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Das jüdische Literaturblatt · 1894-02-16 · N° 7. (16.2.1894) · p. Seite 28

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
23 (1894)
Issue
N° 7. (16.2.1894)
Date
1894-02-16
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 — Charakter eines zu irgend welchem Zwecke zurechtgemachten Berichtes. — Nun erwähnt Grätz in derselben Note den Nachweis Jellineks, dass viele Parallelen zwischen dem Werke des Mose de Leon, dem ספד המשקל und dem Sohar vorhanden sind*). Eigiebt sich aus dieser Thatsache ein zwingender Beweis, dass Mose de Leon der V erfasser des Sohar sein müsse? Ist nicht auch die Annahme zulässig, dass Mose de Leon, nachdem er iu den Besitz des so umfangreichen Soharmanuskripts gekommen war, die in demselben gefundenen Anschauungen sich allmählich zu eigen gemacht und dieselben theilweise in seinen eigenen Werken ver- •werthete? Die beiden Hauptbeweise, die für die Autor־ schaft des Mose de Leon angeführt werden, sind also noch keineswegs von zwingender Kraft. Schwierig erscheint allerdings noch das im כפר הרמון und im Sohar fol. 58 b gleishlautende fülche Citat aus Ps. 46, 8 לכו חזו מפעלות אלהים, während es daselbst מפעלות ה׳ heisst und die an die Bezeichnung אלהיס im Sohar geknüpfte Bemerkung; allein da drei Seiten später dieselbe Betrachtung von Rabbi Elasar an den richtig citirten Bibelvers angeknüpft wird, so liegt die Vermuthung gar nicht fern, dass die pag. 58 b hiuzugefügte Erklärung: pדאלו ח*ו מפעלות יוד הא ואו הא שם קיום בא אכל בגין דהוו מפעלותשמאדאלהיסשם שמות כארץ die missverstandene Auffassung eines Glossators bedeutet, der den Sinn der Worte שמות ודאי דהא שמא גרים לכלא . . . nicht erfasst und den etwa in der Abbreviatur eines ה׳ niedergeschriebenen Gottesnamen ob der gleichlautenden Anfaugsworte in Ps. 66,5 für אלהים genommen hat; und Mose de Leon hat diese in! Missverständniss des Sinnes niedergeschriebene Glosse in seinem כפר הרמון benützt. — Also auch der Hinweis aut die so zahlreichen Parallelstellen im Sohar und in den Weiken des Mose de Leon bietet noch keine sichere Grundlage dar für ein abschliessendes Urtheil über die Ent• stehung des Sohar durch Mose de Leon in der zweiten Hälfte des 13 Jahrhunderts. (Schluss tolgt) Literarische Notizen. In Nr. 5 des Literaturblattes unter ״Chronologisches“ bemerkt Herr L■ Cohen: ״Da nun Herrn Auerbach Lieben’s ״Gal Ed“ Vorgelegen, so ist es auffallend, dass die in diesem Buche angeführten 2 altern Grabschriiten, nämlich Nr. 1. Des Josua Sohn Juda's (gest. 041) und der Schöndel .... (Nr. 7; übersehen worden sind. Das Alter dieser Grabsteine ist weder von Hock nach Rapoport beanstandet worden.“ Als ich diese Zeilen las, rief ich aus: תמה על* עצמך , Mit Absicht nahm ich nicht von den 2 Inschriften in ״Gal Ed“ Notiz, da ich die schweren Bedenken, welche Kapoport gegen das bohe Alter der Inschriften hatte, nicht zu widerlegen vermochte. ״Auffallend“ ist mir, wie der so genaue und umsichtige Herr Cohen das Schreibet! Rapoports zum ״Gal Ed“, welches eine Einleia tuug zu diesem ist, ausser Acht lassen konnte. Aus dem Schreiben R.’s (S. ••׳«) geht aufs Deutlichste hervor, das R. durchaus gegen die angenommenen Jahreszahlen (941 und 979) begründete Ein- Wendungen anführt: ״L)a auf Denkstein 1. תשב לפק stebt, und wir noch nicht 702 im 6• Tausend haben, so wollen die Leser, die Jahreszahl 703 in 6. Tausend (also 4702) annehmen.“ ״Trotzdem ist meiner unmassgeblichen Ansicht nach kein Zweifel, dass die Inschrift aus viel späterer Zeit herrührt.'1 ,.Der Ausdruck נטמן für נקבר ist erst in viel späterer Zeit gebräuchlich.“ Ferner im Jahre 4702 schrieb man noch nicht in Worten פרט קטן, noch viel weniger in Abbrevation ״ •לפקJa die jetzt übliche Zeitrechnung nach der Schöpfung, war noch gar nicht ' *) Noch zahlreicher sind allerdings nach der Behauptung von Grätz die Parallelen zwischen Mose de Leon’s umfangreichem Werke פפר הרמון und dem Sohar. verbreitet.“ ״Ist es nicht befremdend, dass aus der Zeit von 4702 bis 5199 (gegen 500 Jahre) nur ein oder 2 Denksteine von unbekannten Personen vorhanden, während die Denksteine ausgezeichneter Personen von ruchloser Hand zerstört worden sind.“ (Vergl. Amude Ho-Aboda von Landeshuth, Abigedor Kara und Grätz Gesch. der Juden VIII S. 58.) ״Auch war im Jahre 4702 der 6• Tebeth nicht am Montag, sondern am — Mittwoch.” Rappoport liest השב statt 307?) תשב.) In diesem Jahre war der 6 Tebeth am Montag. Ans diesem Jahre ist auch Denkstein Nr. 48. Nicht minder macht R. (S. 4 ') gegen die Inschritt Nr. 7. Schöndel Gattin Gabriels seine Einwendungen geltend und setzt die Jahreszahl auf 5344. Die Ausführungen R.’s waren auch für Prof. Grätz unwiderlegbar. (^ergl. Grätz Band 6. S. 68. Nr. 1.) ״Die alten Grabsteine der Prager Gemeinde sind in der Verfolgnng von 1389 zerstört worden, und der jetzt vorhandene älteste datiert von 1439, vergl. Rapaports Einleitung zu Gal-Ed p. XXXVII.“ (Statt S. 37 muss es in Gr. S. 42. heissen.) Dies ist der Denkstein von Abigdor Kara Ni. 2. im Gal-Ed Die von Levysohn in 'נפשות צד Nr. 1. angeführte Grabschrift Sagira (angeblich 9051 wird daselbst vom sei. Bamberger in Zweifel gezogen. Rap. gelang es (S. 25—31) nachzuweisen, dass keineswegs die angenommene Zahl zu ffxieren ist. Er setzt die Grahschritt 1, auf das .Jahr 4932-1172. Nach den angeführten Begründungen halte ich meine Ausführung im Literaturblatt Nr. 3 Bern. 3. aufrecht. (Vergl. dazu Rapoport S. 23.) Auerbach- D res den. In Nr. 4 Ihresgeschätzen ״Literatnrblatts“bemerktHerrDr. Caro: ״Heilperu, dessen profunde Belesenheit wahrhaft erstaunlich ist, citiert im Seder hadorot (Ausgabe von• Maskil-leesson Th. 111. S. 4) einen Abraham von Köln als Verfasser eines Buches בתר שם טוב über den Gottesuamen. Dieser Abraham lebte in Lemberg und starb daselbst im Jahre 1522. Der von Suchastow aufgefundene Leichensteiu trägt folgende Inschrift: ואברהם שב י*מק■ בלו.האלוף הגדול בתורה מוה' אברהם טקלוגיא בן מוהרר יחיא־‘ דיין הגדול רפה.’,"‘ה למרום א' דחג הפוכות רפב לפק: Hierzu habe ich vor allem zu bemerken, dass das Bücherverz-.'ichnis des Seder hadorot gänzlich aus dem שפתי ישנים copiert ist. Besonders ist aber die Bemerkung des Herrn Dr. Caro nicht richtig, da das Buch כתר שם טוב von Abrahau! bei! Alexander verfasst ist: der Grabstein hingegen bezieht sich auf Abraham ben Jechiel. Das betreffende Buch ist in Amsterdam nach einer Handschrift gedruckt vorden (siehe Bibliotheca Judica 11. S. 201 und ״אוצר הספרים S. 251). Abraham ben Alexander war Schüler ven Elieser, Verf. des "״רוקח und lebte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, während Abraham ben Jechiel in der 1. Hälfte des 16 Jahrhunderts starb. Abraham ben Jechiel erwähne ich in meinem Werke: אנשי שם über die Rabbiner der Stadt, Lemberg, welches demnächst erscheinen wird. Lemberg, den 28. Jan. 1894, Salomon Buber. Höchst selten! ln den neueren Ausgaben älterer Druckwerke findet man zur Bezeichnung der Seltenheit eines Buches auf dem Titelblatte oft den Vermerk: לא נמצאו רק (אפילו) אחד בעיר ושנים במשפחה. Wäre hier nicht die Versetzung der beiden Zahlwörter richtig? Es ist ja selbstverständlich, 'dass sie nicht zwei Exemplare eines Werkes in einer Familie (hier wohl gleichbedeutend mit ״einem Hause“) finden können, wenn nicht ein Exemplar in der Stadt vorräthig ist. L. Cohen-Rees a. Rhein. (Herr C. scheint übersehen zu haben, dass diese Redensart auf Jerern. 3,14 zuritckzuführen und daher an eine Versetzung der Zahl- Wörter garnicht zu denken ist. Aber wir sehen auch keine Schwierigkeit, freilich darf man hier ״Familie“ und Haus nicht identifizieren; gerade bei Bücherfreunden kommt es vor, dass mehrere Mitglieder einer Familie (nicht in einem Hause) Bibliophilen sind, während oft in einer garzen Stadt sich Keiner findet, der ein hebr. Buch kauft; solche Liebe vererbt sich nicht selten vom Vater auf mehrere Söhne. Red.) Preisermässigung aut kurze Zeit! Von den 4 Jahrgängen 1890, 91, 92, 93, sind einige complcte Exemplare (incl. Literatur- und Familienblatt) ü 6 M. (und Porto 50 Pfg.) in der Expedition d. Bl. zu haaen, alle vier Jahrgänge zusammen für 22 Mk. — Das Literaturblatt allein pro Jahrgang 3 Mk. (Porto 50 Pf) alle 4 Jahrgänge zusammen für II Mark. Verautwortl. Redacteur; Dr. Rahmer Magdeburg. Druck Friedrich Rasche & Co., Magdeburg. Verlag Rob. Friese, Leipzig.

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