dem einfachen Sinne, abweichend von der recipirten Auslegung, commentirt, (vorgl. Raschbam Gen. 37, 1. u. 2. B. M. 13,51), sollte hier an dieser Stelle von seinem Principe abweichen und seihst mit dor Tradition nicht übereilt stimmen? Der Tradition nach, wäre אפיי1 ו nur für יושבי בסבות zu rechtfertigen. (Siehe Suekah Hb, Rabbi Levi.)— Es ist hier entschieden ein lapsus calami in den Handschriften vorhanden. Meiner Ansicht nach ist statt lS'Da zu lesen tS's. »Unter אזרח versteht man diejenigen, die Häuser inne haben, sic sollen in Hütten wohnen.« Frei von der Suckahpfiichtsind die Reisenden הוי^כי ורכים u. s. w. (Vergl. Sucka 2üa.) Bestärkt werde ich in meiner Ansicht, durch die Ausführung Rambans zu Stelle. Derselbe sagt: כ•1 האזרח בי1 אשד כאזרח רענן בביתר ׳‘הוציא מפרשי הים והו^כי עי1 ררך. Noch ausführlicher führt Ritba zu Suekah 2Sb die Worte dos Ramhans an. Vielleicht wäre auch dn״ Lesart: אפיל*ו אותן שאין?1הם בתים vorzuschlagen. Auerbach-Dresden. Die wichtigsten Hebraica in der Londoner National- Bibliothek. In der 1. Abtheilung;Bibel und Commentare): Das älteste Pentateuch - Manuskript auf Velin mit Vocalen, Accenten und den zwei Massora’s aus dem 11. Jahrhundert; auch karaitische Manuskripte. In der 2. Abtheilung (Midraschim!: Der Midrasch Hagadol. In der 3. Abtheilung (Talmud): Tractat Moed aus dein 12. Jahrhundert. Die I. Abtheilung enthält eine grosse Anzahl Machsoriin aus Worms, Rom, Padua, Garpentras, Avignon, Algier, Yoincii, mehrere auf Velin (12. Juhrhimdcrtl. Der Cliordicnst bei den Karäern, liebr. mit arab. Charakteren (11. Jahrhundert). Eine Selichos-Sammlung deutschen Ritus von 11751; die Seiten 1751 und ISO sind Palimpseste, der tinlcrc Text — sagt der hehr. Scrihent •— wäre die latoiiiischi■ Hundschrift eines Mönchs aus der Zeit Karls des Grossen. Aus den anderen Ahthcilimgcu ist nur noch hervorziihebcn: eine polemisch(‘ Studie in lateinischer Sprache von Jacob allen Amrum, - ein Pseudonym von Manassc heil Israel rabliinischc Rcsponscn, Auszüge aus dem Soliar, liebr. Uebersctzungeu aus Josepbns und den Mctntnorp bösen des Ovid; Scboidobriefe, Iloiratbsvertrüge, Testamente, Stammtafeln engl. Familien 11. a. m. B. Inhalt: Mayaaums Predigten. Bibel, liebräiscl.e Sprache und Judenthum im Zeitalter der Reformation. V. Von Rabbiner Dr. S. K ־111(״ Fest. — Bubers neueste Midrasch-Edition mul der »Lckarli-Tolx dos K. Tnbi.1. It1*s|11,orln,11 von Ralihiin'r Dr. (■•>111 f;t 11 n. — Reccnsicnen. Wirniii!{er, Dr. A liiert, — Literarische Notizen. Eine zu hcric/itigendo Rasrlibamstclle. — Hebraica in der Londoner Nalional-Bibliothek. (I'11b1‘ht|(t«r \a;-l1tlru«׳k aus «licNcni Blatte nicht Keatnttct.___ Drewfs, Verlag Walther Nie man 11, sämnitlich in Magdeburg. Druck Leist 1n׳r \

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