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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1891-11-05 · N° 45. (5.11.1891) · p. Seite 176

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
20 (1891)
Issue
N° 45. (5.11.1891)
Date
1891-11-05
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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176 rein wissenschaftliche Material, besonders der kritische Apparat in den zahlreichen Noten des umfangreichen Werkes eingehend beschäftigen. Wir beginnen mit dem frühesten der palästinensischen Amoväer, dem Schüler des letzten Tannaiten und Mischnahredaotors R. Jehudah mit R. Chanina b. Chama (S. 1—34). Abraham ibn D&ud rechnet ihn m seinem סדר הקבלה (ed. Warsohau 1877) p. 36a noch zu den Tannaim. — Ich wage zu behaupten, dass es richtiger gewesen wäre, wenn derVerf., wenn auch nur in der Ueberschrift, den ehrenden Beinamen ״Rabbi“ beij gefügt hätte, und die Bemerkung in des Verfassers:! ״Agada der babyl. Amoräer“ p. XVI. rechtfertigt das ן Weglassen dieses Titels nicht vollends. (Vgl. meine j ״Miscellen“ No. IX in No. 41 des ״Litt-Bl.“) — i ad S. 1. Anm. 1. — Der Bericht über die Uehersiedelung; R. Ch.’8 nach Palästina in jer. Peah unterscheidet sich von dein [ hebr. in Midr. Schemuel wenig dadurch, dass hier בהמתי (Esel) statt des ״) חבריEseltreiber“) dort genannt ist, denn das aram חמר bedeutet nicht ״Eseltreiber“, sondern gleichfalls ״Esel“. Vgl auch den Comin. das .Terusch. (ed Krotosch ), wo I חמורי steht. —! Dass סתם ר״ח unser C11. b. Cb. ist, sagt u A. Kaschi | B. Mez. 85 b. Vgl. bes ■Toma 87b, wo erst ריח ב״ח und nnmittelbar darauf nur ריח steht. — ad Anm. 2. — Das be/.. Citat in jer, Taauith besagt durch 1 das beigetügte ציפוראי! dass R. C11. nicht aus Sepphoris stammte, sondern hierher eingewandert war; ähnlich Genes. 19,!• 0האחד בא לגור וג)■ Die Zustände in Sepphoris scheinen sehr arge gewesen zu sein (vgl. Synh 109a unten), wodurch vielleicht die Einsetzung der דייני ציפורי (M. B batbra VI 99b) nüthig wurde, eine Institution, die KSßM z. St nicht genügend autgekliirt scheint Wahrscheinlich gefiel den Sepphorensern die strenge Verwaltung R Oh.’s nicht. Nach מתנות בהונה au Koh. ' r. 7,7 bestand die ״Unzutriedcnheit“ der Sepphorenser darin, dass Rabhi ihu bei einer Correctur zurechtgewieson. Richtiger ist, dass er darum unbeliebt war, weil er zur Zeit einer Regennoth nicht zu Gott tür die!Sepphorenser lütten wollte, vgl. Taan. III, ■1 (titic) und גליק הש״ם. wo zur Erklärung des Beinamens R. C'h.’s (ציפוראי) auf Arucli s v. צפר (rufen) hinge- . wieson wird, um auzudeuten, was er hätte thun sollen. — Um 1 die Ilerkuntt R. Chanina’s zu bestimmen, dürfte folgende Ver- ׳ gleicbung von Wichtigkeit sein In jer. Bezah 1 (60a) wird bezüglich zweier Entscheidungen R. Ob’s und R. Jochanans dasselbe berichtet, wie z. 11. jer. Schubiith IX (!!8c). An letzterer Stelle heisst es abor הורי ר הוניא דמן חוורן בבית חוורן (diese Namensrosp. lleimathsangabe findet sich öfter, z. B. jer. Schekal. I (40a), wo auch z Böhne R. Ch ’s angegeben werden); darnach sind beide identisch und die betr. Namen bei Frankel zu berichtigen. חוורן. aus dem nun R. Ch. stammte, ist nicht etwa das ausserpaiästicensischo Ilaurangebirge (vgl. Ez. 47,1(0, sondern Bethhoron im Gebiete des Stammes Ephraim (bei Mod im , wie aus anderen Stellen;ר״ח דברת חוורן) bervorgeht. llauranl-gcbirgol wäre auch eine zu ungenaue Angabe. Wenn nun R. Ch. (vgl. Anm. 1) sagt; כד סללית, SO meint er seine Wanderung von Süden nach dem nördlicheren, hochgelegenen galiläischen Sepphoris Es ist somit noch gar nicht erwiesen, dass R. Ch. aus Babylouieu stammte. Ja, des Auftrags des Patriarchen Jehudah I an R. Cb., die Reinheit der babylonischen Familien zu beweisen, konnte sich letzterer nicht dadurch entledigen (vgl Anm. 3), dass er selbst aus Babyl. stammte, sondern nur iutolge der Mittheilung dos R. Ismael b. R. Jose, welcher von dem Baby- Ionier R.Josa stammte und von ihm seine Kunde hatte. Dieser lebte namentlich in seinen letzten Jahreu in Sepphoris und dort erfuhr R. Ch. die liezügl. Angaben (Kuld. 71a) — Vgl noch ר חוניא דציפירן iin Tanchuma u. Bor. r. (10.7) u s w. Zu S. 2. Anm. 1. Kaniinka iu seinen ״Studien zur Gesch. Galiläa’s“ S. 2b will einen schrilrknudigen Dinkai aus שמע קלא דנקאי herauslesl-n, wo ד offenbar Genitivzeichon ist. - ספרא ist mit ״Schulmeister“ ungenau übersetzt. Er natu! mir mit den! Pentaleiich zu thun, wie aus den bei reifen׳U-11 Citaten und der Gegenüberstellung von סופרים uud C'j'wC hervorgellt. — 1b. Anm. 2. ln welchem Rute R. Cb. als Bibeikuudiger stand, geht bes.aus jer. Kelaim Ende, IX, 7 (32d) hervor. Wie R. Jannai berichtet, hätte man ihm im Lehrhause, als er eine Mischnah falsch erklärte, z.igoruteu: צא ו׳קרא> was nicht, wie פני משה meint, besagen will: ״Geh’ hinaus uud lerne Deine (falsche) Mischnah drausseu“, sondern: Du verstehst nicht dio Misch 11 ah zu erklären. Geh’ hinaus und beschäftige Dich mit dem Pentateuch; ähnlich Sanh.fiib (יכה לך אצל אנדה וכל•— Viell. ist hierfür noch aut jer. Ber&ch. II, 4 (Id) zu verweisen I wo R. Ch. (im Namen des R. Ache) auf die Aussprache votl נשבע hinweist — Zu S. 2—3 ist hinsichtlich seines Cbaracter# I noch das נפישא!כותיה (Cholin 7b u. Synh. btb) nachz.atras>e״. _ I ib. Anm. 3. Auch nach dem Berichte im jer. n Koh r I handelt es sich vielleicht nicht um die Ordination R. Cb.'# I Was sollte sonst das מתק״ימין in Koh. r. bedeuten? Richtig I erklärt מ״ב die Stelle: Alljäbilich pflegte Rabbi zwei Gemeinde-1 Oberhäupter (ממונין) einznsetzen. Bewährten sie sich, so blieben I sie; wenn lucht, so starben sie Allerdings sind die beiden zu I besetzenden Aemter nicht das des לאש ישיבה und des אב*ד, I sondern des אב״ד und des חכם. wie 08 schon z. Z R. Meirs der I Fall war R. Jehudah I wird nun wohl in der Nachfolge seinen I Sohn Gamliel nicht übergangen haben, sodass die dem R C11.1 zngedaebte Würde wohl dio des אב״ד war. Das ergiebt sich■ deutlich aus Kethub. 103b oben. — Allerdings wird im Tahmi.i I die Ordiuation nicht nur durch ׳סמיכה sondern auch durch I מעל wiedergegeben. Vgl. jer. Svnh. 19a: י־א סמיבה היא I סמיכות תמן קריי למניייד. סמיכות׳• - schon hei derOrdinatiou I R. Meirs und R. Simons durch R. Akiba ordnet letzterer an: I ר' מאיר ישב תחלה und verband mit der Ordination zugleich I die Festsetzung seiner Nachfolge. Von R. Jehudah I waten I die 3 Oberhäupter noch nicht hinsichtlich ihres Amtes ge- I ' chic Ion, sondern wer ordinirt war, hatte selbstständiges Ent- I scheidungsrecht. Bei R C11. scheint auch i<- Oal. deshalb I nicht anzunehmen zu sein, weil wir ihn vorher nicht mit dem I blossen Namen חלנא nennen hören, sodass er wohl früher I 8c״on dieselbe erhalten haben mag. — I Zn S. 3 Anm. 4 IV. Abrab. ibn Daud bemerkt (a. a. 0.1, I dass z. Z. R. Jehudah I gar viele medizinische Werke ent- I standen, da damals Galenus lebte. Dadurch wird < 13׳t recht I verständlich, dass Ch., der Schüler Rabbi’s, so reiche Kenntnis:־• I auf diesem Gebiete hatte. - I Zu S. 4 Anm. 5. Nach Raschi (Joma 87h oben) ging Rab I deshalb 13 mal zu Ch., um ihn um Verzeihung zu bitten, weil I er sich selbst diese Busse auterlegte (׳מחמיר ד,יה לצצמו• I Nach der Lesart des R Chananel z. St, geschah es. weil I R.Ch.Rab’sLehrer war. Diese Annahme scheint dadurch entstanden I zu sein, dass man in der Antwort לב שאני das Wort רב für I ״Lehrer“ nahm. ן Vgl. dazu Ö"- zu Maim. 2,9 הלי '״שובה.) I ZuS. li Anm. v. S. '») In dor Parallelstelle von Taauith 27b I (nicht 27a\ in Megilit!., steht ל' חנניא — Der ל' "לגא “־קן im Tanehama ist nac.1 1n~basin Grossvater unsres רי'ח• — I Dass ריחנינא הגדול!'..rcern Ch. bedeutet, wie Bacher mit Recht behauptet, glaube ich durch folgende Vergleici ung unzweideutig zu beweisen. Derselbe Ausspruch nämlich, den iu bab.Jebapa. 43a ׳ R. E.easar im Namen des ר' חנינא הגדול thut, wird in jer. jeb. iv, 11 (<>a) dem (ר׳ חנינה ובשם ר׳ חייה רבה *ugeschrieben. Es ist nicht anzunehmen, dass der Zasatz הגדול | im Babli durch Contraction mit ר, הייה רבה entstanden ist, da dio betr. Tradeutsn an beiden Steilen verschiedene sind. — Vgl. dio Notiz zu 8. 20 Anm. 8. — (Forts, lolgt.) Litte rarische Notizen. 1. Archäologisches. Unter einem grossen Steine, welchen mau jüngst aus dein Fundamente einer zu Jerusalem hefiüdlichen Ruin« ans Licht förderte, wurde eiuo kleine Höhle entdeckt, in welcher man unter verschiedenen Silber und Goldgerättieu ein einer Flöte ähnliches Instrument aus Gold mit der gravirten lnsc!ritt ״Assaph ben Levi“ fand. Wahrscheinlich ist dieses ein s der alten Tempel-Instrumente. Der englische Consul wollte es tür hohen Freis für das britische Museum kaufen, was ihm jedoch nicht gelang Dor Pascha schickte es an das Museum zu Consisutinopel. Da der Fund nicht gehörig untersucht wurde, 80 lässt sien das Alter der Flöte nicht hestimmen: auch fehlt es an einer Beschreibung der übrigen autgetuudeuen Geräthe, so dass über dieselben nichts Genaueres angegeben werden kann. A. J. 2 Wat Herr Herzburg bez. des ת:,, צל ציצית ובו:' (auf S B>1 No. 11׳ des ״Litt.-Bl.") bemerkt, ist mir völlig unverständlich. Nach Midrasch und Talmul (vgl. Sifri zur St. Nurn. 15,38 heisst es nämlich, dass 3 Doppeltäden aus ge• wohnlicher (wuissuri Wolle gemacht werden sollen, der vierte aliur aus himmolblauer Wolle. .Weil wir aber die eig. himmelblaue Farbe nicht haben, unterla-sen wir heutzutage die Anbringung des תבלת. Das ptlegto ich adelt bisher meinen Schülern als Erklärung zur Stelle beizugeben. K. in K. 3 Die von He!rn Königsborger in seinen ״Miscellen“ uutci XIII antgeluhrte (Nr. 42;4t d Bl) Erklärung des ואלמד hinter einem voiliorgehsndeu, durch שנאצר eingeführten Verso ist sicherlich zutreflend, aber wol.l nicht neu. Derartige Beweistührung durch mehrere Schrittverse findet sich wiederholt auch in der Misclmali (z. B. Schluss von Herachoth und Makkoth) und die Geniara (Berach. OJa) hat durch ihre Frage מאי 'אימר längst den Schlüssel zum richtigen Verständnisse gegeben. Rnbbiuer L. Kahn. Vorantworl. Redacteur Dr. Ra hm er, Magdeburg. Druck: B e n d ix & Hu h n (Ir. D. L. Wollt) Magdeburg. Verlag :Roh. Friese, Leipzig

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