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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-11-12 · N° 46. (12.11.1891) · p. Seite 180

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 46. (12.11.1891)
Date
1891-11-12
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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190 - Seelengemilde. Besondere die erste Erzählung*) bringt tief ergreifende Konflikte; wir sehen wieder einmal, dass man das Menschenleben nicht so ohne Weiteres mit einer •״'chulcensnr abfertigen kann, indem man ,gut* oder ,schlecht* darunter schreibt, dass oft genug unter den scheinbar einfachsten Verhältnissen sich die moralischen Anschauungen vermindern, und gute Menschen zu Handlungen geführt werden, die der < Richter mit schweren Strafen ahnden würde. Das > sind die Erscheinungen, die uns am tiefsten erregen. Das Verbrechen seb 1echtweg ist traurig, aber wenn uns die That ein anderes Antlitz zeigt, als der Thäter, wenn der gute Mensch die böse That rollbringt, so ist dies tragisch und der Dichter erfüllt seine Aufgabe, sobald er deu Konflickt so schildert, dass der Leser in voller Theilnahm* diese Irrgänge der Seele verfolgt. Wir haben alle Ursache Herrn Herzberg für sein werthvolles Buch dankbar zu sein. Die Agadit der palästlneujUchen Amoräer. Erster Baud: Vom Abschluss der Misohna bis zum Tode Jochanaus. (220 bis 279 nach der gew. Zeitrechnuug.) Von Dr. Wilhelm Baoher, Professor au der Lai.des- Rabbinerschule zu Budapest. — Strassburg i. E. Karl J. Trüboer. 1892. — 581) u. XVI. S. Preis 10 Mark. Besprochen von B. Königs barg er. (Fortsetzung) Zu 3. 8 Amu. 2. Die Anmerkung ist vollständig voranglückt. Man korrigire: B. kaina SM b (unten. Uier heisst der ״Sohn“ ,שיבחר rosp. ושיבחה, B. bnthra 26 a (שב־ת, SO auch Rabb. Oereciioui. lndesseu beweist Seder liadd. s. v. שבחת■ dass hier nicht von einem •Sohne R. Ch.’s, sondern von einem Msane die Itedo sei, der שכחת כרי biess. Daher sagt auch wohl RSBM zu שכחת כרי nur כך ש״,ו; Itabb. Gersch. aber sagt: ,8 (•כך שמיה דכריד. auch oben S. 3, Anin. 5 Ende. (Der Verl, hatte die Noten anfangs wahrsch. fortlaufend nuinerirt.) — Uebrigeus wird jer. Borach. II, 1 (4d) ein ‘ר' שמואל בר הדי erwähnt, der wahrscheinlich der Sohn unseres R. Ch. ist. — Zu S. t!, Anm. 2 vgl. Joina 49a, bes. nach der Auffassung des li. Chananel. — il>. Anm. 2 11. 3 Iin Jalkut t< hlt zu Ez. 13.״St der Ausspruch K. Ch.'s zu Kidd. •10a; vielmehr steht hier dasselbe, wie in Lev. r. u. Pcs. — Leider hat der Vert. d< n Jalkut tür seine Arbeit zu wenig beachtet und dadurch eine Keilte wesentlicher Varianten übersehen. — ib Anm. Vgl Jebamotb 121 a. ln jer. Schekaii ist die Belegsteile (Ps. S'J,8) ,ר׳ י,ישר zugeschrieben. — ib. Anm. 5. Statt dos in Bersch, a a O. nacltiolgonden א״ר חנעא liest .1.1«= Jalkut! zu א״ר אלעור: פ׳ ערב umicorrigirt א״רחנינא; Dagegen hat .1. Jos. 33: איר יוחנן, was auch richtig zu seiu scheint, daK Jochanan sehr häutig als'l'radeiit der Aussprüche lt. Simons rerp. R Eleasar b. S. lungirt. — Zu S 10 Anm. 0. lut Jalkut zu Deut. 1,10 fehlt אריח, vgl. Schet.uoth 31a. — Zu S. 11 Anm. 2. Der Vort. giebt zwar an, dass das bekauute א*ת כדך ait zwei Stellen der betr. Deutuug fehlt, unterlässt es aber, dem Grunde hierfür nach/.ugehen. — Wir versuchen tolgeude Kritik: Wenn in der palästinensischen (Quelle •jer. Uerachoth Ende) der Ausspruch des palästiueusischeu Amoräers R. Chauina ohne das אל ר.קרי angeführt wird, so ist man wohl zu der Anuahme berechtigt, dass 1tas א ת ursprünglich nicht mehr zu der betr. Deutung gehört habe. lind in Wirklichkeit hat es auch keine directe Beziehung zum Vorhergehenden: der Satz besteht auch, wenn es nur ioigeudermassen lautet: אר-ח ת־ח מרבים שלום בעולם שד יכל כדך יימודי ד׳ ורב שלום כדך• otienbar regt« sich nun in den Babyloniern, welche ▼cn der Stätte ihrer heissesten Sehnsucht weit entfernt waren, ganz besonders der Wunsch Dach dem Wiederaufbau Zions und sie sachte■ demselben, wo sich nur eine Gelegenheit bot. warme■ Ausdruck zu verleih«•. Man wollte naa nicht hei dem Gedanken stehen bleibea, der Zion an •eine zerstreuten Kinder (גיך^) erinnert«, sonder■ riet ihm tröstend zu: אל תקרי כלך אלא בדך, deine Kinder werde■ •ach deine Erbauer sein. (Nebenbei sei diraaf hingewieeen, dass doch auch in ]3 der Begriff des ״Bauens* liegt.) Za beachten ist auch, dass der sich an ו3ל כדך an chliessende Set■ (Jes. 54,14)mit den passenden Worten beginnt: כצדק תכונני• — Das אל תקרי ist also jedenfalls ein späterer Zusatz and gehört nicht zum Aussprache R. Ch 's. Uebrigens fehlt auch am Ende des bab Trsc* Jabamoth das א״ת• — Zn S 12, Anm. 2 Vgl. lies. Tosephfha Bechoroth 6,10. — ib. Anm. 3. Diobez ״Werkzeuge“ lassen sich ans Deut 30,13 und dei Lohn aus 30,14 oder Beides aus :10,16 ableiten. VgL noch Lmhorn 8 Commeutar O'TVTO **S) au Deut rab 8,6. Zu 3.1Anm. I. Vgl. den ähnlichen Ausspruch R Aoba’s, im Namen des R. Josua b. Levi ia jer. Ueracli II, 4 (4d|. — ib Anm. 3. Vgl. zu Eiubin a a. O. bes. die Erklärung von R. Jacob Emden; ganz abweichend Lt die des R Chananel. Zum Verständnis• des bez Cilates sei bes aut Ps. 142 End« verwiesen, rosp aut Ijob 36,13 (Sanh. 141» (Auf letzteresCitat iiihrte mich die be׳r. Bemerkung im יפה?ידם zu Erubin.)— ib. Anm. 1. Aus der Lesart dts K Chananel in B. Kama: כר־ח דהוה מרקד ואדר ואמר בואו ונצא לקראת כלה ואמרי לד, לקרת מלכד,, welche sehr correct Lt, ist aus dem Begrüssnngs- Spruche K. Januai's nichts in den Ch.'s eiugedruugen. — . Zu 3.14, Anm. 4. Zum aramäischen Sprichworts vgl. die Erklärung des דת רענן und eine t. in der ed Warschau 1876 des Jalkn . wo ü brigens nicht דבלתא. sondern תבלתא steht. — Zu S. 17, Anm. 1 ltaschi in Bcr r. 6,1 verweist aut das im 3abbatb-M0rgengebete vorkomraeii'le רא1ו והתקין צורת הלבנה• - Zu S. 20, Anm. 2. Vgl. noch Pc-iktüa sutr. (ed Buber) S. 88 § 15. — Zur Ergänzung oben ausgesprochener Ansicht s. noch jer. Beroch. 2 b, wo K. Cb. sagt: ln dem Augenblicke, wo die Sonne untorgegaugeu ist. geht der Moud aut. — Vg;. auch bald darauf eiue Mittheiluug ■u seinem Namen. — ib. Aam. 8. In Pes. rabb. (ed Frieduiaunp 44b) Abschn II!ebenso J. z. 3t.) sagt dies ר חייא דגדול; im J. findet sich auch R. Jochanan» Ansicht, die iu der Pes lehlt. (Im Midr. 3chemue! xxxi: ר׳ חייה רבה; vgi. Schoch tob § 17) — Zu 3.22, Anm 2 Der zugehörige Ausspruch Lt gar nicht von ר חגינא> sondern von רב רדננא, so auch die Lesart des ב״ח - ib. Aura. 4. Die im Jer. im Namen Jes K. Ch tradirto Vorschrift wird iin Babli (ib. 264, so auch im יה “b der ott andere Lesarten im Jer. hat! iui Namen dos ר3 המא V0D ר• הלכו, und im J. z. 3t. (angeblich zach רוש׳ שקלים', iu ed. Venedig nach ‘משקי OTI von אם־ רב X1V1 ־רב — liier sei u. A. nachgetragen (zuiu Schlüsse vou Kap. 3a), dass sich R. Ch. auch mit deu Naineu der Monate beschältigte. Vgl.jBer. r. 13,3 (jer ltosch hasch. 1,2; 5-id unten) nach Itosch basen. 7a Sech. 1,7:. — Ferner die Deutung R. Ch.8:;מאי אמן אר־־ח אל מלך נאד •Sabbath II9b u. Sanh lila. — 1b. Anm. 6. Vgl. J. x. 3t, wo sich das Citat gleichfalls hehr., anonym, findet; auch die Aulaugsworto, wenn auch offenbar verkehrt — Za 3 23, Anm 3. Das Jahr 43 spielt in Abrahams Geschichte eine merkwürdige Rolle, vgl meinen Autsatz ״Puuktirten Stellen 1m Pentateuch׳‘ in dies ״Litt-Bl“ No 23, 3. 112. — ib. Zeile t lies ״Eaoch’e“. — ib. Anm 1. Vgi. J. $321 Aut.— Zu S. 25, Anm 1. Vgl. Majan Ganniin S. 2. — ib. Anm. 2. Vgl. Ber r. cap 51, wo das hier vun m gesagte von ר* הנדה בדיה דר' אחא angeführt wird, nachher ein Uleichniss von חדא "V Dort steht in der That nicht 00אל• Vgl auch J. II § 831 Ende. — ib Anm. 3. Findet sich auch im J. z Sr. II $ 317. — ib. Anm 4. Ich mochte die gewobuliche Lesart des Taucliurna vorzichen, da doch von קציר, den Früchten der Ernte, die Rede ist; vgl. auch Bei׳, r. 66,1 u. Jalkut zu Ijob 23,13. — (Fortsetzung folgt.) י) Diese Erzälüung (,,der freie Wille“) haben wir in dem ersteu Jahrgänge (1875• unter den Schritten des vou uns aufs Neue in’s Leben gerule! en ״Jsraelitischen Litteraiar-Verein•1' herausgegebeu. Wir btiuerkeu bei dieser Gelegenheit, dass die beiden ersten Bände der Graetz'scheu ״Geschichte der Juden׳‘ ebenfalls duichdicaen von uns geleiteten isr. Litteraturverein erschienen sind. Inden Nekrobgeu und Reden, die in letzter Zeit über Graetz gehalten wurden, ist dies ubersehen wt rdyu ln dem Plulippsou'schen Litteratu! verein erschienen nur < Bände 1׳n-r 3,5,6, 7., 8, 3. und 10.). (Red.)!*itterarische Notizen. — Herr Künigsberger scheint in seiner Bemerkung an Bacher 3. 2, ■Anm. 1 (No. 45 d Ul.) mich tür den Ersten aa halten, der den Namen des bekannten Gegners von Simeon h. Jochai als ״Dinkai“ auigelasst. Er hätte jedoch leicht sehen können dass bersits Graetz (IV. 2 Anti. 3 475) den Namen so liest. Nach dem bez Artikel von Bacher im Magazin von Beil u Uollin (1830) kann es nunmehr wohl als erwieseu gelten, dass das ד jedenfalls nicht zum Namen gehört- Kaininka Verantwort, lteducteur Dt. lta tun er, Magdeburg. Druck: Be udix& Mulm (tr. D. L.Wolll) Magdeburg. Verlag: Mob. Friese, Leipzig

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