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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1893-02-10 · N° 7. (10.2.1893) · p. Seite 28

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 7. (10.2.1893)
Date
1893-02-10
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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— 23 Nr. 13: ״So wieD. betete, dass er nioht in Saals Hände falle, 80 betete auch dieser, dass er nioht in dessen Hände falle.“ Es muss heissen: So wie D. betete, dass er nicht in Sauls Hände falle, so betete er auch, dass Saul nicht in seine Hände fälle. Gf. Jakobs Besorgniss B. r. 76 :ולא יהח־נ r1!V שלא. Am Ende des Psalms, wo derselbe Gedanke wiederkehrt (Nr. 17 u. 18 enthalten eine spätere kürzere Zusammen• \ fassung der vorhergehenden Aggadoth Nr. 1 —16), ist ) er richtig übersetzt. I Nr. 17. S. Buber, Note 72. Die Quelle für diesen j Midrasch ist inderThat, wie Baschi in b. Taanith 23a ' angibt, das Targum zum Gebet des Hababuk. In , der Reucblinischen Handsohrift vom J. 1105 und in der Eissinger vom Jahre 1189 findet sich die Stelle. (S. Lagarde, Proph. chald. und Merx, Chrest. targum.) Das Wort כדציר bezieht sich aut Nr. 1 u. 2, Gleich dem Propheten betet D., nachdem sein Verhalten Saul gegenüber getadelt wurde: ״Richte mich nicht, o Herr, als vorsätzlichen, sondern als irrenden Sünder שומי), , und darum hat unser Psalm die Ueberschrift שגיון♦ Pb. 8. Der Schluss von Nr. 2 ובשבלש הה, ונר hat in der neuen Ausgabe wohl au Ausdehnung, aber nicht an Klarheit gewonnen. Die Worte וכל הענין, welche sich im Jalkut und einigen Handschriften j finden (s. Buber’s Note 24), beziehen sich nioht aut j die folgenden Verse des Psalms, sondern sollen uns ן andeuten, dass die Stelle ein gekürztes Gitat ist. Der; unverständliche Text lässt sich aus den Parallelst eilen leicht ergänzen und berichtigen. Auch der Auspruoh j des R. Josua b. Levi, der ans Ende von Nr. 6 ge- | ^rathen ist, gehört hierher. Nr. 4 Z. 17 ist zu übersetzen: Woher entnehmen wir’s (nämlich, dass Gott die Stammväter nioht als Bürgen am.ehraen wollte)? Autw. Weil geschrieben steht etc. — Z. 20 ff entspricht die Uebersetzuug dem sonderbaren Ttxte. Dieser muss riohtig lauten : אמר להם התינוקות. מיד הביאו התיג־ משדי אמן. והתינוקו שבמעי אמן וגו Auch die Lesung der andern Handschritten und früheren Ausgaben gibt einen guten ן Sinn.;ברם ist nicht richtig übersetzt; nioht die ׳ Embryonen standen wie Krystall, sondern blickten durch ברסז של אמן wie durch reinen Krystall. — Das. letzte Zeile: ״Ich werde vergessen, dass die Einder mioh gelästert haben.“ משתכח hat doch passive Bedeutung. Es muss heissen: Auch ioh werde ver- ן gessen, d. h. komme gauz in Vergessenheit, denn diese unschuldigen Kleinen haben mioh dooh bisher gepriesen! Und wer wird es fernerhin thuu, wenn ich sie als Bürgeu ihrer Eltern zu mir nehme? Statt שהיי מברכים steht in der Tanchuma ויגש Nr. 2: שהן אומרים בכל יום בשכל״ו (Fortsetzung lolgt.) Litteransche Notiz. Der Bibel-Catalog des Britischen Museums.*) Der erste Theil des Oatalogg des Britischen Museums, welcher die Bibeln enthält, ist so eben erschienen und bildet einen höchst interessanten Band, welcher alle vollständigen in allen Sprachen gedruckten Bibeln verzeichnet, die sich in der englischen National-Bibliothek belinden. Ohschon dieser Catalog schon früher im Manuscript vorhanden war, iat er doch erst jetzt von dem llilfshibliothekar, Herrn Russell Martineau, gänzlich rbvidirt und mit vielen werthvolteu Noten bereichert, drucktertig gemacht worden. Diese Noten lullen bei manchen Bibeln eine ganze Colnmne urd geben Zeugniss von dem reichen bibliographischen Wissen und dem BienenÜeisse, mit welchem diese schwierige Arbeit ausgeführt wurde. Herr Mariineau, Solm des wohlbekannten unitai isohen Geistlichen und Neffe Hairiett Martioeau's. kann den Zeitpunkt der Erscheinens des zweiten Theiles dieses Catalogs. welcher nur das Alte Testament umfassen wird, noch nicht bestimmen. Es wird jedoch mit allem Eifer an der Fertigstellung dieses Theih-s gearbeitet, um auch die übrigen Theile, welche das Neue Testament, so wie einzelne Bibeltheile und Appendices enthalten, nachfolgea lassen zu können. Der bereits erschienene Theil hat 243 Columnen und euthält mehr als 3000 Bibeln in 102 Sprachen. Den Ehrenplatz im Catalog nimmt, sonderbar genug, eine im Jahre 1740 gedruckte Bibel ein: di«8e ist aber die einzige Bibel im Museum, welche sow ohl das Alte als das Neue Testament in ihren Originalsprachen enthält, und war dieses Grund genug, ihr den ersten Platz anzuweisen. Es folgen dann die Polyglotten aus den Jahren 1514 bis 1888. Unter diesen befinden sich einige sehr schöne Ausgaben der Montanus Bibel mit hebräischem, chaldäischera, griechischem und lateinischem Text aus dem Ende des XVI. Jahrhundercs. Eine derselben in 8 Bänden und aut Pergament gedruckt, hat am Anfänge ein Blatt mit der Jahreszahl 1571 und einemVermerk, wonach Philipp II. von Spanien sie dem Herzog von Alba in Anerkennung seiner ihm in den Niederlanden geleisteten Dienste zum Geschenk gemacht hat. Die erste lateinische Bibel ist eine von Guttenberg 1452 in Metz gedruckte nnd unter dem Namen Mazarin-Bibel bekannt, weil sie nach Angabe der Bibliographen uuter den Büchern des Cardinais Mazarin entdeckt worden sein soll: sie ist wahrscheinlich auch das erste grössere Buch, welches mit beweglichen Metalltypen gedruckt worden ist. - Die Zahl d״r englischen Bibeln betragt ungefähr 1100 die älteste derselben mit der Jahreszahl 1535 ist Mil es Cover” dale’s Uebersotzung; sie wurde im Auslande gedruckt, aber man kann nicht bestimmt angeben, wo'! Die erste Ausgabe von Cromwell’s Grosser Bibel hat die Jahreszahl 1530; sie wird manchmal für die erste C rannt er-Bibel gehalten; dies ist jedoch nicht richtig, da vor 1540 keine Bibel mit bischöflicher Genehmigung gedruckt worden ist. Im Jahre 1611 erschien die erste Ausgabe der autorisirten oder sogenannten König Jakobs-Bibel und von diesem Jahre bis 1885, in welchem die revidirte Version erschien, dürtte wohl kaum ein Jahr vergangen sein, in welchem nicht verschiedene neue Ausgaben oder Auhagen gedruckt wurden Einige derselben haben höchst sonderbare Lesarten oder Druckfehler und sind allgemein durch die ihnen beigelegten Spottnamen bekannt. So gibt es Weiberbibeln, Schelmenbihelu, Essigbibeln und Hosenbibeln, welche alle noch von den Bibliophilen eitrig gesucht werden.**) Von den Bibeln in andern Sprachen machen natürlich di• deutschen den Antang mit ungefähr 30t) Ausgaben. Die erste derselben 1466 in Strassburg gedruckt, wird für die erste gedruckte deutsche Bibel überhaupt gehalten. Die erst» vollständige Ausgabe nach Luther’s Uebersotzung ist die von 1534: eineAusgabe von 1541 enthält seine eigenen handschrittliehen Noten. Ein besonders schöner Pergamentdruck hat das Datum 1558 und gehörte wahrscheinlich dem Churtürsten August von Sachsen. Jeder Band enthält? als Titelkupfer ein Portrait dieses Fürsten und sind die Titel, Illustrationen und Initialen prachtvoll colorirt. Zu einer deutschen, 1763 in Amerika gedruckten Bibel enthält der Catalog folgende kurze und räthselhatte Fussnot•: ״Beinahe die ganze Auflage wurde im amerikauischen Kriege zu Patronen verbraucht.“ Vou französischen und holländischen Bibeln sind ungefähr je 150 vorhanden, davon die älteste aus 1477 resp. 1510. Ausser diesen enthält das Museum noch Bibeln in mehr als 90 Sprachen, von denen einige schon durch ihren Druckort den gelehrten Geographen nicht geringe Verlegenheit bereiten würden. Wir nennen von deaen nur folgende Namen: ״Bikanira, Chuana, Cree, Dayak, Esthonian, Karen, Lifo, Otyi, Suto und Tukudh. Von hebräischen Bibeln enthält das Verzeichniss merkwürdiger Weise keine einzige; denn obschon viele der vorhandenen Polyglotten das Alte Testament in hebräischer Sprach• haben, befindet sich in der Sammlung keine vollständige beide Testamente umfassende Ausgabe in dieser Sprache. Der’ tolgende Theil des Catalogs wird dagegen für Hebraisten von besonderem Interesse sein, da er alle vorhandenen he b räisch en Ausgaben des Alten Testaments ebensowohl als die in andern Sprachen erschienenen enthalten wird. **) Die Beschreibung einiger dieser Ausgaben findet inan in Ebert’s ״Allgemeines bibliographisches Lexicon“. Leipzig 1619- 23._ Briefkasten der Redaction. Zu dem Aufsatz des Herrn Dr. Grünwald übei den llaftaroth-Midrasch wird Herr S. Buber selbst nächstens in uns. Blatte sich aussern. Ihm gebührt liier das rste Wort. •) Aus ״Jewish Chronicle“ deutsch von L. Cohen. Voianlwoitl. Redac.teur Dr. 11 a 11 in er. Magdeburg. Druck : Bendix& Huhu (tr ü. L. Wollt) Magdeburg. Verlag: Rob Friese, Leipzig

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