Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 8. (17.2.1893)
- Date
- 1893-02-17
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 82 — kommt, אתה מוצא כל מה שכתוב בישראל לגנאי בתוב ברהב לשבח בר. Ich theile die Ansicht des Herrn Dr. G. keineswegs. Dass des Jalkut zu Jirmijahu den Namen Rachab (רחב) überhaupt nicht nennt, fällt gar nicht in’8 Gewicht. In der AumerkuDg 3צ zu meiner Pesikta 111b erwählte ich ausdrücklich, dass der Aussprach über Kachab und Israel genau nach dem angeführten Wortlaut auch Jalkut Josua No. 11, ferner Mischle No. 956 und Eehah No. 996 vorkommt. In Josua hat Jalkut die lichtige Quellenangabe (פסיליתא), in Ecbah .'lebt die Bezeichnung: מדרש. Auf diese Bezeichnung מדרש beziehen sich meine Worte והציון ״ מי-רש מאוחר הואdass sie später statt der richtigeu Be- ( 26101!פםיקתא^1סס gesetzt wurde. L)1e vouHerru Dr.G.angefül rten christlichen Beziehungen mit Rachab will ich nicht beurtheilen, es sehe int mir uut sehr bedenklich, auoh den Ausspruch des Talmuds ירמי' בא מרחב auf Christliehen oder judenchristlichen Ursprung zurückzuf ühren. Mit Rücksioht also darauf, dass wir es hier nicht mit j irgend einem neuen Midrasch, sondern mit der be- . gläubigsten Pesikta zu thun haben, möchte ich dem! verdienstvollen Forscher die Worte zurufen: חכמים הזהרו בדבריכם! Salomon Buber. Lemberg im Februar 1893. Auf obige Bemerkungen des berühmten Midrasch-Kenners und Forschers, des Herrn tv Buber in Lemberg, habe ich nur Weniges zu erwidern! Ich wollte in meinem Aufsatz über den Midrasch Haftaroth nur sagen, dass dieser Midrasch für den verewigten 8. U Rappaport unbekannt war. Ich erwähnte ja ausdrücklich die verdienstvolle Ausgabe Bubers und habe auch gewissenhaft die Oitate aus eben dieser Pesikta angeführt. Doch hielt ich es gleichzeitig für meine Pflicht, eine nähere Be- Schreibung des Manuscriptes zu geben, utn die Forschung zu erieichtei 11, denn das Manuscript trägt nicht, wie bei Buber zu lesen ist, No. 2(11, sondern 2h 1,2. Ebenso wenig findet man da etwas über die Schriftart und die Zeilenzahl. Was nun die Auklänge und Entlehnungen aus christlichen und judeucbristlichen Quellen betriftt, so bin ich der letzte, der meinen Anführungen unbedingte Beweiskraft vindiciren zu müssen glaube, verweise aber Herrn S. Buber auf die vou mir erwähnte Arbeit des verewigten Isidore Loeb: Controverses etc. TJebrigens hoffe ich, mit der göttlichen Hilfe, in Bälde eine grössere Arbeit über dieses Thema zu veröffentlichen. .1 un gb unz lau, den 13. Februar 1893. l)r. M. (irüuwald. Litteraturbericht.! Recensionen. Mortara, Marco. 11 pensiero israelitico. (Der tsrael itisoke Gedanke.) Mantova 1892. Ditta editrioe G. Moudovi, VIII u. 231 S. S. 8״.! Darmestetter, James. Les prophetes ü’Israel 1892. j Paris iCälmati Levy freres). 086 Seiten. 7 Mark. — idem. Les propl.ete!121 .־ Seiten. Schulausgabe• ' Der Nestor der italienischeu Rabbineu, der be-; deutendste Schüler des gro-seu Samuel David Luzzatto, der Mantuaner Oberrabbiuer .Marco Mortara, der vou den nichtjüdischen Bewohnern Mantua’» la gloria di Mantova ״der Ruhm Manlua’s“ genannt wird, hat zu Ehren seiner äOjähr.geu seelsorgerischen Thätigkeit in Mantu» ein Buch herausgegeben, das als würdiger Abschluss der vielseitigen verdienstlichen Thütigkeit dieses nimmermüden Gelehrten betrachtet werden darf, ltn Begleitschreiben zur Einsendung dieses seines Werkes schreibt er mir u. a.: Jo desidererei inoltissuno cbe la notizia non fosse ma sempliee cenno bibliografico u’elogio un vorrei che fosse un aualisi ori'-oa dei;nolti argomenti che ho oondensatt in quel piccolo volume che oostituisoono a mio oredere l’esseuze del pensiero israelitico , . . E il mio testamento rabbinioo e fatto tesaro di aluoubrazioni di oltra sessant’anui. (״ Ich würde sehr gerne, nicht eine einfache bibliographische Lobesau zeige, souderu ich wünsohe eine kritisohe Analyse der zahlreichen Argumente, die ich in diesem kleineu Buohe verdiohtet habe und welohe nach meiner A 1<־ioht das Wesen des israelitischen Gedankens ausmaohen. Es ist mein rabbinisches Testament, und ist der Sohatz meiner mehr als 60jährigen Studien.“) So verlockend und lohnend es nun sein würde dem Wunsche des ehrwürdigen Greises nachzukommen! so ist dieses an dieser Stelle nicht möglich, weil das ganze Werk ein stattlicher Band von 231 Seiten in Gross-Octav — übersetzt werten müsste, wenn der Leser einen richtigen Einblick iu dieses herrliehe Buch gewinnen sollte. Mortara vertheidigt mit unwiderleglichen Grüuden die Autheutioität der Bibel, weist an den diametral entgegengesetzten Hypothesen den verschiedenen Kritikern die Unmöglichkeit ihrer Ansichten nach und gelangt nach gründlicher, lichtvoller Auseinander- Setzung des Inhalts der Bibel dahin, dass die Bibel das Grundbuch der Religion der Zukunft der Menschheit seiu und bleiben muss. Zu demselbeu Resultate, aber auf ganz auderem Wege, gelaugt der berühmte Professor des Altpersischen James Darmest etter in Paris. Auoh ihm ist es unzweifelhaft dass die Bibel allein berufen und befähigt ist, die wankende und schwankende Zerfabrenheit und den inneren Zwiespalt unseres Jahrhundert» zu heilen, ln wahrhaft prophetische Bigeisteruug geräth der sonst nüchterne Denker Prof. Darmestetter, wenn er die strenge Gerechtigkeit uud die alles bewältigende Liebe vou Israels Propheten zu sohildern versucht. Dieser Theil des Buches, der nämlich über die Propheten abhand.dt, wurde zum Schulgebrauche besonders abgedruokt und mitEiuleituug und Sohlussnoten versehen. Das grössere Buoh enthält ausser dem Absohnitt über die Propheten (124 Seiten) eine eingehende Kritik des hochverdienstlichen Gesohiohtswerkes des veiewigtea Piolessors Dr. H. Grätz s. A., von der der zuknufuge jüdische Historiker viel lernen kann uud muss. AuohErnestReuan’s glänzend geschriebene, aber durch und durch verfehlte Histoire du peuple d’Israel (Gescniohte des Volkes Israel) wird mit goldener Rüoksiohtslosigkeit behandelt, die Schönheit der Diction gebührend gewürdigt, aber auch die Nichtigkeit der Rdnau’scheu Behauptungen erwiesen. Den •Schluss vou Darmestetter’» lehrreichem Buche bildet eine Würdigung der Verdienste Salvador'» um das französische Judeuthum, als um die jüdische Gesohiohtsforsobung uud auch hier fiuden wir den Schlusssatz, dass das Judenthuui des granituen Dekaloges und der daraus fliessenden Lehren der Propheten vou Moses bis Maleachi allein die Zukunftsreligion der Menschheit sein wird uud kann. Dr. M. Grünwald. Als billigste and praktischste lUustrirte Frauenseitung ist ״Mode uud U&us* zu empfehlen, die lür einen Vierteljahrspreis von nur 1 Mark resp. l'j4 Maik (mit Colorita) bei »Uea Bachhandlungen uud Postanatalten zu haben ist. Nachbestellungen auf das I. Quartal sind jetzt roch zulässig. Die bereits erschienenen Nummern werden aufWunsch kostenfrei nachgeliefert. Unentgeltliche Probenummern verabfolgen sämmtliche Buchhandlun gen und die,Expedition von Mode und Haus“, B e r 1 i n W .85 \>r״n'WO) 11 I;,!1». 1. ur Dr Weh 111•• 1■ W n 1•. 1.1... 1.. 1 iTtirl. ׳ BeiMix* Huhn (fr IJ. L. Woltti Magdebur.׳. \rerla•׳: Hoe Fri־׳su L ■1,