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Das jüdische Literaturblatt · 1893-10-13 · N° 41. (13.10.1893) · p. Seite 162

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 41. (13.10.1893)
Date
1893-10-13
Page
Seite 162 (sequence 4)
Language
German
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162 Zur Erklärung von Ijob c. 38, 12 bis 14. Von Dr. A. Kamin kt, Rabbiner. ״Hast I)u in Deinem Leben jemals den Morgen l>estellt, der Morgenröte ihren Platz angewiesen, dass sie die Enden der Erde erfasse, die Bösen aus ihr herausschüttelnd?“ Auf die Frage folgt in der ersten Kede Gottes v. 14 ein den Gedanken weiter entwickelnder Satz ,תתהפך גהפר חותם ויתיצגו גפו לגוש. Während die erste Hälfte dieses Verses sich offenbar auf ״die Erde“ bezieht und ein schönes Bild enthält, kann der zweite Teil in der masoretliischen Form keine befriedigende Erklärung linden. Wer ״stellt sich hin“ oder ״dar?“ Dillmann (Exeg. Handb. 4. Aufl. 1891, S. 326) erklärt: ״Die Dinge auf der Erde, die durch die Aufprägung des Siegels entstandenen Formen, sie sollen sich dar dem Gewände gleich, d. h. in mannigfaltigen Umrissen und Farben.“ Eine ähnliche Weglassung der Subjekte ist wohl zum mindesten ungewöhnlich; auaserdem wird sich התיצג für Dinge und noch dazu im Sinne von ״sich darstellen“ schwerlich nachweisen lassen. Die LXX scheint statt הותם phantastisch היים (als Mehrzahl, lebende Wesen), mit Bezug darauf ויתיצגו und dann גפמ^לים (statt *גפו לגוש) gelesen zu haben; nur so ist die seltsame Uebersetzung zu erklären: ״"H ab Xaßtov YV ״y.öv, i־Aaaac aoov (statt des Plur. im Hebr.) xsd Xa/.r/töv aüxov eit-vj eaxl — Ewald verwirft im masoretliischen Texte יתיצאו u. A., weil es im Buche Hiob sonst nur zweimal vorkomme und dazu in den späteren Kapiteln; unbegreiflicherweise setzt er aber dafür ein neues Wort (״!'-,'בצוsie werden hell“), das im hebr. Sprachschätz überhaupt nicht vorhanden ist G. Hoflmann liest am Schluss ״ לגושwie beschämt“, wodurch weder besseres Hebräisch, noch ein einleuchtender Sinn erhalten wird. Da eine Conjektur nötig ist, so möchte ich vorschlagen, für das zweite Verbum ״ ויתנצלו und sie (die Frevler) werden abgelegt, abgeworfen“ zu lesen, wodurch das Bild sowohl für sich treffend als dem Vorangehenden schön angefiigt erscheint. Die beiden Halbverse sind parallel den beiden des V. 13 (eine nicht seltene syntaktische Form): ״Die Erde erhält ein neues Gepräge und die Bösen siud abgelegt wie ein Gewand“, cf. Ex. 3, 22 und 33, 6, wo die abweichende Construktion des Hithpael keinen Widerspruch involviert, da dort ein ferneres Objekt (את עדיי) hinzutritt. Bedenkt man, dass dies Hiphil ״retten“ bedeutet und dass dem Ausdruck ויתנצלו der Nebensinn ויצילו את נפש ג nahe liegt, so hat der Dichter hier mit Bezug auf רשעים kein prägnanteres Wort wählen können. Oxford, Angast 1893: Literarische Notiz. Eine Schwierigkeit in Nash• 11, 2. Die 2 Mischnah des 2 Abschnittes von Xasir ist geeignet, nack Vorm und Inhalt unser Befremden zu erregen. Sie enthält eineu sehr interessanten Beitrag zur t'lmrakterisung der zwischen den Schulen Schamniai’s u. Hillel’s bestellenden Differenzen in der Auffassung der Lehnneinungen und principielleu Anschauungen. Zum besseren Verständnisse dessen, worauf, wir das Aagetnerk des sachverständigen Lesers richten wollen, setzen wir den Text der Mischuah in extenso her. Es heisst daselbst wie folgt: .אמר אמרה פרה זו הדני נזירה אש עומד-, אני אמר הד^ת הזה הרגי נזיר אם נפתח אני ב ש אומרים נזיר וב ה אומרים אינו'נזיר. Was die Schule Schamiuai's veranlasst, in diesen Fällen, in welchen das Xasiräergeltthde sich nicht auf die Enthaltung vom (!enusse des Weines, sondern auf ein hors d'oeuvre bezieht, das Gelübde dennoch als zu Rechte bestehend zu betrachten, darüber orientieren uns die Connnentatoren und Glossatoren z. St. in eingehender und völlig betriedigenter Weise. Sprachlich auffallend ist im 2. Teile unserer Mischnah das genus des Wortes .ר--, .דייר wird hier behandelt, wie eiu nonien geueris masculini uud doch ist ד ת eiu nomen feminini geueris. Das Ergäuzuugswort männlichen Geschlechts lautet bekanntlich Vt. (Vergl. Ps 141,3 .. .. -ונצרה״ר ו Thatsächlich wird ד-׳ת in der heiligen Schrift mit Ausnahme von Nechem. 13,19 stets als 110111-11 f-ininini geueris au allen Stellen behandelt. Vergl. z. B. Jechesk. 41,23.24 Jerem. 86.23, I. Reg. 6.32. Sprüche Sal. 26,14. Hohes Lied 8 9. R Lippmann Heller macht z. St. 8. v. הזה bereit« auf diesen Vcrstoss gegen deu riehtigen Sprachgebrauch aufmerksam. Er löst diese Schwierigkeit auf zweifache Weise. Er beruft sich zunächst anf den von Ibu Esra aufgestellten Kanon : ב■1 אשי אי; בו רזה ה״ס זכרהו ונקבהו. Sodann vertritt er die Ansicht, das Wort דיה werde auch als nomen masculiui geueris behandelt, beruft sich aber nicht etwa auf Xee.bm. 13.19, sondern auf 5. B. M 3,.V Er schreibt wörtlich: נם נמצא חומה ו.בזד, ר^תים ובייח בסוף פ דביים נפימן הרבים. — Der berühmte Verfasser der תום יום מזב hält also die Form 5! דייתים B. m;1.0.ן tnr eine Pluralbiidnng tnäuulichen Geschlechtes, während wir — was er übersehen bat — in der Form דיתים nichts Anderes vor uns haben, als die Dualform, welche gemeiniglich 1111 r Wörtern weihlieben Geschlechts znkomint. Ob das Etymon רי׳ת liier wirklich von vorn liereiu mit dem Genus inasculimtm cougruirt war. erscheint uns noch fraglich. Wir haiteu es wohl für möglich, dass ursjirüiiglieh etw.1 folgende etwas abgekürzte Schreibung sich vorfand: הד^ת הז הדני נזיר אם נפתה' אני. Die späteren Abschreiber, welch, im Sinne des Redactors das genus leininiiiuin ergänzen sollten, filiersahen dieses Zeichen der Abkürzung und congrnirten das nomen mit dein genus masc.ulinum. Ich stelle meine Gonjetnr der Prüfuug 11er wohlwollenden Sachverständigen anheim. S 0 h ran < 1./S. Dr. I m 111 a 1111 e I Deutsch Literarische Anzeigen. ♦ ♦ « 4 4 4 4 4 4 * 4 4 *t *II 4 4 4 4 «י * 4 *Ü 4 4 4 4 AH 'S 4t 4 f ,¬ו¬ Durch alle Buchhandlungen zu beziehen : Geschichte der Wissenschaften KARL FAOLÜANM HIJIOTU ■■ ■■ ־?•׳'•'׳. v AHAATLFBCNS VhRlAß. IM REICHE DES GEISTES. lllustrirte Geschichte derl *״״״■־verstisdiich dErjwttlh Wissenschaften | Karl Faulmann• Mit 13 Tafeln, 30 Beilagen and über zoo Te«- Abbildungen. Erscheint in 30 zehntägigen Lieferungen 4 50 Pf. « 30 Kr. » 7° Vt». ■= 30 Kop. A. Hartleben’r Verlag ia Wien. S ß ß ־4 # ß ß ♦ ß ß ß 1* I* ♦ ß ♦ ß ß ¬ג¬ ♦ ♦ ß ß ß Vcrantwortl. Kedacreur Dr. Rahiner, .Magdeburg Druck Friedrich Rasche & <’o. M ig lebnig. Verlag l{nb Friese. Leipzig

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