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Das jüdische Literaturblatt · 1893-12-22 · N° 51. (22.12.1893) · p. Seite 22

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 51. (22.12.1893)
Date
1893-12-22
Page
Seite 22 (sequence 4)
Language
German
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— 202 — Herrschaft zu gelangen, und dass es grosse Schwierigkeiten zu überwinden gab, um endlich, nach 7 Jahren, die Herrschaft in Israel antreten zu können. Der ihm befreundete Prophet Nathan, dem er seine Absicht, betreffs des Tempelbaues mitgeteilt hatte, gab ursprünglieh seine Einwilligung dazu; doch empfahl er später, im Aufträge Gottes, den Bau nnr vorzubereiten, die Ausführung desselben jedoch seinem Sohne zu überlassen. Im Volke wurde die Idee des zu erbauenden Gotteshauses beifällig aufgenommen, lobend besprochen, und der Gedanke, dass die Ausführung dem Thronfolger überlassen bleibt, verschaffte oder sollte dem präsumtiven Thronerben die lebhaftesten Sympathien verschaffen. Das weiss König David, er erfährt es durch Freunde und Ratgeber, aus dem Munde des Volkes, und so eilt er in’s Zelt des Herrn, um den Namen Gottes dafür zu loben und zu preisen, dass sich Gottes Gnade dereinst auch an seinen Nachkommen bewähren werde, und spendet auch bei diesem Anlasse dem vom Allmächtigen erwählten Gottesvolke das schönste Lob. Ob diese Worte, wie sie uns im Laufe des Cap. 7 mitgeteilt wurden, in stiller Herzensandacht, tiefgefühlt und empfunden, oder ob dieses Doppellob mit lauter Stimme in Gegenwart der versammelten Andächtigen gesprochen wurde, das lässt sich aus den Mitteilungen des Geschichtsschreibers nicht ermitteln. Wir schreiten nun zur Erklärung der unklaren Verse und finden, dass der König, dem im Vers 12 die bestimmte Versicherung aus dem Munde des Propheten geworden, sein leiblicher Sohn werde den Thron des Vatei« besteigen, und sein Haus werde als e r b b e - rechtigtes dauernd fortbestehen, Gott dem Herren dafür dankt, dass er, der aus bescheidenen Verhältnissen heraus auf den Königsthron erhoben wurde, nunmehr auch zu der Hoffnung berechtigt ist, auch für die Zukunft seiner Nachkommenschaft die Königswürde gesichert zu wissen, und gelangt im Vers 22 zu dem unvergleichlichen Lobe Gottes: על בן גדלת ה׳ אלהים ״ כי אין כמוך ואין אלהיס זולתך באשר שמענו באזניגוFürwahr, Du 0 Gott, bist mächtig und erhaben, niemand ist Dir gleich, — ja es giebt keinen Gott ausser Dir;“ und mit Bezug auf das dem Volk zu spendende Lob fährt der in seinen Hoffnungen für die Zukunft beglückte König fortv.23:״ ומי גויס ואלהיו(=ואלהיהם) כעמך כישראלWo sind die Völker mit ihren Göttern, deinen Volke Israel gleich? Um Israels willen bist Du,0 Gott und Herr,ausgezogen, es Dir zum Volke zu erlösen, e s berühmt zu machen und auch die Grösse zu bereiten 1)Wunder zuwirken für Dein Land, von wegen DeinesVolkes, dasDuaus Aegypten erlöset hast? Gott ist einzig und unvergleichlich, und Israel ist ein eigenarti ges, g otterwähltes Volk! — Haben wir nun גויס ואלהיו an die richtige Stelle gesetzt — so schliesst sich dann an Vers 23 der Vers 24 an, und besagt, dass Israel dauernd erhalten bleiben wird, wie Gott, sein Herr, ewig lebt und besteht! — Ein hehres Lob, wie es nur ein hochbeglückter König seinem Volke zu spenden vermag. (Schluss folgt.) Recensionen. Wünsche, Prof. Dr. Aug., Midrasch Tehillim etc. Besprocheu von Rabbiner Dr. Cohn-Bnrgkunstadt. (Fortsetzung von Nr. 35.* *) Ps. 24 No. 6: ״Das Land Israel, denn es liegt an 7 Meeren .... am Meere von Apamea d. i. das warme 1) B3S=־iS mit Bezug auf den vorangehenden Pluralis uiajestans c'nSs אשר ה^כו. *) In Nr. 86 ist zu berichtigen: Z. 1 Ps. 18 st. 16; Z, 2 owpa st. 5(Spa; z. 26 1■ מי שענד! געת; letzte Zeile 1, cf. Ber. v. 98■ Meer, denn (der König)קלטיאנום hat die Flüsse gesammelt und es (das Meer) gemacht“ Mit den Apamea-See schliest die Aufzählung der sieben Gewässer. Darauf folgt die Frage: והוא ימא עחמד Es giebt doch noch ein achtes Meer, nämlich dasvonEmesa? Und die Antwort lautet: Der Kaiser Diocletiaü hat diesen See künstlich geschaffen und darum wird er nicht mitgezählt —Ps. 25 Nr. 10: ״denn in Seestädten nennt man das Haargeflecht ein Gebäude (בנייתא).“ Es muss heissen: In den Seestädten sagt man בניתא (Haar) für קלעיתא (Geflecht). — Ps. 26 Nr. 1. Die sinnentstellenden Worte der Uebersetzung: ״d. L schaffe mir Recht und führe meine Rechtssachen vor ihnen“ sind zu streichen. — Ps. 27 Nr. 1 ist der Vers Jes. 60,5 zu übersetzen: denn im Griechischen heisst עזוב אותו (verlasse ihn) dept? aöx6v (אפסטון). — Das. zum Schlüsse muss es heissen: ״Hieraus ersiehst du (den bekannten Grundsatz), dass es für den Diener genug ist seinem Herrn gleich zu sein.“ — Ps. 29 Nr. 1 Statt ״Kinder der Stärke“ 1. K. d. Starken. — Ps.31 Nr. 9: ״Die da achten auf Stricke der Falschheit, das sind diejenigen, die da achten auf Zaubereien.“ הבלי שוא sind nicht Stricke der Falschheit, sondern, auch im Sinne des Midrasch, Nichtigkeiten der Lüge, Thorheiten des Aberglaubens, נחישות, wie z. B. die abergläubische Aufmerksamkeit auf günstige oder ungünstige Vorbedeutungen. — Ps. 32 Nr. 1: ״und so findest du beiD., da er nach oben schaute, wurde er gerettet, wie es heisst Ps. 05,24: Du aber, 0 Herr, wirst sie hinabstürzen in die Grube des Verderbens.“ Nach שנאמר ist offenbar eine Lücke, die vielleicht also auszufüllen wäre: •שג׳ ויהי דוד בכל דרכיו משביל וה׳ עמו ועל אויביו הוא אומר ואתה א׳ תורידם וגו — Ps. 34 Nr. 1 (S. 263 Z. 4): ״Wir sind seine Knechte geworden, sie schlugen ihn aber mit Worten.“ Die Entgegnung der Diener Achisch’s schliest mit den Worten: Nun, so wollen wir seine (Davids) Diener sein!“ Und der Midrasch fügt hinzu: Mit diesen (ironisch gemeinten) Worten schlugen (besiegten) sie ihn. — Das. Nr. 2 Z. 20 muss die Uebersetzung lauten: ״Ewiger, wer ist dir gleich, der du den Amen rettest von dem, der stärker ist als er“ — d. h. nach N. Acha: der du den guten Trieb rettest von dem bösen — ״und den Armen und Dürftigen von seinem Räuber.׳‘ (Hier wird also der böse Trieb ״Räuber“ genannt). Giebt es denn einen schlimmeren Raub? Raubt doch der böse Trieb dem Gerechten die Tugend und verleitet ihn zur Sünde. Ps. 37 N11 .־: Der Sinn der Stelle ist in der Anmerkung nicht richtig angegeben. Von den drei Männern ist nicht die Rede. Der Sinn ist vielmehr folgender: Als Abraham vernommen hatte, dass Noah und seine Familie um der Barmherzigkeit willen, die sie an den Tieren übten, unversehrt aus der Arche herausgekommen sind, nahm er sich vor, Barmherzigkeit an den Menschen zu üben. Er dachte: Wenn jene für ihr Mitleid mit den ׳Tieren des göttlichen Schutzes teilhaftig wurden, um wie viel mehr werde ich es sein, wenn ich Barmherzigkeit üben werde an den Menschen, die im Ebenbilde Gottes geschaffen sind! Darum ״pflanzte er אשל in Beerschewa“, d. h. er machte sein Haus zu einem Einkehrshaus für alle vorüberziehenden Wanderer; er lud sie ein, bewirtete sie reichlich und unentgeltlich und gab ihnen das Geleit. Denn אשל ist nach d. Midrasch ein Notarikon und bedeutet: Speise, Trank, Begleitung. (S. Ber. r. 54.) (Fortsetzung folgt.) Berichtigung. In der Buchstabenzahl-Summe (im Räthsel der vor, Nr.,) ist, wie Herr C. in R. uns berichtigend bemerkt, die Summe nicht 44, sondern 34, was freilich einen Strich durch di9 Rechnung macht. Verantwortl.Redacteur Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck Friedrich Rasche &.Co., Magdeburg. Verlag Roh. Friese, Leipzg.

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