Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 6. (3.2.1893)
- Date
- 1893-02-03
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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24 der ältesten Zeit bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts (Leipzig 1867) Seite 725,16 lesen wir im Namen Heinrich von Laufen berg’s: ״Herr Josue bet einen knecht gesant gen Jsrich, do er speht, wie er die stat wol erveht, unser sach sind worden sieht, frow Rah ab verbarg in gar reht des blibt ir hus gancz on gebreht.“ Der verewigte Isidore Loeb sagt mit Recht in seiner Schrift: La controverse religieuse entre les Cbietiena et les Jnifs au moyen äge (Religiöse Disputatiouen zwischen Christen und Juden)*) p. 36 Anmerkung 2: ״II est certain, cependaut, que divers receuils de Midraschim hebreux du moyen äge contenaient des morceaux äorits dans l’interet du christianisme. (״Es ist jedoch gewiss, dass verj schiedene Sammlungen der Midraschim des Mittelalters Stücke enthalten, welche im Interesse des Christen-! thunis geschrieben sind“.) Zu diesen zählt unzweifel-! halt uns er e Stelle, und dann wird es uns begreiflich, dass Buber in Anmerkung 23 Seite 111b bemerkt והציון מדרש שם מאוחר הוא, denn in der That ist es : kein wirklicher d. h. kein jüdischer Midrasoh.! Wir lassen nun die Stelle genau so, wie sie uns! von Modonamitgetheilt wurde, hier folgen und fügen die Cebersetzung hinzu: אתה מוצא כל מה שכתוב בישראל לגנאי כתוב כרחם לשבח: בישראל כתיב אכן לשקר ישבעו, וברחב כת׳ ועתה השבעו נא בה׳ כי עשיתי עמכם חסה בישראל כת׳ אבך ד הר,לו בך וברחב כת׳ והחייתם את אבי ואת אמי, בישראל כתי׳ המשתחוים לכל צבא השמים וברחב כת׳ והיא העלתם הגנה, בישראל כת׳ אומרים לעץ. אבי אתה וברחב כת׳ ותטמנם בפשתי העץ, בישראל כת' ער ראשי ההרים יזבחו וברחב כת׳ ותאמר להם ההרה רבו, בישראל כת׳ ואמת לא ידברו וברחב כת׳ ונתתם לי אות אמת, הרי כל שכתוב בישראל לגנאי כת׳ ברחב לשבח. ״Du findest dass alles, was an Israel getadelt, an der Rachab gelobt wird. Von Israel ist geschrieben: ״Fürwahr, Lügnerisches beschwören sie“! (Jirmijahu 5 Jj und bei Raohab: ״Nun schwöret mir beim Ewigen, dass ich Euch Gnadeerwiesen“(J08ua 2״); von Israel lesen wir (Jeoheskel 227): ״Vater (und Mutter) haben Diebgering geschätzt“ und beiRaohab: ״Lasset am Leben meinen Vater und meine Mutter“ (Josua 21s); bei Israel steht: ״Diesich bücken dem ganzen Heere des Himmels“, und bei Rachab: ״Und sie braohte sie aufs Dach“ (Josua 2*); von Israel wird gesagt: ״Sie sprechen zum Holz, Du bist mein Vater“ (Jirm. 2J7); und bei Rachab steht geschrieben: ״Sie verbarg sie unter den Flaohsstengeln“; bei Israel wird gesagt: ״Auf den Höhen der Berge opfern sie“ (Hosea 4״) und von der Rachab: ״Sie sprach zu ihnen: In’s Gebirge gehet“ (Josua 2“); bei Israel ist geschrieben: ״Und Wahrheit sprechen sie nicht“ (Jirmij. 9*) und von Rachab‘, (Josua 21a,: ״Gebet mir ein Zeichen der Wahrheit. Folglich wird Alles, was an Israel getadelt ist, au Rachab gelobt“. — Aus solchen Midraschim konnte mau leicht als Sieger in Disputen hervorgehen. Es ist nun wahrlich an der Zeit, nicht nur die einzelnen Varianten der Midraschim, sondern die zahlreichen Interpolationen an ihren richtigen Ort zu weisen. ‘j Sonderabdruck aus der Pariser Revue de l’historie des Religions. 1888. ’) Jecheskel 22, 7 heisst es אב "אם הקלו 3ך• Wir geben jedoch dasGitat mit diplomatischer Genauigkeit des M&nuscriptes wieder. Litteraturberieht. Recensionen. Wünsche, Aug. Prof. Dr. theol. et phil., Midrasch Tehillim etc* (Fortsetzung.) jU'^Nr. 7 Z. 10 ist zu übersetzen: darum (beten wir wie Daniel 9,19): ״Ewiger, höre, Ewiger, vergieb . . . denn dein Name ist genannt über deine Stadt — die doch in Daniels Zeiten zerstört war — und dein Volk.“ Und ferner heisst es 1. Kön. 9,3: Und meine Augen . . . dort alle Tage; und endlich steht Micha 4,10: denn nun wirst du ausziehen aus der Stadt und i 0 h werde auf dem Felde — auf dem Trümmerfeld — wohnen. Hier ist nämlioh nach Jalkut z. St. zu lesen: ושבנת בשדה ושכנתי כתיב אע״ם שחרב ונעשה שדה אין השכינה זזה ממנו (ofr. Ps. 11. Nr. 3.) Das. •S. 55 Z. 3 ist zu lesen: Ps. 6, Gebet von David; und Z. 3 v. 11.: R. Ghanina b. P. deutete diesen Vers (Job 11,11) auf Jerobeam, weloher dem Siloniten Achija gleichgestellt wird, denn es heisst l.Kön. 11,29: Und beide waren allein auf dem Felde. Nr. 10: ״Was kann Jerus. datür?“ מה איכפת לה heisst: Was liegt ihr daran? — Ps. 6 Nr. 1 gegen Ende ist zu übersetzen: denn der Heilige ist mit Abraham übereingekommen, dass, wer . . . Für נשהתף steht in alten Ausgaben und im Tanchuma נשבע. Nr. 2. Statt ״Ismael“ hat Jalkut: Se'ir, was richtiger ist; denn es werdeu im Ganzen nur vier Reiche aufgezählt mit je zwei gleiohbedeuteudeu Benennungen: Babylonien — Chaldaea, Persien — Medien, Griechenland — Maoedonien, Se'ir — Sodom. Nr. 9: ״Du bewirkst, dass mein Auge Motten frass —והעלית ist die 3. Person für והעלתה und עיני ist Subjekt. (Of. העלתה צמחים C nullin 48 a.) Nr. 10: ״Für einen König von Fleisch und Blut nehmen andere die Ehrenbezeugung (Würde), die man! ihm darbringt, an; ich aber verlange blos meine Würde, darum heisst es: Der E. nimmt meiu Gebet an.“ Diese Worte haben keinen Sinn, obwohl die Stelle wortgetreu übersetzt ist. Nur אכסיומא (Al0)1־|ta) ist unriohtig wiedergegeben. Es bedeutet nicht: ״Würde und Ehrenbezeugung“, wieB.nach Musafia und Kohut’s A. O. erklärt, sondern: ״Wunsch und Gnadengesuch“. Su spricht der Psalmist naoh dem Midrasoh: ״Eine Petition, die man einem irdischen König hinreioht, nehmen Andere in Empfang, ich aber wünsche: der ' Ewige selbst möge mein Gebet, mein Gesuoh, in Empfang nehmen.“ Damit ist auch jene Stelle in Ps. 102 erklärt, welohe B. (das. Note 11) als לשון שאין לו שחר bezeichnet, sie lautet:אל תתן ה/מאויי רשע אל תת ן אכסיומא שלי בתוכה שלא תעלה ותעשה פירות(אלא) ושועתי ״ אליך תבואDu erfüllst nicht die Wünsche des Frevlers“ (Ps. 140,9): lege darum nicht zu diesen mein Gesuoh, so dass es etwa gar nioht zu dir aufstiege und fraohtlos bliebe, sondern: ״möge mein Flehen vor dich kommen.“ In deu Handschriften fehlt der Vers | Ps. 140,9 und die Aggada schliesst sich au שמעה תפל׳; an; für das unverständliche בתוכה möohte ich dann vorsohlagen בתיבה oder בתיקה (y'fpcrj) zu lesen: ״höre mein Gebet“ — damit will der Psalmist sagen: lege nioht meine Bitte bei Seite (iu einen Kasten oder in ein Behältniss), sondern (אלא bei B.) lass sie aufsieigen und wirksam sein — und darum fügt er hinzu: ״und mein Flehen möge zu dir kommen.“ (F. f.) ’BTsTTcTTtTg'ung^In vor. Nr. steht 11b. H. 11 und 1^ v. u. muss es ״Kammerknechte“ (8t. Bauernknechte) heissen. Verantwoi tl. Kedacteur Dr. Rah m er, Magdeburg. Druck : Beudix & Huhn, (tr D. L. Wolüj Magdeburg. Verlag: Rod Friese L u! zig