Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 30. (21.7.1893)
- Date
- 1893-07-21
- Page
- Seite 118 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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118 kaufen“ 1. verkaufen. — .Statt ״und suche die Mutter“ 1. _und du wirst d. M. finden.“ תשנה* s. ד־ס z. St. — Nr. 34. גח לי heisst: es war leichter für ihn, wie in Nr. 27 richtig: ist. Ueber אטילס s. Monatssch. 1893 S. 433 f. — 2 ויחגרי. Sam. 22, 4« leitet der Midrasch von הינד (lahm) ab. dagegen ויהדגי Ps. 18. 46 von ח ד כת כותא (Targ. zu 5. M. 32,25) Todesangst. Der Psalmvers kann als״ nicht übersetzt werden: ״Und sie lahmen aus ihren Schlössern hervor.“ (Fortsetzung folgt.) trüber Zeit, welche die grossen Züge des Judenthums so sehr verunstalten“, d. )1. drei Viertel des Schulchan Aruch in Derech Erez umzuwandeln — ob dieses Girren offene Ohren zum Hören finden wird, bezweifeln wir und wünschen von Herzen, dass wir Unrecht behielten. Soviel steht fest, dass der Vtrf. ein warmes Herz für sein Judenthum hat, seine Schrift beweist es, möge sie recht viele Leser finden, Leser, welche lernen wollen, dass ״ganz Jude sein, ganz Mensch sein“ heisse. Dr. Singer-Coblenz. Die ethische Bewegung im Judenthum. Ernste Gedanken eines Modernen. Verlag von Hugo Schildberger. Berlin, 1893. Mit dem leicht erklärlichen, meist geiechtfertigten Misstrauen, mit dem wir den Produkten der Geistesliteratur entgegentreten, deren Väter sich zu ihnen nicht bekennen wollen, nahten wir uns auch dieser anonym erschienenen Schritt, um uns für diesmal angenehm enttäuscht zu finden und uns um so mehr über die A110nymität zu wundern. Der Vortragende — denn in Form eines Vortrages wendet sich der Verf. an seine Leser — geht in ruhiger und vornehmer Weise mit dem Antisemitismus ins Gericht und hält den intellektuellen Urhebern, sowie den jetzigen Pflegern desselben innerhalb des Judenthnins in kurzen aber treffenden Zügen ein frappantes Spiegelbild vor die Augen. Etwas weniger schonende Nachsicht. Rücksicht, Wohlwollen und l'oijuettiren mit dem Namen und Wesen der modeinen Orthodoxie hätte allgemein wohlthuender berührt, doch mag davon der guten Absicht halber, die den Verf. dabei leitete, abgesehen werden. Wer wollte es auch bestreiten, dass der Verf. Recht hat, wenn er von den neu entstandenen Vereinen für jüdische Geschichte und Literatur und weiterer Ausbreitung derselben, vom Bekanntmachen der jüdischen •lugend mit den Schätzen seiner Geistesheroen, von anregender lebhafter Discussion nach jedem Vortrage, welcher weniger schonrednerisch, als belehrend, weniger N-hilderung, als Instruktion sein soll, langsame aber ri'hei’e Besserung der Zukunft erwartet? Diesel׳ in letzter Zeit allzu schüchtern aufgetretenen Foidernng wird in dieser Schrift die neue an die Seite gesetzt, auch die Christen über das Judenthum aufzuklären, weil darüber in allen Kreisen, von Schiller bis auf den Stammtischphilister, eine nicht dicht genug zu veranschlagende dunkle Auffassung herrscht. Hierzu und zur leider allzu sehr nothwendigen Hebung des religiösen Gedanken' auch in kleineren Orten des ganzen deutschen Reiches mögen die Anlagen von Vereins-Bibliotheken und Verbreitung von belehrenden Druckschriften dem steten Augenmerk der vielvenrögenden Personen in Israel empfohlen sein. Der Verf. kennt die Verhältnisse in kleineren und mittleren Gemeinden schlecht, wenn er das Mangeln eines Vereins f. ,.!4. u. L. der feindseligen oder gleichgütigen Haltung des Rabbiners zur Last legt. Er weiss nicht, dass die Rabbiner daselbst nicht Stein au Stein, sondern Sandkorn an Sindkorn zu fügen haben, und dass wohl Jahre darüber hingehen können, bevor er aus einzelnen Stäubchen einen Baustein zusammenbekömmt. Es ist nicht bei Allen behagliche Zufriedenheit ״mit dem beschränkten Kreis ihrer Bewunderer“, sondern Vielen fehlt der Beruf des dicken Schädels, mit dem - Mauern einziirennen wären! Ob das Liebeswerben bei den Orthodoxen ״unseren Frommen“, sich zu reinigen ״von dem Einfluss jener greisen kleinlichen Schöpfungen des polnisehen Geistes, jenen winzigen Erzeugnissen in Alb. Katz, Der wahre Talnmdjnde. Verlag von Emil Apolant. Berlin, 1893. ״Die wichtigsten Grundsätzedes talmudischen Schrift* thums über das sittliche Leben des Menschen“ hat Verf. in 70 Capiteln übersetzt und systematisch geordnet. Eine fleissige Arbeit, die unsern wärmsten Dank verdient, wenn auch das Meiste nach dem bescheidenen Bekenntniss des Autors, der sich nicht mit fremden Federn schmücken will, dem Suwalki schen hebräischen Werkchen: ״Das Leben des Juden nach dem Talmud“ entnommen und darnach übersetzt ist. Die vom Autor selbst herrührende Einleitung, sowie die vielen Zusätze, welche von ihm hinzugefügt sind, die übersichtliche t'apitel-Eintheilung sind recht belehrend und erleichtern die Uebersicht über alles für das menschliche Leben, Thun und Treiben, Handel und Wandel Wissenswerthe. Es war schon ein Verdienst, das Vielen unbekannte und unzugängliche hebr. Schrifteben Suwalki's und damit auch dem Verständniss für die Ethik des Jndentliums einen weiteren Kreis erschlossen zu haben. Wir wünschen, dass der Verf. auf diesem dankenswerthen Felde zu arbeiten fortfahre und noch mehr Perlen aus dem Meeresgründe der hebr. Literatur hebt, mit seiner bewiesenen .Sachkenntniss und grossen Belesenheit erweitert, durch liebevolles Eingehen auf sein Thema zur Abrundung dieser oft fragmentarisch gehaltenen Schriften ebenso beiträgt, wie er es diesmal gethau hat. Er hat sein Ziel, das er v״r Augen hatte, ״die ungetrübte Reinheit der s״ sehr verleumdeten talmudischen Moral darzuthun“ erreicht, denn welcher Unbefangene, de!׳ dem Autor folgt, sei es, wenn er uns auf bekannten Pfaden leitet, die er verbreitert, ״der unsichtbare Pforten aufthut. durch welche ein Ausblick in eine herrliche Gegend sich eröffnet, welche mit Moos bewachsen, mit Schutt liebloser Jahrhunderte bedeckt ist, wird nicht überzeugt sein, dass nur Verkennung, Uebelwollen. Neid und Missgunst die feindlichen Augen ve! blendet hat. auf dass sie nicht sehen. Das Büchlein ist nicht nur ein klarer Wegweiser auf dem Wege des practischen Lebens im Verkehr mit allen Nebenmenschen, sondern mag auch demjenigen empfohlen sein, der sich berufen fühlt, in die Höhlen antisemitischer Radauversammlungen seinen Kopf zu stecken; an der Hand desselben wird er schnell und leicht die Antworten und Hinweise auf alle Angriffe tiudeu. Es ist eine Waffe mehr für den Kampf, in den wir hineingedrängt wurden, die Anschaffung wird keinen gereuen und wird seine Rüstkammer zieren. Dr. Singer-Coblenz. Literarische Notiz. Die Anträge unter obiger Rubrik in Nr. 24 Literatur! 1. erledigt siel! meines Dafürhalten* durch den Brauch vieler Gemeinden, vor der Strophe בוא' בש^ים dem am Eingänge wartenden 1׳: אב־.um Empfange ectgegenzugehen. -u welchem Behüte man siel! di r Eingangst lifir zuwendet. verantwort), Kedactrur Dr. Rahnier. Magdeburg. Druck Friedrich Kasche <4. Co.. Magdebnig. Veilag Kob. Friese. Leipzig.