Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 24. (9.6.1893)
- Date
- 1893-06-09
- Page
- Seite 94 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 4י! — um mehrers schulden zufrieden stellen müssen, und wir dann jetzo verordnet haben, dass mit genannten von Reychenberg seine Raittung in kurzer Zeit beschlossen, ן darauf er dann sunderlich von uns und unseni Landen bezahlt s״U werden. Demnach empfehlen wir Dir mit I Kiiist. dass Du darnach in Betrachtung des grossen Genuss, so Du aus unseren Landen bisher gehabt hast, und dass dies«1 Schuld uns und unser Land berührt, derselben Schuld geduld tragest, den von Reychenberg derselben mit Recht unbeschwert lassest und in alles gegen im stillsteest. Als wir auch hineben unserm Regiment befehlen, wider in nit. zu procediren, so lang bis die Raittung mit uns beschlossen und er darauf von uns und ansern Landen genügt würdet und erzaig Dich hierauf uns zu nachtheil und missfallen nit ungehorsam, des meinen wir ernstleich. Geben zu Oberwess am Rhain. den sibenten Tag des Monats duli — anno im IHten'unseres Reichs des Römischen 28 jars. ('o)nissio Cesaris majestatis manu proprio Vogt Registrator.‘• Recensionen. The Jewish Quarterly Review, edited bv d. Aln abrahams and ('. G. Montefiore. No. 19. April 1893. London: D. Nutt. Wie di<‘ meisten früheren Hefte der ״Jewish Review“, so enthält auch das vorliegende Heft recht viel Interessantes. Besonders nennentwerth ist eine von Professor Kaufmann gelieferte Beschreibung des Inhalts eines von ihm in der Leipziger Rathsbibliotheh aufgefundenen Manuscripts in Buchform, das den Titel ״Kz t'hajim“ führt•, und in diesen Blättern vor einiger Zeit bereits kurz erwähnt wurde. Das Curriculum desselben ist ganz merkwürdig und erinnert an den bekannten Horazischen Ausprttch: ״Hubcut sua fata libelli״. Drei Jahre vor der Vertreibung der Juden aus Kngland (1287 n.) von einem talmndisch gelehrten Londoner t'hasan. Namens Jacob Ben Judali. verfasst, trat es zugleich mit den uachherigen jüdischen Exulant( n seine verschiedenen Wanderungen an. Zuerst scheint es nach Frankreich und dann nach Deutschland gebracht worden zu sein, wo es um das Jahr 15(11) das Kigenthum einer Familie Namens Birk wurde. Im Jahre 1074 kam es in den Besitz des bekannten, in der rabbiuischeii Literatur gut bewandert gewesenen Professors Johann Wagonseil. und nach dessen Tode fand es endlich eine Ruhestätte in der Leipziger Rathhausbibliothek, wo es jetzt, sttb No. XVII. unter den dortigen .Manuscripteii aufzufinden ist. Dass das betreffende Mscr. in mancher Beziehung einen bleibenden Werth haben muss, geht schon aus dem Umstande hervor, dass der genannte Professor Wagenseil mit grossen Lobeserhebungen öfter davon spricht, indem er es zum Beispiel ״liobilissimus Codex noster*1 nennt, oder davon sagt: ,.Codex noster M.S. Kz llechajim non potest satis laudai'i“. Professor K ufmann seinerseits!)(*zeichnet es als eine ,.englische Misclmah Toralr‘, da darin das jüdische Ritual-Gesetz nach dem maitnondischen Muster, obschon in einer vorschiedenen, eigenartigen Weise, ztisainnieiigefasst ist. Als Anhang enthält es auch eine Beschreibung der jüdischen Liturgie und eine ,.Get“-Formel, wie sie vor der Vertreibung der Juden aus Kngland bei letzteren im Gebrauch gewesen waren. ״Das Testament der zwölf- Patriarchen•‘ wird i׳n zweiten und dritten literarischen Beitrag von Mr. Conyb e a 1׳ e und Dr. Köhler besprochen und ihrer Meinung Wranrworrl. 1;e,ia<׳tenr l>r.!lahmer. Magdeburg:. I*nick Fries nach ist das in Rede stehende Buch völlig jüdischen Ursprungs. — Dr. A d o 1 f B ii eitler liefert den darauf folgenden Aufsatz, der sich mit der Beschreibung des ״Ursprungs und des Entstehens des dreijährigens Cyclus des Thora-Lesens־‘ beschäftigt. Eine. Fortsetzung derselben Arbeit in einer der späteren Nummern der Review stellt der Verfasser in Aussicht. Von den literarischen Notizen und Kritiken sind in dem vorliegenden Hefte zwei besonders hervorzuheben, welche die beiden Redacteure derselben zu Verfassern haben. Mr. Claude Montefiore. der rühinlichst bekannte. Autor der sogenannten ״Hibbert Lectures“. welche letztere in diesen Blättern nächstens besprochen werden sollen, recensirt den dritten Band der ״Einleitung zum alten Testament“ von dem jüngst verstorbenen, weithin bekannten Professor Kuene 11. Letzterer gehörte zu der modernen Schule der biblischen Kritik und es darf daher nicht besonders auffallend erscheinen, wenn man dessen Meinung liest, dass nämlich das Buch Koheleth, Hiob und die ״Sprüche Salomons“ während des babylonischen Exils verfasst worden seien, ln dem einleitenden Capitel über hebräische Poesie stellt Kuenen die Be■ hauptung auf, dass letztere nirgends ein bestimmtes Metrum aufzuweisen habe. Doch, meint er. finde man Rvthmus in den ״poetischen Büchern“, nicht aber in den prophetischen Reden, denn, während der Dichter zugleich auch Sänger ist, sei der Prophet doch eigentlich blos ein Redner. Dass das ״Kartenspiel“ ein recht beliebter Zeitvertreib bei den Juden in Italien — männlichen und weiblichen Geschlechts — und namentlich in Mantua während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gewesen sein musste, geht aus einer St raten-Liste! hervor, die der Prediger Samuel Portaleone mit Genehmigung des Gemeinde- Vorstandes aufsetzte und verbreiten liess. Erstere ist als Mscr. im britischen Museum aufbewahrt und von Mr. Israel Abrahams in der vorliegenden Review zum ersten Male veröffentlicht, sodass wir dadurch einen Einblick in das Tlmn und Treiben der italienischen Juden während der bezeichneten Periode gewinnen. Sollte vielleicht dip angedeutete Geld- und Gewinnsucht der Letzteren eine der Ursachen ihrer darauffolgenden Vertreibung gewesen sein? Jedenfalls waren die ausgesetzten Strafen derart strenge, dass sie den Spielenden ernstlichen Schaden verursachen konnten. Beiläufig sei noch bemerkt, dass der besagte Samuel Portaleone zu den wenigen jüdischen Predigern gehörte, die in früheren Jahrhunderten in der Landessprache gelegentlich gepredigt haben. i Belfast, im Mai 189:1. Dr. Chotzner. Literarische Notiz. Anfrage: Weiss .jemand der gelehrten Leser dies. Bl. einen rituellen Grund für das t'inwenden der Gemeinde bei כא־ ב־ב־ום? Sollte es nur zum Kinplüng der ..Subhatli-Hniiif seinV Be rie htignu g. Im Artikel ״Dr. David Rosin‘• (in vor. Nr.l muss es S. 90a Z. 18v. u. ..vorliegt•׳ st. verliert, Z. 29. v. u. ..Schmeidigkeif• st. Selineidiü'keit. 11. S. S!t.1־ ..liitschl" (st. Rielschel) heissen. I Aeclite k 11 i 1.11 i n g e r m p ' . (oneert-Mnndharmonika ״ (geseizl. gesch.) m. feinsten, mi- 11 « b 1׳ *i 8 c h mit deutscher zerbrecht. I’atem. 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