Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 22 (1893)
- Issue
- N° 1. (1.1.1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 4 Börse, Mädchenhandel, Viehwuoher, Rothschild etc. •tc., dies alles mit fast ausschliesslichem Bezug aal Oesterreich-Ungarn. Das Selbstständige des Baches liegt in der Zurückführung aller dieser Uebel aal eine Wurzel: ״Die sittliche Inferiorität der jüdischen Anschauung bezüglich der Schranken des Erwerb.‘.“ Nämlich lür den Juden sind die einzigen Schranken das Strafgesetz und der Vortheil, der Christ dagegen ist eitel Redlichkeit und Treue. Aufhellung beizutragen; Abal-farag zählt za den hervorragenden syrisch-christlichen Commentatoren and sein Commentar verdient veröffentlicht, übersetzt und erläutert za werden. Die Anmerkungen des Herrn Dr. Freimann sind 80 reiohlich, dass eine sehr geringe Nachlese übrig bleibt; zu dem Worte פלוני bemerke ich, dass das פלומני entweder eine Verschmelzung der 2 Worte פלוני־ אלמוני oder eine einfache Erweiterung des Wortes פלוני durch Einschaltung des S; wie ähn• Für die Leser dieses Blattes wäre es um jedes Wort der Widerlegung schade. Dem Verfasser aber könnte mau nur rathen: Wollen Sie die jüdische Lehre vom Erwerb kennen lernen, so lesen Sie fleissig die Bibel und den ungefälschten Talmud, soweit er übersetzt ist. Was aber das jüdische Erwerbsleben anbetrifft, so müssen wir uns sagen: Wenn auoh nur der hnndertste Theil von den Uebertretuugeu der jüdischen Lehre wahr ist, dam wüssten wir, worin die innere Mission zu bestehen hätte, deren wir so dringend bedürfen, nämlich in der Ueberwachung des ״jüdischen Erwerbslebens.“ Es mag ja in ruhigen Zeiten recht unterhaltsam sein, über Zweckmässigkeit, Nützlichkeit undNothwendigkeit der Orgel zu streiten, es scheint aber, als wenn wir einst für andere Dinge gerichtet werden sollen. Höchst verderblich sind daher die einsohläferndt 11 Beruhigungen, welohe uns damit trösten sollen, liehe Einschaltungen des liquiden Buchstaben p, auch im Griechischen ä|xßpca:a statt dßpooEa stattfinden. Nebenbei bemerken wir, dass auch im Spanischen das Wort feloi.e dem Worte פלוני entstammt. Die Uebersetzung auf Seite 52, Vers 23, letzte Zeile: weil Du bedauernswert 11 bist, ist entschieden unrichtig, denn das in der 2. Anmerkung auf derselben Seite 52 angeführte 5x1 £Xerjvo{ e? heisst: ״weil Du mitleidsvoll bist.“ Der gelehrte Herausgeber hätte nur S. 57 Anm. 2 £?eeiv6; und das lateinische ״homo misericordiae es“ zu vergleichen brauohen, um das Richtige zu finden. Dochthut dies dem Wert he dieser verdienstlichen Arbeit keinen Schaden und werden wir uns freuen, bald ein 2. Heft seiner Beiträge zur Gesohiohte der Bibelexegese zur Anzeige bringen zu können. — Dr. M. Grün wald. dass wir nioht schlechter seien als andere. Wer mit so schwacher Gesinnung seinen Brüdern rätb, der hat ofienkundig keine Ahnung von den sittlichen Pflichten des Israeliten, nämlich besser und edler zu sein als andre Menschen oder schlechthin gut und edel — ein heiliges Volk, der hat lerner ersichtlich noch nie Psalm 15 oder Jes. 53 nachdenklich gelesen. Wir haben zwar völlig recht, wenn wir unseren Feinden zurufen: Es ist vor eurer Thür so schmutzig wie vor der uusrigen , aber wird es dadurch bei uns sauberer:׳ Oder wollen wir uns etwa vorlügen, dass wir tadellos rein seien in allen Stücken? Hier ist wahrlich genug zu thun für alle, die es redlich meinen und nioht blos mitschwächlicheu Reohtfertigungen ein sittliches Leben von heut auf morgen fristen wollen. Treiben wir innere Mission, stellen wir das ״jüdische Erwerbsleben auf die Höhe echt israelitischer Ansi hauung, treiben wir zugleich Einkehr und Abwehr! Schaffen wir aus gute Gewissen, aber wenn wir sie haben, dann wollen wir uns auch nicht treten lassen. Ja, wir halten den Gedanken der Erwägung wertli, ob wir nicht in uns er n Blättern Pranger erlichten sollen für jüdische Schurken. Jacob-Göttingen. Machtraf. Za Antang (des Schlusses) meines Autsatzes ״Die Namen Jethio’s“ ist, da der Druck der No. 52 beschleunigt wurde und die Correctur zu Bpäi in der Druckerei einlief, toiender Passus weggeblieben, der die von mir eruirte Bedeutung es Namens פוטיאל noch schärfer hervortreten lässt: Breslau, 25. December 1892. B. 'Koenigsberger. Erwähnt sei ferner, dass in einer Insel ritt von Edfu zur Erk'ärung des ßottesnamens P tah (Hephaistos; das Wort phuti ״Kraft“ herangezogen wird: demnach könnte Putiel (LXX: <P0׳.n1TjX, Vu 1 g.: Phntiel) ״Meine Maoht ist Gott“ (ידך;) bej deuten (vgl. Brugsch, Kelig. d. Aegypter, 8.511). — Da aber! Phtah das Urteuer, das Brlicbt (vor der Sonne) ist (vgl״ Braun, Natur gesell, d. Sage, I, 25), so Jäat der Midr. hagg. Recht, wenn er Putiel ״Licht Gotte«“!נריה) nennt. — Ich | möchte jedoch noch aut Folgendes hin weisen: Im Anschluss 1 an die Erklärung der mit W resp. יה zusammengesetzten | Eigennamen, in denen von mancher Seite gegen die Annahme I einer Nameusbildung mit dem Tetragiaium mit Recht protestirt! wurde, dachte man auch daran, das in den Komm, propp an- ' lautende אל nicht mit ״ אלGott’ zusammenzubringen, sondern ׳ es im Sinne eines arab. Artikels za deuten. Vielleicht ist dies i auch aut die Sch lass-Silbe אל anzuwenden. Man hat näm- : lieh zu beachten, dass פוטיאל vielleicht mit dem Gen. 10, U I (1. Ohr 1, 8) genannten פיט Volke Zusammenhänge als dessen Repräsentant Jethro ״der Midjanite“ /ד*•׳’ galt. Zu berichtigen ist iu demselben Art. S. 205 a Z. 9 ״sein können“ st. sind. Z. 28 ״gefasst“ st. gesetzt, ibid. Sp. ti. Z. 15. | ״Mächtiger“ (st. Nächtiger). Z. 15 t. u. lies ״bis ihr“, ib. Z. 24 j v. u. 1. ״Steingotte“. In Nr. 51. S. 202 muss die letzte Zeile lauten: ״Der Veit', verdient mehr Lob als das Buch. Freim&nu, Jacob, Dr. Des Gregorius Abulfarag, geu. Bar. Hebräus, Scholien zum Buohe Daniel, heraus-gegeben und mit Anmerkungen vert-ehen. Brünn 1892. Verlag von B. Epstein & Comp. 77S. 8*. (Beiträge zur Geschichte der Bibelexegese. Heft I.) I I Eine mit Sachkenntnis« uud von echt pbilolo-! gisuher Schulung zeugpnde Schritt des jungen Ge-! lehrten, der sich u.n dieser Schrift vortiieiihatt in i die jüdische ־Wissenschaft einführt. ן Das Buch Dänin! ist eines der dunkelsten und I int es dal er immer verdieustlich, etwas zu dessen I Monatsschrift fflr Geschichte ■ad ff isseaschaft de• Jude■• tliuml. llerausgegebeu von Brann und Kaufmann. 1893. — 37. .Jahrgang. Preis Mk. In ualt des .1 anuar - Heltes: Nemestu ment liehe :Studien, von ür. Güdemann. Die erste halacbiscbe Uontrovers ■, von Dr. Schwarz. Der Midrasch Bereschitli rabba, von Dr. Theodor. Beiträge zur rabb. Sprach- und Alterthnmsknnde, von Dr. l'erles. Das Schiur Koumli Von Dr. Gast Der. Die ersten Kmauzipationsbestrebungen der Breslauer .Juden, von Dr. M. Freudeuthal. Manzelleu von Dr. M, Steinschneider. Besprechungen und Anzeigen. Von Dr. Braun. Verantwort!. Kedaeteur l>r. Hab 111er, Mafflel» rg. Druck : Bcndix A Hahn. (tr. D. L. Woltf) Magdebur . Ve.׳lag:Rob. Friss• Leipzig.