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Das jüdische Literaturblatt · 1893-07-01 · N° 27. (1.7.1893) · p. Seite 106

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 27. (1.7.1893)
Date
1893-07-01
Page
Seite 106 (sequence 4)
Language
German
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— 106 — Judenthum im Allgemeinen gute Dienste leisten. Viel- )eicht dürfte die Ausschreibung einer Preisfrage, in welcher die Methode der Bearbeitung ausführlich angegeben werden müsste, rasch zum Ziele führen.“ Der ehrw. Verf. entwirft auch einen kleinen Umriss, wie er die Abfassung dieses Werkes wünscht, welches aus zwei Theilen, aus einem sachlichen und einem literaturgeschichtlichen Inhaltes bestehen soll. Kein Mensch wäre sicherlich geeigneter, die Leitung dieser Arbeit in die Hand zu nehmen und zu Ende zu führen, wie Jellinek selbst, dem wir wünschen, dass er durch die Ausführung seiner Anregung ein neues Ruhmesblatt in den Kranz seiner literarischen Unsterblichkeit, flechten möge. Der Appell an das Ehrgefühl der Wiener Cultusgemeinde, welche allein schon die Verbreitung eines solchen Werkes zur Vertheidigung unserer Ehre, unseres Rufes, unseres Namens, des Glaubens unserer Väter und unserer Nachkommen ermöglichen wird, ist gewiss gut gemeint. Hoffentlich lassen aber die grossen Gemciuden Deutschlands es sich nicht nehmen, mit der österreichischen .Metropole hierin zu wetteifern, zumal der einen oder der andern hierdurch Gelegenheit geboten wird, frühere Scharten auszuwetzen. Der verehrte Verf. wird diesen kleinen Zusatzantiag nicht übel aufnehmen, welcher für seine erlösenden Worte einen stärkeren Wiederhall schaffen möchte. Ihr. Singer Coblenz. Wünsche, Prof. Dl'. Ang., Midrasch Tehillim etc. (Fortsetzung von Nr. 13/ Ps. 17 No. 8 איקוניא של מלאכים מהלכי; לפניו ומבריק ״ ואומריז הנו מקום לאדוני; של הקב׳הDie Decumani der Engel ziehen vor ihm her und rufen öffentlich aus und sprechen: Gebt Raum leinen Orti den Decumani des Heiligen, geh.sei er!“ \V. emendirt hier דיקימייני מסדקוניא ״Decumani, Leibgarden“. Dagegen übersetzt er die Parallelstelle Ps. 55 Nr. 4 איקוניא (של מלאביש) מהלכה רפני האדם והבריות מכריזות יכו׳ ..Ein Bild wandelt vor dem Menschen einher und die Menschen (!) rufen aus und sprechen: Machet Platz für das Bild Gottes!“ Richtig ist. dass das erste Wort der hier citirten zwei Stellen, Wenn man darunter etxdv'.o־/ (ikonia Ebenbild) versteht, keinen rechten Sinn giebt; offenbar ist eine ('oiTuptel für ein Wort, das ״cohortes praetoriae, Escoite, Leibgarde“ bedeutet. Im nachstehenden Gleichniss stellt dafür legio (/הלגיונות יוצאין עמי לשמר), in dem t'itat aus Jelamdenu bei Arucli s. v. אקי steht dafür drungus. Da auch die Handschriften איקוניא haben, so sind wir nur aut Vennuthungen angewiesen. Ks könnte aus ־/.öopr.c corrumpirt sein, da * und ני ,ר und ט nicht selten vertauscht sind. Aber auch die Konjektur oiy.z-.v.x und v.xxv/ix (Dienerschaft! liegt nahe. Die letzten Worte jedoch, איקונין של ה־, können nur ״das Ebenbild Gottes“ bezeichnen. Ich übersetze die erste Stelle: ״Eine Dienerschaar von Engeln geht vor ihm (dem Mensehen) her und ruft (den;*מזיק) zu: Machet Platz dem Ebenbild des Allheiligen!“ — 111 der zweiten Stelle aus Ps. 55 ist das sinnentstellende והכריות nach Debarim rabba cap. 4 in וחב־־זוה (die Herolde/ zu ändern — Daselbst נו;ימ אצלך heisst nicht ״drängt, nötliigt dich“, soiide.111 ״tritt zu dir hin" (ני;ש). — Das. S. 35 Z. •> ist .,nämlich“ zu streichen und davor ein Punkt zu setzen. Mit ■כל המלא beginnt ein neuer Satz: ״Alle jene Kugel, welche dem Menschen zugewiesen sind, um ihn zu behüten — wann ist er (durch sie) behütet? Wenn er die Thora hütet.“ No. 10 Z. 4:ואומר heisst hier nicht: ״und sprach“, sondern ..und ferner <e. ״»*denke des Prophetenwoites“ n. s. w. — No. 13: ״ich habe keine Kraft vor dir“. Diese Uebei-setzung setzt als Text voraus: אין לי כה לפני׳; es heisst aber in der Besehen Textausgabe: איני כה. Das Wort כה scheint nnr ein Druckfehler zu sein; sonst hätte Buber gewiss nicht verabsäumt anzumerken, dass sich in den bisherigen Ausherigen Ausgaben dafür יא befindet Es ist zu übersetzen: ״ich aber komme nur vor dich“ etc. — Das. No. 14: ״Gewöhnlich, wenn eine Matrone wünscht, den König zu sehen, setzt sie eine Krone auf . . . und indem sie durch diese Krone hineingeht, den König zu klönen, siebt sie das Angesicht des Königs.“ Der Midrasch sagt vielmehr: ״Eine Matrone, welche den König zu sehen wünscht, wird, wenn sie mit leeren Händen kommt, nicht vorgelassen. Deshalb lässt sie eine ihrem Vermögen und Stande entsprechende Krone anfertigen, ״und um der Krone willen, welche sie bringt (1. מכנסת), um den König damit zu schmücken, sieht sie des Königs Antlitz.“ In die beseligende Gottesnähe aber, zur Anschauung der göttlichen Herrlichkeit gelangt man nach demPsalmwurt 17, 15) schon um der kleinen Almosen willen, die man den Armen spendet, Dr. Cohu-Burgkunstadt. (Fortsetzung folgt) Dm Reich JidSa im Jahre 6000 (2141 christlicher Zeitrechnung). Roman von Max Osterberg-Verakoff. Verlag: Druckerei und Verlagshaus Stuttgart, Pr. Foerster & Cie. 1893. Zu den interessantesten Neuheiten des diesjährigen Büchermarktes verdient der oben angeführte Roman gerechnet zu werden, »lern es beschieden sein dürfte, das Interesse aller Gesellschafts- »reise auf sich zu lenken. Der Autor bat es verstanden, Licht- und Schattenseiten in der richtigen Weise zu verteilen, mit logischer Kuuse1|ueuz zieht er Schlüsse ans der Vergangenheit auf die Zukumt, in welcher der Roman spielt, bietet andererseits wieder die Gelegenheit, von einer günstigen Perspektive aus Zeitfragen der Gegenwart in objektiver Weise zu beleuchten. Zum Mittelpunkt der Handlung ist eiu Christ gewählt, Ludwig von Fürsprech, de:׳ in dem Königreich Judäa znm Besuch weilt, und dem es möglich gemacht wird, sich von den Einrichtungen im Staate, in der Familie und in der Gesellschaft zu unterrichten und Vergleiche anznstellen zwischen Judäa und seinem Vaterlande. Von 1 «!soliderem .Interesse sind auch die im Königsschlosse, in der Syuagoiie, in einer Staatsratssitzung u. 8. w. spielenden Szeneu, wobei der Verfasser die ihm gebotene Gelegenheit, sich über viele mo-!lerne Streit trauen zu äussern. reichlich benützt und nicht nur manches Alte von neuem Standpunkte ans bespricht, sondern auch vielfach neuen Gedanken Ausdruck verleiht. Besondere Aufmerk• samkeit ist der Frauenfrage, der Emissionsthätigkeit, der Macht des Reichtums, der Stellung Russlands zur .Indenfrage gewidmet. Der Verfasser lässt hierbei keineswegs seiner Phantasie die Zügel schiessen, sondern versucht, auf der Vergangenheit aufzubauen, und wenn das Ganze auch der Form und der Anlage nach auf einer l'topie beruht, darf doch der Wert des Romans als ein ganz bedeutender bezeichnet werden. Das Buch liest sich angenehm und ist unterhaltend. Literarische Notizen. Pr. Hubert Grimme. Professur an der l'uiversität Freibnrg in der Sei weiz. giebt ein Werk über ״Mohammed•‘ heraus, dessen erster Theil ״das Leben׳‘ des Propheten behandelt. (Münster i. W. 1892. Verlag von Aschendorff. Mit Plänen von Mekka und Medina.) Der Verf. verhält sich gegen die mit vielen sagenhaften und unsicheren Nachrichten veitlochteue l'eberliefernng noch kritischer und ablehnender als seine Vorgänger. — Der folgende Band wird ״die Lehre“ zur Darstellung bringen. London. Die nächste Nummer der gelehrten Zeitschrift ״Jewisü (juarterly Review‘• wird einen Aufsatz des Lev. Michael Adler über ..Kaiser Julian in seinem Verhältnis zu!len Juden״ enthalten. Druck 1 ehlerberic hti gttng. In vor. Xo. S. 100b Z. 31 v. 0. ist zu lesen: Jalkct: S. 101aZ. 25 v. o ״liiögüchster“ st. ״grosser■•; 8. 101b ״;leroen״ st. ״Herren״: S. 102a Z. 37 v. 0. ״Miastüue. st ״Missionen“; S. 102b Z. 11 v.!>. ,.Bezug" st C'aheg. — Inder .,liter. NVtiz•■ S. 102 Z. 13 v. ״ .״textirt“ st. ,.testirt״. Mit ״Dass Anfangs der 1 י. Z. v. 0. beginnt eiu neuer Satz. Z. ■I v. u. ist zu lesen: ״KaruV'u. .,dieser": Z. 6 v.u. ״Xiehtverzehntes statt ,.Nicht verzehrtes. Verantwortl. Kedacteur Dr. liahmer. Magdeburg. Druck Friedrich Rasche & <'o.. Magdeburg. Verlag Roh. Friese. Leipzig.

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