Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 51. (17.12.1891)
- Date
- 1891-12-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Edels (Maharsoha), die ioh S. 77 und 302׳ gegeben habe, ist noch folgende liöohst betnerliens-j werthe Aeusserung desselben au Sabb. 119b hinzu«׳: zufügen, worauf mich mein Freund Herr P. Bar anek'v aufmerksam gemaoht hat. in An knüpf aug au '•tie dort autgezählten Ursaohen der Zerstörung Jerusalems bemerkt der erwähnte Autor; ״Dia meisten dieser Versündigungen und bainaiiu alle lindeu leider Gottes auch in dem gegenwärtigen Zeitalter statt Die Sabbathverbote werden nur von sehr Wenigen beachtet und Viele kennen sie gar nicht, so dass es gerathen wäre, sie in allen Gemeinden ui öffentlichen Vorträgen bekannt zu machen. Au jedem Babbatkuusgaug halten sich Viele gleichsam für verpflichtet, sich zu berauschen, wodurch sie dann das Morgengebet nioht zur gehörigen Zeit abhalteu können. Die Vernachlässigung des Kanderuutorrickts hat iu jeder Gum linde statt, auch die Bachurim sind die meisten Tage in der ״Zwischenzeit“ massig und treiben sich 1j|kt' deu Strusmu herum. Die Gleichstellung von Klein und Gross äussert sich iu der Ausgelassenheit des Zeitalters, denn Jeder will Rabbiner und Ab bet-din sein, ohne Thora zu besitzen, Jeder will auch den reichen Mann spielen in Kleidung und Hauswesen, wiu dazu führt, da 1s man den Nebenmenschen beraubt. Eine Zurecht- Weisung der angesehenen GemeiudemitgUeder findet nicht, statt, sondern Jeder meint die Ehre des Nächsten schonen zu iu .. ,mi. Geringschätzige Behandlung des Gelehrten und ihrer Vermaltnungen kann mau täglich beobachten; Handel und Wandel entbehren der Redlichkeit und bedienen sich aller Arten von Betrag, Wuchst und Kaub, so dass, wer seinen Nächsten Geld schuldig ist, es für erlaubt erachtet, ihn nicht zu bezahlen. Deshalb sollte jeder Gottesfürchtige diese Zustande sich zu Herzen nehmen und wer ihnen wehren kann, sollte ihnen wehren und Einer sollte den Audereu darüber zurochtweiseu. Ich sollte mich ausführlicher uoor alles Dieses verbreiten, aber icii deuke mir das־ man vielleicht nicht daraut achtet und bereitB haben unsere Weisen gesagt: ״Busser sie Ihuu's uuwisseutlieh als mit Wissen“ Ferner bemerkt R. Samuel E dels zu Synln-.dr. 7t> über deu Kauf von Rabbinai.eti: ״Dieser saudhatte Uutug hat ueuerdings au Vi'.hruituug zugeiiommeu, und bereits buben unsere Letu'er im 1i1a;.nue dieser Verirrung wiederholt uu!er Androhung von «ulj,. •1׳ou Str.iteu, unter Banutiüchoii und Auferlegung von ־>, hwci eu Geldstrafen gegen Zuwideihandi-, ude verordnet, dass kuiu IC.tbbinar und Keligiousweiser aut Grund von Geldspenden, sei es an Einzelne oder zu Gunsten der Gemeinde, ungcstcllt werden dürfe Aber keiner kümmert sich darum, so lass dieser Uubelataud dem gegenwärtigen Geschleohte zum Austoss und zur Vorsündigung gereicht uud zur Ursache von mancherlei .Uissstanden und Missgeschicken geworden ist. Die berühmten Inhn Itf Wissenschaft liehe Aufsätze: Berichtigungen und Nachträge zu meinen ״Qnellensohritten zur Geschichte des Unterrrioht* und der Erziehung bei den Juden* (Schluss.) * Von Dr. M. Güdemann. — Zum bibliachen Geschieht•- . unterricht. Litteraturbericht. Recensionen; Lud wig Gorel. Da« Blutmärchen. Sein• Entstehung and Folgen bis zu den jüngsten Vorgängen auf Korfu. — Moderne Raubritter. Roman von Paul von Szosepänskt. Litterar ieche Notizen. Numismatisches. K>ff Ami Berichtigungen und Nachträge iu meinen ״Quellenschriften zur Geschieh!« des Unterrichts und der Erziehung bei den Juden*. Von Dr. M. Güdemann. (Sobluss.) Herr Or. Perles theilt ferner folgenden Auszug mb der.Vorrede des Herausgebers Joseph Athias zu der von Joseph ־Witzenhausen besorgten jüdischdeutschen Bibelübersetzung (Amsterdam 1687) mit: ״Aeo eicht man auch heitiges tags in ganz Polen un' Böhmen uu’ iu andere Länder, dass asobald ein Kiud neiert (nur) ichalmueen (שאלמ1ק> kann, lerent derRebbe ein Parnsoha oder etwas mör Chummasch mit im. Da nach hebt man Mischnajot un’ Geuiara mit im an un* legt sich auf Chariiut un’ Chillukim Aber die ״Hauptsache“, den ״Brunnen lebendigen Waasers“, die geschriebene Thora, last man stün. Recht schaffen klagt die geschriebene Thora, wie der ״Prophet* sagt : ״Miob aber hast du hinter dich geworfen“ (1. Kön 14, t)>. ״Du’ auch eint die zeit vil polnische Melamdim in AschkcuHs (Deutschland) gekommen, da man sunet jo bat pflegen ׳«״aau'i• (Bibel) zu leruen, da haben sie auch gleich as wie ir ״üeder״ (Methode) is, wenig ״Pasuk“ mit den Kinder geleret.“ Za dem Unheile des Leone del Bene über die deutschen Juden (3. 213) theilt Herr P. noch folgende Stelle ans dessen כסאות לבית דור (Verona 1646j mit, die ic .1 deutsch wiedergebe: ״Bereits habe ich von meinen deutschen Lehrern sei And. vernommen, dass es iu einer grossen Gemeinde iu polnischen Landen einen ebenso geleinten wie einfältigen Manu (אהד וחכם (אחל תם gab (נמצא), der alle Stieiter auf dem Gebiete der Thorngelehrsamkeit an Vollkommenheit überragte uud, was Pilpul. Chariiut, Belesenheit uud richtiges Unheil (סברא דשתז hi inlti, sehr hoen otänd Ich will seinen Namen nicht neunen Da er über nicht schreiben konnte (wörtlich: da seine Hände zu schwer waren, seine Wette dem Buche anzuvertrauen), so \\ .11• die Folge, dass aus seiner Hand nicht das geringete Bchriitliche von seiner Thoragelebrsamkeit hervorgegtuigeu ist. Dabei war er doch der massgebende Meister für jene ungesehenen _ Jeschibot, ein MeTäTar auf dem Meere der bdiuudisuheu Weisheit druu er war Rabbiner und der Lehrer aller der grossen Autoreu in jenen Lauden, nahen uud lernen Weil er aber nicht schreibkundig war^ so besitzen wir nichts Geschriebenes von ihm, um daraas dm Wuuder seiner Thoragelehrsumkeit zu erkennen Davon kann mau entnehmen, welcher Nachtheil der Zukunlt aus dem Umstande erwachsen ist, dass er nicht di• Sprache schriftlich zu handhaben wusste.“ Der gemeinte Gelehrte ist eutweder R. Jakob Poll&k oder wibrsoheinlioher deuueu Schüler R. Suha-