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Das jüdische Literaturblatt · 1894-05-25 · N° 21. (25.5.1894) · p. Seite 82

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
N° 21. (25.5.1894)
Date
1894-05-25
Page
Seite 82 (sequence 4)
Language
German
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ein Citat fast immei•!len Gegensatz des anderen bildet. Hier tritt er für die ,.bekelirten“ Juden, dort scliimpft er auf I leint! etc. und erkennt nur einige Ausnahmen an. wie Johann Kuianuel Veitli, und ereitert sieh darüber,!lass dieser in keinem Konversationslexikon Aufnähme gefunden hat. Letzteren Mangel bedauern auch wir leldiaft. weil in einem solchen Artikel die einzige '!'hat Veith's verzeichnet sein müsste, dass er einst in der Kathedrale auf der Kanzel das Crueilix erhob und vor Tausenden beschwor, dass das Blutmäicheii eine imfame Lüge, weder im Talmud!loch in dem Schritttum der Juden begründet sei und gar nicht Vorkommen könne - er als geborener Jude müsste es ja wissen. Lies unterschlägt er wohlweislich, sonst könnte er nicht auf der Nebenseite die bekannte tingirte Liste alldrucken, welche alle seit ca. s0u Jahren vorgekommenen Anschuldiguneen des Ritiialmonles autlÜhrt. oder wie er meint — wollt’ sagen: abschreibt --, die Fälle, in denen (.’hristenkiuder von Juden durch ,.Kreuzigung“ gemordet winden. Wenn de!■ ״Vor!'.“ durchaus eine Liste von Ritual-Excessen brauent. da hätte er nur bis in die Anfänge des Christentums zuriickgelmn müssen, und er hätte daselbst zahlteiclies ausgezeichnetes Material gefunden, mit dem er mehrere Seiten füllen konnte und China liefert ja heute noch recht, ansehnliehe Beiträge zu demselben l'usinn. Dass Verwechselungen von Talmud und Kabbalah mitunterlaufen, ist. bei dem von keines Gedankens Blässe angekränkelten Brochürenschreiber selbstverständlich: die falschen Ideen, längst nachgewirsenrn Fälschungen und unrichtigen bez. entstellten l ebersetzungen schreiben wir aufs Conto seiner Vorlagen. Dass er noch einige grobe Schnitzer aus eigener Machtvollkommenheit hinzufügt, das wollen wir ihm nicht verübeln, denn wozu braucht nun. in der Jetztzeit hebräisch zu verstellen, um antisemitischer Talmudforschei zu sein!? HerrLenz iibertrilft aber alle Ignoranten auf dem Felde des llebraismus und er 1|11aliticirt sich darum — mit demselben Rechte, wie sein einstige!' Landsmann Ecker ־■ zum Protessor der hebräischen Spi acht■ an irgend einem Seminar. — -- — Ja aber wer ist Sebastian Brunner, dem Herr Lenz das Meiste abgoschricbon? 1111 Conversations- Lexieoii wird man auch ilm vergebens suchen, aber in ..einen Schriften findet sich ein specimeu eruditionis tqiie doetrinae für sein hebräisches Wissen, das uns Herr Lenz auch nicht vorenthält. Zur Frheiterung in trüber Zeit möge die unvergleichliche Charakteristik des Reformjude.ntliums, wie sie der gelehrte Herr Brunner giebt■ und Herr Lenz ualüälich gläubig ab- 'schreibt, ohne eine Ahnung von der t י Wisse seiner Blamage, hier unverkürzt Platz linden und zwar mit. der beigerügten köstlichen Frkliirung: uugelangr, wurde er von Neugierde erfasst, zu sehen, was denn der Korb enthalte. Wer beschreibt sein Erstaunen, als er denselben mit Dukaten gefüllt fand. Doch bald kommt er zu der Erkenntniss, dass jentr räthselhatte Fremde kein Anderer gewesen sein könne, als der Prophet Elias, der ihm erschienen sei, um mit diesem überreichen Almosen ihm auf einmal und für immer aus der Noth zu helfen. — Das ״Aloes Zur .feschnnssi“ ist das Juden- Alpha und Omega, welches ihm das Joch des Ooles (der ״Gel'augeiisc'uaft“ unter den nichtjüdischen Völkern) sehr erleichtert.-‘. . Lasst Dich hängen, lieber Rohling, vor Kummer, dass Du diesen vielverschlungenen Fnsinn nicht zusammengebraut hast. Das ist Sebastian Brunner! Wer denkt da nicht an die hübsche Anekdote aus dem Lesebuch für Volksschulen, worin erzählt wird, wie ein Blinder einen Lahmen aufseine Schultern lud und sie sich so gegenseitig ausgeholfen haben•׳ S i 11 g e r - Coblenz. The Jewish <|uarte1*ly Review, edited bv J. Abrahams and C. G. Moutefiore Yol. VI. No. gj, April, ]894. London: D. Nutt, 270—271. Strand, W. C. (Schluss.) Eine recht angenehme Lectüre gewährt der nächste von Mr. Abrahams gelieferte Beitrag, welcher eine kurze Biographie des .Josef Zabara nebst einer Be- Schreibung des Inhalt, seines Werkchens טפי שעשועיה enthält. Letzteres bildet, wie Charisis ,.Tachketnoni“ lind Tmanuels ״Maehberoth“ die, Haupt<|t1elle, woraus einiges Material zur Abfassung einer Lebensbeschreibung seines Verfassers entnommen werden kann. Josef Zabara, der in Barcelona das Licht der Welt erblickte und daseihst um das Ende des'zwölften Jahrhunderts starb, war ein hernniwandernder Arzt. der wie Ihn Esra. Clmrisi und lmanuel Ueberfiuss an Geldmangel hatte. Kr war »*ine Zeit lang Schüler des berühmten Josef Kinichi, von dein er vielleicht den Gebrauch der ge• reimten Prosa mit Einschaltung von Versen, nach dem Muster der arabischen Dichter, lernte. Obschon seine Wanderungen ihn selber nicht bereicherten, so waren sie doch die Veranlassung, dass durch sie die neuhehl׳. Poesie durch das besagte ספר שעשועיס bereichert wurde. Demi darin theilt der Verfasser seine Erfahrungen mit und benutzt dabei die Gelegenheit, unter Thränen zu lachen. Wer mitlachen will und Englisch versteht, möge W. Abraham's Abhandlung lesen, die nach jeder Richtung hin bestens empfohlen werden kann. — Die darauf folgenden kritischen Notizen sind ebenfalls beachtenswerth, und im Grossen und Ganzen Dt die ,.Review“ ein wichtiges Organ für die Hebung und Förderung der jiid. Wissenschaft und Literatur in allen Ländern, wo die englDche Sprache verstanden wird. Belfast, Ende April 1804. Dr. Chotzner. ״Diese Herren haben vom Judentlmm als Religion nur noch da!. 11ebet ^1 o s Zur .1 e > c 1111 oss i |1! e id, ihr Hurt meiner llilfe| 1 »eil»olial<«11!!! K r Li 111 e r 1111 g. Dii•* -iinl 1 lie Aio.ingsworli• einer Erzählung. welch!׳ in die ׳ :.■׳,,ו uuigt-immmen isi. «lie beim Schaldiesansga age •׳»g-l1-״et mul u* -uiiLi״־■!! werden. Ln ״Aloes Zur .11•.! 11nns-i״ wird lie.sundiTS in ri.M'licni Tenipn gesungen. Die Mural die«׳!• Kr/iililiing ist: .Wenn die Notli am hi'ieliו1»זי . ist (ö,tt um naihslrn". «It-r Inhalt ist f'dgeuder: Ein idn nsn re! htM'hul'IrniT wie armer AI.um, der .■■lum dem Verlnn cm 11 nahe war und sh 11 gar nii-iit mehr zu helfen wii-ste. ein■;• lieimde verzwidlilnd in der Abenddämmerung• Jureh die Striemen Du begegnete ihm ein Kremder mit einem Korbe und l'rngie ihn. uh er ihm ni'111 für ein Trinkgeld den Kurb 1 ragen müeble. Der Arme hut sieh mir Kivuden dazu an. I lueli kaum halle er den *ehweren Korb aulgeladen, uis d,׳r l iemile vei'idi«linden war. Naeli einigem Wanten, ob der 1• remde nichi wiederkonniien werde, ging der Arme ralhlus naeli llause. Dort Verautwortl. I(e׳l:1etenr Dr. Kali mer, Magdeburg. Druck Friedrir Briefkasten <lcr Keduktinn. K. Die Bcspreehung der Mavliaum'scheu ,.Predigten״ ist. bereits in andern Händen und folgt demnächst. (״Aus 11. I.eh. v, Zunz״ ist in der ..Wochenschrift“ Nr. 15 schon besprochen.) AI. A. in D, Notiz erhallen, wird z. Z. gebracht. Int1a.lt: W'i s s enscli al t I iche Aufsii t.z-c : Bibel, hehr. Sprache und .luden- (Imm im Zeitalter der Beformatiuu. 111 u. IV. Von Kabhiner D1׳. S. Kolm in Budapest. — Hubers neueste Midrasch-Edition und der .J.ekaeh-Toh‘• des li. T״hia. Von Rabbiner Dr. Goldrahn. 1 Fui'i setzung. Ke ee usioiien : Renz. Der Jude im Handel und Wandel. -- The Jewish ()uarterlv lieview. Vul. VI.. Nr.. 2'i. April 1SS14. imiidmi. D. Nutt.^ (Schluss). Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht gestattet. h Kasche «V Comp.. Magdeburg. Verlag Kob. Friese Leipzig.

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