Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 49. (1.12.1893)
- Date
- 1893-12-01
- Page
- Seite 194 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/5367336-5990874-5991436--2371-5369227- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 194 und hartnäckige Geschlecht (.Israel in der Wüste u. z. die ältere Generation, die aus Aegypten herausgetührt wurde) artete gegen Gott beim ״goldenen Kalbe“ aus, und sonst noch; aber die Kinder durften dafür nicht büssen.“ Der hebräische Satz ist dann wie folgt zu konstruieren: דור עקש,ופתלתל שדות לו (ל־ד׳) לא בגיו מומם. Das Suflix von בניו bezieht sich auf דור — es ist gleich לבניהם — ebenso das Suffix von מומם, da דור als noinen eollectiv. auch als Plural behandelt werden kann. Der Vers besagt also: ״Der Fehler der Eltern ward den Kindern nicht zum Verbrechen (Fehler) angerechnet.‘• Im Satze <i fährt dann der Prophet fort, das jüngere Volk auf sein Unrecht aufmerksam zu machen, und sagt: ״Wie, wollt Ihr nun gegen Gott ungerecht sein, der gegen E u c 11 so gerecht gehandelt hat; er ist doch kein anderer, sondern derselbe, der Dich gebildet und erhalten hat!“ (Wird (ortgeeett.i Recensionen. Friedberg, A. S. ־ורות ,היהודיבבבפרד Warschau 18911, 8116; ״ S. Verlag ״Achiasaf“. Ilarknvy, Dr. A. אוצר ישראל, Rabbi Jehuda Halevi. Gedichte und Briete. Warschau 1803, XXIV u. '2-20 S. Verlag ״Achiasaf“, Zwei treffliche Darbietungen, wofür der Warschauer Verlagsbuchhandlung voller aufrichtiger Dank gebiihrt. Jüdische Geschichte und Literatur populär zu machen in den Kreisen des das Hebiäisehe mit Leichtigkeit und Vorliebe lesenden Juda, hat sich die Verlagshandlung ״Achiasaf“ zur löblichen Aufgabe gestellt. Die Proben, welche uns zu Gebote stehen, berechtigen uns, dem gemeinnützigen, volkstümlichen Unternehmen das günstigste Prognostiken zu stellen. 111 billigen Lteferungen von 7 Kopeken pro Exemplar wird auch dem kleinen und kleinsten Manne die Möglichkeit geboten, mit interessanten Werken ans alter und neuer Zeit seine Bibliothek und — was viel wichtiger ist — sein Wissen zu bereichern, ihn für die grosse leiden- und glorreiche Vergangenheit unserer frommen Ahnen zu begeistern. In 13 Lieferungen entrollt A. S. Friedberg, die Geschichte der Juden in Spanien und Portugal, seine Darstellung anGrätz’s nnd Kayserling's Forschnngen anreihend, ohne sich sklavisch von diesen Historikern beeinflussen zu lassen F. beserrscht offenbar das grosse, weitschichtige Material und verfügt über eine gewandte Feder. Das Werk ist durchaus populär ab»efasst, klar disponirt, schweift im Allgemeinen vom Thema nicht ab, verrät nicht den mühseligen Schweiss des Sammlers und Ordners, ermüdet nicht durch gelehrte Randbemerkungen, ist fliessend geschrieben. Der Er- Zähler macht den Eindruck des objektiven Berichterstatters, der eigentlich nur die Thatsachen reden lässt. Gleichwohl bekundet er volle Selbstständigkeit bei der Beurteilung und Würdigung der referierten historischen Ereignisse und deren Folgen. Bei aller Ruhe der Dar- Stellung fesselt das Buch, weil es mit jüdischem Gefühle und mit jüdischem Herzen geschrieben ist. Der 2. Teil, der sich übt r die näheren Umstände der Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal verbreitet, bietet uns bei aller Schlichtheit der Darstellung ein Drama von erschütternder Tragik. — Ueber die 2. Darbietung wollen wir uns jeder lobenden Aeusserung enthalten. Wir wollen nur ganz niiehteen berichten, was die 7 Lieferungen des ״Ozar Israel“ uns bringen. Nichts mehr und nichts weniger als Gedichte und Briefe von R. Jehudah Halevi. dem Heros unter den I:ebräis11.־ e!1 Klassikern des Mittelalters, mit Noten von S. D. Luzzato. Kämpf n. A.. auf das!Sorgfältigste ediert von Harkavy. Die Auswahl der Gedichte macht dem feinen und erlesenen Geschmacke des Herausgebers alle Ehre. Diese Sammlung hat bleibenden gediegenen wissenschaftlichen Wert. Harkavy teilt von jeder Piece genau den Quellennachweis mit. Seine textkritischen Bemerkungen orientieren uns oft in lichtvoller Weise über den wahren Wortlaut der einzelnen Stücke. Nach drei Gesichtspunkten ist die Auswahl der poetischen Stücke getroffen. Es werden uns Lieder vorgeführt über Zion und über die Land- und Seereise nach dem heiligen Lande. Ueber Juda im Exile verbreiten sich die herrlichen liturgischen Gesänge. Die profanen Lieder vei herrlichen des grossen Dichters persönliche Beziehungen zu seinen Freunden und Zeitgenossen Wir widerstehen der Versuchung, auf einzelne besonders erlesene Perlen der Musterleistungen des unerreichten Meistersängers näher einzngehen. Gelesen, wiederholt gelesen müssen diese einzig schönen Gedichte werden. Man kann hier des Guten nicht zu viel thuu. Je öfter wir »ie uns vergegenwärtigen, desto mehr Reize und Schönheiten enthüllen sie uns. Wir können dem berühmten nnd gelehrten Herausgeber für diese Veröffentlichung nicht «lankbar genug sein. Sohrau-1 •.-Schl. l>r. I m ma >111 e 1 Deutsch. Weorg Wolff: ״Ist die antisemitische Bewegung ein nationaler Freiheitskampf?“ Velten, 1893 Dieses Schriftchen ist der Abdruck einer Erwiderang, welche der Verfasser einer der sattsam bekannten Hetzreden entgegengesetzt hat Wir begriissen darin freudig das seltene Beispiel eines Juden, der den Mut hat, in einer antisemitischen Versammlung aufzutreten, den Gegnern ihre Lügen und Verleumdungen als solche anfzuweisen und ihnen, unbekümmert um ihre Wutausbriiehe, unerschrocken die Wahrheit zu sagen. Denn da es uns weder an beredten, noch an sachkundigen Männern fehlt, so ist die allgemeine persönliche Feigheit in dem Kampf gegen den Antisemitismus das Be klagenswerteste. Man will ja gerne alle Opfer bringen, nur keines der Person, man will ja gern zahlen, schreiben, beraten, nur nicht Pulver riechen! Leute und ״Namen“ habet» wir massenhaft, nur leider wenig Männer und Charaktere. Möchten unsere berühmten Rechtsanwälte, die sich so kühn in die forensische Arena stürzen, wenn es gilt, das Fleckchen Ehre zu retten, das noch an einem Polke, Sommerfeld, Seemann, Löwy n. s. w. zu entdecken ist, möchten vor allem die Wichtigthuer, die das ״grosse Wort“ führen, wo es keine Gefahr biingt. sich an dem wackern Auftreten des Herrn Wollt' ein Beispiel nehmen. Sie können die Rede, die übrigens auch inhaltlich interessant ist und für rednerische, Agitation ein treffliches Muster giebt, durch die Expedition der Veltener Zeitung zu Velten (i. d. Mark) beziehen. Wenn sie auch nur einen Juden zu gleicher That ermutigt׳, so hat sie das ihrige gethan. Dr. Jacob-Güttingen. Literarische Notiz. Chronologisches, ln dem Artikel ״Chauuka und Weilmachten“ der vorigen Nr. der ,Jur. Wochenschrift“ wird behauptet, das» im Jahre;>24 p., entsprechend dem jüdischen Jahre 4< 8h, da« Chanukafest auf den Dezember Hel und alle 19 Jahre mit diesem christlichen Monatailatnm Zusammenfalle. Dieses ist entschieden falsch, wie ich bereits in Nr. 41 und 42 des ״Jlid. I.it.-Hl. ‘ 1892, 8. 1H4 mit Bezug auf einen Aufsatz über dasselbe Thema in Dr. A. Brüll'» ״Populär-wisaeuichaftlicbe MoimtHbllttter‘, Jahrg. XI, 8. 11 u. 12 ausführlich uaebgewiesen habe. Channka 324 fielniiht auf den 6. Dezember, sondern auf den 2s. November l'm weitere nnuütige Wiederholungen zu vernichten, bitte ich. den Artikel nach- | /u|,-״n1 11 ״' n h t! 11-Hees a Ithein. V״r:111t wo:•! I. Kt״l;1k,e11:■ 1 >r. .11 11:1 (1 •u r.!':•:׳,k Fried 1׳ i ■ - •! Kisch•1 & i'mnii. Magdeburg. Verlag Kob Priese Leipzig.