Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 51. (17.12.1891)
- Date
- 1891-12-17
- Page
- Seite 200 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Leb•»■ trügerisch handeln?“ und 'man drückte beides durch •in K*ri reap. K’tib aus — Das mag nun auch späteren Masoreten Veranlassung dazu gegeben haben, auch in P8. 24,6 für נפשו auch נפשי zu punktiren und — die Usberaetzung zu erschweren. — Man vgl. dem gegenüber Jjob. 33,28, wo aioh das K’tib (נפשי) daraus erklärt, dass die directe Rede des vorhergehenden Satzes fortgesetzt wird, während das K’ri 02?1גפ durch eine indireste erklärlich ist (Die Zunz’ache •bersetzung ist übrigens nicht conseauent, da sie 2 Sam. 18, 13 nach dem K’ri und hier nach asm K’tib übersetzt. — Auch die griechichen Uebersetzusgen schwanken in der Annahme des K'ri bzw. K’tib in Ps 24 4, indem sie bald ־rtv 1])Uffy1 «&T00 (נפשו =־) bald x. t|1.|iOö (נפשי) schreiben. (Vgl. Frankel, Vorstudien zur LXX, S .236). B. K. 2. Die gesch. Leser werden sich noch dessen erinnern, dass ich in Miscelle XIV (über die אר! כרכות&) auch die ־Worte von Tosaph. anführte, wenn man in Deut. 10,12 ,מאך (das Resultat) iür ,מך liest. Mir schien das etwas seltsam und ich gedachte diese Bemerkung von Tosaph. durch ״zwei Fliegen mit einem Schlag“ zu charakterisiren. — Indessen ist •in ähnlicher Vorgang nicht aussergewöhnlich, denn im בעל הטורים Deut. 6 8 heisst es: יק״ כנימטר׳ נובה היד. Nun hat aber 34 ירך und Tn 3 נוכה&, und man gelangt nur dann zur Richtigkeit dieses mnemotechnischen Zeichens — denn •ine blose Spielerei 6011 es nicht sein — wenn man zu dem Zahlenwerthe von יקך noch 1 für das Wort (*יק) selbst addirt. B. K. 3. Zu dem, was ich u. A im Litt-Bl. Nr. 33 über die Etymologie des Wortes כלך in dem Zurute R. Ismaels hinzugefügt, möohte ich heute nooh Folgendes — vielleicht Abschliessendes — bemerken. Sowohl die interessande Lesart des Midr. hagg, als auch die übrigen Erklärungen des Wortes sind nichts als versuchte Häthsellösungen für das schwierige Wort. (Vgl. noch Meor Enajim ed. Cassel, oap 16, p. 210). — Ist nun schon der Wechsel von ל und ר nichts Aussergew&hnlicbes, so sei z. B. noch daraat hingewiesen, dass die chald. Partikel ך,לבא (vgl. Levy, neuhebr. Wtb. 1,472a), die aus הא״יכא mit eingeschobenem ל entstanden ist, im Syrischen statt des ל ein ר enhält So dürfte auch כלך nur eine Umbildung für כרך sein, das vgl. כריך ותני (Menach 87a) ״umstellen, in den richtigen Zusammenhang bringen“ bedeutet. IJnd wenn es an manchen Stellen correct: כלך כידברותיך ולך אצל נגעים heisst, so bedeutet dies nichts anderes als: Wende dich um von deinen Redeu und geh’. . . . (Vgl. Levy Ü, 402 8. v. 3 כרך) B. Koenigsberger. 4. Aus dem reichhaltigen Inhalt der Rede, die der berühmte Aseyriologe Jules Opper t in der Akademie der Inschriften au Paris als Präsident derselben am 6. November 1891 gehalten und die der geehrte Gelehrte uns treudlichst übersandt hat, entnehmen wir ule von besonderem Interesse für die Leser uns. Bl., dass der erste von den zur Vertheilung gekommenen Preisen einer Arbeit zuerkannt wurde, betitelt: (Jel)0r die in der Zeit der Karolinger unternommenen Arbeiten, um den lateinischen Text der Bibel wiederherzustellen uni durchzusehen. Der Verfasser der Abhandlung ist Samuel Berger. Als Preisarbeit für das Jahr 1894 hat die Academie u a folgendes Thema bestimmt: ״Die Geographie sowie die egyptisische und semitische Paläographie der Halbinsel Sinai bis zur Eroberung durch die Araber" — nach den neuesten Forschungen. Aufdie Notiz ״Numismatisches“ in Nr. 60 die••• Blattes bin ich in der Lage mitzntheilen, dass die in Frage kommende dänische Münze mit den Juden absolut nich'8 zu thun hat. Der Spruch ״Justus ‘ה Judex“ (Der Herr ist . ein gerechter Richter) ist vielmehr gegen die d. 12. Nov. 1613 in ', Dänemark eintallenden Schweden gerichtet. ־Ueber die mit diesem Spruch versehenen Münzen lässt sich meine Quelle ’ (Krünitz, Encyklopädie, Bd. XXXI, S. 948) noch vernehmen: : ״Wegen der Umschrift heissen diese Münzen ״Justus Judex- . Stücke“, und wegen der hebräischen Buchstaben ״Ebräer oder ״Hebräer“. Weniger bekannt, aber mittheüenswerth dürfte die Thatsacbe sein, dass den angeführten XXXI Bd der Encyklopädie- (Berl. 1792) das Bildniss des berühmten Ichthyologen D. Mar-, cus Elieser Bloch sohmückt, we'ches von folgendem Panegyrious begleitet ist: ״Als Arzt beliebt; als Forscher der Natur Berühmt bey seiner Nation nicht nur; Als Menschenfreund, wie MENDELSSOHN geschätzt, Ist BLOCH, dem Wahrheit dieses Denkmal setzt durch Ihren Freund Krünitz.“ Königsberg i. Pr., 13. Dez. 1891. Ed. Birnbaum. Raw Arauon. In dem von Herrn Heinrich Ellenberger verfassten und 1882 in zweiter Auflage in Prag erschienenen sehr vorzüglichen Buche: ״Die Leiden und Verfolgungen der Juden und ihre Beschützer in ohronologisoher ■ Reihenfolge“ steht oben auf Seite 42 Folgendes: Nach Chr. G. 1242. ״Ein gelehrter Rabbiner Namens Am non erleidet zu Mainz den Märtyrertod.“ Unstreitig hat hier Herr Ellen berger den Raw Amnon gemeint, der am Neujahrstag (ראש השגה) sich in einer Lade in die Synagoge hat tragen lassen und daselbst den מתנה תוקף vorgetragen hat, woraut er seinen Geist aufgab Nun haben wir den Bericht über den Märtyrertod des Raw Amnon in Mainz dem Rabbi Ephraim ben Jakob von Boun zu verdanken, der ans denselben in seiuem von ihm verfassten Martyrologium mittheilt. Dieser R. Ephraim wurde aber nach Prof. Grätz’ Ge chichte der Juden B. VI S. 276, 1132 geb. und starb um 12(10; wie könnte er da einen Vorgang berichten, der erst um 1242 stattgetunden hätte? Das war doch unmöglich loh vermuthe, dass hier ein Versehen in der Jahreszahl obwalten muss. Wolf Heidenbeim bringt in dem iu seiner Buchdruckerei ersobieneueu Machsor für das ganze Jahr (Rödelhoiin 1832) ein Register über die Piutim und Poetanim (Poeteu) und sagt unter der Rubrik Raw Amnon, dass Ei. Ephraim vou Bonn, dem wir die Nachrioht vom Märtyrerthum de» R Ainnon zu verdanken haben, im Jahre 1174 oder 1179 gestorben sei, wie dieses auoh im Seder Radoroth geschrieben steht. Demnach wäre R Ephraim noch früher gestorbeu, als von Grätz äugegeben ist. Es wäre zu wünschen, dass nachgeforscbt würde, wann d. h. in welchem Jahre das Martyrium des Raw Amnon stattgetunden und wie der Fürst geheissen, unter dessen Herrschalt es sioh ereignet hat. Darmstadt im Deoember 1891. M. Mannheimer. Litterarischer Anzeiger. 'Reue ״Nuflngr! für tdvnrl. ftriiutu »011 DUbrlla!Wolf ge». (ifltumuns. öuid) 100 Jicjepte utv־ mehrte 1111b uerbejjertr Wuflage. (Sieg. gebunben. Preis X, 3.60. *10 Dor,tüglld) aiterta» 111. tSrantfnet u. '1)1'. [5165 J. K Huirnti.ii n,!Bevlug. Die Clianiika-Wuiider. 1Y»Ispiel in 8 Acten Preis 75 Pf. (6 Ex. Iür 3 Mk.) für iarael Schulen u. Familieu Auch zu ChanukA-Geschenken von sehr geeignet. D. L. Jussuf. Wird gegen Einsendung des Be. Mit grossem Erfolg vor träges franco versandt, von de Schülern autgetührt. Exped. dies. Bl. Im Selbstverläge des Verfasser• ist erschienen un 1 durch denselben zu beziehen; yienw.hli hes Wirken. Eine Festbetrachtung von Bernhard König s berger. Kattowitz O.-S. Preis SO Pf. [61*6 1!111*! 1׳. Pu!11 i 1 »«•»bl;111, .hu. ־י, ■ ־״•• Kiiilt s!!«•sh u untor• ** , '[J )t ,יי־ * haUer.D;.; m• ־.- -. t* ■ ■ Ich! t* 11 <1 *: n au» h.lrri A fJ ׳׳־* y' .s’j'f i.w-i.'icr li.-i io!.. An-. r.lfiii in. .111111»• Ä«1äs־»u. USh(-/pifujiri Li#dtr, •t*w i•• alg Dr. Svobodaadu ..!■/ Sf * w WM# # illustr.Gaiohichtad. Musik. Pr«is ‘/»Jährl.<«Nr) kr uur Mk. 1.- Man abriuiiiert bfi jedBudi-u. Musik allidl.od. Post!Mell״ Probo• Nummtrn grati* u.franko durch tlanVerldgerCarl Grünliitfer, *»tuilifnrl. Avis. I»ie bebv. aratmuft** ^orittulacc mu,b(u1jd)(v llcbcrjepimg tonnten, bee neuer 9(11flafle nod) »1i!ÖI f«0״ gepellt roei&en. 3>ie Üip l> '•01• Soeben eischien die 1. Lielerong vou : [6110 Der Midrasch Tehllltin zum ersten Male üi's Deutsche übertragen von Dr. theol. et phil. Aug. Wünsche. Iu ungefähr sechs Lieferungen ä Mk. 2. — Durch alle Buuhhandl. zu beziehen. Trier. Siegmund Mayer. Verautworl. Redacteur Dr. Ra hm er,!Magdeburg. Druck: Bendix & Hu־hn(ir. V. L.Woltt) Magdeburg. Verlag: Ko» Friese, Leipzig.