Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 16. (14.4.1893)
- Date
- 1893-04-14
- Page
- Seite 62 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 62 — No. 2 ist als Lehrbuch für die zweiteStute berechnet; wir müssen gestehen, dass die Eingliederung des religiösen Lehrstoffes in den Geschiohtsstoff durohweg ungekünstelt geschieht. Dss Buch reicht bis zur Einsetzung des Königthutns. Mo. 3 betitelt der Herr Verl, mit: ״Lehrbuch der mosaischen Religion und der israelitischen Geschichte“. Es ist unverständlich, weshalb nicht der Titel dem zweiten Theil entspricht ״Lehrbuch der mosaischen Religion und der biblischen Geschieht«“, denn er erstreckt sich doch mir bis zur Zerstörung des ersten Tempels. Auch halten wir in dem Titel des vierten Theils ״jüdische“ Geschichte für passender als israelitische Geschichte. In diesem Theil ist es uns aufgefallen, dass ar.f die Verdienste Gr setz’ als Historiker in einer Note, (S. 10ü) hingewiesen wird, während sein Name Seite 99 neben Jost mit. Augäbe des Geburts- und Sterbejahres Platz finden musste. Siisskind von Trimburg (S. 76) für Trimberg ist wohl nur ein Druckfehler. Wir können im Uebrigeu die Lehrbücher des Herrn Dr. Grün angelegentlichst empfehlen. M. Sp. Hannes, Dr. L. Des Averrces Abhandlung ״Ueber die Möglichkeit der Gonjuuktion“ etc. Heft I. Halle a. S. Buchhandlung Eaemmerer & Co 1893. 1. S. ב׳ des hebr. Theils heisst es: שהם אחדים כנושא רבים ככחות, Das wird in der Uebersetzuug folgen dermassen wiedergegeben ״dass es deren einige gibt (und zwar) an einem Träger von vielen Vermögen“. Der gesch. Herausgeber meinte natürlich, dass אחרים hier ״einige“ bedeutet und folglich | musste er zur bessern Klarheit hinzufügen ״und zwar an einem“. Indessen bedeutet אחדים an dieser Stelle ״vereint“ 8. v. wie ״eine Einheit“ und die betreffende Stelle wird einfach übersetzt viel verständlicher sein, und zwar ״dass sie eine Einheit hinsiohtlioh des Substrats, eiue Vielheit hingegen hinsichtlich der sich äussernden Kräfte sind.“ So ebenfalls והיו לאחדים כדך (Kzeoh. 37,17). ״Und sie sollen zu einer Einheit werden in deiner Hand.“ 2. s. ,נ ist die ganze stelle von הנה כבר התבאר bis והוא הדמיון vom Veifasser ganz missverstanden worden. Die Stelle lautet nach seiner Ueber- Setzung folgendermassen: ״So ist Dir denn bereits klar geworden aus diesem [was wir rebon bemerkt haben], , dass die seelischen Formen einander vollenden; und ebenso bat eich ergeben, lass sie begreifende Formen sind; denn — (er las ,הנד statt ,הנר die voll en dete n unter ihnen begreifen die, durih welche sie vollendet wurden; und zwar begreift die Einbildungskraft, da sie vollendet wurde durch die Wahrne mung der existirenden [:finge] mittelst des Oemeinsinms, dieselben [die Dingi] mit Nothwendigkeit, ebenso wie die Siane die Sensiblen begreifen, insofern sie durch dieselben vollendet wurden; und ebenso scheint es, dass der Intellekt in actu durch die vorgestellten Inhalte vollendet wird (es hat her offenbar eine Verwechselung des Verfasser von הענינים mit מהענינים statt gefunden), da dieselben ihn tragen (עם kommt in de Bedeu'ung ״da“ nicht Vor); wenn er sie aber begreift, so versetzte er sie damit in eine vollendetere Existenz, so dass sie intellektuelle Formen werden, wie sich im Buche Uber die Seele ergibt. Ist es nun nicht unmöglich, dass die niedern Formen durch die an gradueller Existenz vollendeteren Formei sich vollenden, in derselben Weise wie sich die Materie durch die Form vollendet, so vollendet, sich die vollkommenere Form durch die geringere dadurch, dass sie dieselbe aus der Unvollkommenheit zur Vollendung erhebt, d. h. zu [dem ZustandeJ einer Form, die zum Btgreifen befähigter ist, als sie [selbst]; z. B. der Sinn vol lendet sich durch die Einbildungs kraft [seiner graduellen Existenz naohj, sowie sich der Träger durch seine Form vollendet, nnd die Einbildungskraft sich duren die sinnliche Form [ihrer positiven Existenz nach] dadurch, dass sie dieselbe von der Stufe des Sinnes zu einer Stufe ererhebt, die geachteter ist als sie, nämlich zur Einbildungkraft.“ Der Verfasser hat שאשר הם משיגות als Schlusssatz genommen und mit .הנד (was eigentlich aber!הנד heisst) einen neuen Begründungssatz begonnen. Man merkt aber im Zusammenhang« des Ganzen, dass der Gedanke ״dass sie begreifende Formen 8ind“jhier wie ein Deus ex mackina plötzlich zum VorscheiAommt, wo es sich gar nicht darum handelt. Die richtige Uebersei/ung ist vielmehr folgende: Es ist Dir nun daraus klar geworden 1. dass die Formen der See e die einen die andern vollkommener machen; dass 2. diejenigen, die die nndern begreifen, die vollendetem unter ihnen (!הנה הנשלמות להב), Sie begreifen diejenigen nämlich, die durch sie erst Vollkommenheit erlangen (d. h. die geringem Seelentormen); 80 z. B. begreift dis Vorstellungskraft unbedingt nur desswegeo die andern Wesen, weil ihre Wahrnehmung derselben vermittelst des Qeineinsinnes eben schon eine vollendetere ist, ebenso wie die Sinnesorgane die sinnlichen Objekte erfassen (weil sie vollkommeuer sind als diese), in weloben sie noch ausserdem eine gewisse Vollkommenheit bervorbringen. In derselben Weise führt auch der Intellekt die Objekte der Vor- Stellung der Vervollkommenung zu, während diese (עם) ihm die Substrate liefern. Denn allerdings, indem er sie begreift (als Wesen vollkommenerer Matur), werden diese selbst dadurch Existcuzen höherer Art, d. h. sie werden intellektuelle Formen, wie dies im Buche ״Uebei die Seele“ bewiesen worden ist. Dass ferner aber 3. es auch nicht zu den Unmöglichkeiten gehört, dass sogar geringere Formen in den vollendeteren Formen eine Vervollkommnung hervorzubringen vermögen, etwa so wie die Mate rie gewissermassen eine Vollendung in der Form hervorbringt (nämlich als dienendes Substrat), während aber die vollendetere Form in der geringeren eine derartige Vervollkommnnung bewirkt, dass sie sie von einer geringeren Form zu einer vornehmeren aulsteigen lässt, nämlich zu der, die sie von ihr erst empfangen hat. Als Beispiel hierfür: die Sinneswahr- Wahrnehmung bewirkt eine Vollendung in dem Vorstellungsvermögen, insofern eine Form von einem Substrate eine Vervollkommnung erhalten kann, hingegen vollzieht das Vorstellungsvermögen in der Form der sinnlichen Wahrnehmung eine derartige Vervollkommnung, dass es sie aufsteigen lässt von der Stufe der Sinnlichkeit aut eine viel vornehmere Stufe, d. h. sie wird zur Vorstellung. Nun erst ► ohiiesst sich der Naohsatz dem Vordersalze recht gut au, חה יראה הקדר הצורות המושכלות בצורות הדמיונות הם הנושאות למושכלות על צד השלמות ונד ״Hier nun zeigt sich schon die Verknüpfung (d. h. hier sieht man schon in welcher A't eine Conjunktion stattfinden kann) der intellektuellen Formen mit den Formen der Vor- Stellung. Diese bilden als Trä ׳er der intellektuellen Formen eine gewisseArt der Vervollkommenung d rs-dben*), ebenso wie die Sinneswahrnehmung eine Vollendung in das Vorstei! ungsvermögen hinein trägt, der Intellekt hingegen vervollkommnet die Vorstellungen dadurch, dass er sie erbeut von der Welt der Vorstellung in die Sphäre des Iutellekts “ (Schluss tolgt.l *) so ist das על צד השלמות zu übersetzen, nicht wie der Verf. es übersetzt bat ״als die vollendeteren.“ Zunz-Stiftung (§ 3 a d des Statuts; Für das Jahr 1898 sind etwa 100# Mark verfügbar. Meldungen oder Amräge (mit den dazu gehörigen Unterlagen) sind bis zum 10. September 1898 dem UnterzeichnetenVorsitzeu den eiazareichen. Die Zunz-Stiftung ausscbliesslieh der Wissenschaft des Judentbums gewidmet, fördert lediglich strengwissenschaftliche Arbeite u Berlin, 15 April 1893. (5923 Curatorium der Zunz-Stiftung l)r. S. Neumann, Vorsitzender Berlin W., von der Heydtstr. 7. Dr. Abraham, Schriftführer. ״HALL“ schied. Modell 1898. 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