Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 52. (24.12.1891)
- Date
- 1891-12-24
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 201 beneidenswerte Strecken unbebaut sind. Aut die . grösste Ungerechtigkeit ist aber in dem Vorstehenden | bereits hingewiesen worden. Die Mellahs sind so zu j sagen für ein Pfefferkorn an reiche Israeiiteu verpachtet und diese vermiethen sie gegen hohen Mietszins an ihre ärmeren Brüder, welche dabei noch die ßeparaturkosten selbst zu .tragen haben Vor einigen i Jahren hat der Sultan in Folge mannigfacher Petitiouen die Erweiterung des Marrakesh MeilaL befohlen, durch die Opposition der Pächter des alten Quartiers wurde jedoch die Ausführung dieses Befehlst verhindert. Es werden mehr Kniffe zur Verschleppung und zum Widerstande, die man gewöhnlieh den .\iauren zur Last legt augewendet, als mau j je im Auslände sich 1 räumen liess Vor einigen Jahren forschte mein Vater, . Redacteur der ״Times ot .Moroceo‘, den Gründen dieser Uebelstände eingehend nach und die von ihm veröff'entlichten Details hatten eine förmliche Revolution in gutem Sinne im Gefolge. Die Strassen wurden gereinigt und die Hauser getüncht, während die Beamten, welchen die Utberwachuug des Gesundbeitszustandes der Einwohner anvertraut war, eine Umi walznng von Grand aus Vornahmen. Trotzdem bleibt noch viel, sehr viel zu thuu übrig und die ״Anglo- Jewish^Association“ sowie die ״ Alliaucelsrailite“, diese warmen Freunde ihrer marokkanischen Brüder haben es in ihrer (Jewalt, diese Bestrebungen wirksam zu unterstützen, es wäre auch hohe Zeit., ans Werk zu gehen!“*) Litteniturüericht. und deshalb vor der Lächerlichkeit der Forderung eines ״arischen Christeuthnms“ uud der Behauptung, Christus selbst sei Arier und Antisemit tsic!) gewesen, nicht zuriioksoheuen. Eine Reihe der plumpen Geschiöhtslügen der Antisemiten hat der Verfasser öffentlich gebrandmarkt wenn auch besonders der Beweis, dass Christus ein Jude gewesen, andere für den objektiven Historiker »I« für den strenggläubigen Christen gelautet haben würde. Einzelne irrthämliche Ansichten über die Juden, selbst solche, yrie dass ein grosser Theil des heutigeu Judenthums hinsichtlich seiner ausuahmsweisen Stellung über den Völkern einen Dunkel besitze, der wohl mit den einem Sumpfe entsteigenden faulen Dünsten verglichen werden köanS, übersieht man gern bei dem wohlthuendeu Eindrücke, den das Buch alles Ganzes macht. Dem gereicht insbesondere sein Eiter gegen den negativen, verkehrten Nationaismus der Antisemiten zur Ehre. ״Was soll“, so sagt er mit Bezug auf die antisemitischen Volksfeste, ״schliesslich aus unserem Volke werden, wenn unsere Jugeud schon lernt den Hass als .Mittel zur Verbrüderung zu betrachten, und die V. reiniguug mit Gleichgesinnten auf solcher Grundlage ihm zur Quelle von Lust und Freude werden kann?“ — Nützen wird freilich — verhehlen wir uns das nicht — selbst Pestalozzi'8 Schrift sehr wenig. Die antisemitisch* Litteratur ist eiten bereits zu einer sogewaltigenFluthangeschwollen, dass sie das verhältnissmässig kleine phiioseniitische Schritteutlmm erbarmungslos fortsohwemmt', und überall da, wo die Juden in grösserer Anzahl wohnen, wird man auch fernerhin mehr aul die Stimme der Leidenschaft als auf die der Vernunft, der Religio!, und der Sittlichkeit hören. Dr. L. i. Mg. Recension en, Pestalozzi, J. Der Antisemitismus ein Krebsschaden, der am Marke unseres Volkslebens frisst. Leipzig ISitl. Der Verfasser, der schon Irüher einmal Stöcker enfgegengetreteu ist, richtet liier seine Angriffe gegen die sogenannten Deutschsocialen Antisemiten, dereu Agitationsan er persönlich in seiner eigenen Heiinath; bei der Reichst.agswahl in seinem Wahlkreise Kassel- Melungen kennen zu lernen Gelegenheit gehabt, hat. Sein Standpunkt, ist der strenggläubig-christliche. Handelt es sich doch für ihn ״in erster Linie uioht! um Inschutznahme des Judeuthums, sondern vor allein um die Erhaltung der eigenen höchsten geistigen Güter der Christen selbst.“ Und in der That sähe mau nicht, wie tief sich bereits der Judenhass iu Deutschland gefressen hat, mau müsste erstaunt sein,! wie vereinzelt Pestalozzi gerade vom christlichen : Standpuuk. r aus den Antisemitismus bekämpft. Muss doch dem echten Antisemiten das Christenthum gerade so gut. wie jede andere Schöpfung des jüdischen : Geiste.- Gegi. stand des Hasses werden, wie denn auoh : eine Autorith‘•, Diirhing, der Bahnbrecher der extrem materiaiistisc .»11 Weltanschauung, über das Christentlnun inglei« •r Weise wie über das Judeuthum den Stab gebro׳■ ,.;u hat.. Pestalozzi kämpft geugen die gegenwärtig in dtr Oeffentlichkeit. wirkenden Antisemiten,;!;ö nicht so ehrlich wie Dühring uud zu leige, das die Web doch einmal noch beherrschende Christenthuiu auzugreiteu, dennoch iu ihrem Fauitisums durchaus nicht zngestehen wollen, »lass die arischen Völker den Juden irgend etwas verdanken *) Nach .lein n.lew. Ghrou." übersetzt von L. Cohen. Yerantwor!. Kedacteur l)r. Uatimer, Magdeburg.!)ruck: Bondix Ijitterarische Notizen. 1 Eine Berichtigung. Aus .lern zu Anfang diese* .)!ihres ])ublicirten מפתח לתשובות הגאונים erschien in Nr. 7 und 8 des Litt.-Bl. eine Besprechung Von den Auszügen, welohs auf S. 28 u 31 aus demselben beigebracht wurden, erregt!• schon z Z eine besonders meine Veijrunderurg Ich hatte z Z. keine Gelegenheit, das boz. t'itat zu priiten, — zweifelt* aller an seiner ltichtigkeit, Heule besitze ich gen מפתח durch die Gute eines Freundes und linde hei der Durchsicht d. 1־ be- trollenden Stelle mein Bedenken vollaut gerechtfertigt. Unter Rubrik UI: Das Verhältnis* zu Nichtjudeu heisst es: nI)io Berührung des Weines durch mneu Nichtjude» macht den Genftss des Weines keineswegs unstattha ft. da der Gedanke ai Götzendienst jetzt ausgeschlossen ist iS. 27!1).u — Fs liegt aut der Hand, dass nach dem altge meinen Sprachgebrauch unter einem Genuss des Weines da! Trinken resp seine Verwendung zur Bereitung von Speisen verstanden wird. Dieser soll unter obigen Umständen durch die Geouina erlaubt sein In angeführter Stelle steht aber: רשב״ם וריב״ן בשם רש" שכתוב בתש" הגאוני, דבומן רזה אין איכור הנאה במגע של גוי וא־ן רנילין לנסך ל;-ז והוו באילו אין יודצין בםיב ע״ן. Ein ■Jeder, der die betr Ausdrücke, welch« in den Vorschriften für das jüdische Lehen lungiien. kennt, weiss, dass זא'םור אלילה das Verbot des Genusses, wesentlieh von dein veischieden ist. was איסור הגאה■ da» Verbot!!es Gebrauches überhaupt bedeutet. 2. Zu meiner Miscelle XV Amu. 2 möchte ich_hinzufuge11. dass Asavjsh de Itossi im Meor Enajim Kap 57 (ed Wiei 1830) p 278b zu dem Worte לןלינדא bemerkt: נלר מקול VW den'lieber Kode Kap. 40 (214t). Dort sagt er: Dar Anlang de. Monats wird bei ihnen (den Heiden) לןלי״נדא genauut, das im Griechischen ein ״Hufen mit der Stimme (בקול) bedeutet, denn ihr Priester pliegte au jedem Ersten eines Monats ihnen von erhöhtem Platze ans die Festtage zu vorküuden, sowie all’ das, was sie für!1-, u betr. Alonat herzunchteu hätten. —־ Au erst׳ ' genannter Stelle benutzte Asarja!len sprachlichen Zusammen■ hang des griecli. y.zXsto (vgl auch das lat calo» mit dem Hebt״ ק־ל :, um die lmbrilische Sprache als Muttersprache zu feiern. 11. K öu igsborger.!% tlu 11 u tr. U. L. X!nt di'louirg. Ver. 1;: tio > fc'rie se. Lhpzu