Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 20 (1891)
- Issue
- N° 47. (19.11.1891)
- Date
- 1891-11-19
- Page
- Seite 184 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Akten und keine Lücke im Charakter. Es darf kaum gesagt werden, dass bei Kaufmann nicht nur das, was er sagt, sondern auch die Form, wie er es sagt, in• tere8sant and anregend ist. Litte ra rische Notizen. _ 1 1. Wer sind eie יכני האלדדם? w«• die בנות האדם t Bej kannt sind die beiden Erklärungen für den er*teren Ausdruck, ־welche Raschi z St (Genes 6 21 nach dem Midrasch anführt: ב״ה sind entweder ״die Söhne der Fürsten, der Mächtigen׳‘, j oder ״Gottessöhne“, d h. Engel Beide Auffassungen erscheinen! jedoch bedenklich; denn es tällt aut', dass etwa nur die Söhne : der Mächtigen resp die Mächtigen selbst sich Frauen nach ■ eigener Wahl erkoren. Der eheliche Oominunismus, der den 1 Fürsten hier vindizirt wird, schliesst eipe Ehe der Geringeren, 1 Schwächeren, vollends aus Auch fehlt bei dieser Beschränkung 1 der historischen Mittheilung über die eheliche Verbindung der; menschlichen Geschlechter der Zusammenhang mit dem vorher- I gehenden Verse. Weit seltsamer noch erscheint die Annahme, i die Söhne drs Himmels, die Engel, hätten sich mit den Töch-! tern der Erde vermählt - Vielleicht hält folgender Erklärungs■ j versuch der Kritik Stand: Als Gott (nach dem Berichte der \ Bibel) au die Erschatbung der menschlichen Wesen ging, j setzte er zuerst, nur einen Menschen in die Welt, und zwar j ein männliches Wesen Dieses schut Er in Seinem Ebenbilde. Die Schöpfung a. 1 ersten Menschen resp Mannes <בריית ד,אדם) war also ein Bau1,» Gottes, d. h. האלהים p. Das erste We i b jedoch war ein Gebilde aus der Rippe des Menschen, sie war ein ״Menschenbau“. — Man dürtte demnach unter בני האלרים nichts Anderes als ״Männer" und unter בנות האדם kurzweg ״Frauen“ zu verstehen haben Dann kommt hierzu auch der Inhalt des vorhergehenden Satzes (Gen 6,1): ״Als die männlichen Personen zahlreich waren — wahrscheinlich überwog bei der phsysischen Krafttülle der Erzeuger die Zahl der männlichen Kinder die der weiblichen — aber auch weibliche geboren wurden, da kam es auch, dass erstere an ihnen Gefallen fanden, und sie wählten sich von allen Frauen diejenigen, welche ihnen gefielen. 1 2. In meiner Arbeit: ״(Quellen der lialachah, 1. Theil : Der J Midrasch", habe ich (S, 92 t. Aum. •1) eiu Citat aus dem Midrasch haggadol zu Exod 12,4 angefühit,. durch welches eine tätolle im ן jer. Pesach 37a beleuchtet v ird Nachträglich bemerke ich, j dass ich aut diese Jeruschalini-Stelle von meinem Lehrer, Herrn \ Dr. D. Iioff'mann in Berlin, aufmerksam gemacht wurde. Ich 1 fand aber bei der getaueien Bearbeitung des Sit re sutta im I Jalkut (Ende § 745) ein bez. Citat mit ähnlichem Wortlaut, das | sich im Mscr. des Midi׳, hagg. zu Numeri nicht lindet. Es ] lautet: מן העזים לחלוק את הגנוב ואת הגור שידעו בו הרבים•!;5. Zur Frage üiier die Heimat der י״ג מדות, worüber ich i in den ״Monatsblättern für Vergangenheit uua Gegenwart des Judenthums“ ausführlich gehandelt, will ich nocli bemerken,!!lass auch aus einem Citate in der Mechiltha hervorgeht, dass; diese ßaraitha der Schule R. lsmaels angehört, ln der Mech. ' nämlichj welche nachweislich deFSchule des letzteren angehört, j findet sich (ed. Friedmaun p. 1 ■Sb Parasch 16) die Notiz : היא אחת מי״ג מדות שהתורה נדרשת בהם. Eine au 10!• 10 86 0itiriuig dieser Baraitha konnte nur in denjenigen Werken aiu Platze sein, das derselben Schule augehört, wie die Baraitha selbst. ן 4. Die in meinen ,,Quellen'‘ (S. 128) ausgesprochene I lypothose, es wäre der (agadischo) Midrasch zu liereschith mit : dem ״Seder oiam“ identisch, dürtte bes dadurch erschüttert werden, dass sich Niddah 26b (unten) ein Citat aus Deut lindet, das dem S. O. (auch inhaltlich) angehört. Kattowitz. 13 Königsberger. , 5. Nock einmal שכוי. Trotz der Auseinandersetzung des ׳ Herrn Königsberger (in No. ID) muss ich meine in No. 40 d. Bl. dargelegten Ansichten betreibe des Lobspruches 1 אשר נתן לשכל in allen Punkten aufrecht erhalten. Vor alle״ Dingen will ich : nicht unterlassen, hier zuvörder-t •/n betonen, dass ich in meiner; Besprechung ׳.licht, bezüglich dieses Lobsp.uches allein von einer ״sondorli dien 1 lee־׳ ge-proehen , sondern im allgemeinen gesagt habe, dass der )erlasse!׳ sich bei seine 1׳ Uebersotzung; ״zuweilen voi. sondei 1i■•hon Ideen'1 leiten lasse uni ganz eigene! Bahnen waiiule. Dies trillt allerdings auch hinsichtlich des! hier in Rede stehenden Lobspruches zu, denn ist es nicht eine \ ״sonderliche Idee“, ganz gegen Gebrauch und Herkommen einen! altbekannten Lobspruch zu übersetzen und sich in Widerspruch j! Vgl. über den Wechsel von 'j und 'בנה ) ך und ברא) I 11. A. meine Notiz No. 2 in No. 42-43 des Litt kl.! Yerantworl. .Redactnur Dr. Rabiner, Magdeburg. Druck: Bendix zu setzen mit den bedeutendsten Ueborsetzera, sowie mit den Ritualschriiten im Schulchan aruch? Meines Wissens ist noch niemals in irgend einer Gebetübersetzung eine Uebertragung dieses Lobspruches in dem Sinne, wie es im Kroner’schen Buche für die Jugend geschieht, angetroifen worden. Lassen doch auch alle Erläuterungen darauf schliessen, dass liier das Wort 1 שכוי garnicht anders als mit ״Hahn“ übersetzt weide□ soll. Auch ich habe in meiner Besprechung auf Jj-ib 38,36 hingewiesen und daran erinnert, dass es mit die9em Wort, wie mit so vielen andern Wörtern geht, die im späteren Neuhebräischen eine ganz andere Bedeutung erlislten haben1* 1 Warum der Hahn un Hebräischen שכוי genannt wirf, darüber ünden wir verschiedene Deutungen. אבודרהם ist der Meinung, dass diese Bezeichnung gewählt woiden ist, .בעבור שהוא צ1פה ומביט למרחוק (er leitet das Wort von ״ שבהschauen“ ab). An verschiedenen anderen Stellen wird darauf hingewieseu, dass dem Menschen durch das Geschrei des Hahues eine hesondere Wohlthat erwiesen wird, da dieser den schlafenden Menschen weckt und ihm verkündet, dass der neue Tag anbricht Allerdings bringen ה״רא״ש u. A. den Namen שכוי mit לב in Verbindung aut Grund des mehrfach erwähnten Verses in Ijob und suohen diese Verbindung dadurch plausibel zu machen, da9s sie betonen, das Herz sei der Sitz des Verstandes, mittelst dessen der Unterschied zwischen Tag und Nacht erkannt werde Dieselben Erklärer kommen jedoch immer schliesslieh wieder ״aut den Hahn zurück“ und bemerken, dass, weil auch der Hahn diese Fähigkeit, Tag und Nacht zu unter9cheiden, zeige, und mau in ערביא den תרנגול (Hahn של וי ן nennt, daher sei dieser Lobspruch angeordnet. Herr K. meint schliesslich, ״es sei garnicht einzusehen, was bei den Lobsprüchen für die göttliche Ausstattung des Menschen der Hahn zu tliun haben sollte?‘ Die Beantwortung dieser an sich nicht ganz ungerechtfertigten Frage ergiebt sich nach dem Obigen von selbst Wir wollen Gott datür danken, dass er in seiner Weisheit dem vernunftlosen Wesen den Instinkt verliehen hat, der nach den msnnigtachsten Richtungen hin nicht allein dun unter den Menschen stehenden Thieren zum Heile, sondern gar oft jenem zum Wolile gereicht. Es ist naheliegend, dass der Hann hier als Beispiel angeführt wurde, da dieser sich dem Menschen zu 11׳st bemerkbar macht und den Beweis seiner Nützlichkeit durch seinen Weckruf liefert. Der Lobspruch steht in einem vollkommen logischjeu- Zusammenhänge mit dem vo-hergehendeu רהי נשמה&^■* Während wir liier den aUweisen Schöpfet datür Dank spentipij[' dass er u n s eine reine Seele verliehen hat, die die QuelSs unserer Vernunft ist, preisen wir ihn in dem tolgendeu Lob- Spruch datür, dass er selbst das Thier nicht ganz hilflos gelassen, es vielmehr mit eiuer ״Thierseele“ ausgestattet hat, die sich durch den sogenannten Naturtrieb äussert. Es wäre doch seltsam, wenn die Ordner unserer Gebete gerade dieses Moment, dass so recht die Allweisheit Gottes erkennen lässt, ausser Acht gelassen haben sollten. Bromberg J. IT e r z b e r g. 6. Herrn K. in K. ist meine Bemerkung in No. 41p. 161, bezüglich des ונתנו על ציצית völlig unverständlich. Ich bedaure dies, da nur ein Missverständnis ihn zu einer falschen Voraussetzung getührt haben kann Ich rügte in jener Bekling die Uebertragung des betr Satzes mit ״und sie sollen verwenden für uie Schautüden der Ecke eine Schnur von himmelblauer Wolle“, weil der Schiller zu der falschen Vermuthuag kommen könnte, die Schaufäden werden lediglich aus einer einzigen Schnur von himmelblauer Wolle angefertigt. Dies ist ja doch keineswegs der Fall, wie der Herr K. selbst hervorhebt. Dass wir heute noch, wie ehemals, iveisse Wolle bei Anfertigung der Schautüden ״verwenden׳‘, wird Herr K. doch wohl uicht in Abrede stellen. Uehrigens pflege auch ich meine Schüler darauf autmerksam zu machen, dass wir die Anbringung des vorgeschriebeneu תכלת unterlassen, weil wir die ehemals üblich gewesene ״himmelblaue“ Farbe nicht ha teil. Auch Herr Dr. Kroner scheint später die Incorrectlieit der oben gerügten Uebertragung erkannt zu haben, denn in dem zweiten Theiie seines Uehersetzungsbuches linden wir denselben Passus ganz richtig übersetzt mit den Worten: ״und sie sollen hinzugehen zu den Scliautäden der Ecke eine Schnur von himnielblauer Wolle“. J. H. ■*) So linden wir Jecheskel 3,2 das Wort והשמלה, das Fürst u. A mit Ulanztnetall, Golderz, übersetzt. Dasselbe Wort ward später mit ״Engel" übertragen und findet im Talmud meistens im Plural (חשמלים) Auwendung. Das Wort טבור, in der Bibel ״Anhöhe“, ״Hügel“ bedeutend, erhielt später die Bedeutung von ״Nabel“. Das Wort סכך heisst io der Bibel ״sich stützen, autlegeii“, im Neuhebräischen dagegen ״nahe sein“. Diese Beispiele könnten noch vermehrt werde*. & Hul1n(tr.D.L.W01ft)Magdebu1׳g. Verlag :Hob. Friese, Leipzig.