Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 5. (27.1.1893)
- Date
- 1893-01-27
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Przemysl II. bestimmt wurde. Erst dem Luxemburger Johann war es Vorbehalten hierin eine judenfeindliohe Aenderung vorzunehmen. (Ausführliches hierüber in meinem jüdischen Centralblatt 1886.) Bei Seite 58 hätten wir zu dem Worte: Kon• stitutionen in der Anmerkung hinzugefügt gesehen: Das sind die Constitutiones papales. Wir scheiden von dieser Arbeit, indem wir dem Autor für die gediegene Leistung herzlichen Dank sagen. Dr. M. Grünwald. Wünsche, Aug. Prof. Dr. theol. et phil., Midrasch Tehillim etc. Trier, Sigmund Mayer. 1891. Besprochen von Di. Cohn-Burgkundstadt. (Fortsetzung.) Nr. 3. Da ein Psalm (מזמור von זמר singen) nach der Aggada nur der Ausdruok froher Seelen- Stimmung sein kann, so werden hier verschiedene Erklärungen gegeben, welcher Umstand oder welcher Gedanke David veranlasst haben könnte, auf der Flucht vor seinem Sohne ein Loblied zu diohten. Vor jedem אימתי ist ד״א zu ergänzen und jede Erklärung muss mit התחיל לומר מזמ1ר schliessen. Daher muss z. B. die Uebersetzung S. 33 Z. 22 lauten: Dritte Erklärung. Wann sprach D. diesen Psalm? — Das. S. 34 Z. 4: ״Käse von fetter Milch der auch )תורי heisst.“ Vielleicht ist an xupö{ gedacht, wenn die Lesi art richtig ist. ich möchte die Lesart des Jalkut: I חלב שהוא מנקרא vorziehen und vergleiche damit חמרא נקידא Gittin 69a, also: klare Milch. — 1 דימוסין לכולם heisst: Allen, dem ganzen Volke gehörig; Gemeingut; nicht: öffentl. Feierlichkeit Nr. 6 und Anm. das.: ״Du hast beschlossen, eig. mit deinem Gerichtshöfe übereingestimmt.“ Es muss heissen: Du hast ihnen — Doeg und Achithofel — beigestimmt. Nr. 5und6 gehören zusammen; höchstens könnte Nr. 6 mit רבנן פתרי beginnen. Nicht ״den Vers“ sondem die Verse 3 und 4 deutet R. Samuel auf Doög und Achitophel, die Rabbineu auf die Völker. P8. 4 Nr. 2: ״Wenn ich rufe, so antworte mir“. Das dreimalige והרחיב beweist, dass der Midrasch zur zweiten Vershälfte gehört, zu בצר הרחבת• Nr. 3 Z. 8: ״Wo ist er und wo ist sein Schutz, sein Patronat“ — so wird wohl zu übersetzen sein. Am Ende der ersten שיטה desR.Judan ist אנא קאים לך statt 'את לן zu lesen und demnach zu übersetzen: ״Dort stand ich für dich ein, und hier könnte ich nicht für dich einstehen? Darum heisst es etc.“ Nr. 9 Z 4: ״Sprechet in eurem Herzen etc.“ Die aggad. Erklärung der zweiten Vershälfte fehlt ia der Buber’schen Ausgabe und war nach den bisherigen Ausgaben und Ruth r. cap. 8 hinzuzufügen. Dagegen ist das zweite 'הק, מטהר את ישר zu streichen. Das Fremdwort am Schlüsse dieses Stückes, אינקום, ist nicht 1101\L0<; (bereit), sondern txavog (im Stande, mächtig geLug, zuverlässig) und entspricht dem hebr. נאמן in dem bekannten Satze: אני ה' נאמן לשלם שכר• Damit stimmt auch das folgende ובטחו כי. Nr. 10. ,,Wir wollen uns versammeln (Theil haben) mit euch.“ Das schwierige Wort לספות, das die Buber’sche Ausgabe statt להתערב dar bietet, ist vielleicht in לטפוח oder 1) להסתפח. Sam. 2,36 u. 26,19) zu äudern. — לשוף א׳ על הצקב heisst wohl: sie hinterlistig wegzuschuappeu. 111 Ps. 5 Nr. 1 ist Z. 2 (statt ״von M. nach N.“) vou der Wüste nachM. zu lesen. Das. Z. 28: ״Wegen des Brunnens stimmten sie ein Lied an und sie hatten Wasser. Gleich einem Weibe, welche aus ihrem Vaterhause etc.“ Die Stelle gibt in dieser Gestalt keinen Sinn. Aber sie ist mit Hilfe des Jalkut leicht zu berichtigen. Vor den Worten והיו להם מים ist nämlioh ein ganzer Satz ausgefallen. Nachdem ממתנת נחליאל als ממחנה שנחלתנו אל gedeutet wurde (d. h. wegen der Gabe, die du uns verliehen hast, d. i. wegen des Brunnens stimmten sie ein Lied an), wird נחליאל in נחל' אל zerlegt: Bäche Gottes. Der Mirjambrunnen, erzählt der Midrasch, gab so reichliches Wasser, dass sich Bäche bildeten und tiefe Kanäle zu den einzelnen Stämmen hin geleitet wurden, so dass z. B. eine Frau, die aus ihrem Vaterhause zu ihrem Gatten heimkehren wollte, wegen des Wassers in einem Kahn nach Hause fuhr. So heisst es auch P8. 105,41: Sie führen in FTnsskähnen. Und dass ציות Schiffe sind, sehen wir aus Jes. 33,21: וצי אדיר, Nach dem Worte שירה ist also einzusohieben: ר״ א נחליאל נחלי אל את מוצא באר מרים היתד. בור שוחה והיו להם המים לנחלים שכל אשד. ונו" (Fortsetzung folgt.)*) Liitterarische Notizen. It. Simeon ben Jochal (1). Der erste Theil eines lnolirbündigen Geechichtswerkes über den 7 jährigen Krieg bat folgenden Titel: ״Historie des Krieges zwischen den Pieusaen und den Oesterreichern von dem Einfallen der Sachsen bis zu dem 20. Monats Thebeth im 5518. fahr n. E. d. W., wie solche beschrieben hat R. Si ineo 11 Ben Jochai auf eine redliche Weise. Im Jahr der Christen 1758." (Ohne Angabe des Druckorts.) Nach der Vorrede der vorliegenden deutschen Ausgabe war diese Geschichte ursprünglich in jüdisch-deutscher Sprache mit Kapitel- und Verseintheilung geschrieben, also ohne Zweitel von einem Juden, was auch daraus hervorgeht, dass die Ereignisse nach jüdisc em Kalender datirt sind uni d r Verfasser an mehreren Stellen einen Müazmeister Ephraim se.nen Vetter nennt. Dieser war unstreitig der zu jener Zeit in Berlin lebeude Gemeindealteste Feitel Ephraim, welcher in der Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Berlin des öt'tern genannt wird. Der nichtjüdische Herausgeber der deutschen Ausgabe ist in dem Werke nicht genannt und hat der Tielrücken meines Exemplars nur die Aufschrift: ״Richters Chronik des 7 jährigen Krieges.'1 Wer hat dio Güte, den wirklichen Vertasser, der sich hinter das Pseudonym ״R. Simeon Ben Jochai" versteckt hat, zu nennen und Uber denselben so wie über die jüdieh-deutsche Original-Ausgabe, die in der jüd. Bibliographie unbekannt zu sein scheint, nähere Ausknnft zu gebenV L. Cohen, Rees a. Rü. Chronologisches. Im ״Jew. Chron.“ vom 30. Dec. re produzirt Herr A. Löwy, nach einem Vortrage des Rev. Fr ancis L. Cohen, die Grabsohrift der Vorsängerin Urania aus Lwysohns נפשות צדילןים Nr. 50. Naoh dieser starb Urania am Sonntag den 6. Adar 1275. — Dieses Datum ist unmöglich^ da nach demselben in einem gewöhnlichen Jahre Pessach aut Mittwoch und in einem Schaltjahre aal Freitag lallen würde, was gegen die Regel לא בדי ו פבח verstösst. Der 6. Adar fiel in Wirklichkeit auf Montag. — Diese Notiz bitte ich, meinen Berichtigungen zu נפשות צדיקים 'ln Littbl. 1807 Nr. 15.16 nachzutragen. _ _ L. Cohen. Von Herrn Joseph Jacobs in London erscheint demnächst ein neues Werk über Spanien. Dasselbe wird einen ausführlichen, wissenschaftlichen Bericht über seine Entdeckungen an hebräischen und jüdischen Manuscripten in den spanischen Bibliotheken enthalten. In manchen Orten war Herr Jacobs der erste Jude, welchen die Bibliothekare je zu sehen Gelegenheit hatten, da seit der Austreibung im Jahre 1492 sich nur wenige Juden iu Spanien niederliessen. Anders war •» m Portugal; denn nach der Besitzergreifung Gibraltars durch die Engländer haben sich viele Juden in diesem Theile der Halbinsei niedergelassen. — Jüngst hat auch Rabbiner Dr. Kayserling-Pest die span. Bibliotheken behüte Quellenstudien über den Antheil der Juden an der Entdeckung Amerika’« besucht. 1 *) In vor. Nr. S. 16 Z. 3 ist su lesen ״werden st. wird; Z^ 10 ״Vergleiche“ st. Vergleichen; Z. 31 ״Lesung“ st. Lösung. C. _ ln Nr. 2 S. 7 a. Z. 18 v. o. ist zu lesen: ״überlassen“, Z. o i v. u. ״Herrn“ st. ihrem, S. 7 b. ,,aus“ st. aut, Z. 4 v■ u. ״des; Bucn׳׳s“. — In Nr. 3 S. 11a Z. 5 v. o.: ״besitzen“ •t ist, in der Aamerk. 1 Z. 9. v. o. ״wie“ st. wir: S. Hb. Z. 17 v. o. ״volle•1: Z. 25 v. 0. ist ״die“ zu streichen; in der Anm. 6 (rtch- ' tiger 5) Z. 1 v u. ״auch linden“ st. auffinden; Z. 12 a Anm. 10 (9); Z. 2 v. u. ״kenne1 st. kann. (Goldtabn.) Verautwoitl. Kedacttmr Dr.!lahmer, Magdeburg. Druck: BeudixÄ lluhn (fr. D. L. Wolll) Magdeburg. Verlag: Roa Friese. Leipzig