Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 2. (7.1.1893)
- Date
- 1893-01-07
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 3× ep/1025156
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— 8 — Der zweite Artikel: ״Was Homer acquainted with i the Bible?“ (Hat Homer die Bibel gekannt?), hat •inen Herrn Michael Adler zum Verfasser. Bekannt• ' lieb gab es am Ende des 17 Jahrhunderts eine kleine Anzahl von christlichen Gelehrten, die nachzuweisen , auchten, dass viele Monumente der alten Egypter, Assyrier und Griechen Andeutungen auf gewisse ge- 1 •chichtliche in Facta der Bibel enthalten. Auch in neuester Zeit veröffentlichte der jetzige englische Premier-Minister, Mr Gladstone, ein Buch, Juventus Mundi genannt, worin der Versuch gemacht wird, nachtuweisen, dass eine Sprach- und I leen-Verwandtschalt zwischen dem griechischen Epos und der Bibel . •zistire. Aber viel eingehender und in einer höchst curiosen Weise behandelte diesen Gegenstand ein holländischer Gelehrter, Namens Croese, der im Jahre 1704 ein Werkohen der Oeffentliohkeit ubergab, worin ernstlich behauptet wird, dass Homer’s berühmtes Epos nichts anderes sei, als eine Anpassung I des daselbst behandelten geschichtlichen Materials an deu Inhalt gewisser geschichtlicher Begebenheiten, die in der Bibel enthalten sind. Homer, meint Herr Croese, lernte den Inhalt der Bibel durch die von den Israeliten vertriebenen Kanaaniter kennen, und •ei in Folge dessen veranlasst worden, den trojaniseben Krieg nach vorhandenem Muster — den Kampf der Israeliten mit den Kanaanitern unter Josua’s Führung — zu besingen. Letztere werden durch die Trojaner repTäsentirt, während die Achajer die Rolle der Israeliten spielen. Ja, selbst der Name Homer ist nach der Annahme des Verfassers hebräisch, gleichlautend mit אומר und bedeutet ״Erzähler“. — Heber diese Entdeckung hocherfreut, macht der Ver• fasser noch kühnere Bpriiugi■, und nachdem er hie und und da einige hinkende Vergleiche zwischen manchen Heldeu der Bibel und der Odyssee augestellt hatte, versuchte er, für mehrere Namen der letztem Ltbi. Atquivalente e.usiindig zu luact.eu. Es winde zu viel httum eiuuehuien, wollte ich den Lesern dieser Blätter, mittels einer Anzahl von Beispielen eine Idee von der Alt und Weise geben, wie Herr Otoese dabei zu Wirke ging. Doch, der Curiositä! wegen, sollen hier einige wenige folgen. Achilles von ״ אובלderVerschliuger“, Apollo von עפל ״die Burg“; Juno ist natürlich das hehr. Wort “jV ״Die Taube“, und Iris und Athene sind in sofern hebräischen Ui Sprungs, weil sie bezugsweise mit אור ״Licht“ und JPSt ״btärke“ gleichlautend sind. Viel lustiger sind noch folgende zwei Vergleiche, nämlich Agamemnon — ״ אגם אמנןDer Teich Amnon“, und Heracles ==״ ארך־לץ ־der laug Spottende“. — Sohade, dass Herr Croese ein Holländer und kein Deutscher war, denn im letztem Fähe wäre er vielleicht auf deu glücklich«n Gedanken gekommen, das Wort ״Tisch“ vom helr. tt'T! ״Du Bock“ abzuleiteu. und zwar aus dem einfachen Grunde, weil leide Gegenstände — vier Füsse habeu. Dr. Oh. Liitter&rische Notiz. Die Hambro Synagoge zu Londou. Die ״Timon•* 1 enthält über die liuuibro-Syuagoge!■■Igende Einzelheiten: ״Die Synagoge wurde un Jahre 1(1)0 errichtet und nach ihiein Gründer, Marcus Mose־ Hamburger ausHumburg, welcher sie in dem Galten, der au sein auf der Magpye AlJoy gelegenes Haus atiess erbauen liess, benannt.“ ln dem Katalog ler englisch-jüdischen Ausstellung findet •ich nur die teigende Bemerkung: ״Die Hambro-Synagoge wurde 1736 gegründet und der Gemeinde 1m Jahre 1805 von E. P. üalomou, Ktq. testameniiicli vermacht.“ Da die .Synagoge heule nicht mehr ezistirt. würde ee für die englisch-jüdische Geschiebe von hohem Interesse sein, einen detaillirten Bericht über dieselbe in den jüdischen Blättern zu veröffentlichen und die Beweise tür verschiedene Behauptungen zu erbringen, da die neuesten Forschungen eines Herrn P. L. J., mitgetheilr. im ,Jewish Ghronicle“. Folgendes ermittelt haben, waadurchaus keinen Hinweis aut den erwähnten Glünder enthält. Aus dem Testament des Benjamin Isaac, Kaufmann in Magpye Alley, Fenchurch Street, gs boren zu B o n 8 a 11 in Böhmen, ausgefertigt und genehmigt im J. 1750 geht hervor dass dieser die Synagoge auf dem Grunde seines Gartens in Magpye Alley seinem ältesten •Sohne H en ry hinterlässt, welchem er auch seinen silbern«» Leuchter nebst allen andern Silbersachen und hebräischen Büchern, vermacht. 80 wie Legate an seinen Caellaa (?) und 10 Rabbiner, an arme Juden und Arme aus seiner ,farrei St. Catharin* Coleman, so wie zur Erziehung jüdischer Kinder von 0 bis 1:1 Iahten. In dem Testamente des Henri Isaac, Esq. in Magpye Alley, ausgefertigt 1771 und geuehmigt 1773, hinter’.ässt dieser seinem Sohne Isaac Isaac seinen kostbaren Mantel, seiue silberne» Glocken und säinuitliche G«setzrollen. Er hinterher* auch bedeutende ländliche Besitzungen nebst Invontar. Aus den Jnhren 1708 und 1727 existiren noch verschiedene Gerichtsacten bezüglich des Kanfmann's Benjamin Isaac in London. Im Jahre 1782 wird ein Huben Salomons als Gabba (Kassirer) an der Synagoge im Garten der Magpey Alley er wähnt. In demselben Jahre ret'erirt ein anderer Benjamin Isaac über seinen Grossvater, den vorerwähnten Henry Isaac, der in der Magpey Alley gestorben war und eben Freigarten in Magpey Alley Feno! urch Stree., be-ass. so wie über ein Familiengemälle, welches sich an diesem Platze befand und als Fumilien-Erbstiick galt. Dieser Henry Isaac vermachte 100 Lstrl. au die Armen voa St. Catherine Coleman, welche die Gabba's der Synagoge in der Sclinmlimachergasse nach Gutdünken vertheilen konnten. Dieser Symgoge vermachte er ebenfalls 11)1) Lstrl. L Coliep. Litterarisclia Anzeigen. Vom ״Jüd. Litteraturblatt“ sind einige Exemplare der letzten .1 Jahrgänge zum Preise von •4 Mark (alle 3 Jahrgänge lür IO Mark) lranco zu haben bei der Exp. d. Ul. Einzelne Nummern der ״Wochenschrift‘ oder des ״FamiUeu - rosp. ״LUter.viubUttes״ aus de 11 letzten f.ihvgang 18'■^ geben wir gegen Emsu: düng vo > 10 1׳ . ti-mco ab. I*■ ciMiiu•**« lir• ilt 11. Es wi! 1 \ leien unserer Leser von Interesse sein,;:u erfahren, dass die bei Curl üi'llniiiger in Stuttgart ersuueinenda ״Neu ׳ Musik Zeituiiin Nr. 1!les Jahrgangs 1893 ein Preisausschreiben itr tüchtige Clavterstücke erlässt. (I. Preis: M. 150. , II. Preis: M. 100. All. Preis: U. 50. . Die näheren Berlin gütigen sind von der Verlags'iandhtug zu beziohen und werden von dieser gratis und franco Übersandt. Die Redactiou de.r ,Iuge1,ü-l>urlt‘11luube (Verlag der Kinder Ga'tenlaube in Nürnberg) setzt für 1803 als Preise 10(10 .tik., OOO Mt. und 400 .7114. tür die besten, der Jugend am meisten angemessenem E:Zählungen aus. Die Erzählung soll nicht mehr als 120 Druckseiten der Jugerd-Gattenlaube (43 Zetlon ä 18 Silben) und nicht weniger als 80 umfassen und für Kuaben und Mädchen im Aitel• von 10—15 Jahren geeignet sein. Nur Origiualarbeiten sind zulässig. Bis zum 31. Juli 1893, Abends 7 Uhr, sind Mauuscripte nach Nürnberg an die Redactiou der Jugend-Gartenlaube einzuseudeu; bis 1. Oetober 1893 findet Kundgebung des Schiedsspruches state. Das Preisrichteramt haben übernommen die Herren א Pries, Armin Stein (H. Nietschmann) und Julius Sr 11 rm. Die näheren Bedingungen für die Bewerbung versendet die Redactiou der Jugend-Gartenlaube in Nürnberg auf Wunsolt tranco._ 1)11' Speciaib.ätter aHerste 11 Ranges vereinigt üle 1.1 üon besseren Gesellschaftskreisen heimische praktische 111 ustrirt e 1 Frauenzeituug ״Mode and Hnus", die jetzt in das neunte | Jahr ihres Besteheus ein tritt. Kein zweites Familieublatt 1 b ingt für einen so geringen Aboi.uemeutspreis, tür 1 Uttrk, | rosp. t׳ir 1’/, Mark vierteljährlich, (letzterer Preis schlosst die j Lieferung der werthv■ llen farbigen Moile-Stablsticbe, bunten Handarbeiten-Lithographien, Monogramm.Gravuren und Muster- Frisuren ein) so Ausserordentliches wie ״Mode und Haus“, desseu Modetheil von der Fachautdntät Anna Döring uuddessen Handurbeitentheil von der Herausgeberin der ״Lehrbücher tür Handarbeit“, von Emmy Heine, redigirt wivd. - - Probenummern sind unentgeltlich du! cli alle Buchbaudlungeu und durch die Espedition von ,.Mode und Haus“, Berlin W. 35 zu beziehen. Tc1autw01tl.KedacteurDr.Rahmer,Magdeburg.Druck:BendixdbHuhn. (tr.D.L. Wolfi) Magdeburg. Vtrlag:Koo Friese, Lei! zig.